37 Kommentare

  1. Heinrich

    [...]sondern stärker dem Phantasma einer angeblichen Islamophobie[...]

    Ja, richtig. Breivik, Fjordman und politically incorrect sind nur Hirngespinste.

    Gehts noch?

  2. Tahir Della

    antisemitismus vs. Islamophobie, es geht auch anders, nämlich beim Benennen des einen das andere nicht leugnen. Beide Phänomene gehen meist von den selben Kräften aus und sind gleichermaßen gefährlich

  3. Name

    Augsteins Artikel war nicht mehr als eine Aufzählung von nachprüfbaren Fakten. Selbst die “Nutznießer”-Bezeichnung ist nichts weiter als eine Schlussfolgerung aus den Handlungen Israels und einer darauffolgenden Reaktion der palästinänsischen Bevölkerung.

    Wie muss denn Kritik an Teilen des Konflikts in Israel/Palästina aussehen, damit es nicht als antisemitische Äußerung abgetan wird? Muss sie grundsätzlich israelfreundlich sein?

  4. GreenSpam

    Mhm…eine Frage dazu; Wer hat denn das Hoheitsrecht zu definieren was antisemitisch ist, oder nicht? Ist es allein der Jude selbst der sagt wer Antisemit ist, oder nicht, oder können das auch andere festlegen?

    Wenngleich vielfach eine verzerrte und vereinfachte Wahrnehmung auf die Juden(als Volk wie auch Religionsgemeinschaft), den Staat Israel, dessen Regierung, seine Staatsräson eben diese einzelnen Punkte verwischt, bleibt es doch auch dann schwer sich zu artikulieren, wenn man versucht Kritik zu formulieren, ohne sich vollkommen sicher zu sein sich keinen Antisemitismusvorwurf einzuhandeln.
    Diese Angst partiell durchaus berechtigte Kritik desshalb nicht so auszusprechen zu können, bildet vielleicht auch den Nährboden für stereotype Zuschreibungen, wie zum Beispiel derjenigen einer jüdischen Medienmacht, die Kritik nicht zulässt.
    Ein vorauseilender Gehorsam, der sich recht stringent durch die deutsche Geschichte zieht verfestigt auch im Individuum einen Widerstand, der sich dann in Stereotypen und stiller Radikalisierung umformt.

    Bemerkenswerterweise ist also vielleicht auch dass das Springer-Credo der ‘Aussöhnung von Juden und Deutschen’, welches soweit geht, dass jegliche Kritik ausbleibt, zu antisemitische Stereotype verstärken kann.

    Das ist nur eine Vermutung und nicht wissenschaftlich unterfüttert. Aber irgendwie halten diese Stereotype ja durch, auch ohne dass jemand die Protokolle liest und man könnte ja schauen woran das liegt…

  5. Peter

    Breivik, Fjordman und politically incorrect sind ausgemachte Rassisten, die dem Islam einen angeblich berechtigten Platz, eben in den arabischen Ländern, also Naher und Mittlerer Osten zugestehen. Eben nur in Europa nichts zu suchen hat. Darauf hat, wenn sie richtig gelesen hätten, Samuel Salzborn hingewiesen. Den Begriff der “Islamophobie” braucht es für die Analyse und Kritik des europäischen Rassismus gegen Menschen mit vermeintlich muslimischen Hintergrund nicht.

  6. Aufseher

    Wenn sie Menschen die ihren berechtigten Missmut über die israelische Regierung äußern, versuchen als Antisemiten zu brandmarken werden sie nur das Kind mit dem Bade ausschütten. Ansonsten hab ich an einigen Stellen herzlichst gelacht.

  7. Hannah Marx

    Wie treffend die Überschrift doch gewählt ist: Für den Autor scheint es in Gesellschaft und Politik nur so zu wimmeln von Antisemiten. Nur er selbst und seine lobenswerten Kameraden vom Springer-Verlag sind freilich reinen Herzens – die letzte Bastion des Antifaschismus.

    Beunruhigend ist, dass jemand der öffentlich derartig reißerisch politische Stimmungsmache betreibt wie hier geschehen, an einer deutschen Uni doziert – in Politologie.

    Die Tatsache, dass es hierzulande zu einem breiten Diskurs über die ethischen Bedenken bezgl. der religiös motivierten Beschneidung religionsunmündiger Babys kommt werten Sie als Beleg für einen erstarkenden Antisemitismus. Finden Sie nicht, dass Sie vielleicht ein wenig zu inflationär mit dem Antisemitismus Vorwurf um sich werfen?
    Dass Sie ihn ein wenig zu schamlos instrumentalisieren, um kritische Positionen gegenüber der israelischen Politik zu delegitimieren?

    Und dass Sie Heitmeyer für ihre Haltung zu vereinnahmen versuchen und ein paar Sätze später von dem “Phantasma einer angeblichen Islamophobie” reden zeigt, dass Sie das publizistische Werk von Heitmeyer (insbesondere “Deutsche Zustände”) offenbar nur sehr oberflächig zur Kenntnis genommen haben.

  8. mjb4

    @Jonah Bury
    @Heinrich

    Der Satz geht noch weiter:
    “[..] dass es zwar ohne Zweifel massiven Rassismus in Deutschland gibt, der sich aber vor allem deshalb gegen Muslime richtet, weil sie von Rassisten als Ausländer wahrgenommen werden.”

  9. Scheiß Deutsche

    @Peter:

    Genau und Göbbels war auch kein Antisemit, den er behauptete ja ein großer Anhänger des Zionismus zu sein! Sprich: Ich hab nix gegen Juden, solange sie nicht in Europa leben sondern irgendwo anders. *Facepalm*

  10. Heinrich

    @Peter/mjb4

    Der Satz ist trotzdem völliger Blödsinn, weil der Islamhass, bzw. die Islamophobie vielerlei Ausprägungen hat und es nicht reicht ihn auf das Problem der Wahrnehmung als Ausländer zu reduzieren.

    “Breivik, Fjordman und politically incorrect sind ausgemachte Rassisten, die dem Islam einen angeblich berechtigten Platz, eben in den arabischen Ländern, also Naher und Mittlerer Osten zugestehen. Eben nur in Europa nichts zu suchen hat.”

    Auch das ist natürlich Unsinn. Alleine politically incorrect besteht aus einer ziemlich heterogenen Gruppe. Da steht die ängstliche Hausfrau neben einem waschechten Neonazi, der erst glücklich ist, wenn Islam und Muslime ausgerottet sind.
    Motive und Ausprägungen bei Islamhassern sind höchst unterschiedlich, ebenso wie es bei Antisemiten der Fall ist. Zur Bekämpfung beider Phänomene ist dann natürlich eine differenzierte Analyse notwendig, hohle Phrasen helfen nicht weiter.

    Aber wenn der Herr Professor sich natürlich auch nicht zu schade ist, bei den Deppen von Achgut zu publizieren, dann wundern mich solche Einfältigkeiten natürlich gar nicht.

  11. @Green Spam:
    Es hat in der Tat niemand ein “Hoheitsrecht”, um zu definieren was antisemitisch ist und was nicht. Wie auch im Falle des Rassismus hat aber die Auffassunge der Leidtragenden – also Juden und Menschen, die von Antisemiten für “Juden” gehalten werden – vor der der Nicht-Betroffen Vorrang. Es geht dabei wohl gemerkt nicht um (verletzte) Gefühle, sondern um konkrete und für die Betroffenen gefährliche Missstände. Ich, als “Weißer”, darf nicht einfach einer “Schwarzen” widersprechen, die eine bestimmte Aussage für rassistisch hält – denn ich kann, aus meiner (priviligierten) Stellung heraus gar nicht beurteilen, was in der Praxis rassistisch, also gefährlich ist oder nicht. (Sehr wohl kann ich mich mit der “Schwarzen” auf sachlicher Ebene darüber diskutieren – sie hat ja nicht automatisch recht, weil sie Betroffene ist – aber ein: “Quatsch, das ist doch kein Rassismus, sei doch bloß nicht so empfindlich – steht mir nicht zu. Erst recht kein: “He, du siehst Gespenster, ich bin doch kein Rassist!”, wenn es um meine Aussagen oder Verhaltensweisen geht.)

    Zur Israelkritik – da gibt es, ganz pragmatisch, eine Art Schnelltest auf Antisemitismus, den 3-D-Test:
    “Das erste „D“ ist der Dämonisierungs-Test. Wenn der jüdische Staat dämonisiert wird, Israels Handeln ohne jedes Maß dargestellt wird, Vergleiche zwischen Israelis und Nazis und palästinensischen Flüchtlingslagern und Auschwitz gezogen werden – dann ist das Antisemitismus, keine legitime Kritik an Israel.

    Das zweite “D” ist der Test auf doppelte Standards. Wenn Kritik selektiv auf Israel angewendet wird; wenn allein Israel von der UNO wegen Menschenrechtsverletzungen herausgestellt wird, während das Verhalten bekannter und wichtiger Verletzer wie China, Iran, Kuba und Syrien ignoriert wird; wenn Israels Magen David Adom als einziger der Ambulanzdienste der Welt die Aufnahme ins Internationale Rote Kreuz verweigert wird – dann ist das Antisemitismus.

    Das dritte „D“ ist der Delegitimierungs-Test: Wenn Israel das fundamentale Recht auf Existenz in Abrede gestellt wird, als einzigem Volk auf der Welt, dann ist auch das Antisemitismus.”

    So gesehen überschritt Grass seinerzeit mit seinem “Gedicht” stellenweise die Grenze zum Antisemitismus, und Augstein hätte, auch wenn er es nicht antisemitisch meint, doch einiges besser anders formuliert!

  12. ABC

    “dem Phantasma einer angeblichen Islamophobie” ?! das ist doch hier kein besch*ner Wettbewerb unter Religionen. Oder etwa manchmal doch?
    achtung jetzt kommt der polemische teil: vielleicht streben die muslime auch nach einer weltherrschaft und haben sich das mit der islamophobie nur ausgedacht um ihre kritiker mundtot zu machen…

  13. Torben

    http://www.tagesspiegel.de/politik/antisemitismus-experte-juden-und-muslimhass-folgen-einem-muster/7204574.html

    [zitat]Der frühere Direktor des Zentrums für Antisemitismusforschung an der Berliner Technischen Universität, Wolfgang Benz, erinnert ebenfalls daran, dass auch historisch Antisemitismus nicht auf die „rechte Schmuddelecke beschränkt“ war. Er sei „ immer auch in der Mitte der Gesellschaft positioniert“ gewesen, sagte Benz dem Tagesspiegel, „ebenso wie Muslimfeindschaft – das zeigen die Reaktionen auf Sarrazin – nicht auf bestimmte Schichten beschränkt ist.“

    Alarmgeschrei helfe da wenig, sagte Benz: „Manche haben aber wohl den Fehler gemacht, angesichts des öffentlich gepflegten Philosemitismus die Augen zu verschließen vor alltäglichen Ressentiments. Manche wollen Antisemitismus auf die Haltung gegenüber Israel eingrenzen und verdammen jede Kritik an dessen Regierung als prinzipielle Judenfeindschaft. Und manche haben sich auch, um jüdischen Beifall zu bekommen, darauf festgelegt, alle Muslime zu verteufeln, weil einige wenige von ihnen Terroristen sind. Weil leider viele Israel und die Juden hassen, obwohl die Mehrheit der Muslime – das zeigen die aktuellen Debatten – mit den gleichen Methoden diskriminiert werden wie die Juden. Die Rezepte der Ausgrenzung von Muslimen stammen von Antisemiten.“[/zitat]

    Ich finde, Wolfgang Benz gehört ebenfalls auf die Antisemitenliste!

    SO, dass wars. Da ich dieser Nibelungentreue zu Israel, nicht zu unseren jüdischen Mitbürgern in Deutschland wohlgemerkt, bei publikative nichts abgewinnen kann, verzichte ich in Zukunft auf das Frequentieren dieser Seite.

  14. Gast

    Sicherlich ist Antisemitismus in Deutschland ein großes Problem, natürlich ist pauschale “Israelkritik” Unsinn und abzulehnen. Soweit gehe ich mit dem Autor d’accord. Aber an der Aussage, das Antisemitismuszentrum in Berlin widme

    “sich in jüngster Zeit nicht mehr vordringlich der Analyse des aktuellen Antisemitismus, sondern stärker dem Phantasma einer angeblichen Islamophobie; übersehend, dass die Begriffsgenese gerade auf eine Nivellierung von muslimischem Antisemitismus hinausläuft und dass es zwar ohne Zweifel massiven Rassismus in Deutschland gibt, der sich aber vor allem deshalb gegen Muslime richtet, weil sie von Rassisten als Ausländer wahrgenommen werden.”

    ist so gut wie alles falsch.
    1. Ein Blick in die Jahrbücher des Zentrums reicht aus um eine Fokussierung auf Islamfeindlichkeit zu widerlegen. Wie kommt der Autor nur darauf?
    2. Von einem “Phantasma” in Bezug auf Islamfeindlichkeit zu reden ist schon dreist, zurecht haben andere KommentatorInnen auf Breivik und PI hingewiesen. Einer der populärsten Islamfeinde im Land ist übrigens Brder, nur mal so am Rande.
    3. Wenn dem so ist, dass es Islamfeindlichkeit bloße Fremden-/Ausländerfeindlichkeit wäre, dann müsste man konsequenterweise auch Antiziganismus konzeptuell ablehnen – welch ein Unsinn!
    4. etwa die Hälfte der MuslimInnen in Deutschland sind Deutsche und keine Ausländer, wer Islamfeindlichkeit mit Ausländerfeindlichkeit gleichsetzt, bürgert MuslimInnen faktisch aus.

    Fazit: Antisemitismus gegen Islamfeindlichkeit auszuspielen (und dabei auch noch die Existenz des ein- bzw. andere eiskalt zu leugnen) bringt doch niemandem etwas – außer dem hegemonialen Diskurs, der gegen alle Minderheiten gerichtet ist.

  15. Armutsschere

    Einige Schreiber bei Publikative scheinen mehr Deutungshoheit über die Definition Antisemitismus zu haben als der Zentralrat der Juden Deutschlands, denn der hat Augstein gerade verteidigt. Ich bin absolut anti-national, streng gegen Antisemitismus und Rassismus (das weiß ich und fühle ich) und kritisiere so einiges an Augstein. Seine Kritik, ich bin diese mehrmals durchgegangen, hat nichts mit Antisemitismus zu tun, da kann man noch so weit her textualisieren wie man möchte. Manche sogenannte Antideutsche haben leider das Problem, sich nie mit dem Inhalt zu beschäftigen und sehen sich eher als Suchfilter für antisemitische Inhalte, darauf kommt dann die selektive Prägung und Wahrnehmung ins Spiel. Was hier mit “Phantasma einer Islamophobie” angesprochen wird macht mir eher Angst in Bezug auf eine Linke, die in Teilen einen Rechtsruck ignoriert (Sarrazin, Buschkowski, Achse des Guten, politically incorrect, usw.) und jetzt schon Broder als Antisemitismusexperte abfeiert. Ich dachte Bahamas wäre den meisten eine Mahnung gewesen, wo Links aufhört. Schade für die Wertvolle Publikative Arbeit.

  16. verärgert

    dieser text ist wirklich sehr ärgerlich. das liesst sich wie aus dem kochbuch des kulturkampfes marke huntington. es geht nicht wie sonst in publikative im eine gerechtere egalitärere welt, sonst um das hochpuschen eines problem gegen ein anderes. damit ist der text zutiefst antiemanzipatorisch. wie blind kann ein sozialwissenschaftler durch das land gehen und behaupten es gäbe keinen speizifisch antimuslimisch begründeten rassismus? mir solchen im übrigen unbegründeten plattitüden werden nur sarrazin und co hoffähiger gemacht. das gehört nicht auf ein seite, die rechte tendenzen bekämpfen will. bleibt die frage warum herr salzborn so argumentiert.

    ansonsten stimmt ja seine analyse zum antisemitismus weitgehend.

  17. GreenSpam

    @ MartinM

    Dass der/die Betroffene als ersteR entscheidet was ihn/sie nun trifft, oder nicht ist mir klar. Und auch hier ist die Ansicht, wie bereits von anderem Kommentator angesprochen different. Dass der Zentralrat eine andere Ansicht hat als das Simon-Wiesenthal-Centre, wird ein Herr Broder sicher herunterspielen wollen aber nicht ändern können.

    Nebenbei muß ich sagen funktioniert ihr Schnelltest nicht so einfach. Allein der Punkt der doppelten Standarts ist mir schleierhaft; Israel wird mir von antideutschen Freunden immer als die einzige Demokratie mit westlichen Werten von Freiheit angepriesen, welche dort umringt ist von barbarischen, unterdrückenden Staaten.

    Von daher kann ich auch einen anderen Standart anlegen, was nichts anderes heißt, dass ich von Regimes wie dem der Hamas in Gaza, dem Assad-Klan in Syrien, den Mullahs im Iran, in Saudi-Arabien(seit langem Partner von Israel) China, Nordkorea usw. nichts anderes erwarte als Unterdrückung von Frauen, Minderheiten, Patriarchat, brutale Strafen und Willkür.

    Wenn sie Israel mit solchen Staaten vergleichen möchten, bitte. Ich dagegen würde doch gerne Staaten mit demokratischen Systemen miteinander vergleichen und dann entsprechende Standarts finden. Dabei allerdings wird Israel einen Platz auf den hinteren Rängen auffinden. Ist nicht schön, fürwahr, aber deswegen sich immer auf Staaten berufen in denen es schlimmer steht ist nicht zwingend von Vorteil, denn dann stellt man sich mit ihnen auf eine Stufe.

  18. mjb4

    @Heinrich

    Ich will Islamophobie nicht gegen Antisemitismus und anderst herum ausspielen. Beides sind nicht zu tolerierende Positionen.

    Die Argumtation dieses Artikels besagt lediglich das Islamophobie eine Form des Rassismus ist, da Muslime in Deutschland heutzutage als Fremd und anderst wahrgenommen werden. Und sich so die typischen Rassistischen Klischees (Ungebremste Fortpflanzung, Tieriesche/Animalische Neigungen, Geistige unzulänglichkeiten, usw.) auf Muslime entladen, wobei es eigentlich egal ist ob es nun wirklich Muslime sind oder nicht (z.B. greifen manche Islamophoben auch Sihks und Hindus an ohne einen Unterschied zu machen). Es ist sozusagen der Zeitgeist der sich die Muslime als Katalysator für Xenophobie/Rassismus aussucht.

    Beim Antisemitismus geht es um mehr als nur Rassismus oder Xenophobie gerade in Deutschland. Es geht um Jahrhunderte alte Klischees die sich nur gegen Juden richtet. Und halt das Deutsche den Juden nie Auschwitz verzeihen werden.

    Ob man diese Definition nun Teilt oder nicht es ist definitiv Fakt das Antisemitismus Forschung in Deutschland eine absolut Untergeordnete Rolle spielt. Selbst die Gauck Behörde hatte mehr Geld und Personal als irgendeine Antisemitismus Forschungseinrichtung.

  19. Offenbar haben sich einige Leser/innen an der Formulierung „Phantasma einer angeblichen Islamophobie“ gestoßen, was angesichts des folgenden Satzes etwas verwundert. Trotzdem noch einmal zur Klärung: die Kritik zielt auf die Verwendung des Begriffes „Islamophobie“ und stellt in keiner Weise antimuslimischen Rassismus in Frage (den es ohne Zweifel bei z.B. Sarrazin oder PI in massiver Weise gibt).
    Der Begriff „Islamophobie“ hat seinen Ursprung im europäischen Kontext aber in einer Definition des „Runnymede Trust“ aus dem Jahr 1997, in der jede Kritik am Islam als islamophob klassifiziert wird – d.h. islamophob wäre demnach auch eine Kritik an muslimischem Antisemitismus, eine Kritik an der Diskriminierung von Frauen oder Homosexuellen oder eine Kritik an der islamischen (Ver-)Gemeinschaftsvorstellung der umma. Wer eine solche Kritik aufgibt, gibt auch das (uneingelöste) Versprechen der Aufklärung auf die Emanzipation des Menschen als Subjekt auf.
    Genau das impliziert der hier kritisierte Begriff der „Islamophobie“ – und genau deswegen ist er ein Phantasma, weil er emanzipatorische Kritik an bestimmten Elementen und Praktiken des Islam begrifflich in eins setzt mit antimuslimischem Rassismus.

    Samuel Salzborn

  20. Frank

    Beim Lesen Ihres Beitrages, Herr Salzborn fiel mir eine inhaltlich nicht ernst zu nehmende Schrift, aber gleichwohl, wie Sie sagt:“ als intellektuelle Debattenbeiträge wohlfeil geboten wird“, der Heinrich Böll Stiftung ein.

    Titel: Palästina und die Palästinenser „60 Jahre nach der Nakba“

    Nur ein Beispiel aus über 350 Seiten, das man auf Seite 25 nachlesen kann. Dort rechtfertigen Deutsche in einer deutschen Publikation „Kauft nicht bei Juden“ Aktionen.

    Das wird dann in etwa wie folgt in wohlfeile Worte gefasst:

    Es wird beklagt, dass „seit dem Anwachsen einer Bewegung, die sich aus Protest gegen die israelische Besatzungspolitik für Boykott-, De-Investment- und Sanktionsmaßnahmen“ einsetze, sich auch derartige Versuche, der „klassischen Form des gewaltfreien Widerstandes“ gegen Menschen- und Völkerrechtsverletzungen, politischer Denunzierung ausgesetzt sehen müssen.

    Es wird beklagt, dass der „Aufruf zum Boykott von Waren“, dazu führt, dass „Befürworter von Sanktionsmaßnahmen“ in die politische Nähe von SA-Truppen gerückt werden (och nööö, wie ungerecht…..).

    Die völlig geschichtslose Schrift, die inhaltlich nicht ernst genommen werden kann, arbeitet allenfalls mit Halbwahrheiten aber durchaus geschickt vorgetragener Vernebelung der tatsächlichen Verhältnisse, was diese Schrift m.E. sehr gefährlich macht.

    Hier kann man sich das Zeug runter laden:

    http://www.boell.de/weltweit/nahost/naher-mittlerer-osten-special-israel-palaestina-un-12947.html

  21. Anonyma

    Sehr geehrter Herr Prof. Salzborn.
    ich habe Sie so verstanden (bitte korrigieren Sie mich):
    MuslimInnen in Deutschland sind deshalb besonders von Diskriminierungen betroffen, weil Rassisten diese vorallem als “AusländerInnnen” wahrnehmen würden. Ihrer Ansicht nach sei besonders das Phantasma “Islamophobie” besonders in der Arbeit des Zentrums für Antisemitismusforschung gegenüber der Analyse moderner Formen des Antisemitismus in den Vordergrund gerückt.

    Das stimmt einfach nicht! Schauen Sie sich doch mal PI, Das Breivik-Pamphlet und Broders Auswürfe genau an. Wie kommen Sie darauf, dass am Berliner Zentrum für Antisemitismusforschung vorrangig nach “Islamophobie” geforscht würde? Gerade dort wird dieser Begriff doch vehement abgelehnt. Wolfgang Benz spricht von “Islamfeindlichkeit” und Yasemin Shooman forscht dort nach “antimuslimischem Rassismus”

    Die Definition des Runnymede Trust von 1997 lautet:
    “„Islamophobia denotes prejudice against, or hatred or irrational fear of Muslims.“
    Runnymede Trust (1997): Islamophobia: A challange for us all. S. 1.”

    Sie behaupten, damit sei eine Kritik an “muslimischem Antisemitismus” usw. direkt als “islamophob” abgesempelt. Wie kommen Sie darauf?

    Sie sind anscheinend gegen eine Verwendung des Begriffs “Islamophobie”, gut, das kann ich verstehen. Aber das Sie das gesamte Phänomen leugnen – und das auch noch so dermaßen plump (erfundene Forschungsschwerpunkte und das auch noch zu falsch zugeschribenen Konzeptionen)- das find ich echt haarsträubend.

    Nochmals: Wie kommen Sie darauf, dass das Berliner Zentrum für Antisemitismusforschung “sich in jüngster Zeit nicht mehr vordringlich der Analyse des aktuellen Antisemitismus, sondern stärker dem Phantasma einer angeblichen Islamophobie” widmet?

    @ alle LeserInnen: Ich fordere dazu auf die Behauptung das Berliner Zentrum für Antisemitismusforschung würde sich “Islamophobie” widmen, noch dazu mehr als modernen Antisemitismusformen, kritisch zu überprüfen.

  22. Dennis K.

    Echt schade, dass die Publikative weiterhin antideutsche Positionen vertritt und alles, was irgendwie – vielleicht auch etwas hart – Israel kritisiert, direkt als Antisemitismus defamiert.

    Wenn wie aktuell selbst der Zentralrat der Juden in Deutschland sich hinter Augstein stellt und sich klar vom Simon Wiesenthal Zentrum distanziert sollte eigentlich jedem klar sein, wie viel Inhalt dieser populistische Vorwurf hat.

    Ja, Augstein vertritt gegenüber Israel eine sehr kritische Haltung – ebenso wie gegenüber den USA. Der ganze Westen vertritt auch gegenüber Russland und China eine äußerst kritische Haltung, ohne dass man die Leute direkt in eine Rassismus-Ecke stellen würde. Was soll das Ganze also?!?

    Ich habe nie und werde nie mit zweierlei Maßen messen, wenn es um Israel geht – daher werde ich Israel ebenso für seine Siedlungspolitik und die Likud für ihre Nichtakzeptanz des Existenzrechts eines Palästinenserstaates kritisieren wie ich die Hamas für ihren Terrorismus und ihre Nichtakzeptanz eines Existenzrechts Israels kritisiere. Nichts anderes tut Augstein auch.

    Wie gesagt, wenn selbst der ZdJ – der sonst auch schnell Antisemit ruft – Augstein verteidigt, ist die Kritik des SWZ und der Publikative einfach nicht ernst zu nehmen. Aber jagd ruhig weiter Gespenster… wie gesagt schade, weil ich die Publikative, wenn es nicht um das Thema Israel geht, an und für sich als Informationsquelle mag.

  23. Frank

    Rassistisch motivierte Gewalttaten gegen Migranten sind ein Problem, das sich nicht nur gegen muslimische Migranten richtet.

    Hinsichtlich des Begriffes der Islamophobie kann man Folgendes feststellen:

    Viele Deutsche wenden sich stets solchen Strömungen des Islam zu, die besonders durch Ihre Feindschaft und Ihrem Hass gegen Israel und gegen Juden auffallen, weil sie in solchen Strömungen ihren eigenen über viele Jahrhunderte gegorenen Judenhass bestätigt finden.

    Strömungen des Islam und Muslime, die Israel zugewandt sind, sind bei vielen Deutschen fast noch mehr verhasst wie das Objekt der Obsession (der Staat Israel und die Juden) selbst. Solche Muslime werden von deutschen Antisemiten als Verräter der „gemeinsamen Sache“ empfunden.

    Ein Beispiel unter vielen ist Ahmad Mansour:

    http://www.wdr.de/tv/westart/sonntag/sendungsbeitraege/2012/1007/mansour.jsp

    Im Link unten hat Ahmad Mansour z.B. in einem taz –Interview über seine Arbeit als Frauenrechtler Stellung bezogen. Wie er teilweise in den Kommentaren angefeindet wird ist bezeichnend. Aber so ist es. In Deutschland sind Muslime nur dann gute Muslime, wenn sie sich für den eigenen Antisemitismus instrumentalisieren lassen.

    http://www.taz.de/!86035/

  24. GreenSpam

    @ Frank

    Wie kommen sie auf ihre These der Zuwendung vieler Deutscher zu radikal antisemitischen Strömungen des Islam(damit meinen sie sicherlich den Salafismus)? Haben sie Fakten, mit denen sie ihre These untermauern können? Meinen sie damit Deutsche mit oder ohne Migrationshintergrund aus islamisch dominierten Ländern?

    Und inwieweit können sie ihre Behauptung der ANtisemitismus sei das Hauptargument für die Konvertierung, belegen.

    Ich hoffe für sie, dass sie nicht SPIEGEL TV- oder Report Mainz-Beiträge aufzeigen. Diese beiden Formate sind bekannt dafür 1. populistisch zu propagieren und 2. schlampig zu recherchieren.

  25. Herr Salzborn,macht es ihnen spass mit ihren zionistischen Lügen andere Leute zu Rufmorden?Die zum Glück in der Öffentlichkeit immer ein höheres Ansehen haben werden als Leute wie sie?Wieso ziehen sie eigentlich über Parteien wie die Linke und die Piraten her sobald Israel kritisiert wird?Ich sage es ganz offen.:Israel ist ein auf Mord und Vertreibung aufgebauter Räuberstaat und kann von glück reden wenn er mal in den Grenzen von 1948 anerkannt wird.Und die Hamas und die Hisbollah verteidigen nur und das zu recht den Rest ihres Landes den die Zionisten sich am liebsten auch noch unter den Nagel reissen wollen.Mal ehrlich sie sind ein Fakten verdreher!Und ihre Nazikeule gegen Israelkritiker lassen sie mal besser gleich stecken.Wir deutschen haben nun mal schlicht und ergreifend keine Lust mehr uns von Leuten wie sie einen Maulkorb umhängen zu lassen.

    Anmerkung Publikative.org: Eigentlich würden wir diesen Kommentar nicht freischalten, da er falsche Tatsachenbehauptungen aufstellt. Da dieser Kommentar aber ein Paradebeispiel für links-verschwörungstheoretische Antisemiten ist, die sich letztendlich nur noch auf “Wir Deutschen” beziehen müssen, weil ihnen inhaltlich gar nichts mehr bleibt außer ihrem Volk, soll dieser Kommentar zu Lehrzwecken hier erscheinen.

  26. tomtom

    So, ein pseudo-sachlicher Hetzartikel zuviel. Publikative.org ist aus meinem RSS-Reader entfernt.

  27. Frank

    Green Spam

    Mit Zuwendung meine ich NICHT die Konvertierung.

    Mit Zuwendung meine ich die Unterstützung z.B. radikaler anti Israelischer Organisationen, oder die Bagatellisierung deren radikal antisemitischen Aktivitäten, ohne dass sich die Deutschen auch nur im Geringsten für die tatsächlichen, historischen Hintergründe des Nahostkonfliktes interessieren.

    Das „Deutsche wehrt euch der Nazis“ ist heute gesellschaftlich geächtet. Der Antisemitismus der Deutschen ist geblieben. Viele Deutsche instrumentalisieren das Elend der Palästinenser für ihren eigenen Antisemitismus indem sie heute gleichsam aus der Formel von damals „Palästinenser wehrt Euch“ konstruieren. Von der Verantwortung der Palästinensischen Eliten für das Elend der Palästinenser will hier keiner was wissen. Man besteht darauf, dass die Juden schuld sind. So war es früher, so ist es heute.

  28. Jordan

    Gehen Sie doch bitte auch noch den letzten Schritt in der Argumentation: Der Zentralrat der Juden nimmt Augstein in Schutz und hat damit selbst die Grenze zum Antisemitismus überschritten. Ja?

    Was Augstein schreibt, wird übrigens in Israel von etlichen Israelis geteilt. Diese Leute wären dann nicht nur naive, verblendete Friedensaktivisten, sondern auch – Antisemiten! Ja?

  29. GreenSpam

    @ Frank

    Können sie denn die Zuwendung vieler Deutscher zum islamischen Antisemitismus irgendwie belegen? Ich würde eher das Gegenteil behaupten.

    Islam und Judentum sind den Deutschen gleichermaßen fremd. Gewissermaßen wissen sie nicht, was sie schlechter leiden können. Die einen weil man ihnen auf alle Ewigkeit was schuldet und die anderen, weil das ja die barbarischen Fremden sind.

  30. call

    Der Holocaust hat viele jüdische Menschen dazu veranlasst, nach Israel auszuwandern. Das ist für jeden halbwegs vernünftigen Menschen auch nachvollziehbar. Sie wollten endlich in einem Land friedlich und unbehelligt und ohne Angst vor Ermordung leben; einem Land, dass ihnen Vaterland und Heimat ist, aus dem sie nicht vertrieben werden können. Ihre heutige Lebenswelt sieht leider anders aus.

    Mein Traum ist, dass die vielen friedliebenden Menschen, die nach Israel auswanderten und deren Kinder und Kindeskinder wieder zurück nach Deutschland kommen. Deutschland war für viele Juden bis 1933 ganz selbstverständlich ihre Heimat, so wie auch für Christen und Nichtchristen.

    Der Kampf Deutscher gegen Antisemitismus sollte dem Ziel dienen, dass die Bedingungen wieder so werden, dass Juden ganz selbstverständlich in die deutsche Heimat ihrer Vorfahren zurückkehren können, wenn sie es wollen. Vielleicht wollen dies so einige, die die Kriegspolitik ihrer Regierung einfach satt haben, die einfach so wie wir in Deutschland ohne Angst vor Krieg und Raketenbeschuss leben wollen.

    Stattdessen wird versucht, mit der Verunglimpfung angeblicher Antisemiten, welche die kriegerische Politik der Regierung des Staates Israel und die Unterdrückung wie Vertreibung von Palästinensern kritisieren, dem Kampf gegen Menschenrechtsverletzungen im Nahen Osten die moralische Grundlage zu entziehen.

  31. Frank

    Lieber Green Spam,

    als Beleg, im Folgenden drei Beispiele:

    Nach einem Taz Beitrag vom 29.06.2007 soll der ehemalige Bundesumweltminister Jürgen Trittin das Folgende gesagt haben: „Ich habe eher den Eindruck, dass die Hisbollah sich sehr positiv in die Gestaltung des politischen Prozesses im Libanon einbringt.“ Zitat Ende

    Hier nachzulesen: http://www.taz.de/!1348/

    Herr Salzborn bringt es im Übrigen mit folgendem Satz auf den Punkt; Zitat: „Die eigene, nicht aufgearbeitete NS-Vergangenheit wird nun nicht nur auf die Juden projiziert und ihnen absurderweise Täterschaft unterstellt, sondern zugleich werden auch die völkisch motivierten und antisemitisch agierenden palästinensischen Terroristen mal klammheimlich, mal ganz offen mit Sympathie bedacht.“ Zitat Ende

    Dazu passt das zweite Beispiel:

    Aus der Schrift der H.B. Stiftung. „Palästina und die Palästinenser, 60 Jahre nach der Nakba“:

    Z.B. wird auf Seite 62 der Schrift die Verbundenheit der Palästinenser mit dem Land in heroischer Weise dargestellt. Es ist die Rede vom Land, aus dem man vertrieben war, vom Vaterland von der Heimat. Dem werden die Kreuzzüge der Christen gegenübergestellt, um deren Motivation in absolut unzulässiger Weise den Juden unterzujubeln, die vor dem Antisemitismus und vor dem Holocaust aus Europa nach Palästina geflohen sind. Den aus Europa, vor den Pogromen und ab 1941 vor den Gaskammern fliehenden Juden wird eine Mentalität der christlichen Kreuzzügler untergejubelt. Für die Flucht der Juden nach Palästina vor dem sicheren Tod in Europa, hat die Schrift den Begriff der Kolonisation gefunden. Die ganze Verdorbenheit solcher Gedanken hier in einem Zitat aus der Schrift:

    Zitat Seite 63-64 H.B. Stiftung. „Palästina und die Palästinenser, 60 Jahre nach der Nakba“

    „Katholiken, aber auch deutsche Protestanten und Millenarier, vertraten den Gedanken des «friedlichen Kreuzzuges» zur Wiedergewinnung des Heiligen Landes für die Christenheit, der ebenfalls mit agrarischen Kolonisationsprojekten einherging. Die Notwendigkeit der Kolonisation zur «Hebung des Landes» wurde zu einem Grundelement des europäischen Palästina-Verständnisses seit Mitte der 1860er-Jahre, auf das die zionistische Bewegung später zurückgreifen konnte.“

    Zitat Ende

    Die o.g. Beschreibung trifft zwar für die christlichen Kreuzzügler zu, das Perfide ist jedoch, die aus Europa fliehenden Juden mit den Kreuzzüglern in einen Topf zu werfen.

    Hier wird die unmittelbare Not der flüchtenden Juden vor Pogromen, Morden und später vor den Gaskammern, als eine „zionistische Bewegung“, die auf die „agrarischen Kolonisationsprojekten“ der Kreuzzügler zurückgreife, diffamiert.

    Verdorbener und übler geht es nicht mehr.

    Ab Seite 62 trägt eine Frau Prof. Dr. Birgit Schäbler von der Universität Erfurt ihr Kapitel vor das da lautet: „Vertreibung, Nostalgie und nationales Bewusstsein“ Das Land (al-ard) im politischen Gedächtnis der Generationen.“

    Dabei ist der Untertitel „Fez oder Kufiyeh?“ auf Seite 69 bezeichnend. Die Geschichte des von vielen Deutschen so geliebte Palituches wird dort wie folgt beschrieben: „Um den aufständischen Bauern auch in den Städten Schutz vor Entdeckung zu gewähren, und um die Solidarität der Städter einzufordern, wurden diese von den Aufständischen gezwungen, ihre Feze und Hüte mit der kufiyeh zu vertauschen. „
    Dann schildert Frau Prof Dr. Birgit Schäbler, wie Jassir Arafat in den 60er-Jahren, die Kufiyeh zu seinem Markenzeichen machte. Sie redet von dem bewaffneten Kampf der Bauern-Generation von 1936 und wie die Kuifiyeh „auch die Erinnerung an einen Augenblick der Einheit wecken“ sollte, wie sie schreibt. Frau Schäbler beschreibt heroisch, wie es Arafat selbst kaum besser konnte:“ wie sich „zumindest die Männer, Bauern und Städter, Christen und Muslime, Arme und Reiche unter dieser ländlichen Kopfbedeckung im Kampf vereinten“. Frau Prof. Dr. Schäbler beschreibt weiter, wie Arafat den Konflikt der Palästinenser untereinander von 1936 beklagt.

    Mit keiner Silbe wird jedoch die Kollaboration des politischen Ziehvaters Arafats, Amin al Husseini mit den Nazis erwähnt. Amin al Husseini kommt bei Frau Prof. Dr. Schäbler nicht vor. Mit keiner Silbe wird die blutige Geschichte des von Frau Prof. Dr. Schäbler heroisierten Palituchs (Kufiyeh) erwähnt, wie sie z.B. Matthias Küntzel in seinem Buch –Islamischer Antisemitismus und deutsche Politik auf Seite 83 wie folgt erläutert:

    „…..Von nun an wurde der Charakter dieser Unruhen vom Mufti und den Anhängern von Scheich al-Qassam bestimmt: Brachial führten sie in den von Juden und Briten „befreiten“ Zonen neue Kleiderordnungen und Scharia-Gerichte ein und liquidierten „unislamische“ Abweichler in großer Zahl. Bewundernd berichtete 1943 ein deutscher Biograf des Mufti über die Erschießung palästinensischer Araber, die sich mit der Weigerung, die Kaffiyah zu tragen, dem Zwang zur Unterordnung widersetzten.[23] Nicht minder drakonisch wurden arabische Christinnen und alle anderen Frauen zur Verschleierung gezwungen. Gleichzeitig nahm man neben Juden und Briten besonders die Palästinenser ins Visier, die den Ausgleich mit dem Zionismus und der Mandatsmacht suchten und den Peel-Plan unterstützten….“

    Zitat Ende

    Und so ist es geblieben. Moderate Kräfte im Nahen Osten, die den Ausgleich mit den Juden suchen finden insbesondere bei vielen Deutschen keinerlei Unterstützung. Warum das so ist, hat Rainer Trampert in Konkret 11-2012 am Beispiel von Günter Grass auf den Punkt gebracht.

    http://www.konkret-magazin.de/aktuelles/aus-aktuellem-anlass/aus-aktuellem-anlass-beitrag/items/333.html

    Zitat:

    „Grass will Israel zu den Völkermördern zählen, um den deutschen Völkermord zu relativieren………“

    Zitat Ende

    Wenn aber beispielsweise ein wunderbarer Mensch, der Palästinenser Ahmad Mansour echte Friedensarbeit leistet, hier:

    http://www.wdr.de/tv/westart/sonntag/sendungsbeitraege/2012/1007/mansour.jsp

    http://www.heroes-net.de/index.php/heroes/das-heroes-team

    interessiert sich bei und kaum jemand für ihn.

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