9 Comments

  1. AK

    Hervorragender Beitrag! Nicht nur, weil die unlösbaren methodischen Probleme der Demoskopie gut erklärt werden, sondern auch, weil dem Karl aus Wien die Ehre gegeben wird, die ihm gebührt, wo doch vielfach unreflektiert der Karl aus Trier vorgezogen wird …
    Und als nächstes im Sendeprogramm: Wir schalten um zur Einschaltquote … ;-)

  2. @ Martin Jander: Streng genommen ist die Quelle nicht genau zu identifizieren. Bisher konnte der Auspruch jedenfalls nicht Churchill nachgewiesen werden. Sicher ist, dass es Teil der NS-Progaganda war, Churchills Erfolgsstatistiken bei der Bombardierung Deutschlands zu diskreditieren. Die These, dass das Zitat auf die Goebbels Propandamaschine zurück geht, ist von Werner Barke, ehemals Referent
    für „Grundsatzfragen, Öffentlichkeitsarbeit, Büro der Amtsleitung“ des Statistischen Landesamtes Baden-Württemberg.
    http://www.statistik.baden-wuerttemberg.de/veroeffentl/monatshefte/pdf/beitrag04_11_11.pdf

  3. Lieber Martin Jander,
    Samuel Salzborn schreibt zu Ihrer Frage, die vom Statistisches Landesamt Baden-Württemberg herausgegebene Veröffentlichung trägt den Titel “Ich glaube nur der Statistik … Was Winston Churchill über Zahlen und die Statistik wirklich sagte und was er gesagt haben soll” und ist in mehreren Auflagen erschienen.
    Viele Grüße
    Publikative.org

  4. Bernardo

    Nachdem die Kolumne “Akademisches Karusell” heisst, wären ordentliche bibliographische Angaben auch in den Kommentaren angebracht und links zur Publikation ja vielleicht mal eine Idee, zumal sie nach Andreas Strippels Hinweis schnell zu finden ist. Also:

    Barke, Werner. 2011. “Ich glaube nur der Statistik…”: Was Winston Churchill über Zahlen und die Statistik wirklich sagte und was er gesagt haben soll, Stuttgart: Statistisches Landesamt.

    http://www.statistik.baden-wuerttemberg.de/Veroeffentl//8055yy001.pdf

  5. Bernardo

    Im Übrigen ist Salzborns Satz “Die Wahrheit des Satzes ist aber: er stammt aus dem Hause Goebbels.” auch nicht richtig. Wie Barke sehr deutlich macht, ist ihm ein konkreter Nachweis des Ursprungs des Zitats nicht gelungen. Zwar belegt er eindrücklich die Motivation des Propagandaministeriums, Churchill ein solches Wort in den Mund zu legen, anhand Goebbels’ staendiger Anweisungen, dem Gegner Zahlenfälschungen zu unterstellen. Dass Churchill Statistiken sehr schätzte und damit eher unwahrscheinlich ist, dass der Satz von ihm stammt, zeigt er auch.

    Der eigentliche Ursprung des Satzes bleibt unklar.

  6. chris

    Sehr schöner Artikel,

    was noch mehr hätte herausgestellt werden könnte ist die Performativität der emp. Sozialforschung im Allgemeinen, der Demoskopie im Besonderen. Besonders schön zeigt sich dies ja am Beispiel der Niedersachsenwahl: Wahrscheinlich war die Prognose für die FDP sogar vollkommen richtig, aber ebendiese Prognose hat sich durch ihre Existenz selbst zunichte gemacht.

  7. mjb4

    Gibt es eigentlich Studien darüber welchen einfluss das Veröffentlichen von Prognosen auf erneute Prognosen haben?

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