6 Kommentare

  1. gallendieter

    Also ich find pervers, dass die Sun mit ihrer Entschuldigung genau das macht, was die damals auch gemacht: Auflage.

    Hier würde ich Nicole Selmer noch ergänzen.
    Die lokale Idenität bedeutet, dass die Auflage von 400.000
    auf 12.000 in gesunken ist.
    Bereits 2004 gab es eine Entschuldigung, die allerdings nur zu Stande kam, weil Wayne Rooney seine Biografie an die Sun verkaufte aber die Sun für die Berichterstattung zu Hillsborough kritisierte. Die damalige Entschuldigung wurde bereits als eigennützig aufgefasst. Nichts anderes ist auch die gestrige Entschuldigung.

    Konsequent wäre es gewesen nach Jahren des Boykotts der Sun in Liverpool mit dieser Nachricht kostenlos zu verteilen.

  2. Nicole Selmer

    Danke für die Zahlen und den Hinweis mit Rooney. Letzteres war mir neu. Noch mal zur Erläuterung (bin jetzt nicht sicher, ob das klar geworden ist): DAs Sun-Cover, das im Artikel abgebildet ist, ist kein echtes, sondern eine Montage von SabotageTimes (“This should have been the Sun today” oder ähnlich). Die echte Sun von gestern machte mich “The Real Truth” auf und schrieb “We are profundly sorry for false reports”.

  3. gallendieter

    Jetzt habe ich es gesehen. Danke für die Erläuterung
    Besten Dank auch für den sehr guten Artikel.

    Ich finde es sehr wichtig dieses Thema zu beleuchten.
    Es betrifft nicht nur Hillsborough und Liverpool. Es geht um alle Fußballfans. Auch einen Aspekt der in den anderen Medien Spiegel etc., die auch darüber berirchten, natürlich untergeht “Nur Fußballfans”

    Das war gestern ein Feiertag für ALLE FANS!
    Eine öffentliche Pressekonferenz war schon weit über den Erwartungen.
    Eigentlich wäre ein Gang an die Anfield Road das richtige Zeichen gewesen. Als nächstes ist nun der Fußballverband dran, der anfänglich ja auch sehr zögerlich reagiert hat.

    Weshalb sollten wir uns auch hier ordentlich über das öffentliche “mia culpa” auf der Insel freuen:
    a) Medien
    Bei uns in D ging es um Gewalt bei Relegationsspielen und Pyro.
    Die Kerners dieser Welt würden, so unterstelle ich jetzt mal, auch bei einer Stadionkatastrophe mit 96 Toten populäre Hetze unter Mißachtung sämtlicher journalistischer und humanistischer Standards betreiben. Das würde dann auch 23 Jahre und erheblichen öffentlichen Druck brauchen um sich zu entschuldigen.

    b) Behörden
    “Zudem seien die Opfer in Polizeicomputern überprüft worden, mit dem Ziel, ihren Ruf zu schädigen.” In Hillsborough wurde das trotz 96 Toten gemacht. In Deutschland gibt es einen vergleichbaren Fall:
    http://www.rot-schwarze-hilfe.de/index.php/zusammen-fuer-andre/280-kripo-koeln-ermittelt-gegen-sich-selbst-und-findet-keine-taeter
    “Blaming the victim” ist übrigens auch eine der Merkmale des Faschismus. Aber das würde hier zu weit gehen das hier auszuführen, lassen wir das.

    Das waren nur mal so zwei kurze Gedanken weshalb dieses “mia culpa” auf der Insel uns und alle Fans wirklich riesig freuen und gleichzeitig ein Ansporn sein sollte.

    Doch aus der Freude sollten auch die Konsequenzen gezogen werden und ich hoffe, dass viele den Hillsborough Fall zum Anlass nehmen auch mal die Situation hier zu beleuchten.

    Eine Erkenntnis ist auf jeden Fall: Nach 23 Jahren öffentlichem Druck kam das zu stande.
    a) Geduld ist wichtig – Nicht aufgeben
    b) Öffentlicher Druck !!!!

    Da bin ich natürlich Ihnen und den anderen AutorInnen hier sehr dankbar dafür und bitte sie auch was Punkt a) anbeglangt geduldig zu bleiben.

    Weiter so!

  4. gallendieter

    Jack Straw von der Labour Party nutzt die Chance, um nachzugrätschen gegen “Maggy” Thatcher:

    Eine sehr späte Erkenntnis:

    “The Thatcher government, because they needed the police to be a partisan force, particularly for the miners strike and other industrial troubles, created a culture of impunity in the police service. They really were immune from outside influences and they thought they could rule the roost and that is what we absolutely saw in south Yorkshire.”

  5. [...] Es ist schon sehr traurig, daß bei uns im Präsidium nicht erkannt worden ist, wie wichtig die Einbindung der Fans in solche Entscheidungen ist. Maßnahmen, die sich gegen Fans im Fußball richten, gänzlich ohne deren Mitsprache zu beschließen, das ist ein Unding. Ganz allgemein und auch im konkreten im Verhältnis zwischen unserer Vereinsführung sowie den Mitgliedern des Vereins, die unter den geänderten Bedingungen dann leiden müssen. Die wirtschaftliche Verwertungslogik darf sich im Fußball nicht über die Interessen der Fans hinwegsetzen. Hierzu zählen auch immer wieder die Gedankenspiele um eine Verbannung der Stehplätze aus den Stadien nach englischem Vorbild – wobei das immer wieder genannte Argument, Probleme mit den Fans hätten in England zur Abschaffung geführt, ja unhaltbar ist, siehe http://www.publikative.org/2012/09/13/hillsborough-be-sad-and-angry/. [...]

Kommentarfunktion geschlossen.