Plötzliches Desinteresse an Angriffen auf Palästinenser


Bei einem Angriff auf ein palästinensisches Flüchtlingslager sind 25 Menschen getötet worden. Erstaunlicherweise stößt diese Nachricht im Netz auf relativ wenig Interesse. Warum ist das so?

Von Redaktion Publikative.org

Coat of arms of Syria

Coat of arms of Syria

Die österreichische Zeitung “Die Presse” berichtete, am Sonntag habe die Luftwaffe ein Flüchtlingslager angegriffen. Bei dem Angriff auf das palästinensische Camp Yarmouk wurden Dutzende Menschen getötet und zahlreiche verletzt. Wie Aktivisten demnach berichteten, feuerten Kampfflugzeuge mindestens zwei Raketen auf das Camp und trafen dabei eine Moschee, in der rund 600 Flüchtlinge aus den umliegenden Gebieten Schutz gesucht hatten.

In deutschen Blogs findet dieser syrische Angriff kaum statt. Auch auf Nachrichtenseiten oder in sozialen Netzwerken spielt dieser kaum eine Rolle, obgleich es um Palästinenser geht, die ansonsten nicht gerade ignoriert werden in der deutschen Öffentlichkeit.

Geht es vielleicht letztendlich gar nicht um die Opfer, sondern mehr um die Täter? Torsun Burkhardt, Sänger der Band Egotronic, kommentierte dazu treffend bei Facebook:

die frage, warum gerade kein sturm der entrüstung durchs netz fegt, obwohl ein palästinensisches flüchtlingslager bombadiert wurde (25 tote) ist leicht zu beantworten: syrien hat bombadiert und nicht israel. ist für deutsche friedensfreunde somit uninteressant.

Siehe auch: Die Linke und das “Verbrechen im Namen des Holocaust”


27 Comments

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  1. Schorsch

    Wieder mal so ein Beitrag der – vermutlich gut gemeint – nicht erzeugt als unverständnis auf allen Seiten.

    Die Intention des Herrn Gensing war natürlich eine Strömung der Linken zu kritisieren, die scheinbar nicht in der Lage ist den Konflikt im nahen Osten differenziert zu beobachten. Aber Herr Gensing begeht den fehler diese Argumentationsmuster einfach umzudrehen und verfällt so in seinem Wortlaut zu einem Ton der Nationalismus und Chauvinismus Tür und Tor öffnet.

    Natürlich ist der Syrien-Konflikt furchtbar und sowohl Staatsmacht wie auch salafistische Opposition begehen grauenhafte Verbrechen. Das daraus eine “emanzipatorische”, fortschrittliche Entwicklung hervorgehen soll bezweifle ich. Dieses Thema jetzt auf einen Nationalitätenkonflikt zu schieben führt erstens Irre, denn die Grüne liegen woanders, und zweitens gibt das den Argumentationsmustern von “König Abdelaziz” bis zur NATO auftrieb, diesen Konflikt durch einen Einmarsch aufzuheben.

    Nächster Punkt ist dann natürlich, dass auch der Israelkonflikt weitaus komplexer ist und das hier zwischen Bevölkerung und Staat, bsw. zwischen Interessengruppen, unterschieden werden sollte, beiderseits der Grenze. Andernfalls lässt sich hier differenziert urteilen und man verfällt entweder in den Nationalismus der hier kritisiert werden soll (Palestina super – Israel scheiße) oder ins genaue Gegenteil (Israel super – Palestina scheiße). Die Geschichte ist nicht eine abfolge von Feindseeligkeiten zwischen “Völkern”, Nationen und “Rassen”, sondern eine Geschichte von Widersprüchen zwischen Interessengruppen.

  2. shlomo

    das dieser luftangriff nicht durch die foren liegt vieleicht daran das der mainstream dieses verbrechen als ein verbrechen gegen die syrische zivilbevölkerung umgemünzt hatte.
    es mag sein das ein iraelischer angriff mehr beachtung bishin zur empörung gefunden hätte doch daraus den menschen die sich jetzt nicht empören unterschwellig antisemitismus zu unterstellen,wiederlich.wieder einmal wird der tot von zivilisten für politische kleinkrämerei missbraucht.
    publikative.org hat sich auch nicht grade empört über die toten palestineser bzw über die opfer des syrischen bürgerkrieges.
    wieso eigentlich nicht bzw erst jetzt?ich sehe hier nur die verwertung der toten aus dem syrischen bürgerkrieg als politische keule gegen die linke im allgemeinen,sie passen grade gut als argument genauso wie der soldat shalit.hat sich jemals ein israelsolidarischer rechter bzw liberaler für seine freiheit eigesetzt?nicht die bohne als rechtfertigung für die eigenen typisch deutsche rassitische position was er nur als gefangener der hamas zu gebrauchen(missbrauchen).als israel in den libanon einmarschierte gab es”BOMBENPARTYS”wo zu bombeneinschlägen auf cnn mit sekt angestoßen wurde,das dort 50 israelische panzer abgeschossen wurden mit vielen toten idf soldaten war dann auch egal hauptsache tote islamfaschisten.hier zeigt sich die verlogenheit der israelsolidaritätdebatte da man sich dort immer für krieg entscheiden muss und nicht für FRIEDEN.
    FRIEDEN IST LINKS,KRIEG IST RECHTS

  3. @Publikative.org (author) said:
    was soll den dein”aua”heißen?
    wenn diese“FRIEDEN IST LINKS,KRIEG IST RECHTS”aussage so falsch ist,warum jubeln dann weltweit alle RECHTEN,Rechtkonservative,rechtsliberale usw und warum gehen immer linke gegen diese religöse,verteidigungs und bürgerkriege(eroberungs,angriffs und profitkriege passt besser)auf die straße.
    wenn man natürlich sich als deutsches opfer der shoa sieht,dann sieht man ein natürliches recht für sich als deutscher für den krieg zu sein.
    bevor wieder der 2.weltkrieg als guter befreiungskrieg zitiert wird,sollte man sich frage wer denn diesen”guten” krieg begonnen hat.
    jetz kannst wieder aua schreiben,doch was ich mir als jude auf der bombenparty alles anhören mußte,möchte ich hier nicht wiedergeben.
    nur soviel es wurde dort in”gute”kriegsverherlichende und böse”Friedensliebende”juden selktiert.

    in diesem sinne

    PS:etwas weniger überheblichkeit gegenüber gutmenschen würde dir gut zu gesicht stehen.

    [Fragen Sie doch einfach mal Veteranen aus der Roten Armee oder spanische Antifaschisten, was sie von Ihrem Kalenderspruch für deutsche Friedensfrende halten. Die Welt ist etwas komplizierter als gut und böse.]

  4. shlomo

    “[Fragen Sie doch einfach mal Veteranen aus der Roten Armee oder spanische Antifaschisten, was sie von Ihrem Kalenderspruch für deutsche Friedensfrende halten. Die Welt ist etwas komplizierter als gut und böse.]”

    du meinst also das die veteranen der roten armee und der spanischen republik gerne in den diesen guten krieg gezogen sind.
    ich ahtter es schon geschrieben warum ich den 2.weltkrieg nicht als argument für einen guten krieg gelten lasse und ich denke die mehrheit wird mir zustimmen,das an diesem krieg nun wirklich nichts gutes war ausser vieleicht der niederlage deutschlands.
    kriege sind nunmal nicht teil einer emanzipatorischen linken und wenn rechte,rechtskonservative,rechtsliberale und nazis von frieden sprechen meinen sie den sieg über die anderen.
    genauso wollt ich verstanden werden und ich glaube das weißt du auch,deswegen wundert es mich das du versuchst meine glaubwürdigkeit zu untergraben und jeglichen krieg zu verherrlichen.
    für mich sind die palestineser in den flüchtilinkgslagern in dem syrischen bürgerkrieg opfer genauso wie viel andere opfer auch,einschließlich der menschen in gaza und südisrael.
    man kann nicht opfer gegen opfer aufrechnen,damit krieg legitimieren und sich dann noch links schimpfen.

  5. max

    Liebe Publikative, lieber Herr Gensing,

    mit jeder Reaktion eurerseits auf die Kommentare eurer Leser/innen wird dieser Artikel und die Verteidigung desselben peinlicher. Vielleicht solltet ihr ihn einfach löschen. Mit solchen Leistungen bewerft ihr euch selbst unnötig mit Schmutz.

  6. dirk

    Torsun als “Experte” zu einem Thema “Nordostkonflikt”? Ist jetzt nicht euer Ernst oder?!?!

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