7 Comments

  1. Rainer Lang

    Hobsbawn, Marxist und (zumindest lange Zeit) Kommunist hat seine wahre Gesinnung und seine wahre Intelligenz in seinem Buch über die (europäischen) Hunnen offenbart. Diese Stämme beschrieb er in völliger Übereinstimmung mit der Lehre von Engels und Marx als primitive Untermenschen, die plündern mussten, weil die ‘unzulängliche’ Produktionsweise der Steppe es so verlangte, womit der Marxist Hobsbawn alle billigst-rassistischen Vorurteile der Gosse gegenüber den Steppennomaden replizierte. Ganz anders sein Zeitgenosse, der nicht-Marxist und Sozialdemokrat Maenchen-Helfen, der auf Basis weitaus seriöserer Studien das glatte Gegenteil bewies. Der Marxist Hobsbawn kannte die Werke des Sozialdemokraten noch nicht einmal und zeitlebens weigerte er sich, seine primitiven rassistischen Ansichten über die Hunnen zu revidieren. Und so jemanden ehrt ihr?!

  2. Anonymous

    Hobsbawm – nach eigener Wortwahl ein “un-jewish Jew” – war übrigens ein überzeugter Antizionist. Zionismus war für ihn eine bloße Variante des “bürgerlichen” Nationalismus.
    In dieser Hinsicht war er ein Vorläufer von Felicia Langer oder Theo Pirker. Ob Ihr wirklich glaubt, man könnte diesen Aspekt durch Weglassen zum Verschwinden bringen?

  3. @Rainer Lang / Anonymous:

    Hobsbawm hat sogar die Opfer des Stalinismus einst als “notwendig” im Sinne des Fortschritts der Menschheitsgeschichte bezeichnet. Und nun? Entwertet das alle seine Bücher? Befinden sich nicht nur wir, sondern auch alle anderen publizistischen und wissenschaftlichen Nachrufe im Irrtum? Mitnichten.

    Wir halten seine Bücher teilweise für brillant, seine politischen Interventionen (wie sie bspw. im verlinkten BBC-Interview vorgetragen werden) für bedenkenswert und notwendig. Hat er deswegen mit allem und jedem Recht? Müssen wir deswegen alle seine Positionen teilen? Mitnichten.

    “Zweifel ist kein angenehmer Zustand, Gewissheit aber ist ein lächerlicher.”
    (Voltaire)

    Gute Nacht & Herzliche Grüße
    A.R.

  4. Albrecht Kolthoff

    Nun ja, ein “bedeutender kritischer Intellektueller” hat ja auch nicht für alles Zeit, er kann z.B. nicht solche Lappalien wie den Hitler-Stalin-Pakt oder die Niederschlagung des Ungarn-Aufstandes kritisieren. Schließlich hat er genug damit zu tun, trotz aller Widrigkeiten des Lebens im englischen College-Betrieb genügend Rechtfertigungen zu finden, um in der Partei bleiben zu können.

    Der jetzt 100 Jahre alte Erwin Jöris ist ganz sicher nicht so berühmt wie Hobsbawm und ihm werden auch keine solchen Kränze als “bedeutenden kritischen Intellektuellen” geflochten. Er hat ja auch nur einiges erlebt unter den kontinentalen Dikaturen des 20. Jahrhunderts, was jedenfalls für solche Hymnen aber nicht reicht.

    Die einen bleiben halt in der Partei, die anderen machen Erfahrungen. Und dann gibt es noch “wir”, die brillante Positionen entdecken.

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