19 Kommentare

  1. Ihr Artikel zur UOKG ist durch die Meinungsfreiheit gedeckt. Punkt. Auch wenn Ihre Analyse bezüglich der Bewertung von Diktaturen durch die UOKG
    nicht stimmig ist. Ärgerlich ist allerdings eine nachweisbare Falschbehauptung, die Sie korrigieren sollten:
    Die Vereinigung der Opfer des Stalinismus (VOS)ist nicht (wegen rechtsradikaler Tendenzen) aus der UOKG ausgeschlossen worden. Die VOS hat
    vielmehr zusammen mit anderen (alten) Vereinen die UOKG verlassen, ist
    also ausgetreten.
    Der BSV hat zwztl. Insolvenz angemeldet. Er existiert zumindest noch in Berlin als “Förderverein BSV” und arbeitet mit der UOKG eng zusammen.

    Interessant finde ich auch, dass Sie die aktuellen Diskussionen um die UOKG aus Ihrem Bericht aussparen. Warum? Ist das kein Thema, wenn der
    Vorsitzende (hauptberuflich Prediger)in seinen Missions-Briefen Thesen verbreitet, wie “Juden (u.a.) sind Knechte Satans” (siehe WIKIPEDIA), “Allah ist eine Erfindung und Mohammed sein falscher Prophet” und Buddhisten und Hinduisten gleich mit diffamiert?
    Die Mitgliederversammlung der UOKG hat ihrem Vorsitzenden trotz dieser Äußerungen mehrheitlich das Vertrauen ausgesprochen, sich also mit diesen Äußerungen solidarisiert.

  2. Herr Holzapfel,

    die VOS und der BSV wurden von der Mitgliederversammlung der UOKG wegen rechtsradikaler Tendenzen ausgeschlossen. Danach hat der Vorstand der UOKG beide Organisationen zu Gesprächen eingeladen. Danach beschlossen beide Organisationen nicht weiter in der UOKG mitzuarbeiten, auszutreten. Der Beschluss der Mitgliederversammlung der UOKG über den Ausschluss wurde jedoch nicht aufgehoben. So stellt sich die Sachlage für mich dar. In meinem ausführlichen Aufsatz im von Wolfgang Benz herausgegebenen DDiskussionsband wird dies geschildert.

    Ich gehe dort auch ausführlich auf Ihre Vorwürfe gegen Reiner Wagner ein. Ich zitiere Wagners Äußerungen. Freilich weise ich auch auf Ihre rechtsterroristischen Aktivitäten zu Beginn der 70er Jahre hin.

    Martin Jander

  3. horst

    “Ihr Artikel zur UOKG ist durch die Meinungsfreiheit gedeckt. Punkt.”
    Da kann der Autor aber froh sein, dass sie nicht anders entschieden haben.

  4. Lieber Martin Jander,
    ich erinnere mich gerne an unsere gelegentlichen, sehr offenen Gespräche, als wir beide noch im Forschungsverbund SED-Staat an der Freien Universtät Berlin tätig waren. Ich arbeite auch noch sehr gerne mit Ihrer Chronologie “Verfolgung, Opposition, Dissidenz und Verweigerung in der DDR 1945-1989″. Ohne Sie wüsste ich manches gar nicht, was in der SBZ und frühen DDR an Repressionen geschah. Um so verwunderlicher finde ich Ihre heutige einseitige Sicht auf die UOKG. Anerkennen könnten Sie deren kritische Sicht auf die SED-Diktatur, auch wenn Sie politisch an einigen Stellen anderer Meinung sind. Das wäre sicher den einen oder anderen Satz wert gewesen.
    Sicherlich gibt es einiges an der UOKG, was man kritisieren oder sogar bedenklich finden kann. Das ist aber nur die eine Seite. Sie kennen ja die Festschrift zum 20-jährigen Bestehen der UOKG, haben also auch zur Kenntnis genommen, dass die UOKG sich selbst mit dem Phänomen des Rechtsradikalismus unter ihren Mitgliedern sehr ernsthaft auseinandergesetzt hat, was auch seinen Niederschlag in der Satzung gefunden hat. Auch im Forschungsverbund hatten wir ja zeitweise ein ähnliches Problem, das bis in die Redaktion unserer Zeitschrift reichte, zu der Sie ja auch gehörten. Auch im Forschungsverbund gab es damals heftige Diskussionen und mit den Folgerungen haben wir es uns damals nicht leicht gemacht. Gestehen Sie das doch auch anderen Organisationen zu, ohne sie gleich unter Generalverdacht zu stellen.
    Mit einem freundlichen Gruß: Christian Sachse

  5. Lieber Christian Sachse,

    auch ich erinnere mich noch gut an unsere Zusammenarbeit im Forschungsverbund SED-Staat. Allerdings fällt meine Erinnerung etwas anders aus als Ihre. Ich erinnere mich sehr gut, dass als Bernd Rabehl und andere mit ihren rechtsradikalen Thesen herausrückten bzw. anfingen in rechtsradikalen Netzwerken (Studienzentrum Weikersheim u. a.) aufzutreten, es mit der schönen Zusammenarbeit rasch vorbei war. Ich habe mich damals, als deutlich war, dass eine Mehrheit sich nicht von diesen Kollegen trennen wollte, entschlossen zu gehen.

    Ich habe Die von Ihnen erstellte Festschrift mit großem Gewinn gelesen, und ich muss sagen, für eine “Festschrift” ist sie erstaunlich kritisch ausgefallen. Aber, an vielen entscheidenden Punkten gucken Sie leider weg, oder, das kann natürlich sein, Sie beurteilen sie anders. Hier auf publikative.org finden Sie lediglich die sehr kondensierte Fassung meines Artikels, zugespitzt auf die wichtigsten Punkte. Sobald das Buch von Wolfgang Benz erschienen ist, schicke ich Ihnen meine Langfassung, die doch noch etwas differenzierter aussieht, zu.

    Aber eines scheint mir, bei aller Differenzierung, doch sehr deutlich. In all den Konflikten um die Gedenkstätten in Sachsenhausen, Buchenwald, Torgau und jetzt Potsdam, agiert die U0KG auf der Seite des Geschichtsrevisionismus. Da beist die Maus keinen Faden ab. Da wird Kampagne gefahren. Dieser Geschichtsrevisionismus ist geradezu ihr Programm. Gerhard Finn hat das ja, ich zitiere das, erst kürlich erneut kundgetan.

    Auch kann ich nicht sehen, dass die UOKG, außer bei ihren Satzungen, etwas gegen das rechte Zeugs innerhalb des Dachverbandes und seiner Mitgliedsorganisationen tut. Ihre Grundthese, dass viel zu lange über die Nazis und den Antisemitismus geredet wurde und dass nun damit aufgehört werden muss, weil das Gerede über den Nazismus die Opfer des Kommunismus denunziere, die bleibt bestehen. Soweit ich erkennen kann, hat diese Grundidee der politischen Arbeit der UOKG auch bislang keiner in Frage gestellt.

    Aber, es wäre ja schön, wenn ich mich irren sollte.

    Martin Jander

  6. richard buchner

    Sehr geehrter Herr Sander,

    jeder, der heute den Kalten Krieg oder die Verbrechen des stalinistischen Systems in der Sowjetunion, in Polen oder in der ach so demokratischen Deutschen Republik aufarbeitet,
    erscheint Ihnen offenbar als “perverser Antikommunist”.
    Zwangsarbeit in der GULAG-Ökonomie – das ist für Sie
    der Beweis für “Geschichtsrevisionismus”.

    Wie schade.

    Dr. Richard Buchner, Zeithistoriker
    (Gedenkstättenverein Potsdam,
    ehemaliges K G B-Gefängnis, Leistikowstraße)

  7. Lieber Herr Büchner, keineswegs. Es gibt für mich einen Unterschied zwischen “aufarbeiten” und “aufrechnen”. Die UOKG stützt mit vielen ihrer Attacken, so wie jetzt gerade in Potsdam, eine Kultur des Aufrechnens, attackiert seriöse wissenschaftliche Aufarbeitung als “Terrorverharmlosung” und “kommunistische Propaganda”. Aber das wissen Sie sicher besser, denn Sie organisieren ja einige dieser unwuerdigen Attacken auf serioese Wissenschaftlerinnen in Potsdam. Mit freundlichen Gruessen, Martin Jander

  8. richard buchner

    Herr Dr. Jander,
    “Perverser Antikommunismus” ? Was ist das ? Perverse Kommunisten – um die Sprache des Herrn Jander hier aufzugreifen – produzierten in ihren Gefängnissen und NKWD-Lager Antikommunisten. Das ist wahr. Jeder kann das ehemalige K G B-Gefängnis in Potsdam, Leistikowstraße besichtigen.
    Herr Jander scheint zu erwarten, dass damals junge Menschen – unsere letzten noch lebenden Zeitzeugen – in den Kellern in Potsdam Lindenstraße oder Leistikowstraße, in den N K W D-Lager Sachsenhausen oder Buchenwald oder Ketschendorf, in den STASIS-Gefängnissen von Bautzen und Torgau und Halle und Dresden und Cottbus usw. zu begeisterten Kommunisten geworden wären. Nur die Realität – sie ist nicht so.
    Kennt Herr Jander das Frauengefängnis in HOHENECK bei Chemnitz, diesen finstern Ort der STASI-Gewalt ?
    Das Recht, eine Menschenkette und ein Informations-Forum zu organisieren, ist ein demokratisches Grundrecht. Das scheint Herrn Jander zu missfallen. Auch die heutige Leiterin der Gedenksätte ehemaliges K G B-Gefängnis Potsdam, Leistikowstraße, ist nicht “unfehlbar” – man darf die geleistete Arbeit und die dennoch deutlichen Defizite der Ausstellung sachkundig kritisieren – unsere Zeitzeugen zumal.

    Vielleicht mag auch Herr Dr. Jander auf der Basis des Grundgesetzes sich mit uns verständigen – ohne unsere Zeitzeugen als “perverse Antikommunisten” zu beschimpfen.
    Denn JEDER, der den Keller der heutigen Gedenkstätte Leistikowstraße in Potsdam betritt, versteht an die einfachen Werte unseres Grundgesetzes:

    DIE WÜRDE DES MENSCHEN IST UNANTASTBAR.

    Richard Buchner Potsdam / Berlin

  9. Sehr geehrter Herr Buchner,

    Jander zitiert Giordano, Giardano bezieht sich nicht auf sämtliche Opfer des Stalinismus, sondern auf jene Kreise, die aufrechnen wollen – so als ob dies jemals geholfen hätte. Wenn Sie nun versuchen, Herrn Jander zu unterstellen, er bezeichne alle Stasi-Opfer und vor allem “junge Menschen” als perverse Antikommunisten, dann spricht das nicht gerade für die Stichhaltig- sowie Redlichkeit Ihrer Argumentation.

    Gruß
    Patrick Gensing Hamburg / Schleswig-Holstein

  10. Reinhard Klaus

    Zu Janders linkem Artikel nur ein einziger Zusatz:
    Lothar Scholz ist ein Workuta-Überlebender und versuchte die schrecklichen Haftjahre aufzuarbeiten in seinem Buch “Im Namen von Marx-Egels-Lenin-Stalin – Eine Jugend in sowjetischen Straflagern”.
    Seine Traumatisierung wirkt nach; mit seinen 83 Lebensjahren konnte er Frau Reich physisch nicht ernstlich bedrohen.

    Lothar Scholz wörtlich zum Vorfall am 23. März 2012 in der Leistikowstraße:
    “… Ich fühlte meine Ohnmacht gegen diese Frau … Mir zitterten die Knie vor Aufregung; so hatten mich bisher nur die Bewacher behandelt! Und dann brach es aus mir heraus: Ich weiß nicht mehr was ich in meiner Enttäuschung gesagt habe, die Worte überschlugen sich, als die ebenfalls anwesende Frau Schulz mich Gott sei Dank unter die Arme griff und hinausführte zu unserem PKW, in dem meine Frau auf mich wartete. Wir brausten los, parkten kurzzeitig am Waldesrand, während ich noch um Luft rang, bis ich mich langsam beruhigte.
    Die nächsten Nächte hatte ich wieder wie seit Jahren meine üblichen Albträume!”

    Können Historiker der jüngeren Jahrgänge die komplexen Auswirkungen kommunistischer Willkürherrschaft auf betroffene Menschen ermessen?

  11. Sehr geehrter Reinhard Klaus,

    ich glaube nicht, dass es eine Frage des Alters ist. Wer sich einmal mit Lenin, Stalin, ihrer Politik und der ihrer Nachfolger auseinandergesetzt hat, der wird verstehen können, was es z. B. bedeutet, ein Lager des Gulag überlebt zu haben.

    Sie zitieren Lothar Scholz, der Frau Reich angegriffen hat. Wie kommt er dazu, Frau Reich als eine seiner Bewacherinnen im Gulag-Lager zu imaginieren? (“Ich fühlte meine Ohnmacht gegen diese Frau … Mir zitterten die Knie vor Aufregung; so hatten mich bisher nur die Bewacher behandelt!”) Muss Frau Reich, die niemals ein Lager geleitet hat, alle Traumata von Lothar Scholz in Rechnung gestellt, sich eine körperliche Attacke von ihm gefallen lassen?

    Ganz zu schweigen von all denjenigen, die Frau Reich mit Häme und Schmähungen überhäufen, die selbst keine Haft- oder Lagergeschichte haben. Wie kommen diese UOKG-Verbandsfunktionäre u. a. dazu, Frau Reich und Frau Schulz, mehr oder minder als Schwestern im Geiste der ehemaligen KGB-Gefängnis-Leiter zu imaginieren und die Ausstellung, gegen alle Wahrheit, als verharmlosend und bewusst täuschend zu beschreiben und die Ausstellungsmacher als Stalinisten, Terror-Verharmloser etc. zu diffamieren?

    Der Verband UOKG, zu dessen Leitung Lothar Scholz gehörte, rechtfertigt seine bodenlose Diffamierungskampagne gegen die Ausstellungsmacher mit den traumatischen Lagererfahrungen einiger seiner Mitglieder. Das kann nicht angehen. Ob jung oder alt, das kann jeder verstehen.

  12. gisela rüdiger

    Sehr geehrter Herr Jander,

    schon lange habe ich nicht mehr so ein krudes Zeug gelesen. Mir bleibt nichts anderes übrig, als zu glauben, dass Ihre eigenen Vorurteile, eine ordentliche Recherche, die für ihren Beitrag vonnöten gewesen wäre, ihnen offensichtlich im Wege steht.
    Ich bedaure und verstehe nicht, wie Prof. Benz diesen Artikel in ein von ihm herausgegebenes Buch nehmen konnte. Da werden die UOKG, der Bundespräsident, die Stiftung und Zeitzeugen und Einzelpersonen völlig zu Unrecht angegriffen und der Verharmlosung der Nazi-Verbrechen bezichtigt.
    Es lohnt nicht, mit solchen Autoren wie Ihnen zu streiten.
    Gisela Rüdiger

  13. Sehr geehrte Frau Rüdiger,

    was Sie sagen, steht so schlicht nicht in meinem Artikel. “Krudes Zeug” ist dies auch nicht. Sie deuten an, mein Artikel sei von einer vorurteilsbelasteten Sicht bestimmt. Welche Vorurteile sollten dies sein? Interessant finde ich, dass Sie meinen, es lohne sich nicht mit mir zu diskutieren und dann trotzdem diese Nachricht hier hinterlassen. Sie wollten einfach nur ihre Verachtung und Empörung ausdrücken? Ich hoffe es hat geholfen.

  14. Enrico Heitzer

    PS: Informationen zur Lebens- und Leidensgeschichte des Aktivisten und Zeitzeugen Lothar Scholz finden sich im Internet vielfach. Zum Beispiel: http://www.berliner-mauer.de/lothar-scholz.html oder http://www.uokg.de/workuta/scholz.htm
    Wer der russischen Sprache mächtig ist, kann ein ausführliches Interview mit Scholz im Portal des Journals Сноб („Snob“) finden: http://www.snob.ru/profile/9069/blog/18171
    Ich darf an dieser Stelle aber das Detail ergänzen, dass das in einem Kommentar erwähnte Buch „Im Namen von Marx – Engels – Lenin – Stalin“ (2000) von Scholz sowie sein Zweitwerk „Der verratene Idealismus – Ein Junge im Banne des Nationalsozialismus“ (2004) bei der Verlagsgesellschaft Berg (VGB) und dem dazu gehörigen Verlag Druffel & Vowinckel publiziert wurden. Die VGB wird von verschiedenen Verfassungsschutzsämtern als „rechtsextrem“ bzw. „rechtsextremistisch“ eingestuft.
    Beispiele: Verfassungsschutzbericht Bayern 2011, S. 154 http://www.verwaltung.bayern.de/egov-portlets/xview/Anlage/4037479/Verfassungsschutzbericht 2011.pdf, Bericht des Bundesamtes für Verfassungsschutz 2009, S. 123f. http://www.civismedia.eu/fileadmin/studien/Verfassungsschutzbericht_2009.pdf sowie ein Rechtsextremismus-Dossier der Bundeszentrale für politische Bildung, worin die VGB als „einer der größten und wichtigsten rechtsextremen Verlage“ eingestuft wird: http://www.bpb.de/politik/extremismus/rechtsextremismus/41938/glossar?p=79
    Der Wikipedia-Eintrag ist ebenfalls aufschlussreich: http://de.wikipedia.org/wiki/Verlagsgesellschaft_Berg
    Bleibt noch anzumerken, dass Scholz auch auf der Seite des Rechtsaußen-Blattes „Junge Freiheit“ als Autor gelistet ist: http://www.jungefreiheit.de/Autoren.52.0.html

  15. richard buchner

    Sehr geehrter Herr Dr. Heitzer,

    hier gehen Sie deutlich unter Ihr Niveau.
    Es ist infam, WORKUTA-Überlebende mit den Glatzköpfen
    oder . viel gefährlicher – JUNGEN NEONAZIS in einen Topf zu
    schmeißen.
    Ihre Aufgabe in SACHSENHAUSEN besteht auch darin, mit den wenigen heute noch ÜBERLEBNEDEN ZEITZEUGEN einen sachlichen – und auch humanen, zwischen-menschlichen KONTAKT zu halten.
    Da sind Ihre “Todschlag-Argumente” = Rechtsextremismus gewiss nicht hilfreich.
    Wie schade. Ich möchte Sie gerne als respektablen FACHKOLLEGEN sehen.
    Da können Sie nicht pauschal die Keule des Rechtsextremismus schwingen, gegen einen alten Mann, dem (m. W. ein einziges Mal) nach überlebter Erkrankung AUF LEBEN UND TOD / 2011-12 die Nerven durchgegangen sind.

    Schlaflose Nächte – Albträume von WORKUTA-üBERLEBENDEN ODER HOHENECK-FRAUEN: Sofern Sie es geschafft haben, persönliche Kontakte zu unseren Zeitzeugen herzustellen, so wissen Sie, dass sehr viele (oder ALLE ?)
    Zeitzeugen immer wieder von Schreckens-träumen aus dem GULAG oder aus STASI-Kellern ehimgesucht werden.

    Daher bitte ich Sie sehr herzlich und dringend um MENSCHLICHE SENSIBILITÄT: SIE oder ich – wir alle haben das “Glück” der Nachgeborenen. Sollten Sie sich weiterhin in dieser platten, inhumanen Weise über Menschen äußern, die UNMENCHLICHES durchlitten haben,so
    müsste ich leider bezweifeln,
    dass Sie die Zeit des Ost-West-Konflikts und den TERROR DER STALINISTISCHEN DIKTATUR aufzuarbeiten befähigt sind.

    Das wäre sehr schade – ich würde das persönlich sehr bedauern.
    Denn ich hatte Sie bislang für SERIÖS eingeschätzt.

    Mit kollegialen Grüßen Ihr Dr. Richard Buchner
    (Zeithistoriker,
    Sowjetunion-Experte).

  16. richard buchner

    Nachtrag: R. Buchner an Dr. Heitzer:

    Richtig ist: auch Zeitzeugen sind Bürger mit oft erheblich unterschiedlichen Meinungen. Ich würde nicht jeden Satz von L. S. unterschreiben – das steht mir auch nicht zu.
    Aber auch ZZ haben das Recht auf WAHRHEITSGEMÄSSE DARSTELLUNG ihrer unmenschlichen Leiden in STASI- oder NKWD-Gefängnissen oder LAGERN.

    Kommen Sie alle in die Gedenkstätten – machen Sie sich einfach SACHKUNDIG: DANKE Ihr Richard Buchner

  17. Dirk Jungnickel

    Es dürfte wohl in die Kategorie „Perlen – vor – die – Säue – Werfen“ fallen, sich mit Ihnen, Herr Jander, auseinander zu setzen. Ich kenne Sie nicht, weil Sie in der Aufarbeitungsszene weder irgend einen Namen haben noch hab ich mich mit Ihrem „Antifablog“ näher beschäftigt.
    Aber wer sich derart unreflektiert und offenbar völlig ahnungslos mit einer zugegeben wahrlich nicht einfachen Materie beschäftigt, der kann und muß mit Polemik rechnen.
    Ich befürchte bei Ihren offensichtlichen Geschichtskenntnissen ist Ihnen immer noch nicht aufgegangen, daß mit der sogenannten Befreiung – was die SBZ betrifft – der Teufel mit dem Beelzebuben ausgetrieben und der GULag, von dem Sie wohl doch schon gehört haben, bis zur Elbe ausgedehnt wurde. (Der Hitler – Stalin – Pakt, man könnte ihn auch d a s Verbrecherkartell der 20. Jahrhunderts nennen, ist Ihnen sicher geläufig.)
    Diese „Kolatteralschäden“ (O – Ton: M. Jander ) im erweiterten GULag forderte Zehntausende Tote, wohlgemerkt n a c h Ende des 2.Weltkrieges. Auf diesen unsäglichen Terminus könnte man allerdings wirklich kommen, wenn man die unzulängliche Ausstellung in der Leistikowstraße besucht, die tatsächlich einäugig und vor allem empathielos – um Sie wieder zu zitieren – daherkommt, wie es die Mehrzahl der Zeitzeugen, und nicht nur diese, empfinden. (Vera Lengsfeld spricht von Geschichtsfälschung.)
    Wie schlampig Sie recherchiert haben, ist belegbar an der Behauptung, daß der Gedenkstättenverein die Abberufung von Dr. Reich gefordert habe. Diese allerdings absolut berechtigte Forderung kam schon vor zwei Jahren von der Mehrzahl der Zeitzeugen – nämlich der „Zeitzeugen – Initiative ehem. KGB – Gefängnis Leistikowstrasse“- und weit über hundert Unterstützern. (Die Zahlenangaben von Prof. Morsch in diesem Zusammenhang lassen auf Defizite in den Grundrechenarten schließen !)
    Das „krude Zeug“(korrekt: G.Rüdiger), das Sie über die UOGK und die Opfer – Vereine absondern, zeugt von geschichtspolitischer Instrumentalisierung von Nebenschauplätzen, wie sie von Schreibern Ihrer Provenienz wiederum nicht anders zu erwarten ist.
    Allerdings darf man die Kritik auch nicht Carl-W. Holzapfel überlassen, der in seinem – in diesem Zusammenhang völlig überflüssigen – Beitrag in privaten trüben Gewässern glaubt fischen zu müssen.
    I h r Geschichtsrevisionismus, Herr Jander, erweckt den Verdacht, daß Sie zu denen gehören, die
    koste es was es wolle zumindest Reste ihrer kommunistischen /marxistischen Ideologie zu retten versuchen, indem sie Tatsachen einfach ausblenden.
    Sie sind leider nicht der Erste und Einzige, der den heute noch lebenden Überlebenden des Sowjet – Terrors – damals Kinder und Jugendliche – in den Rücken fällt und sie allenfalls als Opfer 3. Klasse betrachtet; es bleibe dahingestellt, ob aus Ahnungslosigkeit oder politischem Kalkül.
    Jedenfalls machen auch Sie sich mit Ihrem unqualifizierten Pamphlet mitschuldig daran, daß Betroffene der Leistikowstraße und viele andere Zeitzeugen um Selbstverständlichkeiten zu kämpfen gezwungen werden.
    Die Gedenkstätte Hohenschönhausen oder die Gedenkbibliothek zu Ehren der Opfer des Kommunismus sind beispielhaft für eine wissenschaftliche Aufarbeitung ohne geschichtspolitisch motivierte Manipulationsversuche.

    Mögen wir fortan bei der Totalitarismus – Aufarbeitung von Ihresgleichen verschont werden !

    Dirk Jungnickel

    (seit 20 Jahren beruflich sowie ehrenamtlich in der Aufarbeitung tätig; interviewte ca. 200 Stalinismus / Sozialismus – Geschädigte )

  18. Hallo Herr Jungnickel,

    Von “Kollateralschäden” im Zusammenhang mit Opfern der Speziallager und der Gulag-Lager spreche ich nicht, das ist eine Unterstellung. Aber Ihr ganzer Artikel richtet sich ja auch nicht an mich, sondern offenbar an ein anderes Publikum, dem sie Ihre Haltung demonstrieren wollen.
    Dass Autoren der “Jungen Freiheit” (http://www.jungefreiheit.de/Autoren.52.0.html) wie Sie mit mir nicht argumentieren wollen, sondern eher herumpolemisieren, hätte ich mir denken können. Das Relativieren des Nationalsozialismus gehört schließlich in der “Jungen Freiheit” zum guten Ton. Dass Autoren der “Jungen Freiheit” Kontakte und Überschneidungen zwischen der DDR-Aufarbeitung, rechtsradikalen und neu-rechten Strukturen als Hirngespinste abtun, versteht sich auch von selbst.

    Mit freundlichen Grüßen
    Martin Jander

    Hallo Herr Buchner, Enrico Heitzer wirft Lothar Scholz keineswegs in einen Topf mit Neo-Nazis. Er weist lediglich darauf hin, dass er ein Buch in einem Verlag veröffentlicht hat, den selbst der Verfassungsschutz der rechtsradikalen Szene zurechnet und dass er, wie Herr Jungnickel, Autor der “Jungen Freiheit” ist. Gehört es aus Ihrer Sicht zu einer von Empathie geprägten Arbeit mit Zeitzeugen, ihre Verbindungen zur Neuen Rechten in Abrede zu stellen?

    Mit freundlichen Grüßen
    Martin Jander

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