12 Kommentare

  1. schauerfeld

    Diese Lageruniform-Kostümierung läßt einen fassungslos zurück. Was habt Ihr Euch bloß dabei gedacht?!
    Und was hat es mit diesem kryptischen Transparent auf sich? Um WEN trauert Ihr? Um den Hitlerjungen Quex??

    Aus meiner Sicht schrammt die Aussage dieser Gegendemonstranten nur haarscharf an einer Beleidigung der Nazi-Opfer vorbei.

  2. an schauerfeld

    an schauerfeld: das kommt in diesem beitrag nicht heraus, aber das foto von demonstranten in kz-kleidung stammt aus der gruppe der gegendemonstranten, siehe das von leser oben verlinkte SPON-Video (die bei SPON könnten echt mal damit anfangen, das veröffentlichungsdatum ihrer videos anzugeben, wie sieht das denn aus…)

  3. nochmal an schauerfeld

    (nach drittem durchlesen) – schauerfeld hat offenbar doch nichts verwechselt, aber dann schauerfeld, erkläre doch mal deine sorgen/deine frage genauer. was genau erscheint an der kz-verkleidung fragwürdig? seit wann ist holocaustleugnung in der rechten szene nicht mehr aktuell? seit wann ist schon die organisation eines “trauermarsches” nicht bestandteil genau dieser? (sie kann mit schwerpunkt auf holocaustverdrängung oder holocaustleugnung erfolgen, aber sie ist bestandteil derselben einstellung). schauerfeld – könntest du deine bedenken genauer erkläutern?

  4. schauerfeld

    @ bitte-nicht-nochmal-an-schauerfeld

    Wie dickfellig muß man sein, daß es einem beim Anblick von Enkeln der Täter, die in KZ-Uniform demonstrieren gehen, nicht die Nackenhaare hoch stellt?
    Was hat ein Begriff wie Trauer auf einer Demo verloren, die sich gegen die Spießgesellen von Killer-Nazis richten will? Und wenn schon Trauer – sollte sie dann nicht wenigstens deren Opfern gelten?
    Ich wüßte nicht, was es da noch zu erläutern gäbe.
    Falls doch, schließe ich mich der Leseempfehlung von publikative.org an:
    lizaswelt.net/2012/01/16/karneval-der-empoerten/
    Und zur Einordnug, in welcher historischen Tradition die “Trauer” um Jungnazis steht:
    http://de.wikipedia.org/wiki/Hitlerjunge_Quex#Handlung

  5. … „Und zur Einordnung, in welcher historischen Tradition die “Trauer” um Jungnazis steht“ (und folgend der Link bzgl. „Hitlerjunge Quex).

    @schauerfeld. Ich denke, dass du ziemlich weit über das Ziel hinaus schießt, denn ich wüsste – bei aller eventuellen Naivität der derartig Protestierenden – nicht, dass diese (die Protestierenden) einer „Trauer um Jungnazis“ Ausdruck verliehen hätten, so wie du es (unter einem Verweis auf den benannten Film) kolportierst. Du empfiehlst – zur Untermauerung deiner „These“ – „Lizas Welt“, die sich ihrerseits an dem Aufruf http://blockierenmagdeburg.blogsport.de/aufruf/ reiben, der ihnen offenbar nicht „antiimperialistisch“ genug war, speziell in Magdeburg, das für „Lizas Welt“ an diesem Tag zur „Hochburg der Vereinigung von west- und ostdeutschem Antiimperialismus“ wurde. Merkst du nicht, dass – abgesehen von deinem beinahe impertinenten „Rückschluss“ auf eine offenbar unlautere Motivation im vorgeblichen NS-„Geist“ – diese Art der Argumentation bzw. Sichtweise seitens “Lizas Welt” genauso verallgemeinernd sein könnte, wie das von dir gemutmaßte Wischi-Waschi hinter dem Slogan „FÜR DAS ERINNERN – Wir trauern um jeden Menschen, den wir an den Faschismus verlieren“? –

    Wie dem auch sei: den Demonstrierenden (offenbar in erster Reihe GEGEN den NS-Aufmarsch und in KZ-”Kleidung”) wurde nicht etwa durch die deutsche Polizei mit einer Strafanzeige gedroht, weil sie als Demonstrierende in der „Tradition der Trauer um Jungnazis“, wie dem Hitlerjungen Quex, gestanden hätten oder stünden. – Also überlege dir vorher, wer deiner Ansicht nach nicht in den Kontext „wahrer Antiimperialisten“ passt…

    Und hinsichtlich der KZ-”Kleidung” sei dir gesagt, dass u.A. in Bergen-Belsen die Opfer nicht einmal mehr ihre “Uniform” für den industriellen Tod durch die Nazis bekamen… insofern ist es müßig, sich hinsichtlich des Holocaust über “die Uniformierung” der Opfer bzw. über ein Gedenken in jener “Kleidung” zu streiten.

  6. in den 1970ern und 1980ern war es durchaus üblich, das Überlebende auf antifaschistischen Demonstrationen in Häftlingskleidung – häufig an der Spitze des Zuges – demonstrierten, allein aus Achtung gegenüber diesen Menschen, welche heute leider zumeist nicht mehr leben, sollten derartige Aktionen von Nachgeboren unterbleiben

  7. leider nochmal an schauerfeld

    wie dickfellig muss man sein, um leuten, die sich bei kaltem wetter und anderen drängenden problemen wie dem studijob- oder studipraktikanten-chef, der ungeduldig mit den fingern auf den tisch trommelt, selbigen trommeln läßt und trotz allem die zeit findet, auf eine gegendemonstration sich auf den weg zu machen, und dann -ganu diesen leuten- vorzuwerfen, dass hierzulande leider nicht mehr so viele “originale” nachkommen der echten damals betroffenen teilnehmen können?

  8. eine beteiligte

    Also ehrlich gesagt sträuben sich mir hier die Nackenhaare, beim Kommentarlesen!
    Da wird gerätselt, philosophiert und alles in “die” eine bestimmte Ecke gedrängt.

    Wir, die wir die Aktion initiiert und umgesetzt haben, haben so eine Symbolik, die deutschlandweit Wellen geschlagen hat, ja nicht aus der hohlen Hand heraus getan.
    Um uns eben genau von makaberem Instrumentalisieren abzugrenzen, sind wir unter dem Konsens stumm und gewaltfrei mit eben jenem aussagekräftigem Transpi, aufgetreten. Die Nazis in Magdeburg marschieren alljährlich unter dem Motto “Gegen das Vergessen”. Das wir es tatsächlich mit unser Replik “Für das Erinnern” geschafft haben, ihnen einen Kilometer auf ihrer eigenen Route entgegen gehen zu können – während sie stehen – haben wir so nicht erwartet.
    Unser konkretes Anliegen war es, es auf die Route zu schaffen, um kostümiert und aneinander gekettet ein symbolträchtiges Bild abzugeben, das aussagt, Geschichte kann sich wiederholen und noch immer gibt es Menschen, die revisionistisch und falsch Geschichte darstellen! Und das lautstark und deutschlandweit in zunehmender Zahl.

    Und genau das haben wir im Vorfeld sogar mit Menschen jüdischen Hintergrundes abgestimmt. Abgestimmt mit Nachfolgerinnen von KZ-Überlebenden, die in Gänze hinter unserer Aktion und unserem gelungenem Versuch stehen, in ebenjener Stadt, in der alljährlich hunderte Nazis traurig, gesittet und umrahmt von Wagner-Musik, durchlatschen. Und das sind eben auch Menschen, die sich im Nachgang in der regionalen Presse hinter uns gestellt haben.

    In jeder Medienmeldung im Vorfeld, im Nachgang und auch in jedem Interview haben wir herausgestellt, dass wir keine Opfer-Perspektive einnehmen und nicht nachstellen, was Menschen im KZ damals empfunden haben.

    Die Presse dazu ist bis auf Blogs und die ein oder andere orthodox-israelisch oder amerikanische Zeitung positiv und hebt insbesondere das gewaltfreie, stumme Entgegnen hervor.

    Teilweise leider, werden wir aber auch als Enkel von Tätern bezeichnet, als Menschen, die die Opfer verharmlosen oder auch Geschichte instrumentalisieren. (Wobei mensch sich hier fragen sollte, was instrumentalisieren ist/ nämlich nicht, wenn Themen im richtigen Zusammenhang eingebracht werden).

    Zusammengefasst, stehen wir dazu, eine kreative Aktionsform gewählt zu haben, bei der uns von Beginn an durchaus klar war, was mögliche Meinungen sein können und haben uns daher mit “Betroffenen” im Vorfeld abgestimmt.

    Insgesamt aber freuen wir uns, dass die Aktion in dem Maße erfolgreich war, dass sie nicht nur am Tag selbst sondern auch bis heute in vieler Munde ist und medial die Bilder selbst nach fünf Tagen noch als Aufhänger dienen.

    Seit Samstag auch werden wir angefragt, wer wir sind. Für die Aktion waren und sind wir BürgerInnen Magdeburgs, also Einzelpersonen. Und diese Gruppenlosigkeit und Kreativität erhalten wir aufrecht. Die Aktion selbst werden wir nicht wiederholen, sondern lassen dieses eindrucksvolle und aussagekräftige Bild für sich stehen. Und lassen es stehen auch als Antwort auf den wiederkehrenden Naziaufmarsch in Magdeburg und natürlich auch, als das was es war: ein symbolträchtiges Bild, mit jüdischen Menschen der Stadt als moralische Stütze.
    Wir waren und sind in diesem Zusammenhang BürgerInnen, die für die Anonymität von tausenden KZ-Häftlingen stehen und die mahnen, dass trotz deutscher Geschichte, noch heute Menschen mit rechtsextremem Gedankengut demokratische Möglichkeiten ausnutzen und zu hunderten durch Städte marschieren und mit Propaganda, die bestimmte Personengruppen abwertet, öffentlich marschieren.

    Wir freuen uns über kritische Reflexionen der Aktion (erinnern@gmx.de), wünschen uns aber, dass insbesondere von Personen der “bürgerlichen Mitte” ein wenig nachgedacht und reflektiert wird, was genau an Meinungen kundgetan und ohne Hintergründe nachzulesen verbreitet wird.
    Viele Grüße
    d.

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