Buchtipp: Ein recht direktes Völkchen?
Nach den pogromartigen Szenen von Mügeln scheuten sich viele, die Gruppe der rassistischen Angreifer als rechtsextrem zu kategorisieren. Für manche Beobachter existiert eine rechtsextreme Gesinnung nur in Zusammenhang mit NPD-Parteibuch oder Skinhead-Subkultur.
Dass rechtsextreme Einstellungen aber auch ohne derlei auskommen können, zeigt Matthias Möller in seinem aus seiner Magisterarbeit entstandenem Buch “Ein recht direktes Völkchen?” In diesem geht es um die Darstellung und Interpretation von Ereignissen in Mannheim-Schönau im Jahr 1992 durch die verschiedenen beteiligten Parteien. Bewohner des Mannheimer Stadtteils hatten ihr Viertel mehr als eine Woche in den Ausnahmezustand versetzt, weil sie mehrfach versuchten, eine Flüchtlingsunterkunft und ihre Bewohner anzugreifen. Dabei waren organisierte Rechtsextreme aber kaum involviert.
Das Buch kann hier bestellt werden:
Ein recht direktes Völkchen?: Mannheim-Schönau und die Darstellung kollektiver Gewalt gegen Flüchtlinge


Also die Bewohner von Mügeln wieder so zu kriminalisieren finde ich schäbig. Was hätten sie getan wenn , wie die Polizei bestätigt, ihr Bruder, Kumpel, Arbeitskollege oder sonst wie Bekannter von jemanden mit einer abgebrochenen Flasche abgestochen wird. (immerhin ein/einhalb Liter Blutverlust.) Dabei war es wohl ziemlich egal ob Inder oder nicht. Oder meinen sie, hätte das eine Gruppe aus einer anderen Stadt gemacht wäre nicht das gleiche passiert. Und übrigens war die Flaschenstecherei vor den blauen Augen der Inder. Nicht umsonst wird gegen sie ermittelt. Aber scheinbar mit weit weniger Elan als gegen die Einheimischen.