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  1. Anders Sein

    Eine oft missverstandende Sache ist die folgende:

    Man wird nicht integriert, man hat sich gefälligst zu integrieren, sonst wird es immer bei dem “Wir und Die” bleiben.

  2. gallendieter

    Spieler und Funktionäre die sich gegen Rassismus aussprechen, weil es auf ihrem Zettel steht werden von Fans nicht ernst genommen und verändern leider gar nichts.
    Fans haben ein feines Gespür ob es ernst gemeint ist oder Pflicht oder als Bestandteil des Events abgehandelt wird.
    An den ersten drei Spieltagen haben alle Fans jeweils eine Ansprache zu dem Thema bekommen. Die DFB Ansprache war überalle von Pfiffen begleitet. Die “Geh deinen Weg Ansprache” wurde emotionslos zur Kenntnis genommen.

    Wen wundert das? Es waren die selben Spieler, die sich am ersten 1. und 2. Spieltag noch gegen Rassismus und Bengalos in einen Satz verpackt aussprachen und damit beides auf eine Stufe stellten:
    “Wir stellen uns klar gegen Rassismus, gegen Diskriminierung, gegen Gewalt und auch gegen Böller, Rauchbomben oder das Abbrennen von Bengalos.”

    Wenn wundert es, wenn ein Buffon, der noch vor ein paar Jahren T-Shirt mit der faschistischen Aufschrift „Boia chi molla“ trug und unbedingt ein T-Shirt mit der Rückennummer 88 haben wollte und dafür die abenteuerlichsten Ausreden erfand, dann bei der EM mehrmals Erklärungen gegen Rassismus vorließt.

    Wenn wundert es, wenn ein Verein wie Ferencvaros Budapest sich an der FARE-Kampagne beteiligt und gleichzeitig die Mehrheit der Fans bei rassistischen Sprüche mitschreit.

    Wenn wundert es, wenn ein Verein wie Lok Leipzig sich an der Kampagene “Zeig dem Rassismus die Rote Karte” beteiligt und in der Kurve die Fans bei einem A-Jugend Spiel zu einem Hakenkreuz formieren.

    Wen wundert es wenn der DFB Initiator dieser Kampagne ist, der bisher noch immer nicht in der Lage war seine eigene NS-Vergangenheit aufzuarbeiten und wenn er dies tut apolegetische Schriften in Auftrag gibt.

    Für mich stellt sich daher die Frage ob solche Aktionen nicht kontraproduktiv sind.

    Es muss innerhalb der Fanszene gelebt werden. Diese Diskussionen wie sie viele antirassitische Fans kennen “Ich bin ja kein Rassist, aber ..”, die schön anfangen aber katastrophal enden müssen mit Langmut geführt werden. Diejenigen die ihr großes Aber zum Ausdruck bringen identifizieren sich mit solchen Alibi-Aktionen und ihnen zu widersprechen braucht Mensch gute Argumente und Ausdauer und dazu gehört leider auch weshalb solche Aktionen sinnlos sind. Das macht die Sache leider nicht leichter.

    Das Dresdner Beispiel sehe ich auch sehr positiv und ich hoffe, dass den Worten auch Taten folgen und dass sich auch andere Vereine an dem Beispiel von Dynamo Dresden orientieren. Schöne wäre es gewesen diesen Aufruf mit den Worten der Fans (Video-Ansprache UD-Capo Lehmann) zu formulieren: “Wir sind ein bunter Haufen – Nur so als Tip!”

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