6 Comments

  1. Anonymous

    “Polizisten sind keine Straftäter – gegen eine Kennzeichnungspflicht”

    Das ist das hohlste, was ich in letzter Zeit gehört habe. Selbst für Polizisten (die leider regelmäßig juristische Realitäten bewusst verleugnen, z.B. bei Sitzblockaden) ist diese Argumentation ein echtes Armutszeugnis.

    “Autofahrer sind keine Straftäter – gegen eine Kennzeichnungspflicht”

    wäre die alternative Argumentation, die zeigt, wie unsinnig diese Argumentation ist. Dass Autofahrer ein individuelles Kennzeichen haben dient einzig und alleine der Tatsache, dass sonst etwaige Straftaten nicht oder nur extrem erschwert verfolgt werden könnten. Und genau dieses Problem haben wir mit vermummten – entschuldigung: gerüsteten – Polizisten auf Demonstrationen, die regelmäßig nicht verfolgt werden können, obwohl eindeutige Straftaten vorliegen.

    Niemand will alle Polizisten unter Generalverdacht stellen – ebenso wie niemand alle Autofahrer unter Generalverdacht stellt. Aber die Polizeigewerkschaften fürchten, dass ihre Mitglieder plötzlich für ihre Straftaten gerade stehen können müssten wie jeder andere Mensch auch – eine schreckliche Vorstellung für Polizisten…

  2. Ulle

    So schlecht ist der Spruch der Polizeigewerkschaft doch gar nicht, er braucht nur eine kleine Umformulierung:

    “Die meisten Polizisten sind keine Straftäter – für eine Kennzeichnungspflicht”.

  3. Wired

    Wenn man die heutige Abendblatt-Veröffentlichung

    http://mobil.abendblatt.de/hamburg/article111791379/Gewalt-gegen-Polizisten-nimmt-in-Hamburg-zu.html

    liesst, die vermutlich aus Polizeigewerkschaftskreisen lanciert wurde, dann kann man noch viel weniger daran glauben, das es zu einer Einigung mit den Gewerkschaften kommen wird. Oder nur zu einer, die die faktische Amtsimmunität der Polizei nicht wirklich einschränkt.

    Schön übrigens die vielen kopfschüttelnden Kommentare unter

    http://www.mopo.de/politik/kennzeichnungspflicht-spd–nummernschilder-fuer-alle-hamburger-polizisten-,5067150,21020492.html

    Dazu schrieb ein/e Leser/in:

    “Jedes Mißtrauen muß immer auch mühsam verdient werden, nicht wahr liebe Polizeigewerkschafter.”

    :)

  4. dot tilde dot

    @1 (anonymous):

    das kommt ganz auf zynismus und perspektive an.

    die gewerkschaft hat sich klug wie sie wohl ist dafür entschieden, die beziehung der beiden sätze nicht eindeutig zu kennzeichnen. eine kausale verbindung liegt möglicherweise recht nah.

    welcher satz hier den anderen begründet, bleibt in dieser formulierung ganz dem leser überlassen.

    .~.

  5. […] Die Hamburger Morgenpost berichtet am 07. Dezember 2012, mittlerweile werde wegen des Einsatzes ermittelt. Nach Bekanntwerden des Videos habe das Dezernat Interne Ermittlungen (DIE) Ermittlungen wegen des Verdachts von Straftaten aufgenommen, teilte der Senat auf Anfrage der Grünen Antje Möller demnach mit. „Körperverletzung im Amt“ wird mit Geld- oder Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren geahndet. Auch der Versuch ist strafbar. Ermittelt werde gegen unbekannt, da Polizisten nicht gekennzeichnet sind, was die SPD in Hamburg angeblich ändern möchte… […]

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