Ex-NPD-Bundesvorstand als Journalist in Österreich aktiv

Ein bekannter Neonazi hat versucht, als Journalist in Österreich Fuß zu fassen. Der aus Kärnten stammende Andreas Thierry war einer der Chefideologen der Rechtsextremen in Deutschland und schrieb unter einem Pseudonym. Andreas Reichl nannte sich laut ORF der Journalist, der Anfang August bei der Illustrierten “Wels im Bild” zu arbeiten und schreiben begann. Als Chef vom Dienst nahm er demnach dort eine leitende Funktion ein. Doch hinter diesem Pseudonym steckte in Wirklichkeit Andreas Thierry.

Dieser Name lasse bei den Verfassungsschützern und dem Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes die Alarmglocken schrillen, berichtet der ORF weiter. Laut Dokumentationsarchiv ist der 41-jährige Kärntner einer der führenden Köpfe der Rechtsextremenszene in Österreich und Deutschland.

Bundesvorstand der NPD

Bis vergangenen September saß Thierry im Bundesvorstand der NPD, dann trat er laut ORF aus. Bereits 1995 war er demnach in Österreich wegen NS-Wiederbetätigung verurteilt worden. Dass hinter dem Welser Journalisten Andreas Reichl Andreas Thierry steckte, erfuhr der ORF schließlich durch einen Hinweis von Beobachtern der rechten Szene. Seine Identität bestätigte Helmut Moser, der Chef der Moser Medien Gruppe Austria, die neben “Wels im Bild” weitere Magazine herausgibt, auf Anfrage.

Moser bestätigte dem ORF auch, dass ihm die wahre Identität Thierrys bekannt sei. Mit 1. August habe er den Rechtsextremen angestellt, so Moser, auch weil er ihm “eine zweite Chance geben wollte”. Thierry habe ihm das Versprechen gegeben, sich nicht politisch zu engagieren und keine politischen Artikel zu schreiben.

Von seiner einschlägig rechtsextremen Vergangenenheit in Deutschland und der Verurteilung wegen NS-Wiederbetätigung habe er nichts gewusst, verteidigte sich Moser. Und er habe jetzt nach Bekanntwerden sofort die Konsequenzen gezogen. Das Dienstverhältnis wurde aufgelöst, und er habe sofort seinen Schreibtisch geräumt, so Moser. Artikel von Thierry, alias Reichl, werden nicht erscheinen.

“Wels in Bild” beklagt “Hexenjagd”

In einem Kommentar schreibt Helmut Hoffmann bei “Wels in Bild“, man habe dort nicht gewusst, dass Thierry bei der “rechtsgerichteten” NPD aktiv gewesen sei. Thierry habe “als Lektor für die „Wels im Bild“ (sowohl Zeitung als auch Online-Magazin) gearbeitet und wenn jemanden aufgefallen ist, dass da die Zahl der Tippfehler in letzter Zeit reduziert wurde, dann ist das sein Verdienst”, lobt Hoffmann. Zudem beklagte er eine Art mediale “Hexenjagd”.

Siehe auch: Die neue NPD-Spitze: eine saubere Mannschaft, Der Rechte Rand in Österreich: Enge Verflechtung mit der NPD

Ein Kommentar

  1. schreibt:

    9. September 2011 at 23:02

    Herr Moser und Herr Hoffmann werden wohl auch nicht recht gewußt haben, dass Thierry an der Brust des SS-Mannes Schweiger gesäugt und hochgepeppelt wurde, ein fetter Freund des “Rassen”-Rieger war und maßgeblich mit dem Kameradschafts-Fascho L. Käppler das durch- und durch “rassisch-völkische” Profil der NS-Postille “Volk in Bewegung” geprägt hat…

    http://de.wikipedia.org/wiki/Andreas_Thierry
    http://de.wikipedia.org/wiki/Lars_K%C3%A4ppler (inzwischen leitet wohl der NPD-Fuzzie Wuttke den Laden, der augenscheinlich von BaWü nach Thüringen “umziehen” musste oder wollte).

    Glauben die Medien-Herren in “Austerlitzsch” allen Ernstes daran, dass ein Thierry Anderes schreiben könne als Jenes, was er immer geschrieben hat..!? – Unter anderem mit und für jenem/s Klientel: http://www.levensboom.de/contents/de/d34.html

    Die sollen da mal schnell “heim` ins Reich” kehren … vielleicht entkommen sie ja dann der “Hexenjagd” dort in Österreich!? ;)

    p.s. Wenigstens kommt nicht noch “Die Aula” in`s Spiel… *g*

Kommentarfunktion geschlossen.