“Dr. Mengeles Schlankheitspillen”
Der „Eesti Ekspress“ hat eine Anzeige abgedruckt, in der mit einem Buchenwald-Bild für Schlankheitspillen geworben wird. Erst kürzlich warb eine estnische Gasfirma mit einem Auschwitz-Foto. In Estland gibt es kein Gesetz, das das Leugnen oder Verharmlosen des Holocausts unter Strafe stelle würde.
Von Lara Schultz
„Eins zwei drei“ steht auf Deutsch über der Schwarz-Weiß-Fotografie, die abgemagerte Häftlinge des KZ Buchenwald zeigt, und darunter auf Estnisch: „Dr. Mengeles Schlankheitspillen bewirken Wunder. In Buchenwald gab es keine dicken Menschen.“ Abgedruckt hat die Werbung die renommierte estnische Wochenzeitung „Eesti Ekspress“, auflagenstärkste politische Wochenzeitung Estlands, die sich selbst ingestigativ-unabhängigen Journalismus auf die Fahnen schreibt.
Alexander Djukow, Leiter der russischen Non-Profit-Organisation „Historical Memory“, sagte gegenüber dem Radiosender „Stimme Russlands“: „In diesem Fall begreift man absolut nicht, was der Nationalsozialismus bedeutete, was in Auschwitz passierte und wer Doktor Mengele war. Das ist eigentlich kein Wunder; in einem Land, wo SS-Legionäre konsequent als Helden gepriesen werden, können die Bürger kaum eine klare Vorstellung über das NS-Regime haben. Eine Verurteilung des Nationalsozialismus bleibt in Estland eigentlich aus. Einige Formen des Nazismus bzw. der NS-Kollaboration entgehen jeglicher Verurteilung“.
Die estnische jüdische Gemeinde verurteilte die Werbung aufs Schärfste: Von einem „Siegeszug der Unmoral“ sprach deren Vertreterin Alla Jakobson.
Einen ähnlichen Skandal hatte erst kürzlich die estnische Firma GasTerm verursacht: Sie bewarb ihre Dienste mit einem Foto des Eingangstors zum Vernichtungslager Auschwitz mit der Aufschrift „Arbeit macht frei“ und dem Spruch „Gasheizung – flexibel, komfortabel und effektiv“.
Der „Stimme Russlands“ zufolge sagte der Geschäftsführer, für ihn assoziiere sich die Gasheizung mit dem Holocaust: „Wir hören ja oft Witze, dass Hitler wegen seiner Gasrechnung Selbstmord begangen habe.“ Die Firma nahm die Anzeige schließlich mit einer Entschuldigung von ihrer Website.
Siehe auch: “Heldengedenken” in Estland, der deutsche Botschafter und eine Einladung



Aber da steht jetzt kein richtiges Unternehmen hinter, richtig? Einfach mal nur so ein Späßchen?
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SHITSTOOOOOORM!!!
…das bezog sich jetz Hauptsächlich auf die Kommentare bei Facebook.
*hauptsächlich
@Stevie: Ja, richtig, das war mehr so die Rätsel- und Cartoonseite.
[...] Schärfste: Von einem „Siegeszug der Unmoral“ sprach deren Vertreterin Alla Jakobson. (gefunden hier) Teilen Sie dies mit:FacebookTwitterDruckenE-MailGefällt mir:Gefällt mirSei der Erste dem dies [...]
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