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  1. M. Wildbuch

    Mit den Drucksachen vom 4.11.2008 (16/10775, 16/10776) beschlossen alle Bundestagsfraktionen die “Arbeitsdefinition von Antisemitismus” des BDIMR/OSZE (engl. ODIHR/OSCE) für die Arbeit staatlicher Behörden zu
    empfehlen. Somit gilt diese Definition als eine von allen im Bundestag vertretenen Parteien als derzeit anerkannte Antisemitismusdefinition.
    http://fra.europa.eu/fraWebsite/material/pub/AS/AS-WorkingDefinition-draft.pdf

    Folgt man den Kriterien dieser Definition (Stichworte: doppelter Standards und Dämonisierung), sind die Zeilen von Günter Grass in der SZ – jenseits dessen, ob er selber ein geschlossenes antisemitisches Weltbild hat – antisemitisch.

  2. […] Grassarrazin: Die Mär vom Tabu-Bruch in der Meinungsdiktatur ist Bullshit! Das antisemitische Stereotyp eines vermeintlichen Tabus der Kritik an israelischer Politik ist geradezu lächerlich und kommt viel zu Oft mit dem „Man muss doch einmal sagen dürfen“-Wunsch und der Sehnsucht nach einem Schlussstrich im Schlepptau. Hier liegt auch der Schnittpunkt der Debatten um Grass und Sarrazin. Während Grass mit seinem Gedicht in der Süddeutschen Zeitung und den Tagesthemen ein maximaler medialer Erstschlag gelang, konnte sich Sarrazin über Unterstützung aus der Bild-Zeitung und Einladungen in nahezu allen TV-Talkshows erfreuen. Alan Posener erkennt ebenfalls eine Grassarrazin-Symbiose, in der „ein Tabu gebrochen“ werden würde, obwohl „die Israelkritik ebenso wie die Kritik der Zuwanderung seit Jahrzehnten zu den festen Bestandteilen des medialen und politischen Diskurses“ gehöre. Und Patrick Gensing argumentiert zudem, dass sich Grass nicht einmal mehr – wie Sarrazin – pseudowissenschaftlicher Erkenntnisse bediene…. […]

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