11 Comments

  1. no_name

    Danke für die ausführlicheren Infos. Ich wusste über die antisemitischen Angriffe bescheid, aber nicht über die britische Diskussion darum.

  2. Love football hate fascism

    Sehr interessanter Artikel! Es gibt nicht zufällig eine englische Übersetzung davon, oder? Ich kenne einige Fußballfans in England, auch von Tottenham, die den Beitrag sicherlich mit Interesse lesen würden!

  3. Randale Ralf

    Logisch. Eine englische Debatte, die niemand außerhalb der Insel mitbekommen hat, ist der Auslöser für Angriffe in Italien und Frankreich. Echt, manchmal ist die Dummheit wirklich sprichwörtlich. Antisemitische Angriffe werden eher selten öffentlich, wenn es sich aber um internationale Spiele handelt gibt es einfach mehr Aufmerksamkeit. Allein in den deutschen Stadien ist in letzter Zeit das U-Bahn-Lied wieder in Mode gekommen. Vielleicht sollte man sich langsam damit anfreunden, dass der Antisemitismus auf dem Vormarsch ist. Und niemand es rational erklären kann.

  4. gallendieter

    Subversive Wendung naja.
    Ich halte das für eine geschmacklose Provokation.
    Hier im Blog werden immer die Beispiele Tottenham und Ajax genannt.
    Das Beispiel Cracovia Krakow wird immer verschwiegen. Weshalb?
    Alex Feuerherdt geht sogar noch weiter und verleiht den Ajax Fans
    Simon Herzl als Maskottchen.
    Weshalb der Vordenker des politischen Zionismus als Maskottchen dienen soll für Fans,
    die mit Zionismus überhaupt nichts am Hut haben ist mir ein Rätsel
    Ich halte das für völlig daneben.
    http://jungle-world.com/artikel/2012/45/46546.html
    Alle drei Fansznenen haben eines gemeinsam: Sie wollen provozieren,
    weil sie selbst antisemitisch beleidigt wurden.
    Aber im Prinzip greifen sie diese Beleidigung nur auf indem sie diese
    durch eine vermeintliche humorvolle Selbsbezichtigung verharmlosen.
    Alle drei setzen sich in KAUM BIS GAR NICHT mit den Ursachen und Erscheinungsformen des Antisemitismus auseinander setzen. Jetzt ist von Fußballfans sicherlich kein theoritischer Diskurs zu erwarten. Aber es gibt auch andere Beispiele wie so etwas beim Fußball möglich ist siehe unten. Von den drei genannten ist mir so etwas jedenfalls nicht bekannt.
    Alle drei haben gemeinsam, dass sie keinen positiven Bezug auf ihre historische und eventuell aktuelle jüdische Idendität herstellen.
    Am Beispiel Cracovia Krakow wird dies sicherlich besonders deutlich.
    Aufgrund des in Polen weit verbreiteten Antisemitismus wird Cracovia, weil einige der Gründungsmitglieder Juden waren immer beschimpft und der Verein und deren Fans mit antisemitischen Stereotypen belegt. So wird zum Beispiel, weil Cracovia trotz sportlichen Abstieg am grünen Tisch den Klassenerhalt geschafft hat der allseits bekannte Verschwörungstheoretische Erklärungsversuch für diesen Umstand unterstellt.
    Die Cracovia Fans nennen sich “Jude-Gang” um diese Provokation auf zu greifen.
    Doch dabei bleibt es. In einer Stadt aus der unheimlich viele Menschen aus dem Ghetto in die KZs gebracht wurden erfolgt keinerlei Auseinandersetzung damit.
    Das Aufgreifen dieser Provokation halte ich daher für eine zusätzliche Provokation.
    Einen völlig anderen Weg gehen einige Fanszenen in Deutschland, in dem sie sich konkret mit der jüdischen Geschichte ihrer Vereine auseinander setzen.
    http://www.juedische-allgemeine.de/article/view/id/15092

  5. Ghostrider

    @Randale Ralf

    “Vielleicht sollte man sich langsam damit anfreunden, dass der Antisemitismus auf dem Vormarsch ist.”

    (…)

    Antisemitismus kann sich nur profilieren, wenn “wir”, die gesellschaftliche “Mitte”, Antisemitismus in unserem Lande dulden !!
    Es gibt Tausend gute Gründe gegen Antisemitismus !
    Die vielen Demos unserer aufgebrachten Bürger gegen Rechtsextremismus beweisen immer wieder, dass die überwiegende Mehrheit unseres Volkes, sich für Frieden und Demokratie ausspricht. Das beweisen auch die Kommunal, Landtags- und Bundestagswahlergebnisse.

    Menschen mit jüdischem Glauben und jüdischen Wurzeln waren schon immer Teil unserer Gesellschaft und gehören zu Deutschland wie der Schwarzwald, der Rhein, oder die Küste.

    beste Grüße

  6. @ galllendieter Naja, was sollen sie denn machen – sagen, bäh, wir sind keine Juden? Das wäre noch schlimmer. Diese Form der Identifikation ist halt die einzige sinnvolle Reaktion – was sie nicht toll macht, und sicher gibt es da einiges, was kritikwürdig ist. Aber die grundsätzliche Reaktion finde ich halt kaum vermeidbar.

  7. Felix

    “Zwar hat der Nordlondoner Stadtteil Tottenham früher tatsächlich eine größere jüdische Community beherbergt, das galt und gilt jedoch für viele Quartiere der britischen Hauptstadt. Auch sind die Anhänger der Spurs mutmaßlich nicht in größerem Anteil jüdischen Glaubens als die des Lokalrivalen Arsenal, der ebenfalls im Norden Londons beheimatet ist, das „jüdische“ Image aber nie trug.”

    Ich stimme Ihnen zu, dass Tottenham wahrscheinlich nicht mehr jüdische Anhänger hat als z.B. Arsenal. Das jüdische Image des Klubs hängt aber mit Sicherheit mit Tottenhams geografischer Nähe zu Stamford Hill zusammen, das Stadtviertel mit der – laut Wikipedia – größten hassidischen Gemeinde Europas (http://en.wikipedia.org/wiki/Stamford_Hill). Als Nachbarviertel hat insbesondere der südliche Teil Tottenhams auch heute noch eine sehr sichtbare jüdische Einwohnerschaft mit zahlreichen Synagogen und anderen Einrichtungen. Obwohl man sich diese mehrheitlich streng religiöse Gemeindemitglieder kaum als Fußballfans vorstellen kann, ist das Image des Klubs durchaus etwas mehr in der sozialen Struktur des Stadtteils verhaftet als es Ihr Artikel darstellt.

Comments are closed.