JF: Dichter zwingt NS-Diplomaten zur Ausbürgerung

Für die “Junge Freiheit” und andere Rechtsradikale, die gerne eine Geschichte der Deutschnationalen ohne den bösen Nationalsozialismus zeichnen wollen, ist die derzeitige Debatte um das Auswärtige Amt ärgerlich. Immerhin gehören die Mythen, wie sie vom Auswärtigen Amt verbreitet wurden, bis heute zum Standardrepertoire der extremen Rechten. Daher verwundert es nicht, dass die “Junge Freiheit” die Ergebnisse der jüngsten Studie zum Thema als “wohlfeil” abwertet und versucht, Ernst von Weizsäcker und dessen Rolle im Nationalsozialismus reinzuwaschen.

Von Patrick Gensing

Thomas Mann in Berlin - Auf der Durchreise nach Stockholm 1929 ist Thomas Mann in Berlin eingetroffen und hat im Hotel Adlon Wohnung genommen. Quelle: Deutsches Bundesarchiv (German Federal Archive), Bild 183-H27031

Thomas Mann in Berlin - Auf der Durchreise nach Stockholm 1929 ist Thomas Mann in Berlin eingetroffen und hat im Hotel Adlon Wohnung genommen. Quelle: Deutsches Bundesarchiv (German Federal Archive), Bild 183-H27031

Dazu behauptet JF-Autor Thorsten Hinz zunächst, “Ernst von Weizsäckers unbedingter Wille, den Frieden zu retten”, sei “unbestreitbar”. Um diesen “Frieden” zu erreichen, musste man in der NS-Hierarchie möglichst weit oben stehen, so die Konstruktion in der JF, und daher habe von Weizsäcker “nach einer einflußreichen Position streben” müssen, “was wiederum seine Befürwortung der Ausbürgerung Thomas Manns erklärt”. Wo gehobelt wird, da fallen Späne. Zudem hatte Mann laut JF offenbar ohnehin selbst schuld, hatte er es doch dummerweise gewagt, im Gegensatz zum weitsichtigen von Weizsäcker, Anfang 1936 in einem langen Leserbrief an die Neue Zürcher Zeitung den NS-Staat als Hort des „Schlechten“ und des „blinden Pöbelhasses“ zu bezeichnen. Damit habe  Mann das Regime “ausdrücklich zu seiner Ausbürgerung und damit zur Selbstkompromittierung aufgefordert”, meint die JF.

Zudem brachte Mann auch noch den armen von Weizsäcker bei seinem Masterplan für den “Frieden” in Bedrängnis, daher “konnte Weizsäcker als deutscher Botschafter gar nichts anderes tun”, als der Ausbürgergung zuzustimmen (bzw. die Äußerungen Manns zuvor zu melden, siehe Dokument). “Andernfalls hätte er sich dem Vorwurf ausgesetzt, nachsichtig gegenüber offenen Feinden des Deutschen Reiches zu sein.”

Der Historiker Norbert Frei erklärte in der Zeit, das Auswärtige Amt habe sich jahrzehntelang auf eine Legende berufen, die aus der unmittelbaren Nachkriegszeit stamme.

“Ihr Tenor: Die Diplomaten haben stets versucht, die schlimmsten Entwicklungen zu verhindern, sie haben sich herausgehalten aus allen NS-Verbrechen, ja ihr Amt sei eine Bastion des Widerstandes gewesen.”

An diese Legende klammert sich die JF weiter, obwohl Frei übereinstimmend mit zahlreichen anderen angesehenen Wissenschaftlern betont, das Auswärtige Amt sei “Teil dieser monströsen Diktatur” gewesen, es habe seine Aufgaben erfüllt. Zudem antwortete Frei auf die Frage, ob sich das Amt mit dem Regime identifiziert habe: “Vielen galt der neue Kurs als richtiger Kurs. Sie waren einverstanden damit. Typisch erscheint mir hier das Verhalten Ernst von Weizsäckers.” Frei betonte, Weizsäcker

“wollte nicht den »großen Krieg«, und in der Krise 1938 hat er mehrfach seinen Rücktritt angeboten. Aber er teilte die Abneigungen seiner Zeit, zum Beispiel gegen die »Ostjuden«. In seinen Kreisen glaubten viele, es gäbe tatsächlich so etwas wie ein »Judenproblem«. Da war er schon bis zu einem bestimmten Grad bereit, die Politik des Regimes zu vertreten. Oder nehmen Sie seine Position gegenüber Emigranten, sein Verhalten gegenüber Thomas Mann.”

Welches Mann erzwungen hat – wie die JF der Öffentlichkeit im Jahr 2010 weiß machen will. Das Blatt unterstellt Mann zudem eine “Gesinnungsethik”, die Weizsäckers “Verantwortungsethik” blockiert und “die Möglichkeit, für die Erhaltung des Friedens zu wirken”, beendet hätte. Nicht  nur von den Nazis war Weizsäcker also gezwungen, möglichst schnell Karriere im NS-Staat zu machen, um den “Frieden” zu sichern (was ja auch eindrücklich gelang…) – nein, auch die Gegner der Nazis waren so dumm, NS-Deutschland zu kritisieren – und verantworteten damit “solche tragischen Verknüpfungen”, die von Weizsäcker ausbaden durfte. Einfach bemitleidenswert.

Lesetipp: Das Auswärtige Amt und der Holocaust

Wahrscheinlich war Mann auch daran mitschuldig, dass von Weizsäcker nicht den Überfall auf die Sowjetunion verhindern konnte – und somit trägt der Dichter dieser Logik zufolge eine Mitschuld an vielen Millionen Toten. Bei so viel Opfermythos kann einem wirklich nur noch schlecht werden.

Brief Ernst von Weizsäckers vom 6. Mai 1936 mit der Anregung der Ausbürgerung Thomas Manns (Foto des Politischen Archivs des Auswärtigen Amtes zur Veröffentlichung freigegeben)

Brief Ernst von Weizsäckers vom 6. Mai 1936 mit der Anregung der Ausbürgerung Thomas Manns (Foto des Politischen Archivs des Auswärtigen Amtes zur Veröffentlichung freigegeben)

Um es zusammenzufassen: Der Nobelpreisträger Thomas Mann hatte nach Ansicht der JF mit seiner “Gesinnungsethik”, nämlich offener Kritik an NS-Deutschland, die “Verantwortungsethik” von Weizsäckers herausgefordert – und damit den SS-Ehrenführer mit dem Rang eines SS-Brigadeführers im Persönlichen Stab des Reichsführers SS, Staatssekretär des Auswärtigen Amtes sowie später wegen Deportationen französischer Juden nach Auschwitz als Kriegsverbrecher verurteilten Diplomaten ganz schön in Bedrängnis gebracht. Der konnte gar nicht anders, als die Ausbürgerung zu “empfehlen”.

Rettung in Auschwitz?

Genauso, wie er angeblich nur den Schutz von deportierten Juden im Sinn hatte, als er Deportationsbefehle für französische Juden in das Konzentrationslager Auschwitz abgezeichnet hatte. Vor Gericht verteidigte er sich laut Wikipedia mit dem Argument, die in Frage kommenden Juden seien schon interniert und in Gefahr gewesen. Man hätte sehr leicht zu dem Schluss kommen können, dass sie bei der Deportation nach dem Osten weniger Gefahr laufen würden als an ihrem jetzigen Aufenthaltsort; zu jener Zeit habe der Name Auschwitz für niemanden etwas Besonderes bedeutet. Die Richter bezweifelten jedoch diese Darstellung. […] 1950 veröffentlichte er seine im Gefängnis verfassten Erinnerungen, in denen er seine Rolle während der NS-Zeit zu rechtfertigen suchte und seine Verdienste als Mann des Widerstands hervorhob. Und dieser Mythos wird in einigen Kreisen, beispielsweise bei der JF, weiterhin gepflegt. Auch im 21. Jahrhundert.

Noch deutlicher wird dies einmal mehr in der Kommentarspalte der JF, wo einmal mehr Klartext geschrieben wird. Nur wenige geben Widerworte. Beispielsweise P.H., der das Ganze so kommentiert:

So kennt man die JF-Berichterstattung zu Geschichtsthemen. Ein paar Allgemeinplätze, ein paar dunkle Andeutungen, Kritik an den anderen Medien und generell an jedem, der nicht im Schlußstrich-Zug mitfährt. Am Ende noch ein sonderbarer Exkurs darüber, warum es für Ernst von Weizsäcker zur Erhaltung des Weltfriedens unerläßlich war, Manns absolut korrekte Einschätzung des NS-Staates – mit einer Ausbürgerung zu beantworten. Und dann über “Niveauverlust” bei der FAZ klagen. Unterirdisch.

Siehe auch: SZ druckt JF-Anzeigen – Leserbrief dazu aber nicht, Die gewonnene Ehre des Revisionisten Konrad Löw, Bundestag wählt “Irren” in Vertreibungsstiftungsrat, Tag der Befreiung: Der rechte Opfermythos lebt. Wenn Rechte ihr Recht einfordern, Westerwelle, der Vaterlandsverräter, Junge Freiheit: Für Schultze-Ronhof und gegen die “Shoah-Epidemie”, Gemeinsam gegen die Versöhnung: Extreme Rechte wird ewigvorgestrig

Weitere Informationen

Hintergrund: Bei Wikipedia heißt es zu der Ausbürgerung Manns und seiner Familie (welche in der JF übrigens unerwähnt bleibt, um die Sache nicht unnötig zu verkomplizieren):

Der Entschluss, Deutschland den Rücken zu kehren, fiel den Manns nicht leicht, da sie ihr Sachvermögen zurücklassen mussten. Nur ein Teil davon konnte später auf Umwegen in die Schweiz geschafft werden. Zu finanziellen Engpässen kam es jedoch nicht, da sie rechtzeitig einen erheblichen Teil des Stockholmer Preisgeldes und auch Bargeld aus Deutschland in die Schweiz transferieren konnten.

Thomas Manns Verleger hatte ihn inständig gebeten, die Deutschen in dieser schweren Stunde nicht alleinzulassen, und sich bereit erklärt, seine Neuerscheinungen auch weiterhin zu veröffentlichen.

Ernst von Weizsäcker meldet Thomas Manns “höhnische Bemerkungen” über deutsche Behörden und äußert „keine Bedenken“ mehr gegen seine Ausbürgerung

Die erste Station des Exils war Sanary-sur-Mer in Frankreich. Thomas Mann stand hier eine depressive Erkrankung durch, ausgelöst durch die Entwurzelung. Letztlich zogen die Manns aber in die Schweiz und wohnten in Küsnacht in der Nähe von Zürich. Die Bewegungsfreiheit des Dichters verringerte sich, da sein deutscher Pass ablief und die Nazis dessen Verlängerung von Manns persönlichem Erscheinen in München abhängig machten. Dort wartete bereits ein „Schutzhaftbefehl“ auf ihn. Das Ausbürgerungsverfahren, von dem ab August 1933 emigrierte Prominente betroffen waren, wurde in seinem Fall zunächst ausgesetzt. Allerdings nutzten die Finanzbehörden die Gelegenheit, um in München sein Haus einschließlich Inventar zu beschlagnahmen. Sie beriefen sich auf Verlagsverträge, aus denen sich angeblich eine erhebliche Steuerschuld des Dichters aus den Jahren 1929–1930 ergab.

1934 und 1935 reisten die Manns die ersten beiden Male in die Vereinigten Staaten. Die US-Amerikaner waren an dem prominenten Schriftsteller interessiert und gewährten ihm ohne gültigen Pass die Einreise. Seinen sechzigsten Geburtstag beging Thomas Mann in Küsnacht, er wurde von den Schweizern überwältigend gefeiert. Am 19. November 1936 wurde ihm auf seinen Antrag hin im tschechischen Konsulat die tschechoslowakische Staatsbürgerschaft verliehen. Im Tagebuch vermerkt er dazu knapp: „Sonderbares Ereignis.“ Wenige Wochen später wurde ihm – gleichzeitig mit seiner Frau Katia und den Kindern Golo, Elisabeth und Michael – die deutsche Staatsbürgerschaft aberkannt. Das Ausbürgerungsverfahren wurde nach den Erkenntnissen einer Unabhängigen Historikerkommission durch die Stellungnahme des damaligen Gesandten Ernst von Weizsäcker begünstigt, der sich im Mai 1936 in einem Brief aus Bern dafür ausgesprochen hatte, weil Thomas Mann neben „höhnischen Bemerkungen” sogar „feindselige Propaganda gegen das Reich im Ausland“ betrieben habe.[6] Zugleich entzogen die Nazis Mann die Ehrendoktorwürde, die ihm 1919 von der Universität Bonn verliehen worden war und in die er am 13. Dezember 1946 wieder eingesetzt wurde. […]

Die endgültige Übersiedlung Thomas Manns und seiner Familie in die USA fiel zeitlich mit dem Berchtesgadener Abkommen zusammen, das zum Anschluss Österreichs an Deutschland führen sollte. Bei der Ankunft in New York am 21. Februar 1938 baten ihn Reporter daher um eine Stellungnahme zu jener Entwicklung und fragten ihn, ob er das Exil als eine schwere Last empfinde. Seine Antwort wurde am nächsten Tag in der New York Times abgedruckt:

“It is hard to bear. But what makes it easier is the realization of the poisoned atmosphere in Germany. That makes it easier because it’s actually no loss. Where I am, there is Germany. I carry my German culture in me. I have contact with the world and I do not consider myself fallen.”

„Es ist schwer zu ertragen. Aber was es leichter macht, ist die Vergegenwärtigung der vergifteten Atmosphäre, die in Deutschland herrscht. Das macht es leichter, weil man in Wirklichkeit nichts verliert. Wo ich bin, ist Deutschland. Ich trage meine deutsche Kultur in mir. Ich lebe im Kontakt mit der Welt und ich betrachte mich selbst nicht als gefallenen Menschen.“

9 Comments

  1. neuer Leser

    Freut mich, Herr Gensing, dass Sie so schnell auf Hinz’ Artikel zum Buch über das AA reagiert haben.
    Die JF hat sich aber auch viel Zeit mit ihrer “Replik” auf das Ergebnis der Historiker-Kommission gelassen.

    Dennoch kommt dabei nur Altbekanntes heraus: Alles, was auf die verbrecherische Vergangenheit Deutschlands hinweißt, ist “Gefälligkeitsschreibe”. Damit ist der nicht JF-Hörige Leser bei der JF dort gelandet, wo er bei diesem Thema immer landet: nämlich am Anfang, der gleichzeitig auch das inhaltliche Ende dieses Themas markiert. Also sehr wenig und sich ständig selbst wiederholend.

    Hinz einzige(!) “inhaltliche Kritik” – falls dieses Wort überhaupt angebracht ist – zum Buch, namentlich sein Bezug auf das Wort “Endlösung” und dessen früher Inhalt, spricht nicht von seiner Kenntnis der Thematik, und auch davon, dass er das Buch kaum gelesen hat.

    Dass Hinz aber bei der Ausbürgerung von Thomas Mann die Schuld beim Dichter selbst sieht, ist an Zynismus nicht zu überbieten. Wären die Manns in NS-Deutschland geblieben, wären sie über Kurz oder Lang wie so viele Regimegegner in einem KZ verschwunden. Und nach Hinz’ Ansicht hätte Thomas Mann im erzwungenen Exil vermutlich die Schnauze halten und nicht das verbrecherische Regime im Reich nicht kritisieren sollen. Damit entlarvt sich Hinz als potenzieller Mitläufer von Verbrechern, die keinen Widerspruch dulden. Bravo!

    Die JF macht wieder deutlich, dass sie unter der “Ehrerrettung” Deutschlands eine hochgefährliche Geschichtsumdeutung versteht, die in maßloser Selbstüberschätzung die jahrelangen Forschungsergebnisse von reniomierten Historikern diskreditiert.
    Die dumpfen und selbstgerechten JF-Jünger werden das wieder einmal für “mutig” und “intellektuell” halten.

  2. Lieber Neuer Leser,
    die schnelle Reaktion war Zufall. Allerdings hatte ich mich schon gefragt, was die JF zu der Studie schreiben würde. Der Artikel war dann armseliger als erwartet. Dabei habe ich keine großen Erwartungen an dieses Blatt.
    Die Täter-Opfer-Umkehr im Fall der Ausbürgerung Manns ist bemerkenswert perfide, fast schon mutig, denn es gehört Mut zur öffentlichen Blamage.
    Viele Grüße
    Patrick Gensing

  3. Vielleicht hätte Hinz einmal die Familienbriefe der Mann`s lesen sollen, dann hätte er begriffen (aber nur mutmaßlich), wie schwer es gerade Thomas Mann gefallen ist, Deutschland überhaupt zu verlassen und wie sehr die Nazis um “ihren” Nobelpreisträger gebuhlt haben …
    Aber “JF”-Autoren haben eben so ihre Schwierigkeiten. *lol*

  4. Icke

    Die Junge Freiheit als rechtsradikal zu bezeichnen , bedarf schon einer gewissen verbortheit. Ist das Neue Deutschland dann Linksradikal ?

    Artikel 19 Menschenrechte

    Jeder hat das Recht auf Meinungsfreiheit und freie Meinungsäußerung; dieses Recht schließt die Freiheit ein, Meinungen ungehindert anzuhängen sowie über Medien jeder Art und ohne Rücksicht auf Grenzen Informationen und Gedankengut zu suchen, zu empfangen und zu verbreiten.

    MfG

    Lieber Icke,
    die Klassifizierung erscheint mir absolut zutreffend, welche schlagen Sie denn vor? Das ND? Linksdogmatisch würde ich sagen, meinetwegen auch linksradikal.
    Und was hat das mit dem Recht auf Meinungsfreiheit zu tun?
    Grüße
    Patrick Gensing

  5. WW

    Icke, wenn die Junge Freiheit nicht mehr vom Verfassungsschutz beobachtet werden darf, dann kann sie auch nicht rechtsradikal sein, oder wie?
    Tatsache ist doch, dass man im selben Sinn wie typische Rechtsradikale argumentiert und eine ebenso typische Täter-Opfer-Umkehr betreibt. Oben sehen wir ein Paradebeispiel dazu: Der NS-Täter hat alles richtig gemacht oder war nur ein Opfer der Umstände. Das Opfer ist der Böse und hat sich falsch verhalten.

    Was diese Diskussion mit Meinungsfreiheit zu tun hat, ist mir unklar. Niemand hat der Zeitung verboten, diesen Artikel zu veröffentlichen. Aber auch das ist typisch rechtsextreme Argumentation: Kritik an der eigenen Position wird immer als angeblich fehlende Meinungsfreiheit umgedeutet. Mit diesem Totschlagargument soll der Kritiker auf unsachlicher Ebene diskreditiert werden, damit man sich nicht inhaltlich mit ihm auseinandersetzen muss. Wie billig.

  6. WW

    Nebenbei erinnert mich die Darstellung der Jungen Freiheit an den “Widerstand” (laut Günther Oettinger) von Todesrichter Filbinger. Es ist bizarr, welche argumentativen Bögen man schlägt, um Nazi-Täter moralisch zu entlasten. Das Wort “Verantwortungsethik” ist Oettinger aber damals noch nicht eingefallen. Möglicherweise das kommende Modewort der Szene, wenn es um Geschichtsbeugung geht.

  7. ego

    @Icke: Was so einige, ähem, “Rechtsdogmatiker” immer vergessen, ist, dass wer 19 sagt zuvor auch 18 sagen muss:

    Artikel 18
    Wer die Freiheit der Meinungsäußerung, insbesondere die Pressefreiheit (Artikel 5 Absatz 1), die Lehrfreiheit (Artikel 5 Absatz 3), die Versammlungsfreiheit (Artikel 8), die Vereinigungsfreiheit (Artikel 9), das Brief-, Post- und Fernmeldegeheimnis (Artikel 10), das Eigentum (Artikel 14) oder das Asylrecht (Artikel 16a) zum Kampfe gegen die freiheitliche demokratische Grundordnung mißbraucht, verwirkt diese Grundrechte. Die Verwirkung und ihr Ausmaß werden durch das Bundesverfassungsgericht ausgesprochen.

    Nun ist die JF sicher nicht doof genug, offen gegen den Staat zu hetzen (auch die DNZ arbeitet dann schließlich mit Fragezeichen), die behandelten Verschwörungstheorien und Geschichtsfälschungen zeigen die Richtung aber doch sehr deutlich an.

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