13 Kommentare

  1. Tim-Jake

    Racial profiling wird auch vermutlich fuer verschiedene Drogendelikte benutzt zB Khatstrauch (leichtes Rauschmittel). Khatstrauch wird vor allem von Leute aus Jemen, Äthiopien, Somalia, Kenia und Dschibuti usw. konsumiert. Weil es so leicht aber schwer zu konsumieren ist, zieht es Leute aus anderen Kulturkreisen kaum an.
    Die Statistiken bei (ihttp://www.emcdda.europa.eu/stats12#display:/stats12/szrtab21a
    zeigen, dass jaehrlich 100 Leute + fuer Khatstrauch verhaftet werden. Man vermutet, dass Racial Profiling dafuer benutzt wird

  2. Daniel

    Wenn man also die Aufgabe hat, möglichst viele Verbrecher zu stellen und zwei Gruppen vor sich hat, deren Kriminalitätsrate sich deutlich voneinander unterscheidet, sollte man sich also nicht die Gruppe mit der höheren Kriminalitätsrate vornehmen? Das ist ineffizient.

  3. Katja

    Wenn mein 15jähriger Sohn wegen seiner Hautfarbe immer wieder völlig grundlos nach seinen Papieren gefragt wird, egal ob er auf dem Weg zur Schule, zu seinen Freunden oder zum Training ist – und dies auch immer wieder von denselben Polizeibeamten so hat dies NICHTS mit Effektivität im Bekämpfen von Verbrechen zu tun sondern ist schlicht und ergreifend rassistisch. Ich könnte Romane darüber schreiben, was ihm schon passiert ist – über das Zuspät-Kommen weil er durch die Kontrollen seinen Bus verpasst hat….oder darüber, dass er nachmittags um drei allein unterwegs war und auf offener Straße seine Schuhe ausziehen musste, damit die Polizei gucken konnte, ob er darin evtl. Drogen versteckt…. oder, wie oft er mit 15 (!!!) nach seinem Personalausweis gefragt wurde…. es ist wirklich unglaublich und sehr frustrierend, dass dies in Deutschland so möglich ist!

  4. Tim-Jake

    Obwohl Racial profiling in GB offiziel verboten ist, findet es doch sehr viel statt. Lee Jaspers hat neulich einen Aufruf gemacht, dass schwarze Polizisten solche Praktiken boykottieren soll. s http://www.voice-online.co.uk/article/black-cops-should-boycott-stop-and-search-urges-campaigner.
    Und schwarze Leute werden 900% (!) mehr als weishautigen in den Strassen fuer Drogen angehalten und gefilzt (http://release.org.uk/decriminalisation-campaign).
    “Driving while Black” (c. Auto angehalten, weil der Fahrer nicht weisshautig ist) ist auch in GB durchaus normal.

    Um Daniel zu antworten: es gibt Teufelskreisen und mit solchen Praktiken kommt man auf Statistiken, wobei Schwarzen angeblich krimineller als Weissen seien. Wiederum hat man eine Rechtfertigung fuer doch mehr ‘Stop and Search).
    Und die Kriminalisierung funktioniert auch Teufelskreis-maessig.

    (Aus London, Tim-Jake)

  5. Kommentar

    Danke für diesen Artikel. Er ist eine Einstieg um sich mit Rassismus und auseinander zu setzen. Ich würde es gut finden wenn betroffene von Rassismus und auch Antiziganismus zur Sprache kommen. The Voice, Roma Center Göttingen oder Karawane, find ich, sind gute Adressen um nachzufragen.
    Das Maul gegen offene Rassisten, also gegen Deutsche [Polizisten]*, Deutsche Ämter, Deutsche Politiker und generell gegen Deutsche auf zu machen ist unumstösslich. Doch benötigen wir viel Nachhilfe von Betroffenen. Wir sind hier sozialisiert worden, haben wenn wir weise Deutsche sind besten falls einen theoretischen Blick. Jede Person die uns verschissenen Weisen erklärt was dahinter steck kann man sehr dankbar sein.

    *Wir erlauben uns hier eine kleine nicht inhaltsändernde Ergänzung…

  6. Tim-Jake

    Ich habe einen 7 minutige Video ( http://www.youtube.com/watch?v=TIq0ybPbkTk&feature=youtu.be) bez. Khatstrauch, Kriminalisierung von ethnischen Minderheiten usw. 8.2012 gemacht. Ich habe darin auch Racial Profiling (allerdings bez. England u. EU) thematisiert.
    Dazu habe ich auch darueber etwas fuer das ACMD (http://en.wikipedia.org/wiki/ACMD) geschrieben, worin ich Racial Profiling in der BRD kritisiert habe.
    10.2012: das ACMD (Fachgremium bez. BTM) hat dem Home Office (Innenministerium) in London beraten, ob Khatstrauch in England und Wales weiterhin legal bleiben soll. ACMDs Empfehlungen sind fast immer angenommen.

    Also vielen Dank fuer den sehr hilfreichen – und fuer mich sehr relevant – Artikel!

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