Kristina Schröders Kuschelworkshop für Neonazis

Es klingt völlig absurd, widerspricht jeglichen pädagogischen Erfahrungen mit der rechtsextremen Szene und ist doch bittere Realität. In Dortmund sollen 30 militante Neonazis im Rahmen eines Modellprojekts zusammen mit 30 demokratischen Jugendlichen über die Zukunft Dortmunds diskutieren. Das Bundesprogramm „Toleranz fördern – Kompetenz stärken“ von Familienministerin fördert dieses Vorhaben mit rund 300.000 Euro. Ob hierbei Erfolge erzielt werden können, ist mehr als fraglich.

Von Micha Neumann, Störungsmelder

Allein der Titel des Projekts “Dortmund den Dortmundern” lässt auf ein absolutes Wissensdefizit im Bezug auf rechtsextreme Argumentationsmuster schließen. Ist es doch genau das, was die Neonazis seit Jahren fordern: ein “reinrassiges” Dortmund ohne Ausländer, Obdachlose, alternative Jugendliche oder Homosexuelle. Erwartungsgemäß reagierte die Naziszene auf den Titel hoch erfreut und kündigte im Internet sofort ihr Interesse an.

Bundesfamilienministerin Kristina Schröder
Bundesfamilienministerin Kristina Schröder

Die Multilateral Academy Gmbh will die gewaltbereiten Neonazis der Dortmunder “Autonomen Nationalisten” gemeinsam mit demokratischen Jugendlichen über die Zukunft Dortmunds debattieren lassen. Laut der Projektbeschreibung, die seit einiger Zeit auf der Homepages des Bundesprogramm „Toleranz fördern – Kompetenz stärken“ einsehbar ist, soll es dabei um die Frage „Wie soll Dortmunds Zukunft aussehen und wessen Stadt soll es sein?“ gehen. Mit Hilfe einer Zukunftswerkstatt sowie Kreativworkshops soll eine „Brücke zur Gegenüberstellung der Meinungen“ gebaut werden. Das Projekt wird dabei durch das Bundesfamilienministerium mit 300.000 Euro gefördert.

Die antifaschistische Zeitschrift LOTTA beschreibt das Ganze folgendermaßen: „Das Projekt bietet Neonazis eine Bühne, auf der sie sich in Szene setzen können; ihre Inhalte werden als „diskussionswürdig“ geadelt. Ein Blick auf ihre Internetseiten oder das Anhören eines ihrer Redebeiträge würden vollkommen genügen, um zu erkennen, wie sich Neonazis die Dortmunder Gesellschaft wünschen.“ Tatsächlich mutet es seltsam an, das gewaltbereiten Neonazis eine staatlich geförderte Plattform geboten werden soll, um ihre Ideologie zu verbreiten. Gerade in Dortmund versuchen Neonazis immer wieder, durch Einschüchterung und gewalttätige Übergriffe klar zu machen, dass für sie die Frage, wem die Stadt gehört, schon längst beantwortet ist. Es ist daher kein Wunder, dass sich Neonazis über das Projekt begeistert zeigen. Auf einschlägigen Internetseiten ist zu lesen: „Der Titel „Dortmund den Dortmundern“ lässt schon hoffen – vielleicht ist dies bereits eine indirekte Anspielung auf die Überfremdung unserer Stadt, was sicherlich als positiver Schritt seitens der Projektplaner zu bewerten ist.“

Nach Bekanntwerden des Vorhabens wurde jedoch von verschieden Seiten zum Teil heftige Kritik geäußert. Antifaschistische Gruppen sehen es als gefährlich an, mit Neonazis diskutieren zu wollen: „Gerade die Kader der Neonaziszene, die explizit in das Projekt eingebunden werden sollen, werden sich für diese Möglichkeit der öffentlichen Präsentation ihrer rassistischen und antisemitischen Ideologie bedanken.“ heißt es in einem offenen Brief des Dortmunder Antifa Bündnis. Zudem sei es „naiv zu glauben, dass überzeugte und ideologisch gefestigte Neonazis an einem solchen Vorhaben teilnehmen, um ihre Positionen ergebnisoffen zu diskutieren.“ Die mobilen Beratungen gegen Rechtsextremismus in NRW können dem Projekt ebenfalls nur wenig abgewinnen. In einer gemeinsamen Stellungnahme wird kritisiert, dass mit ideologisch gefestigten Neonazis voraussetzungslos gearbeitet wird. Dies würde „der gängigen Praxis von Sozialarbeit mit extrem rechten Jugendlichen“ widersprechen. Die Stadt Dortmund, welche zunächst als Kooperationspartner des Projektes aufgeführt war, sah nach der öffentlichen Kritik offenbar auch keinen Grund mehr für eine Zusammenarbeit. So wurde dem Projektträger schriftlich untersagt, die Stadt weiterhin als Partner zu nennen.

Auch bei der Multilateral Academy Gmbh wurde zwischenzeitlich wieder zurück gerudert. Zwar soll das Projekt weiterhin stattfinden, jedoch mit einer modifizierten Planung. Nur beim Familienministerium zeigt man sich weiterhin unbeeindruckt. Die Fördersumme bleibt bis auf weiteres bestehen. Durch das Bundesprogramm „Toleranz fördern – Kompetenz stärken“, welches zuletzt mit der strittigen „Extremismusklausel“ für große Aufregung sorgte, fließen daher Gelder in ein Projekt, bei dem Nazis ohne Vorbehalte über die Entwicklung „ihrer Stadt“ diskutieren dürfen. Toleranz, wie es der Name des Programms suggeriert, wird auf diese Weise zumindest nicht gefördert.

Siehe auch: Dortmund: Stadt macht bei Kreativworkshop mit Neonazi-Schlägern nicht mit (Ruhrbarone)

 

 

 

18 Kommentare

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  1. Endlich ein Projekt, das NICHT ausgrenzt und Menschen stupide zugunsten eines lieb gewonnenen Feindbildes aufgibt, das man zur ideologischen Formung des eigenen Nachwuchses braucht.
    Stattdessen setzt es auf die These, dass auch junge Neonazis Menschen sind, die beeinflussbar sind. Dabei denkt das Projekt auf erfrischende Art um die Ecke: Diese Leute wurden nicht als militante Nazis geboren. Sie wurden dazu erzogen, weil sie irgendwann in ihrem Leben unter entsprechenden Einfluss kamen. Und genau aus diesem Grund ist auch nichts verloren: Mit dem richtigen Einfluss können selbst die Militantesten zum Nachdenken gebracht werden.

    Entsprechend finde ich es auch nicht in Ordnung, wie hier versucht wird, das Projekt unter Diskreditierung seiner Organisatoren schlechtzureden. Wer einfach nur platt daherskandiert: Nazis raus!, im selben Atemzug Resozialisierungsprojekten aber seine Zustimmung verweigert, der gibt sich selbst als Demagoge und sozial mehr als sperlich ausgestatteter Mensch zu erkennen, der für mein Erachten selbst ein solches Hilfsprojekt bitter nötig hätte – aber dann eben eins für Linksextremisten.

    • @Jane: Schön, dass Sie sich so für die Nicht-Ausgrenzung von ideologisch gefestigten Autonomen Nationalisten begeistern können, die gemeinsam mit ihrem Umfeld in den letzten Jahren in Dortmund so ziemlich jedes Gewaltverbrechen begangen haben, dass man sich gerade ausdenken kann, bis hin zum Mord. Wir finden auch, dass man da “auf eine erfrischende Art um die Ecke” denkt, wenn man Leuten, die schon lange deutlich gemacht haben, wie sie ihr Konzept “unsere Stadt” umsetzen nochmal einen anderen Rahmen bietet, um ihre Ideen in einem nicht stupide ausgrenzenden Umfeld ausbreiten zu können.

      Da kann man den Organisatoren wirklich nur gratulieren: Insbesondere den “demokratischen Jugendlichen”, die im SozPäd-Reißbrett-Workshop die “Gegenseite” spielen sollen. Ob die sich dann auch lieber schon mal nach einem neuen Wohnort umsehen sollten wie die Opfer im oben verlinkten Film? Wissen Sie, es ist wirklich für die Katz mit einer derartigen Naivität noch argumentieren zu wollen. Es gibt einen Unterschied zwischen “irgendwie” gewalttätigen Jugendlichen und gefestigten Nazi-Kadern. Und obwohl Sie sich Ihre Freude von inhaltlichen Argumenten ja höchstwahrscheinlich ohnehin nicht trüben lassen werden, hier auch für Sie nochmal die entsprechenden Passagen aus der Stellungnahme der mobilen Beratung gegen Rechtsextremismus NRW. Die wichtigsten Stellen haben wir für Sie fett markiert:

      Das Projekt zielt darauf ab, mit einer ganzen Gruppe aus dem harten Kern der Dortmunder Neonazi-Szene (erst einmal) voraussetzungslos zu arbeiten. Das widerspricht der gängigen Praxis von Sozialarbeit mit extrem rechten Jugendlichen. Offenbar wird von den Projektverantwortlichen der Unterschied zwischen rechtsaffinen, vorurteilsbehafteten Jugendlichen am Rande der Szenen (mit denen das Vorhaben vielleicht Sinn machen würde) und Jugendlichen/jungen Erwachsenen mit einem geschlossen rechtsextremem und ideologisch gefestigtem Weltbild verkannt. Letztere sind auch in strategisch-taktisch politischem Agieren erfahren und nur bedingt mit pädagogischen oder sozialarbeiterischen Mitteln erreichbar. In Dortmund haben wir es mit Vollzeitaktivisten zu tun, die in einer nazistischen “Parallelwelt” leben.

      Wenn Aktivisten und Kader sich auf ein solches Projekt überhaupt einlassen, dann nur um dieses propagandistisch zu instrumentalisieren (bestenfalls noch um einen persönlichen Vorteil daraus zu ziehen). Die Neonazis werden den Rahmen bestimmen. Gerade aus Dortmund gibt es viele Beispiele von durchaus erfolgreichen “Wortergreifungen” von Neonazi-Aktivisten und gelungenen Instrumentalisierungen. Aktivisten des NW DO sind in entsprechenden Situationen geübt.

      Wir halten es für verfehlt von Anfang an eine konfrontative Gruppensituation aufzubauen (Nazis vs. “gefestigte demokratische Jugendliche”). In Gruppenkonstellationen fühlen sich extrem rechte Jugendliche bestärkt, Distanzierungsbestrebungen sind dann schwierig. Gruppenzwang und Gruppendruck verhindern individuelle Reflektionsprozesse. Diese im Projekt angedachte Konfrontation mit den “gefestigt demokratischen Jugendlichen” zuzumuten ist unverantwortlich. Diese Jugendlichen wissen vielleicht gar nicht, auf was sie sich einlassen. Entsprechende Kompetenzen für diese Situation lassen sich auch durch Schulungen und Workshops nicht kurzfristig vermitteln. Es braucht hierbei langjährige Erfahrungen professioneller Kräfte. Schlimmstenfalls bringt man die nicht-rechten Jugendliche erst in Gefahrensituationen, in dem man sie den Neonazi-Aktivisten aussetzt bzw. bekannt macht. Die Neonazi-Szene in Dortmund schöpft ihr Selbstbewusstsein aus Gewalttaten gegen politisch Andersdenkende, die bis hin zu systematischem Terror reichen. Für systematische und geplante rechte Gewalt gibt es leider viel zu viele Beispiele in Dortmund. Es sind aber genau die Akteure dieser Gewalt, die die Zielgruppe des Projektes sind.

  2. LaHaine

    Als Jugendlicher lebte ich im Ostdeutschland der Nachwendezeit. Die starke Naziszene meines Heimatortes wurde durch die “akzeptierende Jugendarbeit” noch weiter gestärkt, konnten im städtischen Jugendclub feiern, von dort gingen dann gewalttätige Angriffe auf Nichtrechte in der Umgebung aus. Die lokalen Nachwuchsrechtsrocker konnten sogar öffentlich gefördert eine CD aufnehmen.

  3. Daniel

    Mensch, war ich naiv. Wie konnte ich nur diese Emotionen für jene christlichen Persönlichkeiten bis fast zum Abwinken immer wieder etablieren und noch sagen: “wird schon”, “die haben einen guten Kern”, “die sind doch ganz lieb”, “die wurden doch immer ausgelacht” (gerade zu DDR-Diktaturzeiten)… Egal.
    Als ich die Biographie von Frau Kristina Schröder, früher: Köhler, staunend mir rein zog, wurde mir klar, klarer, und schließlich: – alles klar. Als andere Kinder unter ihres Gleichen mit Spass und Jux und Dollerei aufwarteten, verschlang K. Köhler die Biographie von Helmut Kohl und interessierte sich so ganz und garnicht für die seichten Dinge ihrer AltergenossInnen. Kann man machen, zeugt von über-den-Tellerrand-hinausweitblicken. Nur: hat das im Falle von K. S. (früher K.) nicht doch vielleicht irgendwie eher etwas von christlicher Verklemmtheit, so bisschen was von nicht-dazu-gehören, so von hier is egal, wichtig is oben? Das interessierte mich schon – eben wegen dieser Demokratierunde mit der NPD und so weiter.

    Viel Erfolg,

    Daniel _und sonst: FemaleMuscleUltimativeThinkTank_

  4. Hallo Publikative,

    im Gegensatz zu Ihnen will ich diese Leute, die im Übrigen oft alles andere als “ideologisch gefestigt” sind (wo haben Sie das eigentlich her?), nicht aufgeben. Denn wenn man diese Leute aufgibt, kann man sie eigentlich nur noch verwalten – oder hauptberufsmäßig hassen, so wie Ihresgleichen das tut und glaubt, damit irgendein Problem zu lösen. Jeder Schwerverbrecher bekommt im Knast die Chance zur Resozialisierung. Denn jedes Mal, wenn die erfolgreich gelingt, haben wir einen Wiederholungstäter weniger, der uns auf der Tasche liegt. Dass auch vermeintlich “ideologisch gefesetigte” Rechtsradikale bisweien vom Saulus zum Paulus werden können, wenn man ihnen Denkanstöße und die Möglichkeit auf ein normales Leben außerhalb rechter Strukturen bietet, zeigt der aktuelle Nazi-Terror-Fall. Einer der früheren Helfer der Zelle ist mittlerweile aus der rechten Szene ausgestiegen und arbeitet als Priester (!).
    Aber wie ich Sie verstehe, nehmen Sie ihm das natürlich nicht ab – einmal Nazi, immer Nazi. Sorry, aber da mach ich nicht mit. Ein Mensch hat nicht automatisch seine Menschenrechte verwirkt, nur weil er die falschen Vorbilder hat. Wer sich öffnen will und nach einem Weg da raus sucht, der soll diese Möglichkeit auch bekommen.

    Oh: Wenn Sie nachweisen wollen, dass das Schröder-Projekt zum scheitern verurteilt ist, dann sollten Sie das tunlichst nicht mit Kommentaren einer sozialpädagogischen Einrichtung tun, die durch dieses Projekt Konkurrenz wittern dürfte, noch dazu solche, die das Thema mal mit einem völlig neuen Ansatz angeht. Außerdem: Die Multilateral Academy, die den Workshop durchführen wird, ist ebenfalls sehr erfahren in der Arbeit mit rechtsextremen Gruppierungen – und die sieht das Ganze offensichtlich etwas anders. Demzufolge werden folgende Erwartungen an das Projekt gestellt:

    • Die rechtsextreme Zielgruppe wird in ein pädagogisches Projekt eingebunden.
    • Sie wird inhaltlich konfrontiert und herausgefordert. Strategien zur Einschüchterung sowie demokratiefeindliche Haltungen werden transparent. Die Jugendlichen lernen, sich an Regeln zu halten sowie die Auseinandersetzung inhaltlich und gewaltlos zu führen.

    Wie man hier über einen “Kuschel-Workshop” reden kann, ist mir schleierhaft. Nun steht also Aussage gegen Aussage. Wieso wartet man das Projekt nicht einfach mal ab und urteilt dann? Stattdessen wird bereits im Vorfeld alles schlechtgeredet. Aber das ist ja ohnehin Programm bei der extremen Linken.

    • @Jane:

      Wie gesagt: Mit naiven Bekenntnissen fern jeder Sachkenntnis zu diskutiern, hat wenig Sinn. Trotzdem eine kurze Zurückweisung Ihrer “Argumente”. Sollten Ihnen dazu erneut nur Beleidigungen und Unterstellungen einfallen, belassen wir es einfach dabei, ja?

      “alles andere als “ideologisch gefestigt” sind (wo haben Sie das eigentlich her?)”
      Vielleicht könnten Sie sich wenigstens die Mühe machen, die verlinkten Artikel und Berichte mal ZU LESEN oder sich auf andere Art und Weise Informationen über die Struktur der AN bzw. des NW in Dortmund zu verschaffen? Sie reden hier wirklich in solchen Luftschlössern, dass es kaum noch Sinn hat, darauf einzugehen. In aller Kürze: Die Personen, um die es geht, haben Dortmund in den letzten Jahren erfolgreich zu einer (wenn nicht der) Hochburg des Neonazismus in NRW und der Bundesrepublik überhaupt gemacht. Dabei haben sie systematisch und organisiert genauso auf politische Propaganda wie auf Gewalt und Einschüchterung gesetzt und dominieren mehr oder minder einen ganzen Stadtteil (Dorstfeld), wo sie außerdem eine Art Kommandozentrale in einem Haus unterhalten, das sie pratkisch besetzt haben, weil dort nur noch Mieter aus ihrem Spektrum wohnen.

      “hauptberufsmäßig hassen, so wie Ihresgleichen das tut”
      Wir hassen überhqaupt niemanden und schon gar nicht im Hauptberuf. Fürs Hassen bezahlt wird man wohl nur als festangestellter Nazi-Kader. Aber es ist fazinierend, dass Sie nicht nur per Ferndiagnose die “ideologische Festigung” der Dortmunder Nazi-Kader bezweifeln können, sondern auch noch unseren “hauptberuflichen Hass” diagnostizieren können.

      “Jeder Schwerverbrecher bekommt im Knast die Chance zur Resozialisierung.”
      Richtig. Allerdings dann eben auch zu Knastbedingungen und nicht ohne jede Vorbedingung.

      “Aber wie ich Sie verstehe, nehmen Sie ihm das natürlich nicht ab – einmal Nazi, immer Nazi. Sorry, aber da mach ich nicht mit.”
      Sie verstehen leider überhaupt nichts und liegen zusätzlich bzw. genau deswegen leider völlig falsch. Im Übrigen hat Sie hier beim besten Willen niemand zum Mitmachen gezwungen.

      “Oh: Wenn Sie nachweisen wollen, dass das Schröder-Projekt zum scheitern verurteilt ist, dann sollten Sie das tunlichst nicht mit Kommentaren einer sozialpädagogischen Einrichtung tun, die durch dieses Projekt Konkurrenz wittern dürfte, noch dazu solche, die das Thema mal mit einem völlig neuen Ansatz angeht.”
      Wir können tunlichst tun, was wir wollen, wenn wir deren Kritik teilen. Denn erstens ist es unser Blog und zweitens liefern Sie hier keine Gegenargumente, sondern bestenfalls eine Verschwörungstheorie.

      “Außerdem: Die Multilateral Academy, die den Workshop durchführen wird, ist ebenfalls sehr erfahren in der Arbeit mit rechtsextremen Gruppierungen”
      Nein. Ist sie nicht. In keiner Weise. Punkt. Auch hier glänzen Sie leider durch völlige Faktenfreiheit. Falls Sie den Gegenbeweis antreten möchten, nennen Sie uns doch bitte, welche Projekte mit “rechtsextremen Gruppierungen” diese Einrichtung beteut haben soll. Nicht einmal die Academy selbst scheint Ihre Auffassung zu teilen, gibt Geschäftsführer Benedikt Stumpf doch mittlerweile zu, “bei der ursprünglichen Planung Fehler gemacht” zu haben. Sicher sei jedoch, dass der von vielen Seiten hart kritisierte „Battle“ zwischen Neonazis und „demokratischen Jugendlichen“ verworfen werde, wie Stumpf der Bochumer Stadt- und Studierendenzeitung sagte. Mit anderen Worten: Die MA hat leider nicht die geringste Ahnung, mit wem sie es da zu tun haben – womit Sie beide schon mal was gemeinsam hätten.

      “Aber das ist ja ohnehin Programm bei der extremen Linken.”
      Genau. Und das Parteiprogramm der “extremen Linken, e.V.” können Sie sich gleich hier bei uns für nur 0,99€ als PDF herunterladen. Zu Ihrer Information: Nicht alles links von Ihren Dresdener Friedhofskreisen ist linksradikal oder linksextrem. Und bevor Sie andere des politischen Extremismus verdächtigen, sollten Sie vielleicht wenigstens erstmal Ihre Dortmunder Pappenheimer besser kennen lernen, bevor Sie naive Maßnahmen zu deren “Resozialisierung” vorschlagen. Für Letztere sind wir im Übrigen auch unbedingt – allerdings befürchten wir, dass die von Ihnen gewählte Knast-Analogie als Ort dieses Vorhabens der Wahrheit leider näher kommt als Ihnen lieb sein dürfte.

      Auch Ihnen noch einen schönen Tag!
      :-D

  5. WW

    Jane, da Sie etwas übermotiviert erscheinen: Können Sie bitte nebenbei auch noch

    – Nord- und Südkorea vereinigen
    – das iranische Atomprogramm beenden
    – in Syrien die Demokratie herstellen
    – in Somalia eine Zivilgesellschaft aufbauen
    – den Weltfrieden verbreiten

    Wenn Ihnen das alles misslingt, dann habe ich ein Tipp für Sie: Man kann Menschen nicht gegen ihren Willen ändern. Vor dem Problem steht der Strafvollzug seit jeher.

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