12 Kommentare

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  1. Bernardo

    Die ganze Geschichte ist wohl doch etwas komplizierter. Da Makode Aj Linde schon lange mit Blackface als ästhetisch-kritisches Mittel einsetzt, unterstelle ich mal, dass er hier eher Rassismus blosstellen will und genau den Eindruck eines rassistischen Spektakels hervorrufen wollte. Ganz sicher bin ich mir da auch nicht, letztlich kann es auch einfach billige Provokation sein. Der Kuchen jedenfalls war ja nicht eine anatomisch korrekte Abbildung einer Schwarzen Frau, sondern eher ein Verweis auf das rassistische Bild von “afrikanischer Kunst”, das im Westen dominiert – evtl. auch auf Sarah Baartman.

    Eine solche Interpretation würde dann das ganze Spektakel als Performance sehen (dafür spricht auch, dass die Ministerin explizit dazu gebracht wurde, den “Kuchen” anzuschneiden und Linde dann damit zu füttern), die entlarven sollte, wie in der Diskussion um FGM alte und neue rassistische Stereotype über “Afrika” verschmelzen und der westliche FGM-Diskurs afrikanische Frauen selbst objektiviert. Der FGM-Diskurs im Westen ist für mich ein Fall von “White (wo-)men saving black women from black men” (frei nach Gayatri Spivak). Afrikanische Feministinnen sind nämlich keineswegs begeistert über die Art, wie FGM zum zentralen Thema westlicher feministischer und Hilfsorganisationen geworden ist, und beklagen u.a. die Objektivierung Schwarzer Frauen im Diskurs und die Dominanz des Themas als “afrikanisches” (obwohl nur in wenigen Regionen praktiziert), das andere wichtige (und verbreitetere) Probleme auf dem Kontinent in den Hintergrund treten lässt.

    Eine differenziertere Diskussion der Aktion von Linde gibts hier:
    http://africasacountry.com/2012/04/18/swedish-cake/

  2. Thomas

    Ziemlich geschmacklos…wie Blacface-Aktionen von Hallervorden, aber auch Wallraff

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