GFP-Jahrestreffen in Thüringen
Ungestört von Protesten und bewacht von der Polizei hat die rechtsextreme “Gesellschaft für Publizistik” (GfP) am 12. und 13. April 2008 in einem Hotel im thüringischen Suhl ihre Jahrestagung abhalten. Wie redok berichtet, wurde der Münchner Verleger Herbert Fleissner mit einer Auszeichnung der GfP, die in den letzten Jahren deutlich in die Nähe der NPD gerückt ist, bedacht.
Nachdem sich die GfP dem Bericht zufolge in den Jahren zuvor in Nordbayern versammelt hatte, war nun ein Drei-Sterne-Hotel im thüringischen Suhl gebucht worden – allerdings nicht von der Organisation selbst. “Der Vertragsabschluss lief über eine Agentur. Da wurden wir arglistig getäuscht, sonst hätte sowas bei uns nicht stattgefunden“, beteuerte der Chef des Ringberghotels den Angaben zufolge.
Thema des Jahreskongresses war: “1968 – vierzig Jahre Volkszerstörung”. Als Klage-Redner waren in diesem Jahr nicht nur Namen gebucht, die seit Jahren bei der GfP für die rechte Stimmungsmache sorgen wie etwa Rolf Kosiek, ehemals NPD-Landtagsabgeordneter in Baden-Württemberg und führender Kopf beim rechtsextremen Grabert-Verlag, oder der Verleger Dr. Gert Sudholt (Verlagsgesellschaft Berg), der mehrfach wegen Volksverhetzung verurteilt wurde. Als weiterer Referent stand Jürgen Schwab bei der GfP auf dem Programm, der vor wenigen Jahren noch als ideologischer Kopf und Ideengeber der NPD im nationalrevolutionären Sinne galt und nach seinem Parteiaustritt vor allem die neonazistische Kameradschafts-Szene mit intellektuell wirkenden Pamphleten versorgt, so redok.


Die GFP wurde 1960 von ehemaligen SS-Führern und NS.Funktionären gegründet. Sie ist die mitgliedstärkste rechtsextreme “Kulturvereinigung” und das grösste überparteiliche Sammelbecken von rechtsextremen Verlegern,Redakteuren,Publizisten,Schriftstellern und Buchhändlern i.d. Bundesrepublik.Die GFP will vor allem “Auklärungsarbeit” leisten, um die angeblich verzerrte Darstellung der Zeitgeschichte zu korrigieren. Zu den bisherigen Preisträgern gehören u.a. der frühere NSDAP Reichstagsabgeordnete Werner Kuhnt, Wilfred von Oven, letzter Adjudant von NS-Reichspropagandaminister Joseph Goebbels, und die österreichische Verlegerin Ilse Dvorack-Stocker(“Leopold Stocker Verlag”). Programmschwerpunkt dieses Verlags bilden die deutsche Kriegsschuld leugnende und revisionistische Bücher.