19 Kommentare

  1. Quarktasche

    “…Mossad, der sich, welche Ironie auch mit SS schreibt, …”

    Mossad schreibt sich so: המוסד למודיעין ולתפקידים מיוחדים

  2. Chewie

    DAs ist doch schon wieder sektiererischer Bullshit hoch zehn. Nicht nur, dass Sarrazin, seine rassistischen und sozialdarwinistischen Thesen, deren Einklang mit persistierenden, hirnrissigen Ressentiments und die wiederum daraus reslutierenden gesellschaftlichen Konsequenzen hier via Vergleich schon im ersten Absatz auf das Übelste verharmlost werden, obwohl sie sich sehr viel grundlegender und allgemeiner präsentieren und Rassismus und Antisemitismus ein Phänomen derselben psychologischen Disposition sind. Nein, es wird einmal mehr ein Staat und seine Politik mit einer ethnischen oder religiösen Gruppe identifiziert: Der Jude, das ist Israel. Entindividualisierung pur. Entmenschlichung pur. Keine Kritik ist erlaubt, keine kritische Stimme wird mehr gehört, weder von Aussen noch von Innen, wenn sie sich gegen einen Staat richtet, weil der in seinem Selbstverständnis vorgibt, die Repräsentative einer historisch übelst gebeutelten Gruppe von Menschen zu sein. DAs allerdings ist eine ultra-nationalistisch orientierte Sicht auf die Dinge, nicht mehr und nicht weniger. “Antideutsche” Scheisse, die nicht weniger nach Nationalismus stinkt als ihr antiimperialistischer Counterpart. “Nationen”, ist es plötzlich wieder das, worauf es ankommt? Füttert ihr dieses Weltbild mal schön weiter, und dann wundert Euch weiter über Nazis, Rassismus, Ausgrenzung.
    Um aber Misverständnissen vorzubeugen: Grass´ Statements unterschreibe ich NICHT in dieser Form. Gensings aber genauso wenig.

  3. Jean B.

    Irgendwie finde ich diese ganze Debatte einfach nur noch lächerlich. Man könnte hier auch jeden Tag PI oder sonstwen zerpflücken, bloß wen interessiert das denn? Wen interessiert das Geschwätz von Elsässer oder Ken Japsen?

    Ich empfehle auch Patrick Gensing mal an die frische Luft zu gehen. Man könnte meinen, diese Simulation von Diskurs ist typisch deutsch…

  4. Lieber Chewie,

    ich finde es beachtlich, dass mir in der Grass-Debatte bereits mehrfach vorgeworfen wurde, ich würde Sarrazin verharmlosen, während ich während der Sarrazin-Debatte besonders von den Sarrazin-Verteidigern attackiert wurde (man denke nur an Broder in der Welt). Wie auch immer: Ich sehe in der Konstruktion von angeblichen Denkverboten Gemeinsamkeiten zwischen Sarrazin und Grass, aber es gibt auch Unterschiede. Mehr dazu habe ich hier aufgeschrieben:

    http://www.publikative.org/2012/04/05/grass-der-sarrazin-fur-israelkritiker/

    Niemand soll meine Artikel unterschreiben, mir wäre es lieber, möglichst viele Leute dächten über die Inhalte nach, beispielsweise warum beim Thema Israel nicht wenige deutsche Linke und Rechtsextreme einer Meinung sind. Ich finde das auf jeden Fall höchst bedenklich. Und da mir die linke Bewegung in Deutschland nicht egal ist, werde ich dies auch weiter thematisieren.

    Gruß
    Patrick Gensing

  5. Wayne

    Leute, eure Hasstiraden gegen alle, die nicht in euer enges antideutsches Weltbild passen, machen mir Sorgen.

    Ich lese euren Blog schon eine Zeit lang, das werde ich mir in Zukunft verkneifen.

    Schade eigentlich, als npd-blog war euer Projekt brauchbar.

  6. Lieber “Wayne”,

    wäre es denn für Sie eher eine Meldung und keine Hasstirade, wenn nicht Radiomoderatoren, Verschwörungstheoretiker, vermeintliche Linke oder ein Nobelpreisträger von “Auslöschung” und “Endlösung” schrieben, den Holocaust in einem offenen Forum leugneten oder die NS-Zeit relativierten – sondern eine Knallkopp von der NPD?

    Gruß
    Patrick Gensing

  7. Hartmut

    9/11-Insidejobanhänger Mathias Broeckers von der TAZ schlägt auf seinem Blog das Hörstück von Ken Jebsen für den Büchner-Preis vor. Jebsen habe erkannt, “worum es im Kern auch im Fall Grass geht, um den zionistischen Rassismus.” – Häh, was ist denn das? Also die Zionisten schlagen aus rassistischen Motiven auf Grass ein? Oder wie ist das zu verstehen.

    Naja, auf jeden Fall sollen die “Altmeister Grass und Walser [der sich gegen eine Instrumentalisierung des Holocaust wandte] die Laudatio halten”.

    Ich halt’s da lieber mit Max Liebermann: “Ick kann jar nich soville fressen, wie ick kotzen möchte.”

  8. Randle P. McMurphy

    Grass wegen dieses zugegebenermaßen schwachen “Gedichts” als Antisemiten abzustempeln, wie es viele seiner Kritiker tun, ist absurd und unsachlich.
    Es heißt immer, Grass konstruiere ein Tabu, dass es in Wahrheit nicht gebe. Tatsächlich ist es aber schon so, dass man schnell in den Verdacht des Antisemitismus gerät, wenn man Israel kritisiert. Nichts anderes sagt Grass, und ich muss schon sehr schmunzeln, wenn jetzt so viele aufschreien und behaupten, dieser Reflex existiere nicht.

    Interessant finde ich in diesem Zusammenhang eine Beckmann-Sendung aus dem Jahr 2010: http://www.youtube.com/watch?v=1Qp6mAjt9os
    Hier sagen Altkanzler Schmidt (ab 1:20) und der (jüdische) amerikanische Historiker Fritz Stern (ab 3:50) ganz klar und unverblümt, dass es diese “Antisemitismuskeule” gibt, und dass sie geeignet ist und bewusst eingesetzt wird, um einen sachlichen Diskurs zu verhindern.
    Das ist im Prinzip genau die Position, mit der Grass sein “Gedicht” einleitet. Wieso gab es eigentlich keinen Aufschrei über die “Antisemiten” Schmidt und Stern?

    Aber um näher auf Ihren Text einzugehen: Besonders beeindruckend finde ich diese “Querfront” jetzt nicht gerade. Besonders Jebsen ist doch ein wirrer Dampfplauderer, über den es eigentlich gar nicht zu berichten lohnt.

  9. Matthias

    @Chewie: DANKE! Das waren die Worte, die zu finden mir so schwergefallen ist. Und an Patrick Gensing: Wie ich schonmal geschrieben habe, können oberflächliche Gemeinsamkeiten auch auf tiefere Ähnlichkeiten hinweisen – sie müssen es aber nicht. Ich bin kein Nazi, nur weil mein rechtsradikaler Nachbar denselben Fussballverein mag (genausowenig wie jeder, der Publikative.org kritisiert, wohl deshalb ein verkappter antisemitischer Querfrontler sein muss). Hören Sie bitte mit diesen endlosen Gleichsetzungen auf.

  10. Hartmut

    Erstens: Bevor über Günter Grass und seinem SZ-Text geurteilt wird, sollte man die in Deutschland politisch anerkannte offizielle Antisemitismusdefinition gelesen haben.
    http://www.european-forum-on-antisemitism.org/working-definition-of-antisemitism/deutsch-german/

    Zweitens: In diesem Beitrag wurde Grass nicht als Antisemit abgestempelt, was für mich völlig OK ist. Jenseits dessen, ob jemand Antisemit ist oder nicht, kann er dennoch antisemitische Stereotypen verwenden. Und dies ist beim Grass-“Gedicht” der Fall.
    Die meisten Antisemiten haben ein geschlossenes fundamentalistisches Weltbild oder/und sind Verschwörungsideologen. Deren Weltbilder sind wahlweise religiöser oder ideologischer Natur. Nicht anders funktioniert es bei anderen Vorurteilsmodellen – z.B. bei Antimuslimen (pi-news etc.).

    Drittens: Das Israelkritik nicht erlaubt sei, das dann gleich die Antisemitismuskeule geschwungen würde, das es irgend so ein Tabu gäbe, … das alles sind Hirngespinste derer, die in ihrer angeblichen Kritik ihre antisemitische Vorstellung verpacken wollen.
    Im Jahr 2012 haben sich die Ausdrucksformen des Antisemitismus gegenüber 1945 oder 1870 verändert. Darum auch die Antisemitismusdefinition aus diesem Jahrhundert (siehe 1.). Israelkritik und Antizionismus haben heutzutage häufig zumindest einen antisemitischen Unterton. Will man ihn vermeiden, lässt man einfach – wie bei einer Rechtschreibkorrektur – die Kritik anhand der Definitionskriterien überprüfen.
    Zur Übung für seine Israelkritik empfehle ich die israelische Tageszeitung Haaretz und einige Texte bei Hagalil, wie z.B. aktuell diesen hier: http://www.hagalil.com/archiv/2012/04/10/zweistaatenlosung/

  11. Das Gerede vom Schweigen ist Bullshit…

    Günter Grass sendet in allen relevanten Medien. Die Mär von der "Meinungsdiktatur" ist Bullshit. (Foto: sebibrux) Es ist vollkommen egal, ob man Catherine Ashton dafür kritisiert, dass sie in einem antisemitischen Reflex bei toten jüdischen K…

  12. zemzem

    Danke für diesen Artikel. Nachwievor bezeichnend, dass viele selbsternannte “Linke” auch ihre Allianz mit Holocaust-Leugnern und Sarrazin-Fans nicht bedenklich finden und jeglicher Kritik an Grass’ Äußerungen mit Verdrängungswiderstand und inhaltsleeren Vorwürfen begegnen.

  13. Daniel Domeinski

    @Publikative.org

    Da habt ihr euch ein hübsches Gruselkabinett zusammengestellt.

    “Eine echte Querfront. Rechtsextreme, linke Israelhasser, Holocaustleugner und Verschwörungsideologen applaudieren fast einhellig für den deutschen Literaturnobelpreisträger.”

    Da kann der Thilo mit seiner Anhängerschaft aus militanten NeoNazis, NPD, christlichen Fundamentalisten, White Power Rassisten, Rechtszionisten, Liberal-Konservativen und bürgerlichen Feministinnen nicht gegen anstinken.

    “und wieder dürfte die deutsche Querfront gegen Israel jubeln. Dem Führer würde es gefallen.”

    Na klar, der Führer war ja bekannt für seine Zuneigung zu allem Linken.

  14. Willi

    Nehmen wir mal an, Stalin hat einen Fehler gemacht, nämlich, dass auch er der Anerkennung des Staates Israel zugestimmt hat. Damit begann der
    Landraub an dem palästinensischen Volk.
    Würde es nun zu einer Ein Staaten Lösung (Palästina) kommen,
    hätten wir auch nicht mehr das Problem mit den Antideutschen
    und anderen Pseudolinken Bellizisten der Iserraellobby.
    Darf mensch darüber nachdenken oder ist er dann auch schon
    ein Antisemit ?

    Jüdischer Staat weg – Probleme gelöst, Sie haben den Kern der Israelkritik anschaulich freigelegt, danke dafür. Übrigens gab es den Begriff palästinensisches Volk bis in die 1970er Jahre gar nicht.

  15. mar-52

    Immer diese furchtbare Gleichsetzung von “Juden” und “Israel”…

    Das ist als wolle man den Papst für die bayerische Politik verantwortlich machen, beziehungsweise Horst Seehofer vorwerfen, er sei Schuld, dass die Afrikaner keine Kondome benutzen sollen.

    Also, wie wäre es mal mit einem Mindestmaß an Präzision und der Erkenntnis, dass das eine eien Religion udn das andere ein Staat ist?
    Nicht jeder Jude ist Israeli, nicht jeder Israeli ist Jude.
    Genauso wie nicht jeder Katholik Bayer ist und nicht jeder Bayer Katholik.

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