18 Kommentare

  1. Jago

    “Das große Völkerringen” ist aus dem Jahr 1942 und beinhaltet die Geschichte des Zweiten Weltkriegs? Passt zeitlich nicht so ganz…

  2. Karl Höffkes

    Sehr geehrte Damen und Herren,

    ein informatives Zusammentreffen mit Herrn Achmedineschad gleichzusetzen mit angeblichem “herzlichen Zugetansein” hat mit sauberem und kritischem Journalismus nichts mehr zu tun. Ich glaube nicht, dass Sie auch nur eine Äußerung von mir finden, die diese Einschätzung rechtfertigt. Wenn Sie an einer authentischen Berichterstattung über mich interessiert sind, stehe ich Ihnen gerne für ein Interview zur Verfügung.
    Mit freundlichen Grüßen
    Karl Höffkes

  3. Sehr geehrter Herr Höffkes,

    danke für Ihre Anmerkung.

    Zur Erklärung: Wir zitieren die Kollegen von Hagalil in dieser Sache.

    Aber uns würde durchaus interessieren, warum Sie zu Herrn Ahmadinedschad gereist sind, und vor allem, wie Sie zu dieser illustren Reisegruppe unter anderem mit Jürgen Elsässer, der dem iranischen Regime offenkundig recht zugeneigt ist, dem erfolgreichen Verschwörungsautor Gerhard Wisnewski oder dem Herausgeber der Seite Muslim-Markt gekommen sind?

    Ahmadinedschad wird Sie und Ihre Begleiter sicherlich nicht aus reiner Näschstenliebe empfangen haben, oder? Haben Sie mit dem Präsidenten über Israel diskutiert? Haben Sie seine aggressive Hetze gegen das “zionistische Krebsgeschwür” kritisiert?

    Weiterhin würde uns natürlich brennend interessieren, wie Sie zu dem revisionistischen Film “Geheimakte Hess” stehen, den Sie im vor knapp einem Jahr offenkundig noch einmal auf Ihrem You-Tube-Kanal veröffentlicht haben (http://www.youtube.com/watch?v=csIlMT9e6NU). Warum? Arbeiten Sie weiterhin mit Olaf Rose (NPD), der an dem Film mitgewirkt hat, zusammen?

    Danke und freundliche Grüße
    Patrick Gensing

  4. Karl Höffkes

    Sehr geehrter Herr Gensing,

    Sie sehen an diesem Beispiel, wie vorsichtig man mit sein muss, wenn man Zitate übernimmt. Ein gewissenhafter Journalist recherchiert selber und übernimmt nicht einfach – zumal es sich hier nicht um eine sachliche Darlegung, sondern um eine persönliche Einschätzung handelt. Dabei ist immer besondere Vorsicht geboten.

    Zu Ihren Fragen: wie Sie wissen, reise ich in viele Länder, um mir vor Ort ein Bild der Lage zu machen. Dass ich dabei vieles sehe und erlebe, was mit der – sagen wir – üblichen Berichterstattung wenig zu tun hat, ist eine Erfahrung, die ich wohl nicht alleine mache.

    Die Gruppenreise war eine Möglichkeit, Iran, seine Menschen und die Atmosphäre im Land und in den verschiedenen Städten kennen zu lernen. Sie würden überrascht sein, wie unterschiedlich beispielsweise Teheran und Ghom sich “anfühlen”. Das sind Erfahrungen, die man nur vor Ort und im Gespräch mit den unterschiedlichsten Menschen machen kann.

    Das Treffen mit Herrn Achmedineschad war – entgegen manchen Darstellungen – nicht geplant. Die Gelegenheit, den Präsidenten Irans persönlich kennenzulernen, kam überraschend. Es gab – wie bei solchen Gelegenheiten üblich – auch keine Diskussion, sondern eine Ansprache zu religiösen Themen.

  5. Sehr geehrter Herr Höffkes,

    danke für Ihre Belehrung. Nur soviel dazu: Ein Journalist macht Textübernahmen kenntlich – so wie es hier der Fall ist. Im Nachrichtenjournalismus ist es üblich, andere Quellen zu zitieren, wenn diese als vertrauenswürdig eingestuft werden.

    Eine Bildungsreise also. Aber wie kommt man zu so einer Gruppenreise mit diesen Herren? Und wie sieht es mit der Geheimakte Hess aus? (siehe Fragen unten)

    Danke und freundliche Grüße
    Patrick Gensing

  6. Karl Höffkes

    Die Zusammenstellung der Gruppe lag nicht in meiner Hand. Die einzelnen Teilnehmer besitzen und vertreten zweifelsohne unterschiedliche Sichtweisen; ich habe meine eigene Positionen und ich kann nur wiederholen, dass Sie von mir keine Äußerung finden werden, die Ihre “zitierte” Behauptung rechtfertigt.

    Der Film “Geheimakte Hess” ist – das nur am Rande – nicht von mir. Ich arbeite auch nicht mit Herrn Dr. Rose zusammen. Der Film wurde seinerzeit von Polar Film lizenziert. Diese Firma habe ich vor über zwei Jahren verkauft. Einige der verwendeten Materialien in diesem Film stammen aus meinem Archiv. Diese habe ich bei youtube eingestellt.

    Nur zur Ergänzung: aus meinem Archiv kann sich jeder Filmemacher bedienen – auch Sie. Die historische Einordnung und Bewertung des Materials bleibt jedem Filmemacher allein überlassen. Diese Möglichkeit schätzen immer mehr Dokumentarfilmer aus dem In- und Ausland – auch aus Isreal. Wenn Sie meine Archivalien objektiv beurteilen würden, würden Sie feststellen, dass sich darunter zahlreiche Filme befinden, die mit einer “Verklärung des NS-Staates” nicht das Geringste zu tun haben. Gäbe es meine Privatfilme nicht – die oft die andere Seite der Wirklichkeit im NS-Regime zeigen, weil sie damals nicht der Zensur unterlagen – müssten alle Dokumentationen auf das von Dr. Goebbels freigegebene offizielle Wochenschau-Material zurückgreifen. Urteilen Sie selbst, welche Bedeutung mein Archiv unter diesem Gesichtspunkt für die Geschichtswissenschaft besitzt.

    Ich halte es für eine fatale Entwicklung, dass in Deutschland das “Verstehen wollen” mit “Verständnis haben” gleichgesetzt wird. Die daraus resultierende pauschale Verurteilung mag den Umgang mit dem Gegenüber vereinfachen, aber Vereinfachungen sind oft trügerisch.

    Die Wirklichkeit ist oft komplizierter und vielschichtiger, als es uns mache Darstellungen Glauben machen wollen. Ich habe das nicht nur im Irak, in Libyen, in Afghanistan, Syrien und auch im Iran persönlich erleben dürfen. Auch wenn ich oft nonkonforme Positionen einnehme, sollte die Auseinandersetzung und Berichterstattung fair sein. Mit Holokaustleugnern und NS-Fetischisten habe ich ebensowenig gemein wie Sie. Es wäre ein Schritt in die richtige Richtung, wenn wenigstens das bei unserem kleinen Disput klar geworden ist.
    Grüße Karl Höffkes

  7. Karl Höffkes

    Zu Ihrer Antwort: es ist keine Belehrung, sondern ein Hinweis. Kenntlich gemachte Zitate sind methodisch vollkommen in Ordnung. Wenn es sich aber um Einschätzungen handelt und nicht um sachliche Fakten, ist Vorsicht geboten, ob mit oder ohne Zitatzeichen.

  8. Volker hört die Signale

    Zum Thema Guido Knopp/Geschichtspronographie: Ich kann mich erinnern, dass die Fachschaft Geschichte meiner Uni stets ein Plakat aushängen hatte, dass ausdrücklich vor Guido Knopp warnte – vermutlich hängt es noch heute und bringt damit auf den Punkt, was von “ZDF History” im Vergleich zu echter “History” zu halten ist.

    @Karl Höffkes:
    Ich war zunächst geneigt, Ihnen zuzugestehen, dass es kein Verbrechen ist, sich mit Irans Präsidenten zu treffen, da sie aber selektiv diese Frage beantworten und zu ihrer Position bzgl. “Geheimakte Hess” und Olaf Rose (NPD) schweigen, disqualifizieren Sie sich hierfür: Sie versuchen offenbar, um im Kriegsjargon zu bleiben, eine Schlacht zu wählen, die Sie gewinnen können, um zu verschleiern, dass der Krieg längst verloren ist.
    Hätten Sie ein Interesse daran, sich auch hierfür rechtfertigen zu können, hatten Sie die Gelegenheit – offenbar ist es Ihnen aber lieber, hierzu zu schweigen – das verrät zu viel über Sie, als dass ich noch geneigt wäre, Ihnen ein unpolitisches Treffen mit Herrn Achmedineschad zuzugestehen.

  9. Sehr geehrter Herr Höffkes,

    Sie haben hier ein Interview angeboten und ich danke Ihnen für Ihre Antworten, allerdings weichen Sie einigen Fragen aus: Niemand hat behauptet, Sie hätten diese Reisegruppe zusammengestellt, sondern die Frage war lediglich, wer sowas organisiert und warum Ahmadinedschad Sie wohl empfangen hat. Wenn man sich die verschwörungsideologischen Autoren bei Polar Film anschaut, könnte man zumindest eine Idee bekommen, wie sowas zustande kommt.

    Und was die Ausschnitte auf Ihrem You-Tube-Kanal angeht, dort wurde im Jahr 2011 zu der Geheimakte Heß geschrieben:

    “Die Hintergründe des Englandfluges und der mysteriösen Todesumstände von Rudolf Hess im Spandauer Gefängnis haben wir bereits vor Jahren in einer umfassenden Filmdokumentation aufgearbeitet.

    Seinerzeit wurden uns von bestimmter Seite „propagandistische Absichten” unterstellt; jetzt verifizieren sich unsere damaligen Darstellungen Schritt für Schritt. Wir stellen nachfolgend einen Ausschnitt aus unserer Dokumentation ein.

    http://www.karlhoeffkes.de

    Sie haben Ihre Anteile an Polarfilm also 2010 verkauft, das heißt in Ihrer Zeit als Mitinhaber wurde die Geheimakte Heß produziert. Eine Distanzierung von dem Werk kann ich nicht finden, stattdessen veröffentlichen Sie Teile davon erneut und schreiben offenkundig dazu, nun würden die Aussagen des Films verifiziert. Wie passt das zusammen?

    Danke und freundliche Grüße
    Patrick Gensing

  10. Sehr geehrter Herr Höffkes,

    ich möchte noch Jürgen Elsässers Bericht Ihren Angaben über den “überraschenden” Empfang bei Ahmadinedschad hinzufügen. Querfrontler Elsässer berichtete über die Iran-Reise:

    “Dank der guten Organisation und Reiseleitung durch Dr. Yavuz Oezoguz (muslim-markt.de) erhielten wir einen Eindruck aus erster Hand [...] Politischer Höhepunkt war natürlich die Privataudienz bei Präsident Mahmud Achmadinedschad, über die das iranische Fernsehen und die großen Tageszeitungen berichteten. [...] Wozu ZDF-Frontmann Claus Kleber angeblich zwei Jahre brauchte, erreichten wir nach 7 Tagen: Ahmadinedschad persönlich zu treffen. Die 14köpfige Delegation – unter anderem mit Bestsellerautor Gerhard Wisnewski, den “Arbeiterfotografen” Anneliese Fikentscher und Andreas Neumann sowie dem 9/11-Forscher Elias Davidson – war das Treffen wichtig, damit wir uns endlich einmal ein Bild aus erster Hand machen können. Es ging uns allen nicht um Parteinahme, sondern um die erste Aufgabe jedes seriösen Journalisten: Auch die andere Seite zu hören – et altera pars auditur. Natürlich wird uns das jetzt anders ausgelegt werden – von Journalisten und Neidern aller Art, die längst ihre Seele an die Kriegstreiber verkauft haben. Der Präsident sprach über eine Stunde mit uns [...]”

    Zusammengefasst: Eine Gruppenreise organisiert vom extrem israelfeindlichen Muslim-Markt, mit bekannten Verschwörungstheoretikern und einem Archivar, der Ende 2011 noch einmal Ausschnitte aus dem revisionistischen Film Geheimakte Heß veröffentlichte, deren Höhepunkt eine einstündige Privataudienz bei Irans Präsident Ahmadinedschad war. Ich hoffe, ich habe das alles korrekt dargestellt.

    Gruß
    Patrick Gensing

  11. Sachen gibts...

    “Das Treffen mit Herrn Achmedineschad war – entgegen manchen Darstellungen – nicht geplant. Die Gelegenheit, den Präsidenten Irans persönlich kennenzulernen, kam überraschend.”
    Interessant: Da macht jemand eine Reise in ein Land – und wird ganz überraschend, scheinbar gegen seinen eigenen Willen, vom dortigen Präsidenten empfangen… Sachen gibt’s…
    Und solch ein Journalist möchte auch noch ernst genommen werden.

    Zwei Links hierzu:

    http://www.hagalil.com/archiv/2012/11/06/hoeffkes/

    http://www.hagalil.com/archiv/2012/04/30/solidarische-reise/

  12. Karl Höffkes

    Sehr geehrter Herr Gensing,

    Sie sehen ja selber, wie dümmlich manche Kommentatoren sich inzwischen entfalten: aus meiner Aussage, dass der Besuch überraschend kam, wird konstruiert, dass das Treffen doch wohl kaum “gegen meinen Willen” stattgefunden hat. Das ist mir, mit Respekt, dann doch zu blöde.

    Um nicht ständig aneinander vorbeizureden, biete ich Ihnen gerne an, zu einer von Ihnen organisierten Podiumsdiskussion zu kommen, um öffentlich mit Ihnen zu diskutieren. Dann können wir alle Fragen – von Hess bis Achmedinedschad – miteinander zu klären versuchen.

    Ich sehe, dass das Thema Hess Sie offensichtlich bewegt. Die gestrige ZDF-Dokumentation hat ja auch wieder deutlich gemacht, dass es im Umkreis von Hess offene Fragen gibt, die auf Antworten warten.

    Gerne höre ich von Ihnen
    Mit besten Grüßen
    Karl Höffkes

  13. Karl Höffkes

    Lieber Herr Gensing,

    ich lese gerade noch Ihren letzten Beitrag. Das meine ich mit unsauberer Berichterstattung: Sie zitieren Dritte (in diesem Fall Herrn Elsässer, dem Sie selbst vorher eine offebnsichtliche Zuneigung zum iranischen Regime attestieren) um damit einen “passenden” Rahmen zu schaffen, in den Sie mich dann mit einem ganz anderen Thema einpassen. Irgendwie muss es doch gelingen, mich mit Dreck zu bewerfen, oder?

    Gruß
    Karl Höffkes

  14. Sehr geehrter Herr Höffkes,

    mich bewegt die Geschichte des verurteilten NS-Kriegsverbrechers Rudolf Heß ziemlich wenig. Mich bewegt eher, warum andere Menschen noch heute die angeblich “ungelösten Geheimnisse” und eine vermeintliche Verschwörung so bewegt, und warum auf der Seite des ZDF ein Begriff wie “Völkerringen” auftaucht.

    Ich habe zudem überhaupt kein Interesse daran, an einer Veranstaltung teilzunehmen, auf der es um Ihre Positionen von Heß bis Ahmadinedschad geht. Da möchte ich Ihnen dann doch lieber Herrn Elsässer als Veranstalter empfehlen.

    Es geht mir weiterhin nicht darum, Sie zwanghaft mit “Dreck zu bewerfen”, sondern ich habe Fragen gestellt, nachdem Sie ein Interview angeboten haben. Zu der Geheimakte Heß positionieren Sie sich nicht, zur Reisegruppe wollten Sie offenbar auch nichts sagen. So habe ich Jürgen Elsässers Bericht als Ergänzung hier gepostet. Sind Elsässers Darstellungen denn falsch? Und wie halten Sie es nun mit der “Geheimakte Heß”?

    Gruß
    Patrick Gensing

  15. Anonymous

    Die Darstellung von Herrn Elsässer entsprechen seiner Sicht der Dinge. Wenn ich es genau so sehen würde, hätten Sie das doch sicher gelesen. Zum Film Hess, dem Polar Film verlegt hat. Auch hierüber kann man in verschiedenen Fragen unterschiedlicher Meinung sein. Polar Film hat es sich zum Ziel gesetzt, möglichst die gesamte Bandbreite an historischen Positionen und Meinungen im Programm zu haben: von Spiegeltv bis zu nonkonformen Themen. Alle Filme wurden der FSK vorgelegt, geprüft und freigegeben. Was ist daran so verwerflich? Jeder Verlag hat Titel im Programm, die der Verleger selbst anders angegangen wäre. Aber so funktioniert Meinungsbildung: es gibt ein breites Angebot, aus dem man auswählen kann. Man stellt Fragen, beschäftigt sich mit dem Thema und findet am langen Ende vielleicht auch Antworten. Man kann das auch Freiheit des Denkens nennen. Dieses Gut sollten wir uns erhalten. Wie gesagt: ich stehe gerne für eine Podiumsdiskussion zur Verfügung. Ihr Verweis auf Herrn Elsässer ist da nicht wirklich hilfreich. Ich fände eine solche Veranstaltung ausgesprochen reizvoll. Mit besten Grüßen Karl Höffkes

    PS. Um Ihre Frage nach dem Grund, warum Menschen sich mit historischen Themen zu beschäftigen, zu beantworten: wer sich nicht mit der eigenen Geschichte auskennt, muss alles glauben, was man ihm sagt. Wissen beginnt immer mit Fragen. Ich frage jedenfalls gerne nach und das tun offensichtlich auch viele andere Menschen.

Kommentarfunktion geschlossen.