Rechte Medienfront quengelt über Wikipedia
Preussisch-wertkonservativ, libertäre Gegenwehr – so beschreiben sich rechte Medien selbst – und sind nicht damit einverstanden, dass bei Wikipedia auch andere Einschätzungen zitiert werden. Und nun jammern und ihre Verbündeten, die Pressefreiheit sei in Gefahr.
Von Kilian, Netzpolitik
Die Landsmannschaft Ostpreußen kennt das Problem schon länger: Ihr Presse-Organ, die Preussische Allgemeine Zeitung (PAZ), wird von Politikwissenschaftlern für ein bißchen rechts gehalten, obwohl sie doch einfach nur “preussisch-wertkonservativ” sein will. Und Wikipedia zitiert nicht nur die Eigenbeschreibung, sondern auch die Politikwissenschaftler, weswegen auf der Internetpräsenz der PAZ seit längerem ein selbstmitleidiges Dossier zu Wikipedia prominent verlinkt ist.
Vor einiger Zeit hat auch bei eigentümlich frei (eifrei) mal jemand nachgeschaut und festgestellt, dass man bei Wikipedia nicht nur die Eigenbeschreibung (“libertäre Gegenwehr” gegen “die zunehmende neosozialistische Enteignung”), sondern eine Bandbreite anderer Einschätzungen zwischen “Marktradikalismus FTW!!!” und “bißchen viel Junge-Freiheit-Content hier” festhält. Wie nennt man eine solche Aufreihung von Meinungen? Laut eifrei-Jazzkolumnist Hans-Olaf Henkel Anschlag auf die Pressefreiheit, wie er beim Handelsblatt (“Pressefreiheit unter Beschuss”, 29. Oktober 2012) verlauten ließ:
Im Internet ist die Pressefreiheit besonders bedroht. Neuerdings ist Wikipedia das Schlachtfeld perfider Anschläge auf die Pressefreiheit. Ideologen geht es dabei nicht mehr nur um Einflussnahme auf Presseorgane, sondern um ihre Vernichtung. Zurzeit versuchen sie, das intellektuell anspruchsvolle, der Freiheit verpflichtete Magazin „Eigentümlich Frei“, über Manipulationen von Wikipedia sturmreif zu schießen.
Henkels Äußerung liegen offensichtlich absurde Definitionen von Meinungs- und Pressefreiheit zugrunde (abgesehen davon, dass es traurig ist, was er für intellektuell anspruchsvoll hält und er gerne mal erklären kann, wie das mit der Vernichtung durch Wikipedia genau funktionieren soll).
Hetz-Blog pi-news sprang bereits am 23. Oktober zur Seite:
Bei Wikipedia Politik regieren linksextreme Antifanten, Rote Socken, Indymedia-Verbrecher und Kommunisten aller Art. So ist das libertäre eigentümlich frei jetzt auch ein Nazi-Scharnier. Beweis sind, wie immer in solchen Fällen, die geistlosen Exkremente roter Politruks nach dem Motto “semper aliquid haeret”.
eifrei-Autor Michael Klonovsky nutzte sein Schreibrecht im Focus (46/2012, S. 129), um in dieselbe Kerbe zu schlagen. Außerdem verteidigte er eifrei dafür, Vorzeige-Nazi Udo Voigt interviewt zu haben, “denn der Interviewer wirft dem NPD-Funktionär nicht wie üblich Nationalismus, Rassismus usw. vor, sondern dass er ein Sozialist sei”. Ah ja. Damit sind ja dann wirklich alle Zweifel ausgeräumt.
Vorgestern dann auch noch Vera Lengsfeld, die bei achgut noch mehr bietet und den Brückenschlag zur eingangs erwähnten PAZ vollbringt:
In Deutschland gibt es nur wenige Libertäre. Die Deutschen scheinen traditionell Kollektivismus in allen seinen Formen zu bevorzugen. Deshalb gibt es in unserer scheinbar vielfältigen Presselandschaft nur zwei libertäre Zeitungen, die Wochenzeitung „Preußische Allgemeine Zeitung“ (PAZ) und die Monatsschrift “eigentümlich frei“ von André Lichtschlag.
Offenbar zwei zu viel für gewisse, ideologisch verhärtete, ultralinke Wikipedia- Administratoren -, und Autoren, die sich mit deutscher Verbissenheit dran gemacht haben, beide Publikationen zu verunglimpfen.
Ob die libertäre ostpreussisch-wertkonservative PAZ das auf sich sitzen lässt? Gefährdet Vera Lengsfeld die Pressefreiheit, indem sie eifrei in die PAZ-Ecke stellt und umgekehrt? Und was sagen Henryk M. Broder und die Junge Freiheit dazu? Man darf gespannt sein. eifrei selbst ist der freie Markt der Meinungen mittlerweile zutiefst suspekt, die unsichtbare Hand soll vom großen starken Mann, als den man Wikipedia-Gründervater Jimmy Wales identifiziert hat, gezügelt werden:
Damit die Philosophie der Freiheit auch in der deutschsprachigen Wikipedia würdig vertreten werden kann, benötigen wir Ihre Hilfe. Wir möchten Sie bitten, der Wahrheit über unsere Zeitschrift eine Chance zu geben und den genannten Machenschaften Einhalt zu gebieten.
Für Wikipedia-Autor Wiggum stellt sich die Situation übrigens so dar:
Es ist doch offenkundig, dass da eine peer group mobilisiert werden soll. Das betrifft ja nicht nur eigentümlich frei (aktuelle Ausgabe mit Knallern wie: “NSU-Vorläufer Linksterrorismus”) oder die Preussische Allgemeine zeitung (Untertitel: “Das Ostpreussenblatt”) sondern auch andere “politisch inkorrekte” Postillen, in denen mehr oder weniger regelmäßig zur “Korrektur” der Wikipedia mobilisiert wird. Alles der gleiche Dunstkreis aus rechtskonservativen bis rechtsextremen selbsternannten Libertären, die überall Denkverbote, “political correctness”, Sozialismus und den Untergang des Abendlandes überhaupt wittern.
Fehlende Links finden sich im Wikipedia-Pressespiegel; auf SEO für die Zitierten wird verzichtet. Siehe auch Wikipedia-Kurier vom 16. November.



Das scheint ja in den letzten Jahren in Mode gekommen zu sein, zu versuchen, seinen Kritikern den Mund zu verbieten, indem man ihnen vorwirft, sie würden durch ihre Kritik die Meinungsfreiheit der anderen beschränken. Die Ironie darin wird dann meistens entweder nicht bemerkt oder geleugnet.
Aber es stimmt doch durchaus, dass die durchgedrehten Kleinbürger_innen (ich gendere mal vorsichtshalber) von eigentümlich frei keine Nazis, sondern einfach nur strunzdumme Fans des Kapitalismus sind, die vollends dem Schein der Zirkulationsspähre erlegen sind und ernsthaft glauben, die kapitalistische Ausbeutung würde auch ohne Staat funktionieren.
Sicher zeigen sie dabei auch Sexismus, Rassismus und Nationalismus, Nationalsozialist_innen sind sie damit aber noch lange nicht.
Mensch kann sie wahrscheinlich am besten als die schlechte deutsche Kopie der Tea Party in den USA betrachten.
Frank Schäffler
http://inrur.info/wiki/Frank_Sch%C3%A4ffler
HINTERGRÜNDE & ZUSAMMENHÄNGE
“Eigentümlich frei”
http://inrur.info/wiki/Eigent%C3%BCmlich_frei
anti Euro FPD Schäffler ist auch
André F. Lichtschlag
http://inrur.info/wiki/Andr%C3%A9_F._Lichtschlag
Hans-Olaf Henkel
http://inrur.info/wiki/Hans-Olaf_Henkel
“Freie Welt”
http://inrur.info/wiki/Freie_Welt
WICHIGE BINDEGLIEDER
Gérard Albert Bökenkamp
http://inrur.info/wiki/G%C3%A9rard_Albert_B%C3%B6kenkamp
Frank Schäffler
http://inrur.info/wiki/Frank_Sch%C3%A4ffler
Vera Lengsfeld
http://inrur.info/wiki/Vera_Lengsfeld
aktuell u.a. mit Anti Flüchtlings Hetz Artikel in der
Preussischen Allgemeinen Zeitung”
“http://inrur.info/wiki/Preussische_Allgemeine
vom 10.11.2012 “Asyl am Brandenburger Tor von Vera Lengsfeld
“Achse des Guten”
http://inrur.info/wiki/Achse_des_Guten
Michael Klonovsky
http://inrur.info/wiki/Michael_Klonovsky
“Junge Freiheit”
http://inrur.info/wiki/Junge_Freiheit
es gibt viele Schnittmengen mit dem Quartalsmagazin “Liberal”
der FDP “nahen” Friedrich Naumann Stiftung für die Freiheit”
das seit 2/2012 an den Kiosken zu haben ist
u.a. mit Bökenkamp, Lengsfeld…
Politically Incorrect
http://inrur.info/wiki/Politically_Incorrect
Stefan Herre
http://inrur.info/wiki/Stefan_Herre
… QUARK, an denen gibt’s noch ganz andere sachen zu bequengeln.
mach mal die folgenden links auf:
http://tinyurl.com/az67tym und 2) http://tinyurl.com/d8vnbgn
wikipedia wird zu einem genealogieprojekt für den adel.
“von Cach bis Cäsar” auf wikikosten, als hätten die keine eigenen server.
Max Stirner Gesellschaft + Geschichtsklitterung statt offensive Distanzierung
inrur hat im Kontext der Ausseinandersetzungen um die Rechte Medienfront
bei der “Max Stirner Gesellschaft” (msges.de) nachgefragt, wie es mal mit einer offensiven Distanzierung von André F. Lichtschlag wäre
http://inrur.info/wiki/Andr%C3%A9_F._Lichtschlag
bis zum Zeitpunkt der Anfrage war das Gründungstreffen mit Fotos und dazu die Namen der Akteure auf deren website online einsehbar
Anwort:
er ist kein Mitglied mehr seit 2006
im Rahmen des Stirnerjahres hat er einen Brief des Vorstandes erhalten, indem ihm unter Androhung eines Ausschlussverfahrens untersagt worden ist, im Zuge seiner politischen Aktivitäten die Stirner-Gesellschaft zu erwähnen…Das Bild auf der Seite der MSG soll seit langem von der Seite genommen werden…
nun sind die Bilder runtergenommen worden
doch es gibt noch Spuren im Netz die hiermit dokumentiert werden
Gründungsmitglieder
1. Maurice Schuhmann, Berlin/Deutschland
2. Nikos Psarros, Leipzig/Griechenland
3. Kurt W. Fleming, Leipzig/Deutschland
4. Geert-Lueke Lueken, Leipzig/Deutschland
5. Christian Berners, Köln/Deutschland
6. Arne C. Jansen, Haarlem/Holland
7. André Lichtschlag, Grevenbroich/Deutschland
8. Prof. Dr. Herbert Scheit, Bayreuth/Deutschland
9. Lars Kung, Leipzig/Deutschland
http://web.archive.org/web/20060102215414/http://www.max-stirner-archiv-leipzig.de/msg.htm
Literatur
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