Die Rechte: Kaum Mitglieder und ein digitaler Totalausfall
Ist “Die Rechte” wirklich eine neue Gefahr? Die Mitgliederzahlen lassen anderes vermuten – und im Netz ist die Partei des Neonazis Christian Worch derzeit ein Totalausfall.
Von Stefan Schölermann NDR Info
Sie gilt als Rechtsabbieger unter den braunen Gruppierungen- die Partei des aus Hamburg stammenden Neonazis Christian Worch. Aber die schnelllebige Welt des Internets hat auch für die rechtsextreme Szene ihr Tücken: Kaum da, ist die Partei aber auch schon wieder von der virtuellen Bildfläche verschwunden: Die Internetseite der Gruppierung ist seit Freitag vergangener Woche nicht mehr
zu erreichen. Während die braune Konkurrenz von der NPD bei ihrer Wahlkampftour durch Niedersachsen allerdings aus eigenem Verschulden mit ihrem Werbe-LKW an den Klippen der metrischen Maßeinheiten scheiterte und sich unter einer leibhaftigen Brücke festfuhr, ist die „Weltnetzseite“ (Szenejargon) der Worch´schen Rechtsüberholer Opfer eines Geisterfahrers auf der Datenautobahn geworden – oder besser: Opfer ganz vieler Geisterfahrer. Verantwortlich für das Datendebakel ist offenkundig eine gezielte Attacke von Gegnern der neuen rechtsextremen Partei geworden: Die Seite des Neonazis nicht nur einfach „ nicht erreichbar“, sie ist schlicht und ergreifend „nicht vorhanden“, wie es im Datenjargon heißt. Und es muss schon ein ziemlich massiver Angriff sein, der die Internetpräsenz der Partei zum Absturz gebracht hat, denn der Server steht in Kalifornien. Betreiber ist nach Informationen von NDR Info die Firma „Dreamhost“-kein ganz kleines Unternehmen, denn immerhin verfügt das Unternehmen über einen eigenen Eintrag im Internetlexikon Wikipedia.
Im sogenannten „wirklichen Leben“ kommt die von manchen Sicherheitsbehörden als neue Gefahr am braunen Rand beschriebene Partei „Die Rechte“ nur ebenso mühsam voran, wie der Wahlkampflaster der NPD in Niedersachsen. Im Bundesland zwischen Cuxhaven und Göttingen sei die Gründung eines eigenen Landesverbandes im Frühjahr zu erwarten, sagt Parteigründer Christian Worch. Er kann es aber auch eine Nummer kleiner – möglicher Weise wird es zunächst aber auch bei der Gründung des „ein oder anderen Kreisverbandes“ bleiben. Trotz aller medialen Präsenz und behördlicher Warnungen ist „ Die Rechte“ selbst am rechtsextremen Rand bislang nur eine Randerscheinung mit offenkundiger Neigung zum mehr „ Schein als Sein“. Bis zum 31. Dezember 2012 hatte die Partei gerade einmal 213 Mitglieder – der Löwenanteil stammt aus Nordrhein-Westfalen. Offenkundig handelt es sich um Restbestände der Ende August verbotenen Neonaziorganisation „Nationaler Widerstand Dortmund“.
Zur Zeit hat die Partei in Hessen und Nordrhein-Westfahlen zwei Landesverbände. Für die Gründung eines Landesverbandes in Brandenburg sind die Einladungsschreiben zur Zeit auf dem Postweg. Er soll eine Woche nach der Landtagswahl in Niedersachsen aus der braunen Taufe gehoben werden. In Schleswig-Holstein reicht es bei der Partei „Die Rechte“ derzeit nicht einmal zum Skat: es fehle der dritte Mann oder die dritte Frau, die bereit sei, sich beim Bundeswahlleiter als Gründungsmitglied erfassen zu lassen, räumt Parteigründer Worch auf Nachfrage ein. Für die Lösung ihres Internetproblems scheint „Die Rechte“ bislang auch kein As im Ärmel zu haben: Von Freitag bis Mittwoch war die Seite komplett im Internetnirwana verschwunden – dann war sie für wenige Stunden wieder online – seit Donnerstag ist sie erneut zur digitalen Nullnummer geworden und nicht erreichbar. Der sogenannte „Datentraffic“ dieser Seite hielt sich auch zuvor in Grenzen: 500 mal täglich sei die Seite durchschnittlich pro Tag angeklickt angeklickt worden, sagt Worch auf Nachfrage. Bei einem erheblichen Teil der Klicks dürften Sicherheitsbeamte oder Journalisten die Computermaus bedient haben. Die Partei „Die Rechte“ also eine „neue Gefahr“ am braunen Rand? In der digitalen Welt jedenfalls ist sie zur Zeit ein Totalausfall.
Siehe auch: Rieger plante angeblich bereits 2008 NPD-Konkurrenz, Die NPD und die Angst vor dem braunen Mann



Die Rechte wurde auch nicht gegründet um Wahlen zu gewinnen oder am parlametarischen Prozess teilzunehmen. Worch hat die partei gegründet, nachdem bereits mehrfach Kameradschaften verboten wurden. Mit Blick auf das seit jahren vor sich hindümpelnde NPD-Verbot, ist erkenntlich, dass eine Partei viel schwieriger zu verbieten ist, als eine Kameradschaft.
Was für ein Bericht… Dass “Die Rechte” nicht auf “Stimmenfang” geht, keine Massenorganisation werden will usw. usf. sollte doch jeder Person, die sich mit der Naziszene befasst, aufgefallen sein. Es ist eine Legalisierungsstrategie, und die geht in NRW ja ganz gut auf.
[...] Siehe auch: Die Rechte: Kaum Mitglieder und ein digitaler Totalausfall [...]
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