Anwaltskammer trennt sich von rechtsradikalem General

Der Österreichische Rechtsanwaltskammertag (ÖRAK) hat sich von seinem Generalsekretär Alexander Christian getrennt. Das Dienstverhältnis mit ihm wurde “mit sofortiger Wirkung aufgelöst”, teilte der ÖRAK am 29. September 2010 mit. Der Generalsekretär hatte nach Medienberichten über seine Kontakte zur rechtsradikalen Szene bereits seinen Rücktritt angeboten. Das österreichische Nachrichtenmagazin “profil” hatte berichtet, Christian habe in den vergangenen Jahren wiederholt an Demonstrationen im Block von Rechtsradikalen teilgenommen.

Von Patrick Gensing

Ein Foto von der Anti-EU-Demonstration im März 2008 zeigt ihn mit dem notorischen Neonazi Gottfried Küssel, ein weiteres Foto bei der Anti-Moscheen-Demonstration in der Brigittenau im September 2007 zeigt ihn mit einem rechten Hooligan. Eine Videosequenz, die Puls 4 damals ausstrahlte, dokumentiert, dass der Jurist in einem Pulk von Skinheads unterwegs war, die mit ausgestreckten Armen “Nationaler Widerstand” skandierten. Auf Facebook posiert der Jurist, der 2006 für die FPÖ zum Nationalrat kandidierte und derzeit in der FPÖ-Organisation Alsergrund aktiv ist, unter “Alex Ballermann” in “Thor Stainer”-T-Shirts und zeigt einschlägige Tätowierungen.

Alexander Christian bestätigte solche Kontakte “profil” gegenüber: “Ja, das bin ich.” Die Personen im einschlägigen Outfit kenne er “vom Fussball her”. Gottfried Küssel kenne er vom Namen: “Es kann auch sein, dass ich einmal zu Küssel gesagt habe ‘Grüß Gott’ und so weiter.” Er habe sich “keiner strafbaren Handlung schuldig gemacht”, für seinen Bekanntenkreis müsse er sich “nicht rechtfertigen”.

Der Grüne Justizsprecher Albert Steinhauser forderte von der Rechtsanwaltskammer “schleunigst personelle Konsequenzen. Das Outfit, die Tätowierung, das gemeinsame Demonstrieren mit Küssel & Co. sind kein Zufall. Christian ist eindeutig dem rechtsradikalen Lager zuzuordnen.”

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