25 Kommentare

  1. horst

    ” Obwohl wir uns gefreut haben zusammen mit Mia, Die Toten Hosen, Unheilig, und Die Ärzte nominiert gewesen zu sein“

    Mia? Da war doch mal was:
    “Spätestens anhand von MIA, die von sich selbst aus schon
    behaupteten sie seien »links«, wird ernüchternd klar, dass
    Nationalismus vor jenen nicht halt macht, die kurz zuvor noch
    als Teil der eigenen, im weitesten Sinne linken (Post-Punker-
    oder Indie-) Szene galten.
    »Fragt mich jetzt, woher ich
    komme / tue ich mir selbst nicht mehr Leid«
    , piepst MIA-
    Sängerin Mieze in schwarz-rot-goldene Farbe gehüllt,
    »wohin
    es geht, das woll’n wir wissen / und betreten neues deut-
    sches Land«.
    Der oben zitierte Song »Was es ist« von MIA, soll
    laut Mieze, für ein »geklärtes Verhältnis zu unserer Herkunft«
    sorgen. Mit ihrem alternativ angehauchten Pro-Deutschland-
    Pop, arbeiten MIA an einer Normalisierung, genauer gesagt
    Verniedlichung des Deutschnationalismus und können sich
    aufgrund der »aufgearbeiteten« Vergangenheit und des
    Versagens der militärischen Unterstützung der USA durch die
    Bundesregierung im Irak-Krieg wieder positiv auf ihre Heimat
    Deutschland beziehen. MIA sind damit ein neues Phänomen,
    nämlich Regierungs-Pop, und zugleich Beweis dafür, dass
    sich, wie weiter oben schon gesagt, aus subkulturellen
    Strukturen hervorgegangene Bands nicht mehr notwendig
    vom gesellschaftlichen Mainstream abgrenzen.”
    http://www.u-n-d.info/download/Und_05_Deutschpop.pdf

  2. olafolafolafoalfgünther

    Kuschelrock-‘LP’ ;)

    Anm.d.Red. (RS):
    Danke für den Hinweis! Eben nachgebessert.

  3. Quarktasche

    MIA vs. Frei.Wild:

    -Mieze war nicht Frontfrau in einer Nazi-Band
    -MIA propagieren kein *Wir* gegen *die da oben*(Verschwörung)
    -MIA mach keine beknackten Stellungsnahme-Wir -sind-doch-eigentlich-die-Guten-Videos

    MIA sind auch nicht völkisch sondern Kosmopoliten. Das behagt dem ein oder anderen Volksgenossen nicht. :)

    MIA sind in eine Szene von Kreativen in Berlin eingebetet, wogegen… naja. :)

  4. Taschenquark

    Dass, MIA sich in eine Berline Kreativszene einbetet, glaube ich gerne. Umso schlimmer für Berlin.

    Klar ist ein himmelweiter unterschied zwischen dem kosmopolitisch-postmodernen Schlussstrichnationalismus von MIA und dem völkischen von frei.wild. Appetitlich ist es trotzdem nicht.

    Auch die Toten Hosen glänzten übrigens jüngst durch seltsame nationale Lyrik:

    “Ein ganzes Land kniet nieder
    Und sagt ‘Es tut uns Leid!’
    Wir geben zu, wir haben den Krieg verloren
    Doch das ist jetzt vorbei
    Uns ist klar, wir müssen büßen
    Damit Ihr uns verzeiht
    Die Nation wird ausgewürfelt
    Und dann durch zwei geteilt
    Die einen Saufen Coca Cola
    Die anderen fressen Mauerstein
    Hier feiert man Wirtschaftswunder
    Und da den 1. Mai

    Doch jeden Tag besucht uns
    Derselbe Parasit
    Alle tragen auf ihren Schultern
    Den Ballast der Republik”

  5. Quarktasche

    @Taschenquark

    Ich war nicht der erste, der Spekulationen über politische Ausrichtungen von *sonstawie*-städtischen “Kreativ-Szenen” verbreitet hat. :)

    Möglicherweise folge ich sogar der Kritik, wenn sie über ein “da war doch was ;)” hinausgeht.

    Ich meine nur, daß das wilde Vergleichen ohne Not, keine schlüssigen Argumente liefert. Keinen Erkenntnisgewinn. Da kann man sich in der K-Gruppe auf die Schulter klopfen und im nächsten Jahr machen eh alle Abi und alles ist vergessen. Wir sind doch hier einen Schritt weiter!?

    Aber richtig: Sarah Kuttner, Nina Hagen(“Volksbeat”), u.s.w…. Aber ich denke das ist immer noch ein anderes “Level” als Frei.Wild. Wirklich…

  6. horst

    @Quarktasche
    “Möglicherweise folge ich sogar der Kritik, wenn sie über ein “da war doch was ;)” hinausgeht.”
    Hast du den verlinkten Text, oder wenigstens den Ausschnitt gelesen? Der geht meiner Meinung nach über ein “da war doch mal was” hinaus. Was das mit K-Gruppe zu tun haben soll, erschließt sich mir nicht.
    Ich wollte außerdem nur darauf hinweisen, dass FW nicht die ersten sind, die eine “Nationalismus im Pop” Debatte ausgelöst haben.
    FW stehen halt für den schmuddeligen Stammtischnationalismus 1.0 der (Groß)elterngeneration, während Mia den aufgeklärten, hippen Patriotismus der Bonner Republik repräsentiert.

  7. Sandra

    Hmmh,irgendwie hört sich für mich “Kraftclub” eher wie der Name einer Nazi-Band an.
    Aber vielleicht muss ich mich einfach nur besser informieren…oder vllt. doch publikative??

  8. Quarktasche

    @Horst Ich hab jetzt nicht das ganze “linksradikale”(Zitat) PDF gelesen. Ist das nötig um an der Diskussion teilzunehmen? Ich hatte doch geschrieben, ich wäre nicht der erste mit Mutmaßungen über Kreativzirkel. Damit war ihr Zitat gemeint. Ich sag das nur nochmal, weil sie fragen, ob ich ihren Kommentar gelesen habe.

    Kann MIA mit ihrem Lied ein weltoffenes Deutschland gemeint haben, in dem jeder willkommen ist und(…und, jetzt kommt der Hammer, sone Art Sozialismus ohne “national” oder sowas) SOGAR BLEIBEN DARF UND SOLL!?

    (Ich finde Partypatriotismus auch persönlich zum kotzen. “Mia? Da war doch mal was;)” hat jemand auf Facebook unter den Artikel gepostet)

  9. Leierkastenmann

    Ich kann dieses ewige Geleier nicht mehr hören, mal ganz abgesehn vom Nationalismus klingt einiges von Frei.Wild (mEn) einfach scheiße, lyrische Texte sehen anders aus.
    “Sagst das wär dein Bier, kümmert auch nur dich allein ha – ha Bananen und Zucchini kommen hinten rein”
    Wow welch große Kunst…

    Wie wäre es denn mit ein wenig Engagement für eine Organisation wie Exit o.Ä. anstatt sich medial gegen eine vermeindlich ( hier nur der Form halber in dubio pro reo) rechte Band zu positionieren.
    Die Plattenverkäufe der Südtiroler gehn davon auch nicht baden. Da bekomm ich einen faden Geschmack von Heuchellei im Mund.

  10. sebastian

    Ich frage mich wieso Echo dann Preise an Bushido und Sido verteilt mit ihren Vergewaltigungsphantasien?

    Es war fuer mich als Onkelz Fan eh klar das die Medien sich bald auf eine neue Band einschiessen.

    Ich denke mal Freiwild wirds von der ganzen Show eher profitieren, kannte sie doch bis die Tage kaum jemand.

    So war es mit den Onkelz auch. Nach jeder Medienschelte hatten sie mehr verkaufte Alben ohne! das sie in den Mainstreammedien erwahnt wurden.

  11. Markus

    @ Quarktasche & @ all

    Zunächst einmal, sollte sich jeder, der auf Frei.Wild und ihre Deutsch-Tümelei schimpft, mit dem Italienischen Irredentismus befassen. Aufgrund dessen,* und der Tatsache geschuldet, dass Südtirol nach dem 1. WK an das damals faschistische Italien ging, sollte aus Tirol südlich des Brenners Italien werden.

    Das hat fast geklappt. Es halfen auch keine Faschistischen Siegesdenkmäler oder dergleichen. Das Siegesdenkmal in Bozen in Friedensdenkmal umzubenennen scheiterte an der Italienischen Mehrheit in der Hauptstadt Bozen. Für teures Geld hat man es gerade erst wieder renoviert!

    Es ist nicht leicht, in der eigenen Heimat in der Minderheit zu sein**, einen Italienischen Pass zu haben, bis vor ca. 10 Jahren mit Lire zu bezahlen, in der Armee nur italienisch zu sprechen und von Touristen zu hören, wie schön es doch in Italien sei…

    Das was uns das Leben schwer macht, ist die arrogante Haltung vieler hier lebenden Italiener (qui ci siamo in Italia = Wir sind hier in Italien!) und der Fremdbestimmung aus Rom! Es gibt viele Angepasste und es gibt Frei.Wild.
    Zur intellektuellen Qualität der Songtexte von Frei.Wild ist schon das meiste gesagt worden – geschenkt.
    Aber sie sind ein Stachel gegen Rom und Fremdbestimmung im Sinne der Südtiroler.

    Schaut euch bitte Youtube-Videos an, wie in Bozen die Situation nach dem EM-Spiel Deutschland gegen Italien eskalierte. Das schaudert mich jedes Mal wenn ich das sehe.
    Italienische Rechtsgerichtete Parteien (PDL [Berlusconi]) genießen gerade in Südtirol besonders starken Zulauf. So wird genau an diesem Siegesdenkmal von Revhts-Parteien und vom Militär(!) zum Jahrestag des Endes des 1. Weltkriegs eine Kranzniederlegung abgehalten.
    Wieso prangern Sie nicht so etwas an??

    *) Zitat Wikipedia: Die Panitalienische Bewegung [...] zielte darauf ab, alle Gebiete, die ganz oder teilweise mit einer italienischsprachigen Bevölkerung bewohnt waren, in den neuen italienischen Staat einzugliedern (insbes. das Trentino, Dalmatien und Istrien). Im Trentino wohnte eine kleine deutsche Bevölkerungsminderheit. Istrien und Dalmatien wurden vor allem auf dem Land mehrheitlich von Kroaten besiedelt und befanden sich noch unter der Herrschaft der Österreichisch-Ungarischen Monarchie.

    **) also Deutschsprachige Tiroler vs. Italiener mit Muttersprache Italienisch

  12. gallendieter

    @ Markus bei deinem Statement über die Situation in Südtirol wäre vielleicht mal ganz interessant welche Faschismus Analyse du hast, wenn du schon so inflationär wie viele andere mit dem Begriff um die wirfst.

    Ja und auch dir will ich nur folgendes zu denken geben. Es gibt auch in Tirol viele Menschen, die Frei Wild schon viel länger kritisch betrachten und über Erfahrungen mit der Band und deren Umfeld berichten können.

    Als Beispiel will ich mal ein Interview zitieren aus der Februar Ausgabe 2012 des Basch Fanzine mit antifaschistischen Fußballfans aus Meran

    http://brigatagiallorossa05.blogspot.de/2012_05_01_archive.html

    Gimp: Viele Leute hier kennen (und hassen) die Band Frei.wild, die aus eurer Gegend kommt. Wie ist das bei euch?
    BGR: 1. Wir hassen Frei.Wild! Eigentlich schon seit wir diese Band kennen. Wir wussten schon lange über die Vergangenheit der Band bescheid, wussten auf welchen Konzerte sie hier spielen bzw. welche Leute da vorwiegend im Publikum sind. Die Band ist hier aber auch erst nach dem großen Erfolg in Deitschland richtig populär geworden, davor hatten die hier kleine und sehr wenige Konzerte.
    Außerdem kotzt uns der Werdegang der Band an, die sich drehen wie eine Fahne im Wind immer auf der Suche nach dem großen Erfolg. Wenn dazu noch Aussagen wie “Frei.Wild gegen Rassismus und Extremismus” und “wir sind weder Nazis noch Antifanten” in einem gleichen Atemzug genannt werden, steigert das deren Ansehen nicht unbedingt.

  13. Mario

    Ich kaufe weiterhin die FreiWild-Alben und gehe auf Ihre Konzerte! Liebe Leute von publikative.de macht euch nicht so nen Kopf! Ich wette das Frei Wild noch viel größer werden als unsere geliebten Böhsen Onkelz! Ich wünsche euch natürlich weiterhin viel Spaß beim interpretieren, nacherzählen, auslegen und verdrehen von angeblichen Tatsachen.
    Auch wenn Casper, Kraftklub oder Mia nun ihre Nominierungen nicht angenommen haben, ändert es garnichts an meiner Einstellung zum Leben und an der Einstellung zu meinen Lieblingsbands. Es liegt mir auch völlig fern Ihnen meinen Standpunkt darzulegen, denn dies würde auch nichts ändern. Ich habe die Berichte über Frei Wild auf NDR, RTL und MDR gesehen, leider war es ein und der selbe Beitrag. Dieser wurde immer leicht verändert und tatsächlich teilweise verdreht. Den Beweis bleib ich schuldig, seht Sie euch an und entscheidet selber. Des Weiteren bin ich begeistert über die ganzen Spezialisten die sich nun zu Wort melden. Auf dem rechten Auge blind und das linke hat einen Tunnelblick.

    Viele Leute, viele Meinungen machen es den meisten Aussenstehenden schwer dieses Thema sachlich zu betrachten. Damit man sich eine objektive Meinung bilden kann, sollte sich ein jeder nicht nur mit einzelnen Aussagen beschäftigen. Öffnet das linke und das rechte Auge und fangt an zu lesen. Die Welt kann man einfach nicht in schwarz und weiss unterteilen.

Kommentarfunktion geschlossen.