5 Comments

  1. gallendieter

    Also die Frage ist ob sich die Funktionäre zu blöd waren sich dem Druck der Politik zu widersetzen, oder ob sie es nicht wollten.

    Ich plädiere für zweiteres. Machtmenschen wie Rummenige, Höneß und Rauball haben sehr wohl Ahnung wie Politik funktioniert.

    1. Es besteht ein Druck aber kein erheblicher Druck!
    Nichts was in diesem Lande von hoher Wichtigkeit ist wird entschieden ohne, dass Angela Merkel dazu ein Machtwort spricht.
    Das hat sie aber nicht getan und darauf hätten die Funktionäre ruhig warten können.
    2. Die Funktionäre hätten gemeinsam mit den Fans eine Verzögerung erreichen können. Denn der Druck der Politiker war nur ein Bluff.
    Die Einsatzkosten sind rechtlich gar nicht belastbar und die Stehplätze abzuschaffen ist rechtlich nur schwer möglich.
    3. Außerdem werden kurz vor den Bundestagswahlen und in den Monaten danach sowieso keine wichtigen Gesetze erlassen zu dem ein noch offener Diskussionsprozess läuft. Hier hätte also gut auf Zeit gespielt werden können.
    4. In keinem aber wirklich keinem Bericht ist zu hören, dass die Bundesregierung, Länder und Kommunen Millionen für die Sportförderung verschleudern, wogegen die Bundesliga ein goldenes Kalb ist. Entsprechende steuerliche Gestaltungsmöglichkeiten anzudrohen wäre durchaus möglich gewesen. Das Steuerrecht lässt dazu auch Bundesligavereinen einen hohen legalen Spielraum.

  2. Gallendieter

    Noch ein Ergänzung.

    Also ich will hier keine Verschwörungstheorien verbreiten.

    Es kann tatsächlich so sein, dass die Funktionäre einfach so blöd waren und auf diesen Bluff reingefallen sind.

    Allein der Glaube fehlt mir …

    wenn ich daran denke wie diese ganzen Vereinsvertreter, wenn es darum geht Bürgschaften zu bekommen um Insolvenzuen zu verhindern oder
    Gelder zu bekommen zur Finanzierung neuer Stadien oder
    einfach mal schnell eine Baugenehmigung bekommen wofür
    Normalsterbliche ewig warten müssen

    da wächst in mir die Überzeugung, dass diese Machtmenschen den Steilpass aus der Politik aufgenommen haben um sich ein Pubikum zu schaffen wie es ihnen genehm ist.

    “Die glücklichen Sklaven sind die erbittersten Feinde der Freiheit.”
    Marie von Ebener Eschenbach.

    Die Fankultur in Deutschland hat sich in den letzten Jahren schon sehr gewandelt und was mich bedenklich gestimmt hat ist dieses gewachsene Konsumpublikum, die daheim und auswärts dabei sind.

    Jetzt muss ich einfach mal etwas sentimental werden und hier mal meine Erinnerungen loswerden, die mir gestern als ich 5 Stunden in Eiseskälte vor dem sheraton Hotel stand kam so durch den Kopf und mich auf der Heimfahrt nach der desillusionierenden Nachricht beschäftigten:

    1998 DFB-Pokal Viertelfinale in München. Es war arschkalt -20 Grad. Ein eisiger Wind blies durch die Olympiaschüssel. Wärme bietet nur die verrostete Heizung in der Toilette um die vor dem Spiel und in der Halbzeit sich die Auswärtsfans drängen. Ein FCB Fan will auch dazu. Bei dem Wetter kannten wir Gnade er gab nachher nen Glühwein aus. Wir waren vielleicht 50 Gästefans alle kannten alle mit Namen.
    Im ganzen Stadion 8.000 offizielle Zuschauer, wobei mir sogar das hoch vorkam. Evtl werden ein paar gleich zu Hause geblieben sein.
    12 Jahre danach auch DFB-Pokal Viertelfinale. FCB vs Greuther Fürth.
    Es ist ebenso arschkalt. Doch das macht ja nur bei der Anreise was aus. Im Stadion selbst weht kein eisiger Wind, der ist abgeschirmt von einer multimembran Außenhaut. Im Stadion innen gibt es warme Fantreffs. Es sind auch keine 50, sondern vielleicht 5.000 Gästefans.
    Diese Entwicklung muss einfach auch berücksichtigt werden.
    Mir wäre es lieber in einer kalten Olympiaschüssel mit 50 Freunden statt 5000 Konsumenten zu singen gegen 8000 FußballfananatikerInnen anstatt gegegn stille 42.000 Konsumenten und die 8000 FußballfanatikerInnen in einer leicht veränderten Konstellation die noch geblieben sind.

    Die Frage ist wie hoch ist die Anzahl der unmündigenKonsumenten?
    Ja und wie werden diese reagieren, wenn sie das Stadion irgendwann für sich alleine haben?
    Weiter klatschen mit Klatschpappen oder vielleicht dann doch zu Hause bleiben? Oder was wird sich Uli Höneß und die anderen Funktionäre ausdenken wenn der erste Beschwerdebrief von einem Logenbistzer auf der Geschäftsstelle eintrudelt?

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