19 Kommentare

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  1. Sehr geehrter Reinhard Klaus,

    ich glaube nicht, dass es eine Frage des Alters ist. Wer sich einmal mit Lenin, Stalin, ihrer Politik und der ihrer Nachfolger auseinandergesetzt hat, der wird verstehen können, was es z. B. bedeutet, ein Lager des Gulag überlebt zu haben.

    Sie zitieren Lothar Scholz, der Frau Reich angegriffen hat. Wie kommt er dazu, Frau Reich als eine seiner Bewacherinnen im Gulag-Lager zu imaginieren? (“Ich fühlte meine Ohnmacht gegen diese Frau … Mir zitterten die Knie vor Aufregung; so hatten mich bisher nur die Bewacher behandelt!”) Muss Frau Reich, die niemals ein Lager geleitet hat, alle Traumata von Lothar Scholz in Rechnung gestellt, sich eine körperliche Attacke von ihm gefallen lassen?

    Ganz zu schweigen von all denjenigen, die Frau Reich mit Häme und Schmähungen überhäufen, die selbst keine Haft- oder Lagergeschichte haben. Wie kommen diese UOKG-Verbandsfunktionäre u. a. dazu, Frau Reich und Frau Schulz, mehr oder minder als Schwestern im Geiste der ehemaligen KGB-Gefängnis-Leiter zu imaginieren und die Ausstellung, gegen alle Wahrheit, als verharmlosend und bewusst täuschend zu beschreiben und die Ausstellungsmacher als Stalinisten, Terror-Verharmloser etc. zu diffamieren?

    Der Verband UOKG, zu dessen Leitung Lothar Scholz gehörte, rechtfertigt seine bodenlose Diffamierungskampagne gegen die Ausstellungsmacher mit den traumatischen Lagererfahrungen einiger seiner Mitglieder. Das kann nicht angehen. Ob jung oder alt, das kann jeder verstehen.

  2. gisela rüdiger

    Sehr geehrter Herr Jander,

    schon lange habe ich nicht mehr so ein krudes Zeug gelesen. Mir bleibt nichts anderes übrig, als zu glauben, dass Ihre eigenen Vorurteile, eine ordentliche Recherche, die für ihren Beitrag vonnöten gewesen wäre, ihnen offensichtlich im Wege steht.
    Ich bedaure und verstehe nicht, wie Prof. Benz diesen Artikel in ein von ihm herausgegebenes Buch nehmen konnte. Da werden die UOKG, der Bundespräsident, die Stiftung und Zeitzeugen und Einzelpersonen völlig zu Unrecht angegriffen und der Verharmlosung der Nazi-Verbrechen bezichtigt.
    Es lohnt nicht, mit solchen Autoren wie Ihnen zu streiten.
    Gisela Rüdiger

  3. Sehr geehrte Frau Rüdiger,

    was Sie sagen, steht so schlicht nicht in meinem Artikel. “Krudes Zeug” ist dies auch nicht. Sie deuten an, mein Artikel sei von einer vorurteilsbelasteten Sicht bestimmt. Welche Vorurteile sollten dies sein? Interessant finde ich, dass Sie meinen, es lohne sich nicht mit mir zu diskutieren und dann trotzdem diese Nachricht hier hinterlassen. Sie wollten einfach nur ihre Verachtung und Empörung ausdrücken? Ich hoffe es hat geholfen.

  4. Enrico Heitzer

    PS: Informationen zur Lebens- und Leidensgeschichte des Aktivisten und Zeitzeugen Lothar Scholz finden sich im Internet vielfach. Zum Beispiel: http://www.berliner-mauer.de/lothar-scholz.html oder http://www.uokg.de/workuta/scholz.htm
    Wer der russischen Sprache mächtig ist, kann ein ausführliches Interview mit Scholz im Portal des Journals Сноб („Snob“) finden: http://www.snob.ru/profile/9069/blog/18171
    Ich darf an dieser Stelle aber das Detail ergänzen, dass das in einem Kommentar erwähnte Buch „Im Namen von Marx – Engels – Lenin – Stalin“ (2000) von Scholz sowie sein Zweitwerk „Der verratene Idealismus – Ein Junge im Banne des Nationalsozialismus“ (2004) bei der Verlagsgesellschaft Berg (VGB) und dem dazu gehörigen Verlag Druffel & Vowinckel publiziert wurden. Die VGB wird von verschiedenen Verfassungsschutzsämtern als „rechtsextrem“ bzw. „rechtsextremistisch“ eingestuft.
    Beispiele: Verfassungsschutzbericht Bayern 2011, S. 154 http://www.verwaltung.bayern.de/egov-portlets/xview/Anlage/4037479/Verfassungsschutzbericht 2011.pdf, Bericht des Bundesamtes für Verfassungsschutz 2009, S. 123f. http://www.civismedia.eu/fileadmin/studien/Verfassungsschutzbericht_2009.pdf sowie ein Rechtsextremismus-Dossier der Bundeszentrale für politische Bildung, worin die VGB als „einer der größten und wichtigsten rechtsextremen Verlage“ eingestuft wird: http://www.bpb.de/politik/extremismus/rechtsextremismus/41938/glossar?p=79
    Der Wikipedia-Eintrag ist ebenfalls aufschlussreich: http://de.wikipedia.org/wiki/Verlagsgesellschaft_Berg
    Bleibt noch anzumerken, dass Scholz auch auf der Seite des Rechtsaußen-Blattes „Junge Freiheit“ als Autor gelistet ist: http://www.jungefreiheit.de/Autoren.52.0.html

  5. richard buchner

    Sehr geehrter Herr Dr. Heitzer,

    hier gehen Sie deutlich unter Ihr Niveau.
    Es ist infam, WORKUTA-Überlebende mit den Glatzköpfen
    oder . viel gefährlicher – JUNGEN NEONAZIS in einen Topf zu
    schmeißen.
    Ihre Aufgabe in SACHSENHAUSEN besteht auch darin, mit den wenigen heute noch ÜBERLEBNEDEN ZEITZEUGEN einen sachlichen – und auch humanen, zwischen-menschlichen KONTAKT zu halten.
    Da sind Ihre “Todschlag-Argumente” = Rechtsextremismus gewiss nicht hilfreich.
    Wie schade. Ich möchte Sie gerne als respektablen FACHKOLLEGEN sehen.
    Da können Sie nicht pauschal die Keule des Rechtsextremismus schwingen, gegen einen alten Mann, dem (m. W. ein einziges Mal) nach überlebter Erkrankung AUF LEBEN UND TOD / 2011-12 die Nerven durchgegangen sind.

    Schlaflose Nächte – Albträume von WORKUTA-üBERLEBENDEN ODER HOHENECK-FRAUEN: Sofern Sie es geschafft haben, persönliche Kontakte zu unseren Zeitzeugen herzustellen, so wissen Sie, dass sehr viele (oder ALLE ?)
    Zeitzeugen immer wieder von Schreckens-träumen aus dem GULAG oder aus STASI-Kellern ehimgesucht werden.

    Daher bitte ich Sie sehr herzlich und dringend um MENSCHLICHE SENSIBILITÄT: SIE oder ich – wir alle haben das “Glück” der Nachgeborenen. Sollten Sie sich weiterhin in dieser platten, inhumanen Weise über Menschen äußern, die UNMENCHLICHES durchlitten haben,so
    müsste ich leider bezweifeln,
    dass Sie die Zeit des Ost-West-Konflikts und den TERROR DER STALINISTISCHEN DIKTATUR aufzuarbeiten befähigt sind.

    Das wäre sehr schade – ich würde das persönlich sehr bedauern.
    Denn ich hatte Sie bislang für SERIÖS eingeschätzt.

    Mit kollegialen Grüßen Ihr Dr. Richard Buchner
    (Zeithistoriker,
    Sowjetunion-Experte).

  6. richard buchner

    Nachtrag: R. Buchner an Dr. Heitzer:

    Richtig ist: auch Zeitzeugen sind Bürger mit oft erheblich unterschiedlichen Meinungen. Ich würde nicht jeden Satz von L. S. unterschreiben – das steht mir auch nicht zu.
    Aber auch ZZ haben das Recht auf WAHRHEITSGEMÄSSE DARSTELLUNG ihrer unmenschlichen Leiden in STASI- oder NKWD-Gefängnissen oder LAGERN.

    Kommen Sie alle in die Gedenkstätten – machen Sie sich einfach SACHKUNDIG: DANKE Ihr Richard Buchner

  7. Dirk Jungnickel

    Es dürfte wohl in die Kategorie „Perlen – vor – die – Säue – Werfen“ fallen, sich mit Ihnen, Herr Jander, auseinander zu setzen. Ich kenne Sie nicht, weil Sie in der Aufarbeitungsszene weder irgend einen Namen haben noch hab ich mich mit Ihrem „Antifablog“ näher beschäftigt.
    Aber wer sich derart unreflektiert und offenbar völlig ahnungslos mit einer zugegeben wahrlich nicht einfachen Materie beschäftigt, der kann und muß mit Polemik rechnen.
    Ich befürchte bei Ihren offensichtlichen Geschichtskenntnissen ist Ihnen immer noch nicht aufgegangen, daß mit der sogenannten Befreiung – was die SBZ betrifft – der Teufel mit dem Beelzebuben ausgetrieben und der GULag, von dem Sie wohl doch schon gehört haben, bis zur Elbe ausgedehnt wurde. (Der Hitler – Stalin – Pakt, man könnte ihn auch d a s Verbrecherkartell der 20. Jahrhunderts nennen, ist Ihnen sicher geläufig.)
    Diese „Kolatteralschäden“ (O – Ton: M. Jander ) im erweiterten GULag forderte Zehntausende Tote, wohlgemerkt n a c h Ende des 2.Weltkrieges. Auf diesen unsäglichen Terminus könnte man allerdings wirklich kommen, wenn man die unzulängliche Ausstellung in der Leistikowstraße besucht, die tatsächlich einäugig und vor allem empathielos – um Sie wieder zu zitieren – daherkommt, wie es die Mehrzahl der Zeitzeugen, und nicht nur diese, empfinden. (Vera Lengsfeld spricht von Geschichtsfälschung.)
    Wie schlampig Sie recherchiert haben, ist belegbar an der Behauptung, daß der Gedenkstättenverein die Abberufung von Dr. Reich gefordert habe. Diese allerdings absolut berechtigte Forderung kam schon vor zwei Jahren von der Mehrzahl der Zeitzeugen – nämlich der „Zeitzeugen – Initiative ehem. KGB – Gefängnis Leistikowstrasse“- und weit über hundert Unterstützern. (Die Zahlenangaben von Prof. Morsch in diesem Zusammenhang lassen auf Defizite in den Grundrechenarten schließen !)
    Das „krude Zeug“(korrekt: G.Rüdiger), das Sie über die UOGK und die Opfer – Vereine absondern, zeugt von geschichtspolitischer Instrumentalisierung von Nebenschauplätzen, wie sie von Schreibern Ihrer Provenienz wiederum nicht anders zu erwarten ist.
    Allerdings darf man die Kritik auch nicht Carl-W. Holzapfel überlassen, der in seinem – in diesem Zusammenhang völlig überflüssigen – Beitrag in privaten trüben Gewässern glaubt fischen zu müssen.
    I h r Geschichtsrevisionismus, Herr Jander, erweckt den Verdacht, daß Sie zu denen gehören, die
    koste es was es wolle zumindest Reste ihrer kommunistischen /marxistischen Ideologie zu retten versuchen, indem sie Tatsachen einfach ausblenden.
    Sie sind leider nicht der Erste und Einzige, der den heute noch lebenden Überlebenden des Sowjet – Terrors – damals Kinder und Jugendliche – in den Rücken fällt und sie allenfalls als Opfer 3. Klasse betrachtet; es bleibe dahingestellt, ob aus Ahnungslosigkeit oder politischem Kalkül.
    Jedenfalls machen auch Sie sich mit Ihrem unqualifizierten Pamphlet mitschuldig daran, daß Betroffene der Leistikowstraße und viele andere Zeitzeugen um Selbstverständlichkeiten zu kämpfen gezwungen werden.
    Die Gedenkstätte Hohenschönhausen oder die Gedenkbibliothek zu Ehren der Opfer des Kommunismus sind beispielhaft für eine wissenschaftliche Aufarbeitung ohne geschichtspolitisch motivierte Manipulationsversuche.

    Mögen wir fortan bei der Totalitarismus – Aufarbeitung von Ihresgleichen verschont werden !

    Dirk Jungnickel

    (seit 20 Jahren beruflich sowie ehrenamtlich in der Aufarbeitung tätig; interviewte ca. 200 Stalinismus / Sozialismus – Geschädigte )

  8. Hallo Herr Jungnickel,

    Von “Kollateralschäden” im Zusammenhang mit Opfern der Speziallager und der Gulag-Lager spreche ich nicht, das ist eine Unterstellung. Aber Ihr ganzer Artikel richtet sich ja auch nicht an mich, sondern offenbar an ein anderes Publikum, dem sie Ihre Haltung demonstrieren wollen.
    Dass Autoren der “Jungen Freiheit” (http://www.jungefreiheit.de/Autoren.52.0.html) wie Sie mit mir nicht argumentieren wollen, sondern eher herumpolemisieren, hätte ich mir denken können. Das Relativieren des Nationalsozialismus gehört schließlich in der “Jungen Freiheit” zum guten Ton. Dass Autoren der “Jungen Freiheit” Kontakte und Überschneidungen zwischen der DDR-Aufarbeitung, rechtsradikalen und neu-rechten Strukturen als Hirngespinste abtun, versteht sich auch von selbst.

    Mit freundlichen Grüßen
    Martin Jander

    Hallo Herr Buchner, Enrico Heitzer wirft Lothar Scholz keineswegs in einen Topf mit Neo-Nazis. Er weist lediglich darauf hin, dass er ein Buch in einem Verlag veröffentlicht hat, den selbst der Verfassungsschutz der rechtsradikalen Szene zurechnet und dass er, wie Herr Jungnickel, Autor der “Jungen Freiheit” ist. Gehört es aus Ihrer Sicht zu einer von Empathie geprägten Arbeit mit Zeitzeugen, ihre Verbindungen zur Neuen Rechten in Abrede zu stellen?

    Mit freundlichen Grüßen
    Martin Jander

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