7 Comments

  1. P.M.

    Grundsätzlich ein guter Artikel, aber eine Anmerkung:

    Mit dem Begriff “Neue Rechte” bezeichnet man allgemein eine völkisch-rechtsintellektuelle Strömung der 60er Jahre, die Elemente der Konservativen Revolution der Weimarer Zeit und anderen Nazi-Vordenkern wiederaufgreift. So wird die Bezeichnung in der Politwisschenschaft benutzt und auch darüber hinaus in der Regel verstanden.
    Den gleichen Ausdruck nun auch für die Ideologie der kulturrassistischen Islamfeinde des 21. Jahrhunderts zu verwendet kann nur zu Verwirrung führen.

  2. Roland Sieber

    @Der Sizilianer: Vielen Dank für diesen Hinweis. Die Wortwiederholung – die nicht direkt durch „wahrgenommene[n]“ eingeschränkt wurde – habe ich soeben in Anführungszeichen gesetzt.

    @P.M.: Ja, aber innerhalb der „Neuen Rechten“ gibt es mindestens zwei Hauptströmungen: Die „Jungkonservativen“ mit Bezug auf die sogenannte „Konservative Revolution“ der Weimarer Republik und die „Nationalrevolutionären“ mit ihren Bezug auf Ernst Niekisch und die Gebrüder Strasser.

    Gemeinsam haben Neue Rechte und das europäischen Islamhassspektrum den Kulturalismus, der sich auch gegen die „68er“ und den „Kulturmarxismus“ richtet. Die publizistischen Organe der Neuen Rechten, wie z.B. die Junge Freiheit, Die Blaue Narzisse und die rechtslibertäre Monatszeitschrift „eigentümlich frei“ überschneiden sich thematisch mit den Islamhassblogs PI, Quotenqueen und blu-News. Eine neue Entwicklung der letzten Monate ist das Aufeinandertreffen des PI-Mobs mit Akteuren der Neuen Rechten bei Veranstaltungen mit Thilo Sarrazin, Manfred Kleine-Hartlage oder Felix Menzel.

    Sehr empfehlenswert ist hierzu das Video der 3Sat-Kulturzeit: Eine Begegnung mit Deutschlands Neuen Rechten.

  3. Jürgen

    Sehr guter Artikel, der dieser schlimmen, pseudo-bürgerlichen Szene auf den Zahn fühlt und gut die Zusammenhänge aufzeigt.

    Beim Thema Mely Kiyak liegen Sie allerdings daneben, deren Kolumne “Liebe Salachristen” empfinden auch links eingestellte Katholiken als schlimmste Hetze.

  4. P.M.

    Allles vollkommen richtig, ich verstehe aber eben nicht, inwiefern das alles die Verwendung der Selbstbezeichnung der einen Szenen auf die anderen rechtfertigt.
    Sie sind ja eben trotz alledem (noch?) nicht identisch. Trotz vieler Überschneidungen und diversen geteilten Feindbildern unterscheiden sie sich immernoch stark in ihren jeweilligen Zielgruppen, Selbstbildern und vor allem auch Strategien und Ideologien (die Islamfeide bauen ihr Weltbild ja fast vollständig auf antimuslimischen Rassismus auf, während das der klassischen Neurechten ja auch sehr stark auf Antisemitismus stützt, sowie auf einem Elitarismus, aus dem auch die Ablehnung der “Massendemokratie” hervorgeht, die PI & Co. in ihrer Selbstdarstellung ja als “Stimme des Volkes” angeblich erst retten wollen).

    Wer das wegen vermehrten Überschneidungen ausblendet, der gerät mit seiner Analyse in die Unschärfe.

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