Anschläge in Frankreich islamistisch motiviert

Die Anschlagsserie mit insgesamt sieben Toten in Südfrankreich hat einen islamistischen Hintergrund. Seit der Nacht sind in Toulouse Eliteeinheiten der Polizei im Einsatz, dort habe sich ein 24-Jähriger in einem Haus verschanzt. Der Mann habe sich zu Al Kaida bekannt, hieß es übereinstimmend in Medienberichten.

Zunächst war über einen rechtsextremen oder islamistischen Hintergrund der Anschlagsserie auf Soldaten und Juden spekuliert worden. Da die Soldaten einen Migrationshintergrund hatten, schien die Spur eher in Richtung rechtsextrem/rassistisch als Motiv zu gehen. In der Nacht nahm der Fall aber eine Wende. tagesschau.de berichtet, der Verdächtige habe in Verhandlungen mit den Polizisten erklärt, er gehöre zu Al Kaida. Der französische Innenminister teilte mit, der Mann sei in der Vergangenheit in die Unruhegebiete an der pakistanisch-afghanischen Grenze gereist und habe Verbindungen zu Salafisten- und Dschihadisten-Gruppen. Laut Angaben der französischen Polizei Er habe “palästinensische Kinder rächen” und die französische Armee angreifen wollen. Diese krude Parallele war auch der EU-Außenbeauftragten, Lady Ashton, eingefallen, wofür sie prompt Beifall von der Hamas erhielt. Great minds think alike* (Frau Ashton, bitte übernehmen Sie).

Bericht der Le Monde über den Polizeieinsatz
Bericht der Le Monde über den Polizeieinsatz

Der mutmaßliche Täter wurde laut Guéant jahrelang vom französischen Inlandsgeheimdienst DCRI beobachtet. Anzeichen dafür, dass der Mann ein Verbrechen plante, hätten nicht vorgelegen.

Hetzikative?

Auch Publikative.org hatte eher auf einen rechtsextremen Anschlag getippt, aber auf die Möglichkeit eines islamistischen Motivs hingewiesen. Dies brachte uns den Vorwurf ein, gegen “den Islam” zu hetzen. Ein Berliner Journalist, der uns bei Facebook Hetze und “islamophobe” Inhalte vorgeworfen hatte, wurde nach  zahlreichen Einträgen gesperrt. Nun drohte er uns eine “rechtliche Prüfung” gegen diese “Zensur” an.

Bahn frei für die Instrumentalisierung

Während auf rechtsextremen Seiten nach dem Polizeieinsatz umgehend die rassistische Hetze gegen Muslime begonnen hat, könnten antiimperialistische Kandidaten nun möglicherweise Verständnis für den Attentäter entwickeln. Immerhin habe er doch palästinensische Kinder rächen wollen, gell? Zudem wurden im Netz (leider auch auf der FB-Seite von Publikative.org) bereits Verschwörungstheorien entwickelt, frei nach dem Grundsatz “Quoi bono?”, wonach Präsident Sarkozy die Anschläge habe inszenieren lassen, um im Wahlkampf davon zu profitieren. Und ist es auch Wahnsinn, so hat er doch Methode.

Kinder beigesetzt

Derweil wurden die vier Opfer des Attentats von Toulouse in Jerusalem beigesetzt. Tausende Menschen nahmen laut tagesschau.de am Begräbnis teil. Die Beisetzung fand auf dem größten Friedhof Jerusalems, Har Hamenuhotl, statt. Unter den Trauernden war auch der französische Außenminister Alain Juppé. Er nannte das Attentat eine Tragödie und sprach der Familie der Opfer sein Beileid aus. Hier ein Bericht von Richard Schneider aus Jerusalem.

Siehe auch: Kein Po und Busen, dafür tote Juden

*Mit Dank an Thomas Osten-Sacken

4 Kommentare

  1. Tim Blim

    Von diversen Seiten:

    “Merah sei wegen Bombenlegens in Kandahar zu drei Jahren Haft verurteilt worden, sagte Direktor Ghulam Faruk der Nachrichtenagentur Reuters. Er sei 2008 bei einem Massenausbruch der Taliban aus der Haftanstalt entkommen.”

    “…der Verdächtige, habe nach eigenen Angaben in einem der geparkten Wagen weitere Waffen aufbewahrt. “Diese Waffen wurden entdeckt”, sagte Guéant…”

    Anzeichen haben also, dem französischen Inlandsgeheimdienst DCRI nach ,nicht vorgelegen, nachdem sie ihn jahrelang überwachten. Tjaaa…..

  2. Tim Blim: Nicht das erste Mal, daß ich mich frage: Was machen Geheimdienste denn so den Tag lang?
    Ich bin heute als Bloggerin in Verruf geraten, so richtig böse, heuchlerisch und verderbt zu sein. Weil ich nämlich sehr harte Worte gegen Nazis gefunden habe.
    Ganz köstlich fand ich auch eine Äußerung, die sinngemäß hieß “Der Täter ist kein Nazi, sondern Moslem”. Zwar ist der Täter im genauen Wortsinn vermutlich nicht Nazi – Antisemit allerdings sehr wohl -, aber grundsätzlich schließt ja Moslem sein und Nazi sein sich nicht per definitionem aus.

  3. Izmir Wurscht

    öhh leute.. das ist so richtige perfide nazi-propaganda, die ‘terror’ & ‘islamismus’, als standarbegriff für jedes aufbegehren der muslimischen welt, in die köpfe der sogenannten westlichen gesellschaft konditioniert. selbst publikative greift dieses medial definierte bild auf. das ist leider ekelhaft. rückständig. simpel ewiggestrig.

  4. @Izmir Wurscht
    Ihr Mitgefühl hält sich ja in Grenzen. das liegt sicherlich daran, dass Sie die USA und Israel für alles Üble in der Welt verantwortlich machen. Terror und Islamismus sind in Ihren Augen selbstverständlich ein subversiver Akt des Aufbegehrens. Die islamistisch motivierte Tat, wehrlose Juden und Soldaten in französischer Uniform (immerhin die der ehemaligen Kolonioalherren) zu erschießen, nicht zu verurteilen, rückt Sie zurecht in ein Licht, worin ein Bernd Rabehl, ein Dieter Kunzelmann, ein Horst Mahler, ein Werner Pirker, ein Johann von Leers oder ein Odfried Hepp bereits stehen.
    Es gehören schon Unmengen Phantasie oder ein falsch eingesetztes Psychopharmakon dazu, in diesen Text Nazi-Propaganda hinein zu phantasieren.
    Aber vermutlich entgegnen Sie mir mit Ihrem geschlossenen Weltbild, dass das so genannte “Aufbegehren” nur von jenen inszeniert wurde, die auch hinter 9/11 stecken.

    http://isf-freiburg.org/verlag/buecher/grigat-feindaufklaerung.reeducation.html

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