8 Comments

  1. Albrecht Kolthoff

    Habe ich das richtig verstanden: Limitierung des Menschen vor Gott = Limitierung gegen sich selbst? Dann wäre ja Gott = Mensch. Und dann träfe zu: Mensch mit narzisstischen Omnipotenzphantasien = Gott mit narzisstischen Omnipotenzphantasien.

    Naja. Aber schon interessant, wie die uralten Forderungen nach “Anerkennung der menschlichen Limitierung” und Einwilligung in das (von Gott verordnete) eigene Schicksal mit einigermaßen modernen Ausdrücken umdekoriert werden können. Das klingt dann im Kampf gegen angebliche menschliche Allmachtsphantasien und die den Geisteswissenschaftler wie auch den Geistlichen immer schon verstörende Sphäre von Natur und Technik nicht mehr ganz so altbacken wie etwa bei einem Papst Benedikt-Ratzinger, unterscheidet sich in der Substanz am Ende jedoch wenig davon.

  2. Oliver K

    Lieber Samuel Salzborn, danke für die Kolumne. Jetzt würde mich noch interessieren, wie in dieser Debatte der Klassiker von Ernst Bloch “Atheismus im Christentum” rezipiert wird, der ja einige der genannten Thesen bereits formuliert hat, andererseits noch sehr aufs Prometheische des Menschen steht – oder ob der gar keine Rolle mehr spielt, vielleicht weil der Marxist Bloch einer zu protestanischen Bibellektüre erlegen ist?

  3. Naja, wenn man schon unterstellt, dass aus Religionskritik nur “Aberglauben an die Natur und die Technik” enstanden ist, dann ist ein Aberglaube an religiöse Dinge sicherlich wieder gleichwertig – das liegt aber eben nur an dieser Unterstellung und diese wiederum ist weder eine kritische Analyse wie in der Einführung angekündigt, noch eine akzeptable Würdigung des Niveaus der Religionsphilosophie, die über Marx und Walzer hinausgeht.

  4. Roland Pardon

    Danke, Oliver K,

    den Humbug kann man nur mit Ironie und Veräppelung zurecht rücken. Da stehen so viele bekloppte postmoderne Sprechblasen drin, dass es nicht zumutbar ist, die zum 1001. Mal gerade zu rücken.
    Kann man alles nachlesen. Stichwort “Sokal Hoax” bei Wikipedia eingeben, oder Sokal/Bricmont oder Gross/Levitt lesen.

    Diesen Artikel zu lesen, ist eigentlich pure Zeitverschwendung.

    Gruß R.P.

  5. dot tilde dot

    @6 (pardon roland):

    ich nehme mir mal ein beispiel an ihrem kommentar, auf den ich inhaltlich gar nicht eingehen will, denn er wurde bereits 1994 et ex post et ex ante wissenschaftlich entkräftet.

    sie brauchen nicht mal google zu bemühen. klicken, überfliegen und staunen reicht völlig aus!

    .~.

    p.s.: sie dürfen den link gerne in ähnlichen oder völlig anderen diskussionen als begründung für alles mögliche benutzen, wenn der verweis auf sokal mal nicht zieht.

  6. Roland Pardon

    Was gab es bei Sokal wissenschaftlich zu entkräften? – er hat das alles nicht ernst gemeint! Er hat gezeigt, dass postmoderne Philosophie und Soziologie oft einen pompösen Jargon verwendet, der auch den Autoren nicht klar ist. Auch hier wird ein Bild von Wissenschaft gezeichnet, dass so postmodern daneben ist. Da fiel mir Sokal ein. Er hat uns einen echten Dienst erwiesen mit dem Hoax – humoristisch, wissenschaftlich und philosophisch.

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