16 Kommentare

  1. dot tilde dot

    die beschönigende bezeichnung “pfefferspray” klingt für einen freund scharfer küche wie mich richtig lecker. im polizeilichen einsatz wird das zeug aber meines wissens “reizstoff” genannt, und das kommt der sache auch schon etwas näher.

    zum ersten video: die kamera bleibt ja auch nicht trocken. respekt fürs weiter filmen!

    .~.

  2. Sonja

    Danke für diesen Artikel zu einem Thema, das leider schon viel zu lange ein “Nischendasein” in der öffentlichen Wahrnehmung fristet!

    Pfefferspray-Einsätze der Polizei sind mittlerweile nur noch in einer absoluten Minderzahl tatsächlich “zwischen Knüppel und Schusswaffe” einzuordnen. Meiner Erfahrung nach wird mittlerweile zu 90% schon dann “gepfeffert” wo früher auch mündliche Aufforderungen / Schubsen gereicht hat. Die Beamten machen es sich damit auf inakzeptable Weise “leicht”, wenn Menschenmengen und Einzelpersonen die nicht weggehen wollen, protestieren usw. einfach abgesprüht werden.

    Dutzende solcher Fälle fanden sich auch bei den letzten Castortransporten oder Stuttgart21, gegen Menschen die deeskalierend wirken, sitzen, die Hände hochhalten usw:

    http://i.imagebanana.com/img/qxkoo4ma/Pfeffer1.jpg

    http://i.imagebanana.com/img/rdwsnxjm/Pfeffer2.jpg

    http://i.imagebanana.com/img/sj9dwoqx/Pfeffer3.jpg

    http://i.imagebanana.com/img/j5uke9go/Pfeffer4.jpg

    http://i.imagebanana.com/img/slkxwfq3/Pfeffer5.jpg

    Was mittlerweise allwöchentlich an den ersten Reihen von Demonstrationen, Blockaden, an Fußballfans usw. passiert ist einfach nur noch widerlichste Körperverletzung durch Polizeibeamte

  3. stephan

    Für mich ist die Sauerei, daß Pfefferspray ursprünglich zur Abwehr von Hunden und anderen Tieren angeboten wurde. Im Versand oder in Waffenläden wird es immer noch als Tierabwehrspray verkauft. Das läßt tief blicken, was die Polizei von ihrem Gegenüber hält.

    Hab hier noch etwas Nettes über Pfefferspray aus Sicht der Rettungsdienste gefunden, scheint zwar inhaltliche Schwächen zu haben, aber was Neues lernt man auf jeden Fall.
    http://www.feuerwehr.de/download/Traenengas_und_Pfefferspray.pdf

  4. beobachter

    in Hamburg wurde bei der Räumung der Bleicherstraße (Hausbesetzung) nicht eine Aufforderung durch die Polizei durchgegeben. Statt dessen wurde flächendeckend Pfefferspray eingesetzt. Selbst der Demoanmelder wurde mit Pfeffer eingedeckt, sowie ein 12 jähriger Junge. Die Beobachtung, dass Pfeffer inzwischen sogar zuerst eingesetzt wird, teile ich vollkommen. Aber nicht nur zum Durchsetzen, auch als “Racheakt” oder um “Nachdruck” zu vermitteln wurde und wird Pfefferspray immer wieder eingesetzt – am Samstag Abend auch auf Leute, die sich aus der Situation entfernen wollten, aber über die Polizei echauffierten. Die Polizei in Hamburg dreht frei und setzt Pfeffer inzwischen als “mildestes Mittel” ein.
    Leicht zu beobachten und schon lange kein Geheimnis mehr.

  5. Mensch aus Hamburg

    Ich war am Sonnabend dort vor Ort, wo das erste Video gedreht wurde. Zur Dämmerung wurde von der Polizei massiv Pfefferspray eingesetzt, um Unterstützer der Hausbesetzung aus der Bleicherstraße heraus auf die Brigittenstraße zu drängen. Einen konkreten Anlass, eine Durchsage, Vorwarunung oder Ähnliches gab es dazu nicht!
    Meiner Wahrnehmung nach wurde mit dem Pfefferspray absichtlich auf Gesichter gezielt.
    Infolge des Pfeffer-Einsatzes kam es zu Dutzenden Verletzungen, vor allem im Gesichts- und Augenbereich. Menschen waren orientierungslos und wurden dann von der vorstürmenden Polizei sehr hart zu Boden geworfen. Andere, die helfen wollten, Verletzte aus der Gefahrenzone zu bringen, wurden ebenfalls besprüht. Einwohner brachten Wasser und Servietten aus umliegenden Gaststätten, da der einzige Sanitäter vor Ort wegen der Menge an auszuspülenden Augen natürlich garnicht mehr hinterherkam.
    Als Krönung hatte die Polizei die Brigittenstraße nicht abgesperrt. Menschen mit verquollenen Augen liefen dann natürlich auch auf die Straße, in ihrer Panik. Mehrere Demonstranten haben dann auf eigene Verantwortung den Verkehr abgesperrt, damit nicht noch jemand unter ein Auto gerät.

    Ich denke, dass gerade solche harten ungerechtfertigten Einsätze die Wut auf “die Bullen” schüren, welche von Polizeiseite immer wieder beklagt wird.

  6. FAI-man

    war in der bleicherstraße dabei die haben das zeugs einfach inn die luft gesprüht und wenn du da längs gegangen bistg ohne irgendwas zu tun haste es trozdem inn die augen gekriegt

    und bei solchen schweinereien kriegen wir einen sitz im UNO menschenrechts rat.

  7. mjb4

    Die Kommission ist ein guter Vorschlag, vor allem wenn man Fälle wie die von der NSU betrachtet wo sich eine solche Kommission auch hätte einschalten können.

  8. MaterialismusAlter

    “Der Wissenschaftler Thomas Feltes stellte in einem Gutachten dazu fest, bei dem Einsatz seien auch Frauen, Kinder und Ältere getroffen worden.”

    Diese “auchFrauen und Kinder”-Formulierung ist zwar verbreitet und rutscht jedem mal raus, aber trotzdem ist sie ziemlich sexistisch. Das könnte man ändern…
    Ansonsten ein guter Artikel.

  9. Humankapital

    Grundsätzlich müssen Wasserflaschen, am besten aus plastik, mit denen man einen Wasserstrahl erzeugen kann, auf Demos o.Ä. mitgeführt werden. Man kann und muss den Einsatz von Pfefferspray kritisieren, aber sich mit den Realitäten arragieren, so lange sie bestehen.

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