18 Comments

← Previous Page 2 of 2
  1. 1) Der kämpfende Pazifist, der sich der Größe seiner Aufgabe bewusst ist, wird keinen Unterschied machen zwischen Bürger- und Völkerkrieg, zwischen äußeren und inneren Feinden. Für ihn gibt es nur einen Krieg, nur einen Frieden. Mit gleicher Macht erstrebt er den Frieden nach innen wie nach außen.

    2) Der Pazifist, der tiefer in die Beweggründe der Kriege schaut, geht noch einen Schritt weiter in der Beurteilung des Bürger- und Völkerfriedens und sagt, der Kriegsgeist, der Geist der Gewalt, ist ein Kind des chronischen bürgerlichen Kriegszustandes, der die Eingeweide aller Kulturvölker zerreißt. Wer diesen Geist bekämpfen will, muss ihn in erster Linie als Bürger im eigenen Lande bekämpfen. Der Weg zum Völkerfrieden geht über den Weg des Bürgerfriedens und nicht umgekehrt.

    3) Das, was die Völker und Volksklassen in Waffen gegeneinander treibt und immer getrieben hat, sind Dinge wirtschaftlicher Natur, die Notzustände schaffen oder vorherrschen lassen, und für diese Zustände gilt das Gesetz: NOT KENNT KEIN GEBOT. Die Not bricht nicht nur Eisen, sondern auch Verfassungen, Verträge und Bündnisse und setzt sich über alle moralischen, ethischen und religiösen Hemmungen hinweg. Nichts ist schließlich der Not heilig als der Kampf gegen ihre Ursachen.

    4) Auf die Beseitigung solcher Notzustände hat also der ernsthafte Friedenskämpfer sein Augenmerk zu richten, unbeschadet seiner etwaigen Überzeugung, dass der Frieden oder wenigstens der Friedenswunsch mit moralischen, religiösen und ethischen Mitteln auch noch gefordert werden könne.

    5) Der Notzustand, der zu den Kriegen treibt, hat wenigstens bei den heutigen Industrie- und Handelsvölkern seinen Grund nicht in einem naturgegebenen Mangel an Industrie- und Nährstoffen, sondern in unseren gesellschaftlichen Einrichtungen, die die Produktion und den Austausch beherrschen und die Arbeit tributpflichtig machen, wobei der Umstand noch erschwerend wirkt, dass zur Sicherung dieses Tributes der Produktion und dem Tausch Hemmungen bereitet werden müssen, die zu Krisen und Arbeitslosigkeit führen. Die gesellschaftlichen Einrichtungen, um die es sich da handelt, sind das Privateigentum an Grund und Boden und das herkömmliche, aus dem Altertum in unveränderter Gestalt von uns übernommene Geldwesen, dessen Mängel immer offensichtlicher geworden sind. Grund- und Geldbesitzer fordern Zins, sonst sperren sie der Produktion den Boden und dem Austausch der Produkte das Geld. Dieser Zins überträgt sich automatisch auf das gesamte Wirtschaftsleben und schafft das, was als Kapitalismus bezeichnet wird.

    Silvio Gesell (Stabilisierung des Bürger- und Völkerfriedens, 1928)

    Ein geistiger Tiefflieger wie Günter Grass wird das wohl bis zum Jüngsten Tag nicht mehr begreifen.

    http://www.deweles.de/intro.html

  2. Rainer Möller

    Lieber Patrick Gensing,

    es gibt Leute, die können in Deutschland Sympathien für die Israelis wecken (die es ja auch nicht leicht haben). Avi Primor ist so einer. Sie gehören nicht dazu. Weil sie voll von diesen antideutschen Ressentiments stecken.
    Wenn es nun also so ist und speziell Sie den Israelis doch nicht wirklich helfen können, sondern nur die Spannungen verstärken, sollten Sie dann nicht besser den Mund halten? Oder ist es so, dass das Wohl der Israelis Ihnen eigentlich egal sind und es Ihnen in Wirklichkeit nur um die Befriedigung Ihrer eigenen “bösen Lust” geht?

  3. Shalom

    Leute, Leute, habt doch Verständnis für den armen Partick. Er steht bei der ARD unter Vertrag, es ist sein Brötchengeber. Ohne diesen er sein Feierabendbier nicht genießen kann. Von daher muss er seinem Arbeitgeber die entsprechenden Artikel liefern, die im Sinne der gleichgeschalteten Medien sind. Daher ist es nicht verwunderlich das er solch eintönige geistige Ergüsse von sich gibt. Fakten und ein gesunder Menschenverstand spielen da keine Rolle.

    @Dennis K.
    Sehr guter und sachlicher Kommentar von Ihnen, der realistisch die gegenwärtige Situation zu 100% beschreibt.

  4. Von “gleichgeschalteten Medien” sprechen ist blöd. Thomas Nehls vom WDR schlägt Grass für einen Friedenspreis (genauer: den Friedensnobelpreis) vor.[1]
    Hauptsache, Grass hält dann keine Sonntagsrede.

  5. EndofDarkAges

    80% aller deutschen Strassenverkaufszeitungen stammen aus dem Hause Springer, und dieses versteht sich dezitiert als politisch orientiertes Unternehmen. Folgende Unternehmensgrundsätze muss jeder Redakteur als Betandteil das Arbeitsvertrags akzeptieren. Ein Verstoß gegen sie kann die Entlassung begründen:
    1.Das unbedingte Eintreten für den freiheitlichen Rechtsstaat Deutschland als Mitglied der westlichen Staatengemeinschaft und die Förderung der Einigungsbemühungen der Völker Europas.
    2.Das Herbeiführen einer Aussöhnung zwischen Juden und Deutschen, hierzu gehört auch die Unterstützung der Lebensrechte des israelischen Volkes.
    3.Die Unterstützung des transatlantischen Bündnisses und die Solidarität in der freiheitlichen Wertegemeinschaft mit den Vereinigten Staaten von Amerika.
    4.Die Ablehnung jeglicher Art von politischem Totalitarismus.
    5.Die Verteidigung der freien sozialen Marktwirtschaft.

    [Quelle: Hautsch, Gert. Die Macht bleibt in der Familie. Kapitalkonzentration und -zentralisation in der deutschen Medienwirtschaft. 2010 http://www.isw-muenchen.de

  6. Gerne würde ich begreifen was Artikel und was Zitat ist bzw. woher Zitat stammt. 250 Anführungszeichen… Aber ok, vielleicht ist man auch gewohnt Buchstaben aus der Zeitung auszuschneiden um damit ein Brief zu verfassen.

    Empfehle dem Journalisten noch ein paar Lesungungen zu besuchen. Aber auch das ist Jacke, für den Schreiber hier gilt Presserecht – für Grass Art. 5 Abs. 3

    highter weiter
    Uli

    P.S.: We love You – Nein zum Krieg gegen den Iran! http://www.youtube.com/watch?v=FANwuTEdSoE

Comments are closed.