20 Comments

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  1. krise

    Die antikapitalistisch gemeinte Parole “Luxus für alle!” bewegt sich nicht nur auf dem Niveau von “Kommunismus heißt ausschlafen”, “Mein Skateboard ist wichtiger als Deutschland” und “Für immer Ferien!” (“redical M”), sondern ist in seiner Verkürzung antirevolutionär durch und durch. Linksradikale wie der Autor dieses Artikels machen anderen (aber vor allem sich selbst) vor, dass eine auf den Kapitalismus folgende gesellschaftliche Ordnung frei von Sachzwängen, von gesellschaftlich notwendiger Arbeitszeit und damit verbunden von Unlust-Erfahrungen sein wird. Derartige Forderungen bewirken nichts als die reaktionäre Sehnsucht nach individuellem ökonomischen Erfolg, nach einem Haus mit Garten, einem teuren Auto und ner schicken Yacht (dafür steht die Kategorie Luxus, ihr bürgerlicher Inhalt ist unauflösbar mit der Kategorie selbst verwoben).

    Ansonsten: Nice try.

  2. drittereihe

    Danke für den Artikel.

    Diese Proteste zeigen deutlich was passiert, wenn intelligente linke Analysen, wie die originäre Gentrifizierungskritik, erst auf Schlagwörter verkürzt (Luxus-Lofts, Sanierung, …), emotionalisiert und durch plattes Unten-Oben-Denken angereichert und schließlich völlig verzerrt nur noch zum blindem Ressentiment wird.

    Dadurch wird der Bau von “Luxuswohnungen” zum Übel selbst, ohne dass man sich noch anschauuen muss, ob die eigentlichen Kritikpunkte, etwa die Verdrängung sozial schwacher Bevölkerung überhaupt passiert. Denn eine Loft auf Niemandsland vertreibt eben auch Niemanden von seinem Land.

    Schön durchgerührt mit konservativ-antikommunistischem Alarmismus (Nein, es tut dem Gedenken an die Verbrechen der DDR keinen Abbruch, wenn 20 Meter Mauer weg sind) und schlichter Fortschrittsfeindlichkeit ergibt einen denkbar ekligen Cocktail.

  3. Ich habe selten so einen unausgewogenen und an der Sache vorbeiggehenden Artikel gelesen. Mit dem “die Stadt wandelt sich” Argument müsste dann auch der Historienunsinn in Form des Stadtschlossneubaus in Ordnung sein.
    Aber wenn die Leute glauben, dass die East Side Gallery besser in einem Museum aufgehoben oder vor Ort von schönen Wohnklötzen verbaut ist, dann soll das eben so sein. Stadt ist eben auch, was Ihr draus macht.

  4. zago

    Schade,
    sie haben zwar erkannt, dass aus dem Thema ein spannender Artikel werden kann und auch Kritik geübt werden muss! Doch leider ist nicht gut recherchiert worden und kritischer Journalismus geht anders.

    Dadurch wird dieser Artikel der schlechteste, den ich hier seit der Neuausrichtung zu publikative.org gelesen habe. Sehr traurig (gerade weil das Thema so viele Fazetten zum kritischen Beleuchten hergegeben hätte)

  5. Anonymous

    Ich erkläre mir diesen Artikelt mit “Reaktanz”. So bescheuert die Hysterie um den angeblichen Abriß war, wo unreflektiert kommt dann doch dieser Artikel daher. Ich versteh das, daß man genervt ist von diesen komischen Berlinern, die keinen Plan von Geschichte oder der Mauer haben, aber meinen, der Beton müsse dableiben, weil irgendeine andere das getwittert hat. Aber deshalb in Bausch und Bogen die Gallery verurteilen? Das greift u kuuz. Und bitte, ich weiß nicht obs Absicht war, aber den besten Grund, sie zu lassen, hat der Autor selbst genannt: “Allerdings ist völlig unklar, welchen Nutzen der Mauerabschnitt jenseits seiner Funktion als Touristenmagnet, als nostalgisch aufgeladene Betonschlange oder Symbol für stumpfen Bonzenhass im Kontext der Ufergestaltung der Spree hat.” Hm…Genau diesen Nutzen vielleicht? Was genau ist an dem schlecht?? Gott um Gruße.

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