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  1. P.M.

    @Axel Mylius:

    Ja, beide Staaten haben irgendwie antisemitische Ideologien, die stark von Irrationalität geprägt sind. Soweit würde ich dem gar nicht widersprechen. Aber auf der Makroebene hinkt der Vergleich aber stark, für eine Parallelisierung, so wie sie das vornehmen, reicht es einfach nicht aus.

    Ich würde nun gerne mit Ihnen darüber diskutieren, da Sie aber auf meine vorherigen Argumente nur sehr am Rande eingegangen sind, belasse ich es mit ein paar Kommentaren.

    Was Sie über die Nazis schreiben, ist alles vollkommen richtig. Was sie über die Selbstmordattentäter im Nahen Osten reden, ebenso. Nur – sie wollen ihren Vergleich zwischen Nazi-Deutschland und Iran stützen, reden aber von Terroristen und Paramilitärs aus dem Libanon und Palästina!
    Eines meiner Hauptargumente war ja gerade, dass der Antisemitismus Hauptstütze des damaligen deutschen Staates und letztendlich auch Selbstzweck war. Das zeigt sich ja nicht nur in der Vernichtung selbst, sondern zieht sich wie ein roter Faden durch die Geschichte dieses Regimes, von Pogromen und Enteignungen bis hin zu den Nürnberger Gesetzen.
    Dass andererseits die Hetze der Diktatur im Iran durchaus taktische Gründe haben könnte, habe ich ja beschrieben (worauf Sie kein Stück eingegangen sind). Wo finden sie bei den iranischen Herrschern einen Fanatismus, der so groß ist, dass sie ihr Leben und ihre Herrschaft ihren Vernichtungswahn unterordnen, so wie das deutsche Regime es am Ende getan hat? Dass die Terroristen von Hizbollah und co. einen solchen haben, ist mir klar. Nur funktioniert ein Vergleich zwischen solchen Verbrecherbanden und einen massenmordenden Staat wie dem damaligen deutschen ja zu offensichtlich nicht, darum setzen sie sie mit ihren Förderern im Iran in eins.

    Mein anderer wichtiger Punkt, nämlich die Machtfrage, wird nach wie vor Ihnen komplett ausgeblendet. So als sei es das gleiche, wenn ein Machthaber einer ethnischen Minderheit droht oder einem seinen eigenen Land militärisch überlegenen Staat im Ausland!

    Ich finde, ihr Vergleich ist so gut wie einer zwischen Mücken und Vampiren. Sie ignorieren Qualitäten und Quantitäten. Und gäbe es Vampire, würde man sie damit verharnlosen, finden Sie nicht?

  2. @P.M.

    Um noch einmal auf den Ursprung unserer „Debatte“ zurück zu kommen: Ich wollte darauf hinweisen, dass das islamistische System im Iran und dessen Träger (in Form der Geistlichkeit) nicht geschwächt sind oder auf tönernen Füßen stünden (wie von Ihnen gemutmaßt). Hinsichtlich der antisemitischen Propaganda und des Fanatismus zog` ich Vergleiche mit Nazi-Deutschland und unter dem Hinweis der Zusammenarbeit des Iran mit deutschen Neonazis. Mein Hinweis auf die Hisb`allah, negiert doch nicht die Gemeinsamkeiten, die Nazi-Deutschland und der momentane Iran innerhalb ihrer manischen Vernichtungsfantasien hatten bzw. haben. Diesbezüglich schrieb ich bereits, dass es dennoch kein Auschwitz unter der Islamischen Republik Iran gab. Dessen ungeachtet bleibt die Gefahr – und darum dreht es sich – einer Vernichtung oder Zerstörung Israels durch Atomwaffen in den Händen religiöser Fanatiker, die nicht etwa Fanatiker durch eine Propaganda aus „taktischen Gründen“ geworden sind. Eine Propaganda (basierend auf einer religiösen „Heilslehre“ vom erwünschten Tod), die auf jenen „Märtyrertod“ abzielt, ist wohl wenig (wenn gar nicht) als „taktisch“ zu bezeichnen, wobei ich hinzufüge, dass es Ihnen ja um die Propaganda des Iran innerhalb der Region ging. – Jene Propaganda nun, zielt nicht etwa auf einen Ausgleich, eine Zweistaaten-Lösung etc. ab, sondern apostrophiert eine islamistische Übereinkunft und sunnitisch-schiitische Querfront gegenüber dem Westen, wobei sich der Iran als Opfer-Lamm unter „antiimperialistischen“ Anstrich zeichnet.

    Hinsichtlich Ihrer Frage: „Wo finden sie bei den iranischen Herrschern einen Fanatismus, der so groß ist, dass sie ihr Leben und ihre Herrschaft ihren Vernichtungswahn unterordnen, so wie das deutsche Regime es am Ende getan hat?“, kann ich erstens nur „polemisch“ antworten, dass sich mir dieser Wahn und Fanatismus an jenen Opfern zeigt, die man an Kränen aufhängt, sich dabei auf den Islam beruft und es noch im Fernsehen zeigt, und Zweitens bleibt es mir natürlich im Unklaren, wie sich eine Geistlichkeit und eine durch sie und die sog. „Religionswächter“ abgesegnete Regierung verhalten oder verhalten würden – auch bzgl. der eigenen Bevölkerung -, wenn sie sich letztendlich nur noch in Bunkern aufhalten müssten und wohl möglich in Besitz einer Atombombe seien. Zu mutmaßen bliebe jedoch, dass auch dann die vorgebliche „Vorzüglichkeit“ der Führerschaft dergestalt http://german.irib.ir/nachrichten/politik/item/208570-iranischen-feinden-ist-die-niederlage-beschieden „beschieden“ würde…

    Abschließend kann ich mich nur wiederholen: Es wurden von mir keine Vergleiche gezogen, die auch dem Iran eine industrielle Tötung der Juden attestiert hätten – was Sie offenbar weiterhin aus meinen Zeilen herauszulesen glauben. Das Thema war und bleibt, zumindest innerhalb unserer Debatte, die Gefahr einer Massenvernichtungswaffe innerhalb eines religiösen Regimes, dessen antisemitische Propaganda deckungsgleich mit Jener der Nationalsozialisten ist und durch Neonazis hofiert wird. Überdies bliebe im Zeitalter von Massenvernichtungswaffen ein Vergleichenwollen zwischen „Mücken“ und „Vampiren“ (wobei Sie wohl Nazi-Deutschland und den Iran in Verbindung mit meinen Vergleichen meinen) irrelevant, da es letztendlich für Israel auf das Gleiche hinaus käme und wohl auch müßig wäre darüber zu streiten, ob nun eine „Mücke“ oder ein „Vampir“ die Bombe zündet. Wie nun letztendlich eine Machtfrage zu beantworten wäre, ist mir angesichts der bereits angeführten religiösen Irrationalität gegenüber den Juden und Israel sowie im Kontext einer Atombombe relativ „schnurz“. – Diesbezügliche Fragestellungen wurden bereits unter http://www.publikative.org/2012/04/06/im-zweifel-gegen-israel/ mehr oder weniger „abgearbeitet“, und was mich anlangt, würde ich mich auch dahingehend lediglich wiederholen.

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