Neonazi Thomas Brehl verstorben

Der rechtsextreme Publizist Thomas Brehl ist tot. Wie der Neonazi Axel Reitz mitteilte, sei der “unermüdliche Vorkämpfer für ein nationales und sozialistisches Deutschland” am 31. Dezember 2010 von Bekannten tot in seiner Wohnung im hessischen Langen aufgefunden worden. Brehl wäre demnach am 1. Januar 2011 54 Jahre alt geworden. Den Angaben zufolge litt Brehl an einer Krankheit, die seine Gesundheit stark belastete aber nicht als lebensbedrohlich angesehen wurde. “Allem Anschein nach kostete ihn diese Infektion nun doch das Leben. Nähere Informationen über die Todesursache liegen zur Stunde allerdings noch nicht vor”, schreibt Reitz weiter.

In seinem Nachruf schreibt Reitz, Brehl

Mitteilung von Axel Reitz über den Tod von Thomas Brehl (Screenshot)
Mitteilung von Axel Reitz über den Tod von Thomas Brehl (Screenshot)

gehörte zu der kleinen Handvoll von Deutschen, die sich zu einer Zeit für eine völkische Erneuerung im Geiste eines nationalen Sozialismus einsetzen als das übrige Deutschland noch damit beschäftigt war, die heute zusehends verfaulenden Früchte des wirtschaftlichen Wohlstandes der Nachkriegszeit zu ernten. An der Seite des heute noch 20 Jahre nach seinem Ableben bekanntesten Deutschen „Rechtsextremisten“ und „Neo-Nazis“ Michael Kühnen half Thomas Brehl an exponierter Stelle dabei eine überschaubare Anzahl von verlachten und verfemten Anhängern einer lange totgeglaubten politischen Richtung zu einer deutschlandweiten Jugendbewegung mit europäischen Kontakten aufzubauen. [...]

Thomas Brehl war bekanntermaßen nicht unumstritten und bösartige Verleumdungen über seine Person und Vita waren ihm nicht fremd. Aber ungeachtet von all dem Schmutz und Dreck, der in den Jahren seiner politischen Tätigkeit nach ihm geworfen wurde, bewahrte er sich stets den Glauben an die Möglichkeit eines Neuanfanges für unser Volk in einem besseren Deutschland. Diesem Ziel diente Thomas als politischer Soldat sein ganzes Leben lang und selbst der niederträchtigste Hetzer wird ihm sein ehrliches Wollen und seine menschliche Geradlinigkeit dabei nicht absprechen können.

Mit Thomas Brehl verliert der Nationale Widerstand viel zu früh einen seiner Besten. Mir persönlich war Thomas seit meinem 14 Lebensjahr ein väterlicher Freund und guter Kamerad, der für mich und viele andere immer da war wenn man ihn brauchte. Damit ist es nun vorbei…

Auf Wikipedia heißt es über Brehl:

Nach dem Abschluss der mittleren Reife 1973 strebte er das Abitur an, musste die Ausbildung jedoch wegen des Todes seines Vaters 1974 abbrechen und bewarb sich beim Bundesgrenzschutz in Fulda. In seiner Autobiographie beschreibt er, wie er noch während seiner Zeit beim BGS „mit einigen anderen Kameraden eine kleine NS-Zelle ins Leben“ rief, mit der in einer „mit Plakaten und Hakenkreuzfahnen geschmückten Privatwohnung“ gefeiert und gelegentlich mit SA- und SS-Uniformen in der Stammdisco einmarschiert wurde. Nach einer weiteren Feier, die in Gewalt eskalierte, wurde er festgenommen und quittierte wenig später den Dienst beim BGS.

Transparent des "Kampfbunds Deutscher Sozialisten" (Quelle: Antifainfo)

Brehl fiel erstmals zu Beginn der 1980er Jahre als Leserbriefschreiber in der Zeitschrift MUT (1981) und den Neonazi-Publikationen Zentralorgan, Hamburger Sturm und Recht und Wahrheit auf. Zur gleichen Zeit gründete der im Umfeld der Wiking-Jugend (WJ) aktive Brehl die Nationale[n] Aktivisten, die sich im Januar 1983 mit der Aktionsfront Nationaler Sozialisten des damals führenden deutschen Neonazis Michael Kühnen zur Aktionsfront Nationaler Sozialisten/Nationale Aktivisten (ANS/NA) zusammenschlossen. Brehl wurde Bereichsleiter Süd.

1984 schloss Brehl in Tann zusammen mit dem „Führer“ der WJ, Wolfgang Nahrath, ein Bündnis. Außerdem war Brehl maßgeblich beteiligt am 1984 von ihm mitbegründeten Komitee zur Vorbereitung der Feierlichkeiten zum 100. Geburtstag Adolf Hitlers (KAH) und leitete die „Wehrsportgruppe Fulda“. Nach dem Verbot der ANS/NA 1983 gründeten Brehl, Kühnen und Christian Worch die Nachfolgeorganisationen Gesinnungsgemeinschaft der Neuen Front (GdNF).

Nach der Verurteilung des österreichischen Neonazis Gottfried Küssel im September 1993 zu zehn Jahren Haft wegen NS-Wiederbetätigung gründete Brehl zusammen mit Frank Hübner eine „Nationale Initiative Freiheit für Gottfried Küssel“. 1996 forderte er in der Neonazi-Zeitschrift Freie Stimme zur Solidarität mit dem inhaftierten „Chef“ der NSDAP-Aufbauorganisation, Gary Lauck, auf.

1999 gründete Brehl zusammen mit weiteren Neonazis den rechtsextremen Kampfbund Deutscher Sozialisten (KDS). Brehl wurde Kopf der „Organisationsleitung“ und gab sich selbst die Bezeichnung „Stabschef“. Sein Domizil in Langen bezeichnete er als „Hauptgefechtsstand“.

Am 27. April 2002 beteiligte sich Brehl an einer Delegation des KDS, die anlässlich des Geburtstages von Saddam Hussein die irakische Botschaft in Berlin besuchte. In der Folgezeit gehörte der Neonazi mehrfach zu persönlich geladenen Gästen des irakischen Botschafters Shamil A. Mohammed.

2004 zeigte Brehl wie die übrige KDS-Spitze Annäherungsbemühungen an die NPD, obwohl er noch 2003 in der rechtsextremen Zeitschrift Recht und Wahrheit deutlich gegen die Partei Stellung genommen hatte. Den Eintritt des KDSlers Norman Bordin begrüßte er im Oktober 2004 ausdrücklich.[1]

Bei einer Versammlung des KDS am 4. Februar 2006 in Leverkusen verließ Brehl die Organisationsleitung auf eigenen Wunsch. Nachfolger wurde der Neonazi Thomas Gerlach.

Brehl wurde 1992 von der Staatsschutzkammer des Landgerichts Frankfurt wegen der Gründung einer verbotenen Organisation zu einem Jahr Haft mit Bewährung verurteilt.

In den einschlägigen Neonazi-Foren wird derweil umgehend spekuliert, Brehl sei ermordet worden. “Einen Tag vor seinem 54. Geburtstag? Das ist schon seltsam.”, meint Edelweiß. Was daran seltsam sein soll, wird allerdings nicht verraten. Auch griegram hat schlechte Laune und unkt: “die BRD [ist] aber beim verdächtigen Ableben unliebsamer Dissidenten ein Aufstigeskandidat”. Und “Wahrheit JETZT” meint, es sei “schon seltsam, dass so viele führende Köpfe des nationalen Lagers und Widerständler urplötzlich und lange vor ihrer Zeit den Planeten zumindest in physischer Form verlassen.”

Siehe auch: Auflösung des KDS – dürftige Bilanz

6 Kommentare

  1. WW schreibt:

    2. Januar 2011 at 03:26

    Man kann sich auf zwei Dinge stets wiederkehrend freuen:

    1) Bei jedem toten Nazi gibt es eine “Verschwörung” von BRD, Juden oder Kommunisten – oder jüdischen Kommunisten in der BRD.

    2) Bei jeder Wahl gibt es eine “Wahlfälschung” zu Lasten der NPD.

    Ich hoffe, die kommenden Theorien zu diesem Fall werden reichlich kompliziert gesponnen, das steigert den Unterhaltungswert nachhaltig.

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