19 Comments

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  1. Hartmut

    Erstens: Bevor über Günter Grass und seinem SZ-Text geurteilt wird, sollte man die in Deutschland politisch anerkannte offizielle Antisemitismusdefinition gelesen haben.
    http://www.european-forum-on-antisemitism.org/working-definition-of-antisemitism/deutsch-german/

    Zweitens: In diesem Beitrag wurde Grass nicht als Antisemit abgestempelt, was für mich völlig OK ist. Jenseits dessen, ob jemand Antisemit ist oder nicht, kann er dennoch antisemitische Stereotypen verwenden. Und dies ist beim Grass-“Gedicht” der Fall.
    Die meisten Antisemiten haben ein geschlossenes fundamentalistisches Weltbild oder/und sind Verschwörungsideologen. Deren Weltbilder sind wahlweise religiöser oder ideologischer Natur. Nicht anders funktioniert es bei anderen Vorurteilsmodellen – z.B. bei Antimuslimen (pi-news etc.).

    Drittens: Das Israelkritik nicht erlaubt sei, das dann gleich die Antisemitismuskeule geschwungen würde, das es irgend so ein Tabu gäbe, … das alles sind Hirngespinste derer, die in ihrer angeblichen Kritik ihre antisemitische Vorstellung verpacken wollen.
    Im Jahr 2012 haben sich die Ausdrucksformen des Antisemitismus gegenüber 1945 oder 1870 verändert. Darum auch die Antisemitismusdefinition aus diesem Jahrhundert (siehe 1.). Israelkritik und Antizionismus haben heutzutage häufig zumindest einen antisemitischen Unterton. Will man ihn vermeiden, lässt man einfach – wie bei einer Rechtschreibkorrektur – die Kritik anhand der Definitionskriterien überprüfen.
    Zur Übung für seine Israelkritik empfehle ich die israelische Tageszeitung Haaretz und einige Texte bei Hagalil, wie z.B. aktuell diesen hier: http://www.hagalil.com/archiv/2012/04/10/zweistaatenlosung/

  2. Das Gerede vom Schweigen ist Bullshit…

    Günter Grass sendet in allen relevanten Medien. Die Mär von der "Meinungsdiktatur" ist Bullshit. (Foto: sebibrux) Es ist vollkommen egal, ob man Catherine Ashton dafür kritisiert, dass sie in einem antisemitischen Reflex bei toten jüdischen K…

  3. zemzem

    Danke für diesen Artikel. Nachwievor bezeichnend, dass viele selbsternannte “Linke” auch ihre Allianz mit Holocaust-Leugnern und Sarrazin-Fans nicht bedenklich finden und jeglicher Kritik an Grass’ Äußerungen mit Verdrängungswiderstand und inhaltsleeren Vorwürfen begegnen.

  4. Daniel Domeinski

    @Publikative.org

    Da habt ihr euch ein hübsches Gruselkabinett zusammengestellt.

    “Eine echte Querfront. Rechtsextreme, linke Israelhasser, Holocaustleugner und Verschwörungsideologen applaudieren fast einhellig für den deutschen Literaturnobelpreisträger.”

    Da kann der Thilo mit seiner Anhängerschaft aus militanten NeoNazis, NPD, christlichen Fundamentalisten, White Power Rassisten, Rechtszionisten, Liberal-Konservativen und bürgerlichen Feministinnen nicht gegen anstinken.

    “und wieder dürfte die deutsche Querfront gegen Israel jubeln. Dem Führer würde es gefallen.”

    Na klar, der Führer war ja bekannt für seine Zuneigung zu allem Linken.

  5. Willi

    Nehmen wir mal an, Stalin hat einen Fehler gemacht, nämlich, dass auch er der Anerkennung des Staates Israel zugestimmt hat. Damit begann der
    Landraub an dem palästinensischen Volk.
    Würde es nun zu einer Ein Staaten Lösung (Palästina) kommen,
    hätten wir auch nicht mehr das Problem mit den Antideutschen
    und anderen Pseudolinken Bellizisten der Iserraellobby.
    Darf mensch darüber nachdenken oder ist er dann auch schon
    ein Antisemit ?

    Jüdischer Staat weg – Probleme gelöst, Sie haben den Kern der Israelkritik anschaulich freigelegt, danke dafür. Übrigens gab es den Begriff palästinensisches Volk bis in die 1970er Jahre gar nicht.

  6. mar-52

    Immer diese furchtbare Gleichsetzung von “Juden” und “Israel”…

    Das ist als wolle man den Papst für die bayerische Politik verantwortlich machen, beziehungsweise Horst Seehofer vorwerfen, er sei Schuld, dass die Afrikaner keine Kondome benutzen sollen.

    Also, wie wäre es mal mit einem Mindestmaß an Präzision und der Erkenntnis, dass das eine eien Religion udn das andere ein Staat ist?
    Nicht jeder Jude ist Israeli, nicht jeder Israeli ist Jude.
    Genauso wie nicht jeder Katholik Bayer ist und nicht jeder Bayer Katholik.

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