Könnt ihr nicht mal googlen, liebes Innenministerium?
Die Thüringer Sicherheitsbehörden kommen seit dem Auftauchen des NSU nicht mehr aus der Kritik. Trotz der erheblichen nachgewiesenen Mängel in der Arbeit des Landesamtes für Verfassungsschutz scheint sich aber nichts zu verändern, wie eine kleine Anfrage im Landtag nun zeigt.
von Benjamin Mayer
Das Thüringer Landesamt für Verfassungsschutz gehört zu den Behörden, die seit den Aufdeckungen des „NSU“ am stärksten in der Kritik stehen. Erst im Juli hatte Thomas Sippel, der Präsident des Landesamtes für Verfassungsschutz, nach einem Gespräch mit Innenminister Geibert (CDU) um seine
Entlassung gebeten. Doch auch vier Monate nach dem Wechsel an der Spitze scheint sich in Thüringen nicht viel geändert zu haben, wie nun eine kleine Anfrage der Landtagsabgeordneten Katharina König (Die Linke) zeigt.
Sie hatte einen von der Neonaziszene in Nordhausen angekündigten „nationalen Selbstverteidigungskurs“ als Anlass genommen, das Innenministerium nach seiner Einschätzung zur Nordthüringer Neonaziszene und deren Verstrickungen in die Kampfsportszene zu befragen. Faktisch liegen dem Innenministerium keine Erkenntnisse vor. Besonders problematisch gestalten sich die Antworten zu den Aktivitäten der Neonaziszene in und um Nordhausen. Dort sind seit vielen Jahren militante Neonazigruppen unter verschiedenen Namen aktiv. Erst Anfang Juni hatte sich die örtliche Neonazigruppe wieder einmal umbenannt und tritt seither unter dem Namen „Aktionsgruppe Nordhausen“ auf. Die Antwort des Innenministeriums vom 4. Oktober 2012 zur Gruppe: „Von der ‚Aktionsgruppe Nordhausen‘ sind bisher keine öffentlichkeitswirksamen Aktivitäten ausgegangen.“ Die Antwort gleicht einem Offenbarungseid der Sicherheitsbehörden. Allein aus den bisherigen Presseberichten ergibt sich für Nordhausen folgende Chronik:
2. Juni Gründung der „Aktionsgruppe Nordhausen
10. Juni Neonazis marschieren im Stil der „Unsterblichen“ durch die Stadt und greifen den Bürgermeister an
18. Juni Veranstaltung eines „nationalen“ Kampfsportevents
18. August Fackelaufmarsch von 20 Neonazis zum Gedenken an Rudolf Heß
1. September Nordhäuser Neonazis nehmen an der Ersatzkundgebung zum „Nationalen Antikriegstag“ in Erfurt Teil
Hierbei handelt es sich lediglich um die im Zeitraum der kleinen Anfrage dokumentierten Aktivitäten. Alle Veranstaltungen sind von den Neonazis selbst durch Artikel und Videos öffentlich gemacht wurden. Außerdem wurden alle Ereignisse auch durch verschiedene Medien dokumentiert und sind per Google problemlos zu finden. Liebe Thüringer Verfassungsschützer, bitte zur Recherche hier klicken.
Siehe auch: Der Bericht danach, Wie Nordhausen zur Nazi-Hochburg wird, Debakel „Deutschlandfahrt“ in Thüringen, Schredderei Verfassungsschutz & Freiheit für Wolle, VS will offenbar Abgeordnete ausspionieren



Um es dem Innenministerium noch einfacher zu machen empfehle ich: “let me google it for you”. Die Seite “google ist dein Freund” erfordert ja die selbständige Formulierung eines Suchbegriffes!
Auch in Erfurt gibt oder gab es den rechten SV Germania, der auch zur Kampfsportausbildung der lokalen Nazis dient(e). Quelle: AG17: Nazis matt setzen
[...] Informationen findet mensch in den zugehörigen Artikeln des Störungsmelders der Zeit und auf publikative.org googletag.cmd.push(function() { googletag.display('div-468x60_default'); [...]
[...] auch: Könnt ihr nicht mal googlen, liebes Innenministerium?, RechtsRock boomt in Sachsen, Wie Nordhausen zur Nazi-Hochburg wird, Was weiß der VS über [...]
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