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Die Welt rockt gegen Links

26. Januar 2010 01:07 2.250 mal gelesen 13 Kommentare

Ulli Kulke hat in seinem Kommentar auf Welt-Online Familienministerim Kristina Köhler vorgeworfen, auf dem linken Auge blind zu sein. Eine etwas überraschende Behauptung angesichts der Äußerungen von Köhler in den vergangenen Jahren. Kulke beschwört eine vollkommen unterschätzte Gefahr von links, die mehr als 100 Todesopfer rechter Gewalt in den vergangenen 20 Jahren sind ihm keine Zeile wert. Warum auch, angesichts dieser erschreckenden Analyse,  die Kulke aufbietet, denn der Linksradikalismus übe eine “erhebliche Anziehungskraft auf Jugendliche” aus. Um diese  Anziehungskraft abzuschwächen, fordert Kulke Präventionsarbeit.

“Programme gegen Extremismus”: Fakten bitte!

Zwar listet Kulke auch Unterschiede zwischen Links- und Rechtsextremismus auf, schätzt aber die Gefahr von links offenbar als weit akuter ein, da Neonazis ja gesellschaftlich isoliert seien.  Und daher – “in drei Teufels Namen” -  könne es doch  endlich auch “Rock gegen Links” geben. Anzumerken bleibt, dass es eine recht ähnliche  Musikkategorie bereits gibt – und das nicht erst seit gestern.

racRock Against Communism (englisch für „Rock gegen Kommunismus“), besser bekannt unter den Abkürzungen RAC bzw. R.A.C., ist eine Kampagne, unter der Bands aus dem Bereich des Rechtsrock erstmals 1977 aktiv wurden. Es handelt sich nicht um einen eigenen Musikstil, sondern es dient als selbstgewählter Sammelbegriff der rechtsradikalen Rockmusik-Szene. [...] Die ersten RAC-Konzerte wurden 1977 von der rechtsextremen britischen National Front ausgerichtet. Sie sollten einen bewussten Gegenpol zur antifaschistischen Musikbewegung Rock Against Racism bilden. 1982 nahm sich Ian Stuart, der Sänger der Neonazi-Band Skrewdriver, des Konzepts an. Skrewdriver spielten einige Konzerte unter dem Motto „Rock against Communism“, weitere Bands schlossen sich an. [...] „RAC“ ist bis heute ein beliebter Bezugspunkt neonazistischer und rechtsextremer Bands. In den deutschsprachigen Ländern wird der Begriff RAC heute zumeist zur Charakterisierung des Oi!-lastigen britischen Neonazi-Rocks der 80er-Jahre herangezogen. Die RAC-Bewegung kann daher als Bindeglied zwischen der offen neonazistischen, politisch ambitionierten Musikszene und sich politisch neutral verstehenden Skinheads und Oi!-Skins angesehen werden. Quelle: Wikipedia

Damit könnte diese Musik, eigentlich eher auf dem absteigenden Ast, möglicherweise eine große Zukunft vor sich haben; 80iger Retro ist ja ohnehin “in”. Aber auch die NPD-Schulhof-CD aus dem Jahr 2005 mit dem Titel “Der Schrecken aller linken Spießer und Pauker” dürfte bei künftigen Partys und Konzerten gegen Links sicherlich zum echten Schlager werden. Da fliegen bestimmt die Löcher aus dem Käse, bzw. die Fäuste in die Fressen der Untermenschen sowie die Mollies in die Flüchtlingsheime.

schulhodcf2005

Siehe auch: Kommentar: Mutwillige Vereinfachung

13 Kommentare »

  • uberVU - social comments said:

    Social comments and analytics for this post…

    This post was mentioned on Twitter by npdblog: “Die Welt” rockt gegen Links http://npd-blog.info/2010/01/26/rock-gegen-links-10/...

  • neuer Leser said:

    Interessant ist, dass der “Rock against Communism” ausgerechnet in England “erfunden” wurde, the homecountry of Liberalism und Capitalism. Falls es ein Land auf dieser Welt gibt – neben den USA -, wo die Chancen auf Verwicklichung irgendwelcher kommunistischer Träumereien unter dem Gefrierpunkt lagen und liegen, dann ist es das Königreich!, formerly known as the British Empire.

    Schon alleine an solchen Propaganda-Konzerten musste den damaligen Zeitgenossen klar geworden sein, dass auch englische Braunbatzen jenseits aller Realität vor sich hinvegetierten.

    Auch sind Linksextremisten in diesen Land nicht weniger gesellschaftlich isoliert wie Rechtsextremisten und das andere Gesöcks – einfach mal die Wahlergebnisse für extremen und radikalen linken Parteien (es sind ja soooo viele) checken! Allerdings auch kann Kulke nichr leugnen, dass es in Deutschland einen unterschwelligen Alltagsrassismus gegen nicht “mitteleuropäisch” aussehende Menschen gibt. Dagegen könnte man noch mehr tun.

  • Niels said:

    Der Kommentar von Kulke ist wirklich unfassbar Dumm.

    Wenn er unbedingt Rock gegen Links will muss er halt zum Fest der Völker fahren. Mal sehen wie gut ihm das gefällt.

    Und zu Köhler sage ich gar nicht erst was. Die hat einen völligen Realitätsverlust. Um nur mal ganz kurz ein Interview zum Verhältnis von Rechts- und Linksextremismus zu zitieren: “Beide Probleme sind etwa gleich groß und gleich gefährlich.” (sic!)

  • WW said:

    Zunächst wundert mich ein solcher Kommentar nicht, weder in der Welt noch in der Springerpresse allgemein, welche nur allzu gern mit Begriffen wie “linke Chaoten” um sich wirft, sobald sich ein Anlass bietet. Klar, dass dieser Begriff auch hier wieder auftaucht. Rechte Chaoten kennt Kulke hingegen aber nicht.

    Kulke betont zwar die “Schieflage”, dass die Geldbeträge für Arbeit gegen Rechts weit höher seien als gegen links, vergisst aber – rein zufällig – zu vergleichen, wieviel Unterstützung die NPD, DVU, Pro-Parteien u.ä. vom Staat erhalten im Gegensatz zu Kommunisten. Da würde sich das Verhältnis nämlich mehr als umkehren, aber das passt leider nicht in seine Panikmache gegen Links.
    Ebenso beklagt Kulke die mangelnde Distanz von SPD und Jusos zur “linksextremen Gewaltszene”, aber “vergisst” die letzten beiden rassistischen Wahlkämpfe von Koch und Köhler in Hessen gegen Ausländer. Sie gingen damals soweit, dass sich sogar die NPD im Überschwang der Gefühle und in gewohnter Selbstüberschätzung zu einer Koalition mit der CDU bereit erklärte. Misstrauisch wurde man in der sehr rechten südhessischen CDU ob dieser Töne anscheinend aber nicht. So muss man doch infrage stellen, ob die Rechtsradikalen tatsächlich laut Kulke “aus der Mitte der Gesellschaft intellektuell ausgegrenzt werden.” In Hessen möchte man doch eher deren Feld beackern.

    Die Sachbeschädigungen von Links anzuprangern, aber die zahlreichen Morde von Rechts zu vergessen und Körperverletzung zu relativieren, ist weiterhin reine Stimmungsmache und kein seriöser Vergleich. Also immer schön mit zweierlei Maß messen, dann geht’s auch endlich gegen Linksextremismus…

    Mit der Forderung nach einem “Programm gegen Linksextremismus” stellt Kulke sich schließlich in eine Reihe mit der NPD. Die fordert das nämlich immer mal wieder. Fehlte nur noch, dass er sich außerdem der Forderung nach “nationalen Jugendzentren” anschlösse. Das fehlt immerhin.
    Insofern ist abzusehen, welches Publikum sich in einem Programm gegen Links sammeln würde. Da würde bestimmt nicht nur Kulke staunen.

  • Tweets that mention NPD-BLOG.INFO » Blog Archive » Die Welt rockt gegen Links -- Topsy.com said:

    [...] This post was mentioned on Twitter by Julia Seeliger, NPD-BLOG.INFO, Michael Klarmann, Unrast Verlag, weezerle and others. weezerle said: RT @npdblog: "Die Welt" rockt gegen Links http://npd-blog.info/2010/01/26/rock-gegen-links-10/ [...]

  • Axel Mylius said:

    http://debatte.welt.de/kommentare/186508/auf+dem+linken+auge+blind?#comment

    So sehen augenscheinlich für “DIE WELT” Debatten aus:

    (…)

    18 Kommentare
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    Erhard Jakob
    24.01.2010 – 21.03 Uhr
    @ den anonymen Mitmensch *Aylin*,
    was wollen Sie uns hier sagen?

    Hier geht es doch weder
    um Islamisten noch
    um Frauen!

    Permalink

    @Die Wahrheit
    24.01.2010 – 21.13 Uhr

    Das ist das Problem in diesem Land: linke Gewalt wird immer noch als Antwort auf Rechts begründet. Dazu kommt, dass wir aus unserer Geschichte heraus immer noch das NS-Regime Deutschlands als schlimmer betrachten, als das SED-Regime. Man misst dabei halt nur in Toten, nicht in Menschenverachtung und Unterdrückung. So sieht man immer noch die Große Gefahr in Rechts, Dank dessen den rechten Parteien doch tatsächlich paar Wähler zur Seite springen. Absurd dabei ist auch der immer noch übliche Ansatz: Linke Gewalt ist ein Rechtes Problem, also bekämpfe Rechts und linke Gewalt wird verschwinden,. Nur das ist Schwachsinn zum Quadrat, was aber da oben keinen interessiert. Aber dank dieser linken Blindheit, genießen linke Gewaltextremisten in Deutschland Bestandsschutz. Tja man muss schon abwägen, ob 20 brüllende Nazis “bekämpft” werden müssen, weil sie altbekannte Parolen brüllen oder 20 Linksradikale, die mal eben Polizisten hinterhältig angreifen, Polizeifahrzeuge anzünden, ganz zu schweigen von den ja fast schon normalen brennenden Mülltonnen. Da ist uns unsere historische Vergangenheit natürlich behilflich, klar abzuwägen und so kommt es, dass die Mittel nicht 50:50 gegen beide Seiten verwendet werden, sondern alles Hauptaugenmerk auf den Rechten liegt! Dabei frage ich mich dann immer: wenn es das NS-Regime mit den Millionen ermordeten Juden nicht gegeben hätte, wie wäre wohl ein kommunistisches Regime mit Juden umgegangen? Mir schaudert es bei den Antworten, die mir dabei durch den Kopf schießen!

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    Rolf Bürgel 24.01.2010 – 22.20 Uhr

    @ Die Wahrheit
    Zu dem Aufsatz von Uli Kulke sond bisher zehn Kommentare geschreiben, aber nur einer, der es wert ist, gelesen zu werden: der Ihre! Vielen Dank dafür. Ich kann mich Ihnen nur vollinhaltich anschließen.

    Permalink

    Rolf Bürgel 3545 24.01.2010 – 22.24 Uhr

    Wo steht eigentlich geschrieben, dass die Nazis eine rechtsradikale Bewegung waren? Franz-Josef Strauß hat den Nationalsohzialismus “eine besondere Spielart des Sozialismus” genannt. Stalin hat seinen Pakt mit Hitler mit den Worten erklärt Seht her, das sind Sozialisten wie wir, nur eben nationale Sozialisten. Man sollte einmal darüber nachdenken!

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    Erhard Jakob 25.01.2010 – 06.36 Uhr

    @Rolf Bürgel,
    ganz so dämlich war auch Hitler auch nicht, wie ihn heute viele darstellen wollen.
    Der Kapitalismus war die Ursache des 1. Weltkrieges. Der “Sozialismus”
    hat damals als Wort einen besseren Klang gehabt
    als der “Kapitalismus.”

    Wenn Hitler seine Partei den Namen *NKDAP*
    (NationalKapitalistischeDeutscheArbeiterPartei)
    genannt hätte, dann hätte ihn doch keiner gewählt.

    Man sollte einmal darüber
    nachdenken!

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    hj 25.01.2010 – 10.34 Uhr

    Wenn Hitler seine Partei den Namen *NKDAP*
    (NationalKapitalistischeDeutscheArbeiterPartei)
    genannt hätte, dann hätte ihn doch keiner gewäh…..

    Glaube ich nicht.
    Für das dt. Volk stand ARBEIT für ALLE an erster Stelle.Und wiedermal des Selbstwertgefühl – gegen die Versailler (Diktat) Schandverträge.
    Selbstwergefühl stände uns auch mal gut.

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    gehtso60 25.01.2010 – 10.51 Uhr

    Ich halte es nicht für zielführend, die NSDAP hier ins Spiel zu bringen. Sonst könnten wir uns auch noch über den Stalinismus unterhalten.

    Entscheidend ist aus meiner Sicht, daß es um Radikalismus jeglicher Einfärbung gehen sollte. Ganz besonders um tätliche Gewalt und Terrorismus in jeder Form, aber auch bereits um verbalen Radikalismus. Das beginnt mit persönlichen Beleidigungen und Unterstellungen, mit Unsachlichkeit und mit scheuklappenartiger Ideologie.

    Und das sollte von Ministerin Köhler in jeder Richtung gleichermaßen bekämpft werden; allerdings nicht nur hinsichtlich Familien, Kindern und Jugendlichen, da hier die Welt der Erwachsenen mit schlechten Beispielen zuhauf eine erhebliche Mitschuld trägt.

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    Rolf Bürgel 3545 25.01.2010 – 13.12 Uhr

    @ hj
    Hitler war kein Kapitalist. Er selbst hat den Nationalsozialismus so erklärt: nach außen national, nach innen sozialistisch.

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    hj 25.01.2010 – 19.38 Uhr

    Hmm…))! – also DDR ?

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    Axel Mylius 26.01.2010 – 17.26 Uhr

    Dieser moderierte Blog von “Welt-Online” ist sehr aufschlussreich … ;)

    Übrigens, @”wahrheit”: Wer sagt Ihnen denn, dass es sich um “Linke” handelt, wenn Polizeifahrzeuge brennen? – Es liegen doch “auch” die “Büttel des verjudeten Staates” im Fokus jener “20 brüllenden Nazis”: jene 20, die wohl wieder in Dresden marschieren werden …

    Und was da @Bürgel schreibt, Zitat:

    (…)

    “Wo steht eigentlich geschrieben, dass die Nazis eine rechtsradikale Bewegung waren? Franz-Josef Strauß hat den Nationalsohzialismus “eine besondere Spielart des Sozialismus” genannt. Stalin hat seinen Pakt mit Hitler mit den Worten erklärt Seht her, das sind Sozialisten wie wir, nur eben nationale Sozialisten. Man sollte einmal darüber nachdenken!”

    (…), Zitat Ende, scheint für “Welt-Online” Diskutabel? … interessant …

    http://debatte.welt.de/kommentare/186508/auf+dem+linken+auge+blind?#comment

    Ich konnte es mir natürlich nicht verkneifen, mich in der seriösen “Welt” zu “verewigen”, sorry! ;)

  • Pääärkele said:

    öööööhm ihr checkt dat alle nit so denk ich mir mal.

    Wenn Kommunismus dasselbe ist wie “Links zu sein” dann bin auch ich nicht nur gegen Kommunismus (und jede andere totalitäre Herrschaftsform), sondern auch gegen Links.

    Extrem ist extrem scheiße.

  • mar52 said:

    Am Ende ist es mir doch egal, ob Verfassungsfeindlichkeit von links oder rechts kommt.

    Der aktuelle Unterschied ist, dass ich in den Nachrichten weder etwas ueber gehime Waffenlager linksextremer Zellen noch ueber Mord und Totschlag von links lese. Es gibt auch keine offen verfassungsfeindliche linke Partei in einem deutschen Parlament…

    Vielleicht sollte der ein oder andere, dessen Stimme von einem signifikanten Teil der Bevoelkerung beachtet werden koennte, sich ueberlegen, dass es nicht um einen Kampf gegen Links oder Rechts geht, sondern um Verfassungstreue und den aktiven Schutz der Demokratie in unserem Land.

  • rainer (kopf)schüttler said:

    “Pääärkele said: Extrem ist extrem scheiße.”

    erst lesen und denken, DANN (!) schreiben… ist ja einigermaßen unerträglich! http://inex.blogsport.de/offener-brief-gegen-jeden-extremismusbegriff/

    “mar52 said: Am Ende ist es mir doch egal, ob Verfassungsfeindlichkeit von links oder rechts kommt.”
    klar, warum nicht! links udn rechts kann man ja prima gleichsetzen. kämpfen ja beide gegen diese emanzipatorische glanzleistung der menschlichen zivilisation (die verfassung)… beide mit der selben intention und den selben mitteln… hinsetzen sechs!!!
    oder in zukunft lieber im welt-forum posten! :-)

  • JES NAU » » Kristina Köhler said:

    [...] ich so aussehen würde, und von Punks in der Schule geärgert worden währe, würde ich auch sauer auf die Linken sein. Januar 29th, 2010 | Tags: Gesichter, zeichnungen| No Comments [...]

  • NPD-BLOG.INFO » Blog Archive » Hunderte bei Rechtsrock-Konzert in Hamburg said:

    [...] Siehe auch: Mehr als 200 rechtsextreme Musikveranstaltungen im Jahr 2008, Die Welt rockt gegen Links [...]

  • projekte gegen links « der ganz alltägliche schwachsinn said:

    [...] es da jetzt staatlich RAC-konzerte u.ä geben wird? man darf gespannt sein [...]

  • NPD-BLOG.INFO » Blog Archive » Rechtsrock-Konzert in Ruhpolding vermutlich abgesagt said:

    [...] Siehe auch: Rechtes Hooligankonzert in Ruhpolding geplant, Die Welt rockt gegen Links [...]