12 Kommentare

  1. Dennis K.

    Insgesamt ein wichtiger Beitrag zu einem leider viel zu selten beachteten Thema.

    Leider gibt es zu jeder Zeit immer ein szenetypisches Feindbild.
    Egal ob die Spießer der vor-68er, die Popper der spät-80er, die Emos um die Mitte 2000 und nun die “Hipster” – nur um einige wenige zu nennen. Man hat manchmal das Gefühl, dass der Intervall, in dem die Feindbilder sich wandeln, schneller wird – aber die Thematik selbst ist leider nicht neu und von ihrer Funktionsweise der Thematik des Rassismus und Nationalismus sehr ähnlich.

  2. LaHaine

    Was ist mit dem Klassenkampf? Besteht nicht zwischen Gering- und Besserverdienern ein Klassenkonflikt?

  3. floh

    die selbe scheiße hat mensch in berlin, erweitert um die bösen “schwaben”. jetzt mal ehrlich leute: ist das euer ernst? das ist eure kritik? ich empfehle mal schleunigst das ein oder andere buch in die hand zu nehmen! euer blinder völkisch-chauvinistischer haß ist unerträglich! aber ich vergaß, die yuppies sind ja daran schuld das ihr euch keine bücher leisten könnt… hab da neulich was entdeckt, dat nennt sich bibliothek. kost sogar nix. also auch für die armen stalinstInnen und antiimpis geeignet. aber habt ihr da nebst eurem ehrlichen handwerk, dem ihr nachgeht, überhaupt zeit?
    und welcheR radikaleR Linke ruft denn bitte “ihr scheiß antifa-fotzen”?! hm mal überlegen…so viele möglichkeiten wirds da wohl nicht geben. die “mutmaßungen” überlaß ich jedem menschen selbst.
    äh ich geh ma in die bib…

  4. Wired

    Eine Notoperation des Betroffenen soll es entgegen erster Polizeimeldungen nicht gegeben haben (u.a. http://www.ndr.de/regional/hamburg/schanzenfest207.html, Unterpunkt: “Zwei Männer durch Messerstiche verletzt”). Die Polizeipressestelle hat allerdings ihre Pressemitteilung dahingehend nicht geändert oder ergänzt.

    Und zur Medienkritik: Es ist halt der alte Blues. Die Polizei gibt vor (http://www.presseportal.de/polizeipresse/pm/6337/2313101/pol-hh-120826-1-schanzenfest-endet-mit-krawallen) und die Redaktionen singen nach ohne selber zu Recherchieren. Vor deren Pressemitteilung um 3.20 Uhr hatten die meissten Medien auch noch von einem friedlichen Verlauf geschrieben.

  5. @LaHaine

    Klasse entscheidet sich nicht daran, wie viel jemand verdient. Abhängig vom Lohn sind die meisten Menschen, da sie kein nennenswertes Eigentum besitzen und am Ende des Monats wieder für fremden Reichtum malochen müssen. Daher sind sie als Lohnabhängige grundsätzlich erstmal Teil einer Klasse. Als eine Klasse verstehen tun sich diese Leute nicht – das ist aber die subjektive Seite, die kritisiert gehört.
    Das innerhalb dieser Klasse eine Konkurrenz herrscht, ist leider bittere Realität. All diese Menschen stehen in Konkurrenz um die begrenzten Arbeitsplätze und damit um den Lohn, der in dieser miesen, bedürfnisfeindlichen Gesellschaft leider die Grundlage der proletarischen Existenz darstellt.

  6. quarktaschexx@gmx.de

    @Floh Ich finde du klingst auch als wenn du nicht ganz feindbildfrei bist? “euer blinder völkisch-chauvinistischer haß ist unerträglich!” Wenn meinst du denn überhaupt damit!?*

    Berlin hat mit Sicherheit mehr als 10 000 Hauswände. Das Wenigste, was da dran steht, eignet sich zur ernsthaften Reflektion.

    Ich denke auch das Bild des “Anti-Schwaben” ist ein Feindbild, das Neuankömlingen in der Stadt als Orientierung dient. Das System der Feindbilder bedingt sich, wie so oft, gegenseitig. Der Ausweg ist nur über deren Abbau möglich.

    Ich denke viele Neuankömlinge haben eine falsche, übersteigerte Erwartungshaltung an Berlin. Fanden Berlin *total cool*, haben gehört dort wäre alles möglich. Sind dann völlig überrascht, das man sich auch in Berlin seine Freunde selber suchen muß. Bier gibts nicht umsonst und der chicste Club nützt nichts, wenn man nicht reinkommt. Die *tolle Streetart* die der Berlinliebhaber auf Facebook sammelte und beobachtete, wird am Haus der ersten Berliner Wohnung zu profanem Strassendreck. Dann entsteht Frust, der Feindbilder mit sich bringt.

  7. Leon Zylberlang

    Nazis mißbrauchen Proteste gegen ehemalige Sicherheitsverwahrte in Moorburg für ihre menschenverachtende Ideologie. Führende CDU Politiker hetzen gegen andersartige Menschen.Unerträglich!!!!!!! Kampf dem Faschismus aus der Mitte der Gesellschaft. Moorburg Nazifrei

  8. Geraldine

    Danke für die differenzierte Berichterstattung, das Thema Gentrifizierung ist ja nicht so einfach abzuhandeln. Ich habe den Blog gerade erst entdeckt, gefällt mir richtig gut.

  9. W

    Ja, eine qualifizierte Gentrifizierungsdiskussion, das würde ich mir doch mal wünschen. Danke für den Beitrag an dieser Stelle.

    Gentrifizierung mag eine der vielen Auswüchse des Kapitalismus sein, mit einer vernünftigen Wohungs- und Stadtentwicklungspolitik könnte mensch ihr zumindestens begegnen und damit umgehen. Knappe Kassen hin oder her, städtischer Wohnraum ist ein so wichtiges Thema, dass ein radikale Gesetzgebung (Mietpreisdeckelung, Verbot des Zusammenlegens kleiner Wohnungen, Bereitstellung von innerstädtischen Wohnungen für Geringverdiener…) durchaus angebracht ist.

    Die Fremdenfeindlichkeit gegenüber Zugezogenen sehe ich als ein ernsthaftes Problem, dass das Potential hat einen Kieze zu spalten und Argwohn unter Nachbarn zu schüren. Gleiches gilt jedoch auch für aus dem Boden sprießende Galerien, Cafés und Boutiquen: Solange sie nur ein begrenztes Klientel bedienen, tragen sie ihren Teil zur Ausgrenzung derer bei, die diesem Klientel nicht angehören – und sorgen so dafür, dass diese Menschen sich ebendort nicht mehr wohlfühlen, wo sie seit 5, 10, 15 oder 50 Jahren leben.

    Dies nur ein paar Gedanken aus einem Neuköllner Seitenflügel.

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