20 Comments

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  1. Lieber Dennis K.,

    Sie werfen jüdischen Kollegen vor, Antisemitismus als Totschlagargument einzusetzen. Sie melden sich nur und wortreich bei dem Thema Judentum zu Wort und werfen dabei deutsche Juden und Israelis munter durcheinander. Sie stecken uns in eine Schublade mit PI.

    Sie wundern sich, dass Sie keine Antwort bekommen?

    Der war gut – und das genug der Aufmerksamkeit.

    Gruß
    Patrick Gensing

  2. Volker hört die Signale

    @Dennis K.:

    “Und ich bin – wie schon öfters gesagt – gegen jedes Sonderrecht für Religionen, dass allgemein geltenden Gesetzen widerspricht.”
    Dieses Argument hört man in der Beschneidungsdebatte insbesondere von Atheisten immer wieder und ist meiner Meinung nach an Heuchlerei kaum zu überbieten. Ich habe so einige Probleme mit atheistischen Agitatoren, aber dieses Argument ist das schlimmste, weil es so pseudomoralisch-logisch daher kommt.

    De facto stellt niemand die Sonderrechte der Katholiken und Protestanten in Frage, ganz im Gegenteil, christliche Würdenträger werden hofiert und ihnen wird im Bundestag ein Forum geboten.
    Wenn nun also die Sonderrechte des “Mehrheitsglaubens” (soweit ich weiß, sind die Atheisten längst die Mehrheit) hingenommen werden, selbst wenn es dabei um so perverse Zusammenhänge wie ungestrafte Diskriminierung oder Menschenopfer und rituellen Kannibalismus geht, dann ist es pervers, ausgerechnet Minderheiten mit dieser Säkularitätskeule zu kommen, weil es dann nämlich nur um eine einseitige Diskriminierung einer oder mehrerer Minderheiten geht – entweder der Staat schafft sämtliche Sonderrechte für Kirchen und Religionen per Grundgesetzerweiterung ab, oder er gewährt allen Religionsgemeinden entsprechende Freiräume, indem er die freie Religionsausübung weit auslegt.
    Entweder er lässt auch muslimische Mädchen vom Unterricht befreien, oder er geht konsequent gegen christliche Eltern vor, die ihre Kinder von der Schule fernhalten, damit sie nichts von Evolution und Multikulturalismus lernen – aber nicht hü für die einen, hott für die anderen, soviel Gleichbehandlung muss drin sein.

    PS: Nur zur Klarstellung, ich bin Atheist und fundamentaler Gegner von organisierter Religion, ich bin aber auch Demokrat und mündiger Bürger – das scheint heute sehr selten geworden zu sein.

  3. Peter

    Kurze Nachfrage: was ist meinem Hinweis auf die Hintergründe der tödlichen Polizeischüsse widerfahren? Ich gehe ja mal nicht von Zensur aus, also: was ist geschehen?

  4. Peter

    Hmmm, also nochmal: im letzten Absatz wird der Tod einer schwarzen Frau angeführt, die von einer Polizistin erschossen wurde. Verschwiegen wird aber, daß diese Polizisten auf die Frau geschossen hat, um ihren Kollegen zu retten. Diesem hatte eben diese schwarze Frau nämlich gerade eine elf Zentimeter lange Klinge in den Bauch gerammt. Diesen Hintergrund im Artikel wegzulassen halte ich für mindestens bedenklich, wahrscheinlicher aber für bewußt und tendenziös.

  5. gallendieter

    Also ich habe schon die ganze Zeit gewartet, dass hier im blog was zur Adorno Preis Verleihung an Judith Butler kommt. Einen Artikel gab es nicht, aber dafür eine kurze und aus meiner Sicht recht undifferenzierte Kritik. Im Kontext des Artikels läuft die Kritik schon mal völlig ins Leere.

    ” Doch würde es als gezielte und aggressive Provokation gelten, ausgerechnet am 11. September einen Adorno-Preis an Judith Butler zu verleihen, ”

    Der Preis wird am 11. September verliehen weil Adorno an diesem Tag Geburtstag hat. Das kann also dem Kuratorium nicht zum Vorwurf gemacht werden finde ich. Ich glaube auch ihr Freund in NYC hätte dafür Verständnis.

    “einer Wissenschaftlerin, die einer kruden leninistischen Theorie das Wort redet, nach der jeder Feind des Imperialismus und sei er noch so reaktionär – also auch die antisemitischen Terrorgruppen Hamas und Hisbollah – ein Teil der globalen Linken und damit revolutionär ist. Dieser plumpe Antiimperialismus, dieses leninistische Denkmodell, hat es längst in den Mainstream geschafft,”

    Ich nehme an sie stützen diese Behauptung auf den Kommentar von Alan Posener in der Welt http://www.welt.de/kultur/article109112736/Judith-Butler-ist-so-borniert-wie-Ulrike-Meinhof.html Nur Weil Alan Posener das so schreibt muss noch lange nicht stimmen, dass sie eine Anhängerin des plumpen Antiimperialismus ist. Sie hat nun an mehrerern Stellen ihre Position zu Hamas und Hisbollah und auch zum Thema BDS Boykott klar gestellt. In diesen Stellungnahmen hat sie auch die antiimperialistische Linke kritisiert. Also keine Spur von “Vier Beine gut! Zwei Beine böse!”

    Also ich finde es sollte Judith Butler auch im Sinne ihres Freundes in NYC (“An einem Ort, an dem man sich daran gewöhnt hat, werden die Debatten anders geführt. So jedenfalls sagt es mein Freund aus New York. Selbstverständlich streitet man auch dort über Israel, um eines der Beispiele zu nehmen.”) zugestanden werden ihre Position zu dem Thema klar zu stellen und das hat sie auch aus meiner Sicht glaubwürdig und mit guten Stellungnahmen getan.

    Im Text hier wird beschrieben: “Und so divers wie diese Juden sind ihre Auffassungen. Sie streiten über Kunst, Politik, Alltag, sie erläutern, schlaumeiern, schimpfen, debattieren. Und sie sind dabei selbstironisch oder bitter: Sie tun also, was Juden überall auf der Welt tun.”

    Judith Butler beschreibt dies in ihrem Artikel in der Zeit.
    “Während meiner Einweisung ins Judentum habe ich auf Schritt und Tritt gelernt, dass es nicht hinnehmbar ist, im Angesicht von Ungerechtigkeiten zu schweigen.” Dieses Credo prägt viele der Jüdinnen und Juden, die aktuell die israelische Politik im Umgang mit den Arabern im Land und den besetzten Gebieten kritisieren. Für sie heißt die Konsequenz aus den antisemitischen Verfolgungen, die in der Shoah kulminierten, alles zu tun, damit nie mehr Menschen diskriminiert werden.

    Etwas anders lautet die Schlussfolgerung der Gründer und Politiker des Staates Israel. Für sie ist die Konsequenz aus antisemitischer Verfolgung und Vernichtung, alles zu tun, damit Jüdinnen und Juden nie wieder schwach sind. Sie argumentieren mit der Geschichte nach der Gründung Israels, dem Überfall der arabischen Staaten auf das Land, der teilweise kritiklosen Übernahme antisemitischer Verschwörungstheorien in arabischen Medien und schließlich dem Aufkommen des Dschihadismus, was den israelischen Politikern keine andere Wahl lassen würde, als Stärke zu zeigen. ”

    Weshalb wird Judith Butler dies nicht von Ihnen zugestanden?
    (Es ist eine Frage kein Vorwurf)
    Sind sie sich sicher, dass ihr Freund in NYC die Vorwürfe und Antworten von Judith Butler nicht auch als eine solche Debatte auffasst?

    Den Punkt, den sie angesprochen haben sehe ich auch so: “An einem Ort, an dem man sich daran gewöhnt hat, werden die Debatten anders geführt.”

    Aber nur weil hier diese Gewöhnung noch nicht eingetreten ist muss dies doch im Umkehrschluss nicht bedeuten diese Perspektive einer Person, die aus dem Land kommt in dem dies, wie sie es beschreiben, bereits geschehen ist, nicht anzuerkennen.
    Judith Butler hat in Frankfurt einen Preis bekommen. Dann müsste doch die Kritik in erster Linie an das Kuratorium gerichtet sein.

    Sie schreiben am Anfang:
    “Manchmal ist es ganz gut mit jemandem zu reden, der nicht in Deutschland lebt, das erleichtert den Perspektivwechsel.”

    Dazu kann ich einen Kommentar zu der Debatte aus Wien zitieren:
    “mia oi glernten östareicha
    wundert de diskussion do gonz sche. bei uns in wean derf a parteichef comics mochn, die an den stürmer erinnern, do derfn fussboihools an rabbiner vor den augn da kieberei niedermochn, und ka schwein interesierts. ka diskussion-ka goanix.

    und do wird gstrittn ois darats um woas da teife wos geh, ob de judith butler antisemitisch is oda net.
    eh-irgendwie leb i in ana verkehrten woit…. ”

    Das sind die beiden Punkte, die der Beitrag aus Wien anspricht:
    http://derstandard.at/1345166156387/Wer-nicht-deppert-ist-erkennt-den-Antisemitismus

    Ja und das war meine Erkenntnis aus der Butler-Debatte, dass es letztendlich trotz aller Debatte um die richtige Position im Nahost-Konflikt in erster Linie darum gehen sollte den offen auftretenden Anitisemitismus vor Ort zu bekämpfen und da gibt es genug zu tun.

  6. Volker hört die Signale

    @Peter:

    So blind in deinem Wahn, dass du deine eigenen Kommentare nicht mehr siehst?
    Traurig…

  7. Peter

    @Volker hört die Signale
    Gestern nacht jedenfalls war der Kommentar nicht da. Und von welchem Wahn sprichst Du? Ich bin nicht derjenige, der Signale hört – und wahrscheinlich auch Stimmen, oder?

  8. Volker hört die Signale

    Ja, lauter Stimmen…von Menschen vor allem, nennt man Kommunikation. Aber Vorsicht, es könnte deinen Horizont erweitern!

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