47 Kommentare

  1. Realist

    Wie schon an anderer Stelle geschrieben: Wer sich in schwarz-rot-goldenen Flaggen kleidet und “Deutschland, Deutschland” skandiert ist kein Nazi, bereitet aber meiner Meinung den Nährboden auf dem NSU-Morde gesellschaftlich möglich werden und macht sich somit schuldig.

    Ich verstehe aber, dass man das als “harmloser” “Party-Patriot” nicht sehen möchte.

  2. Meckermaul

    > “Bomben auf Engelland” lupenreines Nazi-Flieger-Liedgut
    > intoniert, komponiert vom Goebbels’schen Propaganda-Barden

    der Vollständigkeit halber sei erwähnt, dass Englands Fans und deren Propaganda-Barden, was kognitives Niveau und Wahl ihrer Ausdrucksformen angeht, leider kaum weiter sind:

    • @Meckermaul: Kein Widerspruch. Auch von der Insel fahren regelmäßig nicht gerade die allerangenehmsten Zeitgenossen mit ihrer Mannschaft durch die Gegend. Genau deshalb stellt sich die Frage, warum das nun ausgerechnet in Deutschland anders sein sollte, ja aber nicht weniger. Wir sind uns sicher: Auch Polen, Russland, die Ukraine und xyz haben einige “Gute”, die den deutschen Nazi-Hools nicht nachstehen. Aber: Das sind ja auch nicht “unsere” Freunde. Um mehr ging es ja nicht.

  3. Realist

    @meckermaul: Bomben auf Engeland glorifiziert Massenmord an Zivilisten. 10 German Bombers feiert die Erfolge der Royal Airforce gegen die Zivilisten bombardierende Luftwaffe. Und da siehst du keinen Unterschied?

  4. kubikunde

    “Offenbar scheint es völlig überraschend zu sein [scheint], dass…”

    Mir scheint da ein “scheint” zu viel in der Überschrift zu sein.

    Anm. d. Redaktion: Danke für den Hinweis!

  5. jj

    also sind die 500.000 ueberwiegend friedlichen fans z.b. an der berliner siegessaeule mitverantwortlich fuer die nsu-morde?
    made my day, selten solchen bullshit gelesen.

    aber hey, noch ein paar mehr posts und die pauschalisierung “deutscher fußballfan = nazi” ist perfekt.

  6. Chatnoire

    “(…)Zum Auftaktspiel der deutschen Fußballnationalmannschaft bei der Europameisterschaft 2012 besuchte Budo44 gemeinsam mit seinen Freunden das »Public Viewing« am Elbufer. Mehr als zehn Personen aus dieser Gruppe von etwa 60 jungen Männern und Frauen reckten während der deutschen Nationalhymne den rechten Arm zum Hitlergruß. Anders als bei vergangenen Übertragungen von EM- oder WM-Spielen war der Veranstalter vorbereitet und filmte sie dabei. Die Polizei erhielt noch in der Halbzeitpause Fotos und konnte einige Täter identifizieren.(…)”

    Quelle: http://jungle-world.com/artikel/2012/25/45683.html

  7. Werner

    Innerhalb 2 Tagen der 2 Artikel mit zielgerichteter und böswilliger Dramatisierung von einzelnen Vorkommnissen.

    Komisch in einem anderen Zusammenhang (ihr wißt schon was gemeint ist) verbittet sich die Szene die Überbewertung von “Einzelfällen”

  8. weltenbummler

    schade, dass bei bei publikative.org so oft licht und schatten wechseln. ihr nehmt euch ja durchaus differenziert fußballspezifischen themen an (ultras, pyro, sicherheit,…). im nächsten moment (artikel) aber haut ihr wirklich alles, aber auch alles (hools, nazis, onkelz, nationalelf) in einen topf und rührt kräftig rum. das ist bedauerlich und hinterlässt einen faden beigeschmack.

    • @weltenbummler: Wir finden ja umgekehrt eher, dass die Unterschiede zwischen verschiedenen Arten des Deutschland-Fans-Sein in der sonstigen Bericherstattung weitgehend in einem Topf bis zur Unkenntlichkeit verrührt werden. Anders gefragt: Macht es keinen Unterschied, ob man mit 11-Freunde-Trikot oder mit einem Panzer vom Hooligan-Versand rumläuft? Wenn doch, warum sind dann ausgerechnet wir “undifferenziert”, weil wir über dieses Phänomen berichten? Nestbeschmutzer? Will man einfach seine Ruhe im kollektiven Wohlfühl-Patriotismus? Sorry, aber was wir an Ultrà gut fanden und finden, war immer das Nonkonforme, das kritische Infragestellen, das Ablehnen von Rassismus, das Hinausdrängen genau solcher Gestalten aus vielen deutschen Kurven. Es ist das Gegenteil von Onkelz, Hools, Nationalfarben und “Schland”-Brei, in dem genau das alles verrührt wird.

  9. Thomas

    Zitat “Dass da, wo “Mexico” auf der Straße gesungen wird, Hooligans bis heute in der Regel nicht weit weg sind, ist allerdings unbestreitbar, …”

    Sorry, das bestreite ich, seit 25 Stadiongänger Klub/Nationalmannschaft, trotz der Videos (man kann zu allem alles finden) massiv.

    Da steht jetzt wohl Aussage gegen Aussage.

    • @Thomas: Ja, steht. Wenn man allerdings “zu allem alles finden kann”, könnten Sie ja mal anfangen, ganz viele Beispiele dafür zu finden, wo das jenseits von Nationalspielen von lauter bunten, friedlichen Party-Fans auf de Straße gesungen wird, dann korrigieren wir uns gerne. Wir haben “Mexico” außerhalb von Nationalspielen selten als Gassenhauer in Kurven gehört, abgesehen von ein paar Frankfurter Beispielen, wo es halt stellenweise auch eine große persönliche Nähe zur Band gab, selbst wenn Kevin Russel nie einen Hehl aus seiner HSV-Anhängerschaft machte.

      Umgekehrt gerne noch einmal die Frage: Warum erfreut sich “Mexico” bei Nationalspielen mehr Beliebtheit als irgendwelche Blumentopf- oder “Sportfreunde Stiller”-Nummern? Das liegt doch genau daran, dass es einfach aggressiver, mackermäßiger und angriffslustiger daherkommt als “54, 74, 90 schalala”. Der Song wurde von den Onkelz bis zum Schluss live auch sehr gerne mit einem “Augenzwinkern” “für alle fußballwahnsinnigen Hooligans da draußen” angesagt. Ist das Ihrer Meinung nach Zufall? Beim besten Willen: Wenn man schon damit kokettiert, dann sollte man hinterher auch den Kontext nicht abstreiten. Wie gesagt: Nicht jeder, der das singt, ist ein gewaltbereiter Hool. Aber alle gewaltbereiten Hools singen das halt auch ganz gerne.

  10. Nils

    @Werner: Falls Du es noch nicht mitbekommen haben solltest: Diese Website beschäftigt sich mit Ausformungen gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit und somit mit den Schattenseiten demokratischer Gesellschaften. Von “böswilliger Dramatisierung” kann von daher keine Rede sein, sondern eher von Thematisierung eines Teiles gesellschaftlicher Realität, unter der viele Menschen zu leiden haben – nämlich Rassismus.

  11. Thomas

    …ich kann weiterhin nur meine Wahrnehmung darstellen, nämlich das ich das Mexiko-Lied immer wieder in einem “Nicht-Hooligan-Zusammenhang” höre.

    Bei der Nationalmannschaft, aber auch in der Nordkurve Mönchengladbach.

    Deshalb glaube ich weiterhin das da vom Autor was konstruiert wird.
    Und es bleibt bei Aussage gegen Aussage, sorry.

    • @Thomas: Nun ja, “Aussage gegen Aussage” ist ja normalerweise erst der Anfang einer “Beweisfindung”. Da Sie sich daran nicht beteiligen wollen und inhaltlich auf keine der Warum-Fragen eingehen wollen, finden wir schon, dass wir unseren Punkt etwas besser belegt haben. Und ehrlich gesagt steht da ja auch echt nirgendwo, dass das ausschließlich von ganz krassen Nazi-Hools gesungen wird, die alle ein Hakenkreuz auf der Stirn tätowiert haben. Von daher: Akte geschlossen.

      Im Übrigen behaupten 90% der 80er-Hools, die damals Leuten aufs Maul gehalten haben, die ihnen nicht deutsch genug waren, heute in diversen “Biographien”, “keine Nazis” gewesen zu sein. Das hat ihren Opfern zwar wenig genützt, ist aber sicher gut zu wissen.

  12. Nils

    @Thomas: Das ist ja ein seltsames Milieu, innerhalb dessen Du “das Mexiko-Lied immer wieder in einem “Nicht-Hooligan-Zusammenhang” zu hören bekommst.

  13. Robert

    @Publikative: Nur macht ihr es euch da teilweise aber zu einfach! Beispiele aus dem letzten Artikel waren die Erwähnung von Gesängen wie “Hurra, Hurra, die Deutschen die sind da” und in diesem Artikel die undifferenzierte betrachtung von “mexiko”

    • @Robert:
      Steht ja nun schon x-mal hier: Wir können nicht sehen, was daran “undifferenziert” ist: Da wird gesagt, wo der Song herkommt und wen er unter anderem auch anspricht – was mit Videos belegt wird – und warum das unserer Meinung nach kein Zufall ist. Dass nicht alle, die das singen, Nazi-Hools sind, ist klar, steht da auch nirgendwo und wird ab jetzt auch nicht mehr kommentiert.

  14. Thomas

    @Autor

    Sie unterstellen jetzt das 2. mal jemanden Ihnen unterstellt zu haben “dass das ausschließlich von ganz krassen Nazi-Hools gesungen wird”, das hat aber niemand getan. Sehr mysteriöse (und doch auch leicht entlarvende) Reaktion.

    Nun gut zum letzten Mal, Sie müssen damit leben das es hier Kommentatoren gibt, die das Mexiko-Lied als völlig unpolitisches Partylied empfinden, das nix mit der Hooligan-Szene zu tun hat.
    Ich denke so empfindet auch die überwältigende Mehrheit der Fans, aber das kann ich nicht belegen, Sie das Gegenteil allerdings auch nicht.

    Von daher auch von mir Akte geschlossen.

    • @Thomas: Dass wir uns nicht einig werden, ist eh klar, oder? Trotzdem fehlt Ihrerseits irgendwie jeder Versuch eines Belegs, außer dass Sie behaupten, das gehöre in der Gladbacher Kurve zum Allgemeingut, was wir weder beurteilen, noch widerlegen können. Außerdem müssen wir natürlich mit vielem leben, was Leute hier so finden, ist ja deren gutes Recht.

      Aber wollen Sie ernsthaft abstreiten, in welchem Kontext der Song entstanden ist und zum Länderspiel-Kultsong wurde? Zwischen “Frankreichüberfall” und “Mexico” liegen zwei Jahre, kompositorisch möglicherweise noch weniger. Das ist ja sogar noch VOR dem ominösen Auftritt im “KdF”-Bunker, der angeblich (laut Onkelz) die Initialzündung für das Lossagen von der rechtsradikalen Skinhead-Szene war, das ist noch vor “Der nette Mann” (Fehlerhafter Albumtitel korrigiert, siehe Kommentare weiter unten, “Benjamin”) “Onkelz wie wir” und “Kneipentrroristen”, also den Alben, die zwar keine rechtsradikalen Inhalte, aber immer noch genug Hool, Suff-, Gewalt- und andere Inhalte hatte, die die “unpolitische” Hool-Szene zumindest nicht gerade abstießen. Noch vor dem Wechsel zu “Metal Enterprises”, das rein “zufällig” genau so ein ein Rechtsrock-Label war bzw. wurde wie Rock-o-Rama. Das ist alles noch lange, lange vor einem ernsthaften Lossagen von der Szene, die unserer bescheidenen Meinung nach frühestens da mit der Live-Pause zwischen 1986 und 1989 eintritt, wo man die alten Kumpels von den Konzerten weghaben wollte und schließlich erst mit dem Wechsel zu Bellaphon in ernsthaftem kommerziellen Erfolg mündet, der ja erst 1991 mit “Wir ham’ noch lange nicht genug” beginnt.

      Bis dahin hörte die Onkelz eine verschwindend geringe Minderheit, mehrheitlich eindeutig rechtradikal orientierter Skins und Hools aus den entsprechenden Szenen. Trotzdem (bzw. gerade deswegen) wurde “Mexico” schon 1990 lautstark bei Deutschland-Spielen gesungen. Wer hat diesen Song also zum Kultsong gemacht? Ganz sicher keine unpolitischen Party-People, die es Ende der Achtziger/Anfang der Neunziger beim Fußball in der heutigen Form ohnehin nicht gab. Und warum ist er eine Erkennungsmelodie für diejenigen, die schon länger dabei sind, die echten Jungs, die harten Kerle und nicht die Beckmann-Fraktion? Eben drum nämlich, wegen der Historie, wegen der Onkelz, wegen diesem ganzen vermeintlichen Rebellentum.

      Und abschließend: Wir sind ein Blog, das für emanzipatorische Gesellschaftskritik steht. Deshalb ergreifen wir auch für Fußballfans Partei, die einem rigiden Sicherheitsapparat unterworfen werden, der ihre Rebellion gegen die totale Vermarktung nicht in sein Event-System zu pressen vermag (oder so ähnlich). Aber ein sexistisches, chauvinistisches kleines Sauf-Liedchen über besoffene deutsche Männer auf großer Fahrt und ihre Scheißereien in südlichen Ländern? Was genau sollen wir daran nochmal gut finden …? Das ist doch hier nicht die “Freiwild”-Fanpage. ;-) So long.

  15. Robert

    @Publikative: Bewegt sich meiner Meinung nach auf einer Ebene mit der Killerspieldiskussion.
    Weil Amokläufer Killerspiele spielen, sind alle Gamer potentielle Amokläufer. Und jeder der Onkelz/Mexico singt ist ein potentieller Nazi.

  16. Martin

    Ein wertvoller Artikel! Es gibt also tatsächlich Nazis in den Reihen der Schland-Fans?!?! Mein Gott! Wer hätte das nur ahnen können?

  17. Jackson

    Dass bei Länderspielen mehr rechte Lieder oder Parolen gesungen werden als bei Liga Spielen (ausser in Dresden) ist ja wirklich nichts neues und sollte jedem aufmerksamen Fussball schon einmal aufgefallen sein. Auch dass die Böhsen Onkelz ausschliesslich von Neo Nazis gehört werden weiss doch jeder Gutmensch.

    Die Frage ist jetzt was denn die Botschaft oder die Lehre des Artikels ist??

  18. Kritischer Fußballfan

    Dass “Mexico” in der Gladbacher Nordkurve gesungen wird überrascht mich wenig. Immerhin gehört dort auch zum guten Ton über “schwules Kölner Pack” zu singen, dass sich “gern befummeln” lasse. Ich würde jedoch nicht sagen, dass jeder der das Lied ein potentieller Gewalttäter ist. Allerdings muss man zumindest eine gewisse Bewunderung für Hools haben, um ein solches Lied mitzugröhlen.

    Davon mal abgesehen kann keiner ernsthaft behaupten, dass gerade Auswärtsspiele im osteuropäischen Ausland immer wieder besonders unangenehme Deutschland Fans anziehen. Das haben diese oft genug bewiesen. Leider ist die Mannschaft nicht repräsantativ für den Fanpöbel, der die deutsche Elf ins Ausland begleitet. Das sind andere Länder deutlich weiter.

    Zuletzt noch folgendes: “Bomben auf England” glorifiziert den Vernichtungskrieg der deutschen Wehrmacht, “Ten German Bombers” den Kampf der Royal Air Force gegen diesen. Wer da behauptet, dass es die selbe Soße ist, dem ist nicht mehr zu helfen.

    • @Kritischer Fußballfan: Selbst wenn Letzteres historisch nicht falsch ist, ist es in der Realität trotzdem so, dass die englischen Protagonisten, die das heute noch in Fußballstadien singen, häufig alles andere als angenehme Zeitgenossen sind, um es freundlich zu formulieren.

  19. Kritischer Fußballfan

    das steht natürlich außer frage. allerdings halte ich die fangemeinde der englischen mannschaft für repräsentativer als die deutsche. bei meinem besuch in wembley (und zwei auswärtsspielen) habe ich jedenfalls mehr menschen mit migrationshintergrund und auch dunkelhäutige fans gesehen als ich bei deutschlandspielen jemals wahrgenommen hätte. das soll nicht heissen, dass englische fans die sperspitze der emanzipation wären. die positive entwicklung der englandfans in den letzten 10 jahren sollte man aber auch nicht völlig außer acht lassen. :-)

  20. Klaus

    Der Autor will hier teilweise offen, teilweise unterschwellig, die vielen, vielen deutschen Fußball-Fans, die das Mexico-Lied mögen partout in eine rassistische Ecke stellen. Er versucht das über die Schiene Hools–Klischee Onkelz. Anhand der vielen Kommentare kann man sehen, dass es dagegen (zurecht) einen erbitterten Widerstand. Vielleicht sollte der Autor jetzt doch einfach mal sagen: da hab ich mich vertan … Und vor allem: Entschuldigung

    • @Klaus:
      Aber mitnichten, mein Lieber, mitnichten. Erstens entschuldigen wir uns genauso wenig wie die Onkelz, die das ja Zeit ihrer Existenz weit von sich gewiesen haben, zweitens ist der “erbitterte Widerstand” inhaltlich-argumentativ insgesamt ziemlich schwach – jedenfalls beileibe kein Grund, seine Meinung zu ändern.

      “Der Autor” kennt die Onkelz auch nicht erst seit gestern und seine Pappenheimer ziemlich genau, wie sie den ausführlichen Kommentaren zu Hintergrund und Entstehung von “Mexiko” ja schon entnehmen konnten. Inhaltlich gehen Sie darauf natürlich nicht ein, warum auch, Sie versuchen das ganz einfach über die Schiene “Schland=geil, Onkelz=geil, Party=geil.” Hören Sie daher, was Michael aus Linz am Rhein, Ihnen im November 1996 im Nazirock-Magazin “RockNord” von der “Konzertfront” aus Köln zu berichten hatte:
      “Der Saal gröhlt immer wieder ‘Mexico’. Endlich steht Kevin mit einem Sombrero auf der Bühne, endlich eines von UNSEREN Liedern. Tausende Penner, die noch nie ein Stadion von innen gesehen haben, gröhlen mit. Ich würge. Wir fordern ‘Fußball und Gewalt’. Vergebens.”

      Genau darum geht es: “Mexiko” war lange, lange Zeit schon eins von “IHREN” Liedern, bevor es der vermeintlich harmlose Party-Kracher wurde, der es heute angeblich ist. Und auch Letzteres bestreiten wir nach wie vor, jedenfalls ist das nicht unsere Party. Wie gesagt: “Mit Sombrero auf und Doc Martens an, so geht die Reise los.” Und wie sangen die Onkelz passend dazu beinahe zeitgleich auf “Der nette Mann”? “Dr. Martens Beat, der Klang einer Stahlkappe, die dir in die Fresse tritt.”

      Noch Fragen, Kommissar Klaus? Entschuldigen Sie sich jetzt für Ihre unbedarfte Unwissenheit? Vermutlich nicht.

      Stets einen Onkelz-Gassenhauer weiter,
      mit herzlichen Grüßen
      publikative.org

  21. Frank Furt

    Bis dato hatte ich den Eindruck, dass Publikative zum Thema Fußballfans relativ gut recherchiert.

    Allerdings muss ich nach dem Fall Kuttner auch beim Fall Ungarn-Deutschland sagen, dass hier nur die halbe Geschichte erzählt wurde.

    Der Vollständigkeit halber sollte nämlich festgestellt werden, dass auf der anderen Seite des Zauns rund 150 Glatzköpfe aus Ungarn standen, die neben “Sieg H***”-Rufen auch Keltenkreuzfahnen präsentierten, um die Gäste zu provozieren. In Osteuropa leider gängiger Usus in den Stadien.
    Die Tatsache, dass anwesende Hooligans aus den einschlägig bekannten Gruppen (z.B. FFM) mit hohem Migrantenanteil, angeblich mit ideologisch gefestigtem politischen Hintergrund eine Provokation auf gleichem Niveau entgegnet haben sollen, spottet jeglicher Realität.
    Eine tiefere Recherche innerhalb der Szene und den darin vokommenden Provokationsgehabe wäre wünschenswert gewesen, ebenso wie die inhaltliche Bewertung des Gesamtvorfalls.

  22. antifaschistisch

    “Wie schon an anderer Stelle geschrieben: Wer sich in schwarz-rot-goldenen Flaggen kleidet und “Deutschland, Deutschland” skandiert ist kein Nazi”

    Nicht zwangsläufig, das stimmt. Allerdings hat sich die Taktik und Außenpräsentation der NPD dahingehend verschoben, mit eben schwarz-rot-goldenen Flaggen aufzutreten, um sich bürgerlicher zu geben und Mainstream-Nationalist_innen anzusprechen.
    Gerade in Zeiten der EM, in der schwarz-rot-goldenen Flaggen von (mindestens) unreflektierten Fußballfans aufgehängt werden, zeigen diese eben auch Flagge für die NPD-Kundgebungen, so diese in unmittelbarer Nähe stattfinden. Eingeholt wurden die Flaggen nicht.
    EM-Fußball-Nationalist_innen in Allianz mit der NPD – Bravo! :/

  23. Floda Nashir

    Wie schon an anderer Stelle geschrieben: Wer sich in schwarz-rot-goldene Flaggen kleidet und “Deutschland, Deutschland” skandiert, ist ein Nationalist.

  24. Chris

    Ein wirklich sehr gut recherchierter, leswenswerter Artikel. Vielen Dank an den Autor. Dass in den Kommentaren dann doch einige Leute auftauchen, die sich ihrer “ach so tolle” Deutschland-Party nicht vermiesen lassen wollen, ist nicht weiter verwunderlich. Denn leider gibt es zu viele Leute, die sich einfach einen Dreck darum scheren, was damit teilweise für Assoziationen hervorgerufen werden.

    Gut auf den Punkt bringt es Florian Schubert: „Diejenigen, die rassistische Gesänge anstimmen und den Hitlergruß zeigen, sind natürlich eine Minderheit, aber eine akzeptierte. Wirklich erschreckend ist, dass sich andere Fans einen Scheißdreck darum kümmern.“ ()

  25. justin

    Mir ist das Mexico-Lied auch nur als Party-Lied bekannt. Ich gehe davon aus,das 99% derer die das Lied auf Malle (oder anscheinend auch beim Fußball) singen, weder die Band noch die vorgeblichen Gründe kennen. Deshalb scheint mir die Sache auch komisch und es scheint diesem Blog eher darum zu gehen, die Leute die jetzt für die Nationalmannschaft sind in eine rechte Ecke zu stell

  26. Die “Respect” Kampangne der Uefa und die Realität…

    “Eine U-Bahn von Lemberg bis nach Auschwitz”>>> Unser Autor war mit Deutschland-Fans unterwegs in der Ukraine. Dabei erlebte er einige Dinge, über die hierzulande kaum berichtet wird: Nationalismus, Nazi-Kult, Antisemitismus und Rassismus gehö…

  27. Benjamin

    Sehr geehrter Herr Reisin,

    grundsätzlich ist Ihre Erkenntnis, dass bei Spielen der deutschen Nationalmannschaft ein vielschichtiges Klientel zugegen ist sicherlich richtig. Dass hierbei auch Vertreter der rechten Ecke zu finden sind, dürfte nicht sonderlich überraschen.

    Allerdings wird mir im Blog zu vieles vermischt und letztendlich undifferenziert betrachtet. Gerade die Disukussion um den Gassenhauer Mexico von den Böhsen Onkelz geht in die falsche Richtung.

    Ihre überragend tolle Recherche beginnt mit dem Fehler, dass das Album “Der nette Mann” nach “Mexico 86″ erschienen sei. Dies ist schlichtweg falsch. Somit ziehe ich den Schluss, dass Sie hier überhaupt nicht recherchiert haben (ein Blick auf Google macht’s möglich) und Ihr propagiertes Wissen über die Band wohl eher lückenhafter Art ist.

    Des Weiteren vermischen Sie hier eindeutig die Begrifflichkeiten Hool/Skin/Nazi. Dies führt für mich und andere Leser zum Eindruck, dass sie einen Teil der Fans in eine gewisse (rechte) Ecke stellen möchten.

    Sie führen in auch in diesem Zusammenhang immer wieder das ominöse Mexico an. Von der damaligen (hier falsch dargestellten) Gesinnung der Onkelz schließen Sie auf die Gesinnung vieler Fans heute.
    Die Onkelz waren in dieser Zeit der unpolitischen (http://de.wikipedia.org/wiki/Skinhead) Skinheadszene zuzuordnen. Hier dominierten sinnlose Gewaltverherrlichung und Alkohol. Im Leben und in den Texten der Band. Dies allerdings vollkommen unpolitisch. Oder verwundert es Sie, dass die Lieder der Onkelz sowohl in der extrem rechten als auch in der extrem linken Szene geächtet sind? Somit haben Skinheads sicherlich ein Wenig mit Hooliganismus zu tun (grundlose Gewalt). Ganz sicher aber nichts mit irgendeiner politischen Gesinnung. Dass personen beider extrempolitischer Lager unter Siknheads bzw. Hools zu finden sind, lässt sich nicht bestreiten. Allerdings besteht hier wohl nur eine geringe Deckungsgleichheit.

    Somit wäre die politische Dimension des Stadionliedes Mexico wohl widerlegt. Was bleibt ist die potentielle Gewaltbereitschaft.

    Betrachten wir jetzt noch völlig unvoreingenommen, dass die Stadiongänger, die dieses Lied heutzutage anstimmen, in etwa im Alter von 20-30 Jahren sind, so bedeutet dies, dass viele zur Zeit als die Lieder noch einen gewaltverherrlichenden Hintergrund hatten, noch nicht einmal das Licht der Welt erblickt hatten. Daraus lässt sich schließen, dass jene Konnotation bei der Intonierung des Stücks über 25 Jahre nach dessen Veröffentlichung wohl eher nicht mitschwingt.

    Bleibt noch, dass Fußballfans sich bei der Unterstützung ihres Teams oft martialisch in Szene setzen wollen um den Gegner einzuschüchtern. Der Gesang einer großen Gruppe dient diesem Zweck unverholen (wer schon einmal “You’ll never walk alone” von den Kops in Glasgow und Liverpool gehört hat, weiß was gemeint ist) genauso wie der militärisch anmutende Aufmarsch einer Gruppe. Allerdings hinkt auch hier der (schon oft angeführte) Nazi-Vergleich deutlich, da militärische Gruppen seit dem antiken Ägypten diese Form der Inszenierung praktizieren. Auch hier offensichtlich völlig unpolitisch. Sich vor diesem Hintergrund über “Deutschland Deutschland”-oder “Sieg Sieg”-Rufe zu stören zeugt in meinen Augen von Böswilligkeit.

    • Sehr geehrter “Benjamin”,

      leider war hier in den letzten Tagen sehr viel los, deswegen erst jetzt eine Antwort auf Ihren Beitrag:

      1. Zunächst: Vielen Dank für Ihre Korrektur, Sie haben natürlich Recht, was die Nennung von “Der nette Mann” an der entsprechenden Stelle angeht. Gemeint war “Onkelz wie wir” (ist im Text korrigiert). Allerdings offenbart dies weniger “den Schluss, dass Sie hier überhaupt nicht recherchiert haben (ein Blick auf Google macht’s möglich) und Ihr propagiertes Wissen über die Band wohl eher lückenhafter Art ist“, wie Sie offenbar sofort unterstellen müssen, sondern es handelt es sich dabei schlicht um einen Flüchtigkeitsfehler in einem Kommentar zum Text, wie aus dem Kontext mehr als deutlich wird. Dort heißt es:

      “Zwischen “Frankreichüberfall” und “Mexico” liegen zwei Jahre, kompositorisch möglicherweise noch weniger. Das ist ja sogar noch VOR dem ominösen Auftritt im “KdF”-Bunker, der angeblich (laut Onkelz) die Initialzündung für das Lossagen von der rechtsradikalen Skinhead-Szene war, das ist noch vor “Der nette Mann” und “Kneipentrroristen”, also den Alben, die zwar keine rechtsradikalen Inhalte, aber immer noch genug Hool, Suff-, Gewalt- und andere Inhalte hatte, die die “unpolitische” Hool-Szene zumindest nicht gerade abstießen.”

      NATÜRLICH kann damit NICHT “Der nette Mann” gemeint sein, denn dieses enthält neben dem Titelsong ja mit “Frankreich 84″, “Deutschland” und “Böhse Onkelz” jede Menge Lieder mit relativ eindeutig rechtsradikalen Inhalten. Von daher: Ja, weil später in dem Kommentar auch noch von “Der nette Mann” die Rede ist, ist es oben gewissermaßen als Freud’scher Fehler mit reingerutscht. Gemeint waren aber die beiden ersten Platten NACH dieser Phase der Onkelz, nämlich “Onkelz wie wir” und “Kneipenterroristen”. Sie wissen im Übrigen, dass es eine Mexiko-Version von “Frankreich 84″ gab, bevor man dann doch einen neues Lied für das neue Turnier schrieb?

      2. Ich weiß nicht, ob die Onkelz-Diskussion in ihrer 150.000sten Auflage hier nun zu bahnbrechend neuen Ergebnissen führt. Wissen Sie, wenn ich alle Anhänger Band “in die rechte Ecke” stellen möchte, könnte ich es mir sehr viel leichter machen. Die TAZ hat sich ja bekanntermaßen sogar das Recht erstritten, die Onkelz eine “berüchtigte rechtsradikale Band” nennen zu dürfen. Meinen Sie nicht, da könnte man dann ganz anders dahergehen, wenn man das sagen wollte? Es ist viel mehr eines der beliebten Totschlagargumente von Onkelz-Fans: Sobald man es auch nur wagt, darauf hinzuweisen, dass man die Onkelz nicht komplett unproblematisch findet, kommt immer sofort jemand um die Ecke uns sagt trotzig: Aber wir sind keine Nazis. Sorry, aber das ist Kindergarten.

      Wenn Sie an meiner persönlichen Meinung interessiert sind: Ich finde es lächerlich, zu behaupten, die Onkelz hätten sich von Anfang bis Mitte der Achtziger auch nur einen Deut von 99% der restlichen Skin-Szene unterschieden. Und diese politisierte sich nun einmal relativ schnell relativ eindeutig nach rechts, gerade in Abgrenzung zu Punk. Die Onkelz sind diesen Weg bis ca. 1986 mitgegangen und haben der Szene musikalische Denkmäler gesetzt, die damals ihresgleichen suchten. Nichts daran war “unpolitisch”, die Überschneidungen zwischen den genannten Szenen waren damals fließend, gerade auf Konzerten und im Stadion. Natürlich gab es auch Differenzen, natürlich waren nicht alle Beteiligten Neonazis (schon gar nicht in ihrer eigenen Wahrnehmung), aber diese klare Abgrenzung, die Sie hier vornehmen wollen, entspringt reinem Wunschdenken.

      Mit welchen Bedeutungen das alles 30 Jahre später aufgeladen ist, kann hier nicht abschließend entschieden werden. Ich halte es für extrem fragwürdig, wenn Liedgut das eindeutig aus dieser Phase stammt, nun als völlig harmloser Partykracher tituliert wird, der KEINERLEI Bezug mehr zu seinem historischen Kontext haben soll. Wenn dem so wäre, könnten wir ja auch über ganz andere Songs neu nachdenken: Auch “denn heute gehört uns Deutschland und morgen die ganze Welt” könnte jenseits seines historischen Kontexts als schmissiger Stimmungssong durchaus durchgehen. Zugegeben polemisch, aber so einfach ist es nun mal nicht. Nachdem in den letzten 15 Jahren genau diese Art der mit rechtsradikalen Einstellungen immer wieder liebäugelnden Fußballkultur durchbrochen wurde, gibt es aus meiner Sicht überhaupt keinen Grund, derlei Liedchen aus einer anderen Zeit, “unkritisch” zu betrachten.

      3. Wissen Sie, wenn nur noch Leute mit rechtsradikalen Einstellungen herumlaufen würden, die ein Hakenkreuz auf der Stirn tätowiert haben, dann hätten wir deutlich weniger Probleme. Dieser Blog existiert aber unter anderem deswegen, um aufzuzeigen, dass rechtsradikale Denkmuster und Einstellungen von Rassismus über Antisemitismus bis hin zu Gewalt als Problemlösung eben NICHT nur bei bekennenden Nazis verbreitet sind. Das sind immer die wenigsten, denn wer mag sich schon offen zu einer derart gesellschaftlich geächteten Weltanschauung bekennen? Eben: Nur die wenigsten.

  28. namenamenameanme

    jede/r der sich positiv auf eine nation bezieht ist nationalistisch. in der qualität gibt es unterschiede. dennoch ist diese person klar im politisch rechten kontext einzuordnen(die angeblich linken völkischen spinner ebenso).
    es besteht hier (deutschland abgefeiere) folgerichtig eine anschlußmöglichkeit für neonazis. auch ist offfensichtlich gar kein wille der “schland-fans” vorhanden sich von extrem rechten personen abzugrenzen. sie würden es ohnehin nicht schaffen.
    und dann aber mit einer nationalfahne unpolitisch wirken wollen. das ist ja wohl ein schwachsinn ohne namen. deshalb scheißt auf deutschland und spielt lieber selbst fußball. das wetter ist doch gut.

  29. carsten

    Habe ich schon unter den Text von Florian Schubert gepostet, passt hier aber auch zur Diskussion um die falsch interpretierten Gassenhauer der Onkelz:
    Herzlichen Glückwunsch! Publikative hat mal wieder den Nerv getroffen. Florians Artikel hob sich wohltuend, neben sehr wenigen anderen, von einem journalistischen Einheitsbrei ab. Wenn die Uefa die Bilder bestimmt und viele Redaktionen die Schwarzrotgeilheit des Pöbels schüren, da fallen hämische Kommentare über jeden der noch einen kleinen Rest Vernunft in sich trägt.
    Zu den Onkelz und ihrem Song Mexico möchte ich doch noch etwas beisteuern. Auf der Scheibe auf der er veröffentlicht wurde, und die auch von heutigen Fans noch gehört wird, befindet sich als letztes der Song “Gesetz der Strasse”. Der gewiss auch so völlig harmlos gemeint wie lustig in die Debatte um einen neuen Partynationalismus passt:

    Zeig was Du denkst, tu was Du willst
    Nur verlier’ nie Dein Gesicht,
    zeigt keine Schwäche, zeig keine Angst,
    denn Verlierer zählen nicht
    CHORUS:
    Gesetze der Straße sind Gebote der Gewalt
    Gesetze der Straße sind Blut auf dem Asphalt
    Kampf in den Stadien
    Kampf in den Straßen
    nie endende Gewalt
    sind Ausdruck des Unmuts und der Arbeitslosigkeit

    Da hat der Texter doch glatt Heitmeyers These des Modernisierungsverlierers vorweggenommen. Aber nein alles ganz harmlos liebe Fußball/Onkelz-Fans…
    Wie gut, dass Verlierer nicht zählen.
    Wer hat gewonnen?

  30. Lisa M.

    Allmählich wird dieser Blog immer lächerlicher. Mal schwappt er ins Linksextreme, dann ist er antideutsches Gesocks (wie hier) und mal gibt er sich der Lächerlichkeit preis, indem Sachen zusammengeworfen werden, die nicht zusammengehören.

    Sorry, früher habe ich mir diesen Blog gerne durchgelesen, aber allmählich fährt er die falsche Schiene. Klingt allmählich eher wie Antifa-Stimmungsmache oder die Linkspartei, die mit dem Finger auf Fußballfans zeigt…

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