60 Comments

← Previous Page 6 of 6
  1. Quarktasche

    …und zum Thema: “wie gut darf Nazi-Musik sein?” Lale Andersens Musik war zu gut:

    “Ende September 1942, nachdem der Erfolg des Liedes Lili Marleen der Reichskulturkammer und dem Propagandaministerium verdächtig geworden war, fiel auch Lale Andersen selbst bei den politischen Machthabern in Ungnade: Sie hatte die Teilnahme an einer Besichtigung des Warschauer Ghettos abgelehnt, und ihre Privatbriefe an Emigranten in der Schweiz waren bekannt geworden. Am 16. September wurde sie mit sofortiger Wirkung aus der Reichskulturkammer ausgeschlossen, ihre Schallplattenaufnahmen durften nicht mehr im Rundfunk gesendet werden und sollten bis auf die „Urplatte“ von Lili Marleen aus dem Archiv entfernt werden.[4]

    Der Einweisung in ein Konzentrationslager (wegen „undeutschen Betragens“) kam glücklicherweise eine Falschmeldung der BBC über ihre angeblich bereits erfolgte Verhaftung zuvor. Dadurch zu heftigem Dementi genötigt, konnten die Nationalsozialisten diesen tatsächlich geplanten Schritt nicht mehr realisieren. Daraufhin wurde der Künstlerin „nur noch“ untersagt, das Lied je wieder zu singen. Im Mai 1943 wurde ihr Auftrittsverbot zwar teilweise gelockert; doch blieb es ihr strikt verboten, vor Soldaten zu singen oder sich in irgendeiner Weise mit ihrem Erfolgslied in Verbindung zu bringen. Stattdessen hatte sie sich laut Anordnung der Reichskulturkammer jederzeit für das Propagandaministerium bereitzuhalten, um für die Rundfunkpolitische Abteilung englische Schallplatten („Propagandajazz“) einzusingen. Sie zog sich auf eine Einladung hin auf die Insel Langeoog zurück und verblieb dort bis zur Übernahme der Insel durch die kanadische Armee.”
    (Wiki)

  2. Katha

    @Patrick Gensing, Publikative.org,
    der beigefügte Artikel vom 2.12.2011 schweift zu sehr vom Thema ab. Dennoch frage ich mich, ob ihr Kollege Bands wie die ‘Onkelz’ oder ‘Motörhead’ als Fascho-Bands sieht oder warum er diese als Beispiel in seinem Artikel erwähnt.
    Aber bleiben wir beim Thema.
    Ich weiß, dass ‘Sleipnir’ dieser Szene angehört und sagte lediglich, dass ich in den wenigen Liedern, die ich von dieser Band kenne, keine rechtsextremen Inhalte finden kann und nicht, dass die Band unbedarft erscheint. Mir egal, was die Leute der Abschlussklasse oder sonst wer denkt. Nur, warum macht man jedes mal bei diesem Thema ein solches Fass auf? Es wird sich unnütz aufgeregt, das bring nichts, außer Falten, und jeder meint mitreden zu müssen/können, weil man selbst alles besser weiß. Aber ich sag Ihnen mal was. Die Leute, die am lautesten “Nazis raus” rufen, sind meist die größten Faschisten. Ich will das nicht verallgemeinern, denn es trifft sicher nicht auf alle zu, aber auf einige. Man wird von Leuten wie ‘Klaus’ als ‘ungebildet’ oder gar ‘astreiner Nazi’ bezeichnet, weil man seine eigene Meinung kundtut und nicht die gleichen Ansichten teilt. Armes Deutschland.
    Ich für meinen Teil jedenfalls bin gegen Rassismus und Extremismus, egal, ob von rechts oder links, weil jedes Extrem gefährlich und dumm ist.
    Gruß

  3. Nils

    @Katha:

    Nun ist es jedoch so, dass Rassismus, Antisemitismus, Chauvinismus, Homophobie und Sexismus sowie Nationalismus in der Mitte der Gesellschaft verbreitet sind, und von daher können vermeintlich “harmlose” Texte einer extrem rechten Band den Einstieg in die Szene vermittels des Triggering des gesellschaftlich vorhandenen Potenzials ermöglichen.

    Es gibt viele interessante Analysen, die das Thema näher beleuchten: FES-Studien “Vom Rand zur Mitte” und “Die Mitte in der Krise”: http://library.fes.de/pdf-files/do/04088a.pdf bzw. http://library.fes.de/pdf-files/do/07504-20120321.pdf . Hier die Website des IKG der Universität Bielefeld, auf der beschrieben steht, was unter gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit zu verstehen ist: http://www.uni-bielefeld.de/ikg/gmf/einfuehrung.html . Und hier noch der aktuelle “Thüringen-Monitor”: http://www.bagkr.de/wp-content/uploads/thueringenmonitor-2011.pdf

  4. o.b.

    Oh je, irgendwie frage ich mich, wieviele unwissende Personen es in der Schule gibt. Wahrscheinlich viele. Überprüfen die Verantwortlichen nicht, was ihre Schüler da verzapfen? Merkwürdig.

    Es geht sicherlich nicht um den Liedtext. Aber es geht um die Band ansich. Da wäre es ratsam gewesen, was anderes zu wählen. Somit wird eine Naziband gesellschaftlich akzeptiert, wenn sie bei sowas gecovert wird. Somit werden dann auch Naziinhalte gesellschaftlich verankert. Das muss man echt nicht haben.

    Hätte man ja gleich mit Braunhemden auftreten können. Die Reihen dicht geschlossen, eine eventuelle Flagge voran, dann aus dem Saal marschiert…am besten noch mit Trommeln und Fakeln. Wäre doch auch “nur” eine tolle Show gewesen…

    Naja, wie meinte die Katzenberger mal so treffend: “Hegel bemerkte irgendwo, daß alle großen weltgeschichtlichen Tatsachen und Personen sich sozusagen zweimal ereignen. Er hat vergessen, hinzuzufügen: das eine Mal als Tragödie, das andere Mal als Farce.”

    Hier war es echt leicht farcig.*g*

    Mit freundlichen Grüßen
    Olli

  5. Thomas

    Oh je, schon wieder der Versuch ein völlig unpolitische Lied zu skandalisieren.

    Ist doch zum Thema EM/ Lied “Mexico” schon schief gegangen, als der publikative-autor noch nicht mal wußte von welchem Album das Lied war….und ihm hunderte Kommentatoren darlegten, wie falsch er lag.

    Laßts doch einfach

  6. Muhandis

    1. Wird hier jetzt auch Rechten ein Forum geboten?
    2. Faschismus ist keine Meinung, sondern ein Verbrechen, und gehört als solches behandelt. Aus erzieherischen Gründen einfach den für den Vorfall verantwortlichen Schülerinnen und Schülern das Abi aberkennen und sie es ggf. wiederholen lassen, aber erst wenn diese sich glaubwürdig distanziert haben.

  7. LaHaine

    Das war doch eine Schulklasse in Westdeutschland, dort gibt es doch sicher auch Kinder mit Migrationshintergrund. Wie müssen sich diese und ihre Eltern gefühlt haben, als sie von dieser Liedwahl erfahren haben, ganz sicher nicht willkommen in ihrer Heimat?

  8. [...] Als Kopf der Band “Blue eyed devils” (BED) erreichte Page Kultstatus in der Szene – nicht nur in den USA. Das “Netz gegen Nazis” schreibt, in Deutschland seien die “Blue Eyed Devils” anfangs durch die Werbearbeit des “Blood & Honour”-nahen Versands “Hatesounds” aus Werder (Brandenburg) bekannt geworden. Im Dezember 2009 sollen die BED angeblich auch in Sachsen-Anhalt aufgetreten sein, nach nicht bestätigten Berichten auf Szene-Seiten mit Faustrecht und Sleipnir (deren “unpolitisches” Liedgut an einer deutschen Schulen bei der Abschlussfeier gesungen wurde…). [...]

  9. Tonky

    Ist schon etwas her, aber beim lesen der Kommentare stieß mir doch etwas, präziser die Beiträge von hans und die Antwort von Mojo auf. Ich mach mir dann mal Luft:

    Mojo, obwohl ich Deine Haltung in weiten Teilen nachvollziehen kann, möchte ich deinem Satz “[...]deshalb muss über solche vorfälle berichtet werden und nicht erst wieder, wenn nazis wieder leute auf der straße tot prügeln.” ein kleines Update verpassen: Wir haben nicht nur die vergangenen NSU Morde und das Auftreten Ihrer öffentlichen Unterstützer zu registrieren, sondern auch dem Umstand rechnung zu tragen, dass sich die Übergriffe durch Nazis in der jüngsten Vergangenheit häufen. Bremen, Rostock, Dittmarschen, Kiel, Göttingen, Lübeck, Itzehoe, Hamburg und viele weitere Übergriffe von denen wir sicher nicht alle bemerken finden in einem Setting statt in dem Rassismus und Nationalismus offensiv hoffähig gemacht werden. Wir haben also auf jeden Akzeptierten Vorfall dieser Art unser genaues Auge zu werfen und die Publikative macht hier zum Glück einen guten Job. Die Zeichen stehen meiner unmaßgeblichen Meinung nach nicht gut und, Hans, das muss gesagt werden: Im günstigsten Falle könnte man dir zugute halten: du irrst dich, vermutlich gewaltig.

Comments are closed.