16 Comments

  1. Random

    “Die Grenzen zwischen einer sich als “neurechts” bezeichnenden Szene und dem Rest der extremen Rechten sind auch heute noch ebenso fließend, wie sie dies schon vor 40 Jahren waren.”
    Und? Als ob irgendjemand irgendwie eine klare Trennung irgendwo einführen könnte. Links ists genauso.

  2. neuer Leser

    Hallo,

    bitte keine Bauernfängerei.

    Der Teaser zum Artikel suggeriert, Kubitschek und Menzel würden sich an die Spitze dieser recht losen rassistschen Möchtegernbewegung setzen. Das ist nun wahrlich (noch) nicht der Fall. Kubitschek gibt paar unverbindliche “Handlungsempfehlungen” (das schon vor mehr als drei Wochen) ab und Menzel vertickt über die Website der Blauen Na(r)zisse schwarz-gelbe Sticker, die dann irgendwelche Hirnis auf Mülltonen und Laternenpfahle kleistern. Das kann man kaum als “Zügel in die Hand nehmen” einstufen.

    Ich kann mir nur schwer vorstellen, dass die “identitären” Rassisten sich von Kubitschek und Menzel einspannen lassen. Deren KSA ist doch ein Musterbeispiel für einen phlegmatischen Rohrkrepierer, die Kubitschek auf der Sezessions-Weltnetzseite nach wie vor als Erfolg verkauft. Wer hat denn außerhalb des eigenen Dunstkreises je davon gehört?

    “KSA” steht nicht für “Konservativ-subversiven Aktion”, sondern für Konservativ-senile Ausweglosigkeit!

    Zudem gefallen sich Kubitschek und Menzel (und der zugewanderte Österreicher mit dem Seitenscheitel) viel zu sehr in ihrer Rolle als sesselfurzende “Theoretiker” des rechten Spektrums, die lieber einen monothematischen “theoretischen Unterbau” liefern, statt sich bei Minusgraden draußen hinzustellen. Gerade das wollen die neuen (alten) Rassisten ja nicht.

    Was bei einem Besuch auf den FB-Seiten der “identitären” Rassisten und ihren städtischen Untergrüppchen auffällt, ist, dass die Admins in den Kommentarspalten sehr großen Wert auf eine “sauberes” Erscheinugsbild legen, heißt, Kommentare, die in der Wortwahl übers Ziel hinausschießen, werden gelöscht. Nicht, weil man den einen oder anderen völkischen oder rassistischen Standpunkt nicht teilt, sondern weil es der Außenwirkung schadet.

    Allerdings sprechen, und da hat der Autor völlig recht, die facebookschen Querverbindungen der Liker eine ganz klare Sprache. Hier zeigt sich, aus welchem Umfeld die Sympatisanten kommen. In NRW z.B. sollen GDL-Mitglieder neulich als “Identitäre” aufgetreten sein.

    Solche Querverbindungen und das dahinter stehende Weltbild aufzudecken – darauf kommt es an.

  3. Roland Sieber

    Hallo neuer Leser,

    die Einschätzung einer rassistschen Möchtegernbewegung teile ich. So ganz spontan scheint aber weder die Homepage noch die Facebookseite entstanden zu sein. Zumal dies nicht der erste Versuch ist, die „Identitären“ nach Deutschland zu holen. So gab es Tagungen und Veranstaltungen zum Thema, eine Vorgängerseite auf Facebook sowie identitäre Blogs. Um den Eindruck einer angeblichen spontanen „Bewegung“ zu befördern, geben sich die „Hintermänner“ scheinbar sehr bemüht, nicht als solche öffentlich benannt zu werden. Die Zuspruchswelle innerhalb des (kultur-) rassistischen Spektrums zu den Videos aus Frankreich wird offensichtlich von den Akteuren der ksa für die eigenen politischen Ziele ausgenutzt.

    Der bebilderte Bericht von der Aufkleber-klebe-Aktion in Köln in der „Blaue Narzisse“ schrieb Carlo Clemens, der nur ein Autor von einigen neben Menzel des neurechten Magazins ist, die sehr nah von der angeblichen „Bewegung“ berichten. Lichtmesz und Kubitschek besuchten den Konvent des „Bloc identitaire“. Bei der Gestaltung der Aufkleber und der Gründung von regionalen Gruppen, ist zu hören, sollen Personen aus dem Umfeld von GDL und Pro NRW sowie aus dem Milieu der Studentenverbindungen behilflich sein.

    Die angebliche „Bewegung“ könnte sich schlichtweg als Bündelung der Aktivisten unterschiedlicher Strömungen der radikalen Rechten erweisen, die sich unheimlich toll dabei fühlen Aufkleber zu kleben und sich hinterher selbst im Internet dafür abfeiern. Auch wenn ich die Ideologie dahinter für sehr gefährlich halte, dürfte der übliche Dunstkreis gerade den nächsten Rohrkrepierer erleben (und es voraussichtlich wieder nicht kapieren).

    Viele Grüße
    Roland Sieber

  4. dot tilde dot

    identitä ist schon eine schwierige angelegenheit.

    herr disszi dingens sollte das nächste video mit jemandem drehen, der sich mit den requisiten auskennt. am ende sehen wir bald noch videos, bei denen suppe mit der gabel gegessen wird und motorräder hafer fressen.

    .~.

  5. neuer Leser

    Hallo Herr Sieber,

    von Spontanität würde ich auch nicht sprechen wollen, dazu wirkt die Vermarktung viel zu durchdacht und professionell aufgezogen. Ich lese zwar schon eine Weile bei den “Neurechten” mit, doch ist mir dort die Bezeichnung “identitär” noch nie besonders großartig aufgefallen. Ob jetzt nun die Schreiber der Sezesszion und der Blauen Narzisse koordinationsmäßig ihre braunen Finger mit im Spiel haben, vermag ich allerdings nicht zu beurteilen.

    Was bei den deutschen “identitären” Rassisten – und vermutlich nicht nur bei denen – auffällt, ist die Beliebigkeit, mit der bedeutungsschwangere Begriffe haufenweise in den Ring geworfen werden und ihre vollkommene Diffusität und Inhaltsleere. Ich frage mich, ob das eine gezielte Strategie ist oder ob die Leute tatsächlich keinen Plan von ihrem Geschwurbel haben.

    Wie hohl und widersprüchlich, im Grund gefährlich das Geschwätz der “Identitären” ist, sieht man an Aussagen wie dieser:

    “Diese Identität wird lebendig durch unseren Willen, sie auch in die Zukunft fort zu tragen. Sie ist ein dynamischer Prozess, eine Geschichte, in die wir immer schon einbettet (sic!) sind und die immer schon unsere Perspektive auf die Welt prägt. (…) Die Sprach- und Gedankenwelt, die organische Gemeinschaft in die wir hineingeboren sind, bildet unser Dasein in der Welt und gibt uns eine perspektivische Wahrnehmung der Wirklichkeit, wie sie so kein anderes Volk hat.”

    Die Rassisten gehen also tatsächlich davon aus, dass die subjektive Wahrnehmung und die Perspektive eines Individuum auf die Welt hauptsächlich bzw. ausschließlich durch die Zugehörigkeit zu einem “ethnokulturellen”, sprich völkischen Kollektiv bestimmt wird. Solche Aussagen können nur unter völliger Ingoranz der Kognitionsforschung, des gesunden Menschenverstandes und der eigenen Lebenserfahrung getroffen werden.

    Wer da nicht sofort an “Ein Volk, ein Reich, ein Führer” (http://www.dhm.de/lemo/objekte/pict/20011300/index.html) denkt, hat nichts begriffen.

    Es überrascht daher nicht, wenn die Rassisten von “einer Umwertung der Werte und einer echten, organischen, deutschen Demokratie” zur “Durchsetzung des wahren Volkswillens” schwadronieren. Dass die westliche Demokratie keinen Volks-, sondern einen Mehrheitswillen sowie viele nebeneinander bestehende Partikularinteressen kennt, interessiert die Rassisten nicht. Aber vermutlich ist genau das mit “einer Umwertung der Werte” gemeint: Die Abschaffung der parlamentarischen Demokratie zugunsten einer “Volksdemokratie”, die den “wahren Volkswillen” zum Ausdruck bringt.

    Vor einem solchen zwangsbehafteten Menschenbild und uniformen Verständnis eines Willensbildungsprozesses erscheint folgende Selbstpositionierung: “Wir stellen uns aber auch entschieden gegen jeden Totalitarismus und die Ideologien des 20. Jahrhunderts” als glatte Lüge!

  6. Petra

    An die verwirrten und verirrten Utopisten mal eine Buchempfehlung:
    “Warum ich kein Linker mehr bin” von Kleine-Hartlage liest sich flüssig und führt sicher zu dem einen oder anderen Aha-Effekt.
    Ich war selbst mal ein Linker und finde das Buch sehr erhellend.

  7. Antira

    Die Identitären kommen ja nicht aus dem Nichts, sondern haben alle einen Hintergrund. Spontan ist das auf keinen Fall, und wenn man sich die wenigen namentlich auftretenden Personen anschaut, stößt man auf einige Leute aus dem Umfeld der Jungen Union, manche mit Burschenschaftshintergrund. Bei Teilen der der JU taucht das eher sperrige und ungewöhnliche Stichwort Identität auf jeden Fall auffallend häufig auf, nur ein Beispiel:
    http://www.juruhrgebiet.de/index.php/themenfelder/grundsaetze/ii-zeiten-des-wandels-brauchen-werte-und-identitaet
    Das würde auch erklären, warum die Identitären sich so deutlich von der NPD abzugrenzen versuchen. Die sieht man wahrscheinlich als Konkurrenz für die CDU an, die man wieder auf stramm rechten Kurs bringen will.

  8. Kopfschüttler

    Nun gut, wenn man dann halt geistig absolut wehrlos ist und nur noch seine uralten Dogmen in die Welt hinaus posaunen kann, dann ja dann werden halt widersprechende Beiträge zensiert/ nicht veröffentlicht.
    Ein Armutszeugnis und für mich der Hinweis auf ein zerfallenes, sich auflösendes Demokratieverständnis.

    R.I.P.

  9. Roland Sieber

    Sehr geehrter Kopfschüttler,

    ja wir behalten uns vor rassistische Parolen sowie das Schüren von Klischees nicht zu veröffentlichen.

    Zu unserem Demokratieverständnis gehört auch die Freiheit, demokratiefeindliche Aussagen nicht veröffentlichen und damit verbreiten zu müssen. Bevor hier jetzt laut über die angebliche Unterdrückung der Meinungsfreiheit gejammert wird: Die Sichtweise der „Identitären“ wird sehr offensiv von deren eigenen Medien sowie in den Publikationen der „Neuen Rechten“ verbreitet und ist jedem im Internet zugänglich.

    Ich traue den Leser*innen von Publikative.org durchaus die Eigenständigkeit zu, bei Interesse mit einer einfacher Worteingaben in eine Suchmaschine auch die Veröffentlichungen der „Identitären“ zu finden.

    Mit freundlichen Grüßen

    Roland Sieber

  10. Kopfschüttler

    Ich jammere schon lange nicht mehr über die “angebliche Unterdrückung der Meinungsfreiheit ”
    Zensur und ähnliches lässt sich mit Leichtigkeit durch Veröffentlichung der zensierten Texte auf anderen Plattformen umgehen. Dann wird sich vielleicht auch irgendjemand, irgendwo auf dieser Welt dazu bereit erklären, mir die von Ihnen beanstandeten rassischtischen Parolen und die Art der scheinbar von mir verwendeten Klischees aufzuzeigen……………

    Wenn jemand bei mir nach Musterbeispielen für Klischees anfragt, werde ich Ihren Text, als der engeren Auswahl der Empfehlungen zugehörig, empfehlen.

    In diesem Sinne: Weitermachen, weiterschreiben solange es noch irgendwo Interesse hervorruft.

    So, und nun bin ich raus, es gibt Sinnvolleres für mich als “Altlinker”
    zu tun

  11. Hase

    “Unterschlägt dabei aber, dass die Beziehungen der Menschen untereinander auf Sozialisation und sozialen Normen basiert und nicht auf naturalisierter Herkunft, es sei denn, diese wird zur sozialen Norm.”

    Beweise?

    Typisches Dogma von links-außen, ähnlich wie die Grundannahme einer Religion, daß es (einen) Gott gibt. Das ist der klassische marxistische Satz. Das ist die Ausgrabung uralter Empirismus-Thesen. Nietzsche hat diesen Ungeist mit seiner Lebensphilosophie, die den individuellen Wert des Menschen endlich wieder in den Vordergrund rückt, restlos zertrümmert. Wer also anderen die moralische Wertigkeit absprechen möchte, basierend auf Thesen, ohne Handfestes parat zu haben, der ist Dogmatiker und belästigt somit andere Menschen. Richtig oder falsch?

    Reicht es heutzutage schon, auch empirischen Wissenschaften Rassismus vorzuwerfen? Also einer mathematischen Gleichung quasi ein rassistisches Ziel unterzujubeln?

    Wäre es richtig, wissenschaftliche Erkenntnisse (z.B. aus der Genetik) zu unterschlagen oder zumindest insoweit sinnzuverkehren, daß sie nicht als “rassistisch” ausgelegt werden könnten? Bspw. beim Prinzip der Vererbung? (70 Prozent der Intelligenz werden vererbt, so die bisherige Annahme; das hat Sarrazin nicht erfunden, sondern nur übernommen. Solange es keine Gegenbeweise gibt, bleibt die Annahme, die wiederrum auf Beweisen gestützt ist – da kann Karl Marx auch nichts dran ändern)

    Ist Biologie Rassismus? Sind Hundezüchter Rassisten? Sind Menschen Tiere?

    Der Anthroposoph Steiner oder jeder Strenggläubige, der das weltliche Leben verabscheut, würde euren Licht- und Geistwesen-Theorien gewiss zustimmen. Wenn man davon ausgeht, daß der Mensch ein genetisch völlig ungebundenes Geistwesen ist, dann kann man jede Absurdität rechtfertigen und – im eigenen Mikrokosmos – begründen. Obschon also die Eugenik – gemäß des Neumenschen-Fanatismus – eine ursprünglich links-utopische Idee war, so muss der Linke sie heute abwerfen, da biologisches Denken jeder rein erdachten Theorie (bzw. These) im Wege stehen muss. So dogmatisch, wie er damals Menschen züchten wollte, so verabscheut er heute jeden leiblichen Bezug, jedes Hinweisen auf das Antlitz (“Lookism”) und jede körperliche Schranke, die sich der Ideologie in den Weg stellen könnte.

    Der Ex-Sozialist Kleine-Hartlage (aber zuvor auch schon Personen wie Nietzsche, aber auch Marcel Reich, etc.) haben die Psychologie hinter der linken Argumentation ja bereits auf den Punkt genau beschrieben. Wer heute den menschlichen Leib in die Argumentation miteinbezieht, gilt für euch als Rassist. Rassist sein, das heißt heute psychologisch, gottlos zu sein, ist also direktes Pendant zum religiösen Dogma. Solange also keinerlei “antirassistische” Beweise geführt werden können (und das wird langsam immer mehr Leuten klar), ist Antirassismus bis jetzt nur eine Art wahrer Götze, der die moralische Richtung bestimmt (was auch für weitere Linke Zementierungen gilt, wie dem Feminismus/Antisexismus, Kommunismus, usw.) Keiner kann dieser Annahme ohne Polemik und freche Beleidigung bzw. Unterstellung widersprechen – denn daß es keine antirassistischen Beweise gibt (das gilt auch für ALLE weiteren linken Denkdisziplinen, die ihrer Natur nach rein fiktiv und imaginär, dafür umso fanatischer ausgelebt sind), kann niemand von der Hand weisen. Viel mehr begeben sich besonders herzhafte Linke auf das weitgefächerte Feld der Pseudowissenschaft (und selbst da ist kein roter Faden zu erkennen) und beleidigen die (vererbte?) Intelligenz von individuellen Freidenkern mit ihrer konditionierten Naivität.

    So geschehen auch hier. Es steht euch völlig frei, meinen Kommentar zu zerreißen. Ihr könnt die vollsten Kübel über mich ergießen, es interessiert mich ebenso wenig, wie wenn mir Zeugen Jehovas das Höllenfeuer attestieren. Ich habe mich hier bereits ein wenig eingelesen und festgestellt, wie maßlos arrogant, beleidigend und überheblich der Großteil der hier schreibenden Kommentaren sich aufführt. Das sind alles Anzeichen für Realitätsverweigerung und ein überzogenes Verhältnis zu den eigenen Hirngespinsten, die logischerweise krankhaften Narzissmus (den man definitiv benötigt, um einen Blog wie diesen zu betreiben) mit sich bringen.

    Ihr merkt es vielleicht nicht, aber jede gute Psychologe hat helle Freude an politischen Gruppen, egal ob von rechts oder links. Es gibt darüber sehr erhellende Lektüre – vielleicht mal Reflexion betreiben und eine vollwertige, nicht von der politischen Sphäre abhängige, Persönlichkeit schaffen? (erfahrungsgemäß kann Cannabis dabei helfen)

    Verbleibe mit freundlichen Grüßen
    Hase

  12. Roland Sieber

    Lieber Hase,

    ihr Kommentar zu zerreißen ist nicht vonnöten. Es ist köstlich zu lesen, wie Sie sich auf die eugenischen Thesen von Sarrazin berufen, über Hunderassen und Licht- und Geistwesen philosophieren sowie Kleine-Hartlage heranziehen, der schon mal von „Rassen“ und „Neuer Weltordnung“ spricht und vor „Völkervermischung“ warnt.

    Es gab mal eine Zeit, da sah sich die selbsternannte „Neue Rechte“ als geistige Elite. Danke für Ihre praktische Darlegung des geistigen Niveaus, auf den sich die selbsternannten neurechten Vordenker bewegen.

    Herzliche Grüße
    Roland Sieber

  13. neuer Leser

    Die Argumentationsketten von Leuten wie Hase sind so verworren und sprunghaft, dass man gar nicht weiß, wo man ansetzten soll. Am besten nirgendwo.

    Aber zurück zu den “Identitären”. Habe mich kürzlich mit Ernst Moritz Arndt beschäftig. “Ethno-Pluralistische”-Konzepte sind viel älter als gedacht:

    “Gerade die Vermischung mit dem Ungleichen – das ist der Tod der großen Tugend und die Geburt der Eitelkeit. Auch diejenigen Menschen werden nichtig, schwächlich, und eitel, welche sich nicht aus ihren eigenen Anlagen herausarbeiten wollen, sondern welchen es leichter bräucht, anderen nachzuahmen und sich in fremde Naturen gleichsam hineinzuleben. Ebenso ist es mit den Vökern.”

    Und weil’s so schön ist noch eins:

    “Jedes Volk behalte das Seine und bilde es tüchtig aus, hüte sich aber vor aller Buhlerei mit dem Fremden, weil es die Tugenden der Fremden dadurch nicht gewinnen kann, die eigenen Tugenden aber schwächt und verdunkelt: Nur das Oberflächliche, Alberne und Eitle gewinnt man von dem Fremden.”

    Arndt, Ernst Moritz: Über Volkshaß und über den Gebrauch einer fremden Sprache, o.J., 1814, S. 331.

    Und noch eins:

    “Gerade weil wir in der Mitte (Europas) liegen, strömen alle verschiedenen Völker Europens immer auf uns ein und suchen uns wegzudrängen. (…) Wir haben also mehr als alle anderen Völker Ursache, dass das Eigentümliche und Besondere, was uns als Deutsche auszeichnet, durch die Völkerflut und Geistesflut nicht weggespült und weggewaschen werde.”

    Arndt, zitiert nach: “Weltgeschichte im Aufriß”, Bd. 2, Verlag Diesterweg, Frankfurt/Main 1978, Seite 191.

    Besonders das zweite und dritte Zitat könnten prima von den “Identitären” stammen. Auch sie sprechen inbrünstig von der “Bewahrung des Eigenen”, das durch eine “Massenzuwanderug” in einem “grauen Brei” unterzugehen droht.

    Die seit dem ausgehenden 18. Jahrhundert entstandene frucht-/ furchtbare Symbiose aus Nationalismus und völkischer Weltsicht in den deutschsprachigen Landen Europas scheint einfach nicht tot zu kriegen zu sein. Und dazu muss man, wie es die “Idetitären” zeigen, erst gar nicht auf die NPD und Co. verweisen. Doch während die NPD und Co. sich offen zu ihrem rassistischen Weltbild bekennen, veranstalten die “Identitären” und die Neuen Rechten allerlei eloquente Ränkespielchen, um sich möglichst unangreifbar zu machen. Dabei legt ein Vergleich der Semiotik mit den Frühwerken des völkischen Denkens im deutschsprachigen Raum die Traditionslinie mit den heutigen völkischen Agitatoren offen zu Tage.

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