13 Kommentare

  1. Mayschje

    Also, irgendwie seid ihr reichlich spät dran und einige Credits wären hier meiner Ansicht nach fällig, deswegen hole ich das hier nach.

    Es haben nämlich einige Blogger_innen_Aktivist_innen reichlich Vorarbeit in dieser Sache gemacht, die ich hier gerne erwähnt gelesen hätte, z. B.:

    “Sieh’s mal neo” kolonial

    ZDFneokolonial: Wenn Flucht zum Abenteuerspiel für C-Promis wird

    Fick dich, ZDF

    Auch hättet ihr eure Leser_innen darauf aufmerksam machen können, dass neben der Möglichkeit, sich beim ZDF-Fernsehrat zu beschweren, wie es beispielsweise Shehadistan gemacht hat,

    “Auf der Flucht – Das Experiment”: Beschwerde an den ZDF-Fernsehrat

    2 Petitionen von Nadezda Krasniqi Und Holger Kreymeier initiiert wurden, zu deren Unterzeichnung ihr hättet aufrufen können.

    ZDF / Intendant Thomas Bellut: Sofortige Absetzung der Dokusoap “Auf der Flucht – Das Experiment”

    An Mitglieder des ZDF-Fernsehrates, ZDFneo, ZDF : Einstellung der rassistischen Sendung “Auf der Flucht – das Experiment”

    Und jetzt sagt mir nicht, dass euch diese Quellen/Beiträge entgangen sind.

  2. @Mayschje

    die Petitionen habe ich mitbekommen, die anderen Beiträge habe ich aber in der Tat nicht gelesen (spricht jetzt wohl nicht für mich, aber da muss dann wohl durch). Danke aber für den Hinweis.

  3. svehei

    Moin, ich finde die Hysterie um die Sendung wirklich verlogen. Die Absicht der Redaktion, einen neuen Zugang zur Flüchtlingsthematik zu finden ist doch zunächst positiv. Das alles ins Gegenteil zu zu interpretieren, bedarf einiger gedanklicher Hakenschläge, nur 2 Beispiele:
    1. Zitat: “Doch statt mit ihnen zu sprechen …”
    Die Protagonisten sprechen ständig mit Flüchtlingen, lassen sich ihre Geschichte erzählen. Allein in der ersten Folge von Herrn und Frau Ykealo, Herr Kidane, Familie Azeez, das irakische Paar in Friedland. Alles in 45 Minuten. Woher also dieser Vorwurf ?
    2. “Die Frechheit, sich in dieser Situation als die Ausgeschlossenen zu moderieren, ist selbst in diesem Format ein unerreichter Tiefpunkt.”
    Dieser Vorwurf ist enorm schwer nachvollziehbar. Das Team ist nicht in die Unterkunft hineingekommen, und das wurde gezeigt und erzählt. Wie kann man da herauslesen, sie hätten sich in die Position von ausgeschlossenen moderiert ?

    Ich finde die tendenziöse, von persönlichem Geschmack durchtränkte Darstellung des Artikels sehr unjournalistisch und tatsächlich: perfide.

  4. GerdEric

    Interessant ist der Bundeswehr Soldat und Afghanistan Veteran, der sich wohl um die Auflage seines Buches sorgt. Wer, wie er, missliebige Beiträge und Kommentatoren seiner FB-Seite löscht und Blockt, sollte sich nicht als, Verfolgter oder Fliehender darstellen wollen, sind schliesslich alles Feinde, die ihm nicht zustimmen. Das war in Afghanistan so, das ist auf seinen FB-Seiten so.
    Ja, er steht zum Grundgesetz, aber nur soweit seine Toleranz reicht, und das ist nicht weit.

    PS: er jhat auch einen grossen Anhang unter Soldaten und verschiedenen FB-Gruppen, zB Roter Freitag…

  5. neuer Leser

    Falls das ZDF zu diesem perfiden Format wirklich steht, weil es meint, dadurch die Empathie der Masse für Flüchtlinge zu wecken und ihnen ihr Schicksal näher zu bringen, dann steht auch einer Reality-Show in KZ Auschwitz nichts mehr im Wege.

  6. rene

    Wenn ich lese, wie viele Menschen auf dem Weg durchs Mittelmeer sterben, ist das kein Thema für eine Show.

    Allerdings liegt die Lösung dieser Probleme in den Heimatländern der Betroffenen. Dort muß man analysieren, Infrastruktur wie Strom und sauberes Wasser aufbauen, die Slums beseitigen, eine Landreform mit Kleinbauern, Mikrokredite, Bildung – und die korrupten Systeme unter Druck setzen, am besten durch Geldentzug.

    Es gibt Billionen von Euro, die im Kapitalmarkt Anlagemöglichkeiten suchen. Aufbau von solider Infrastruktur schafft Wohlstand und neue Märkte
    und am Ende auch Gewinne.

    Die europäische bzw. deutsche Kultur durch Zuwanderung auszuhöhlen ist keine Lösung.

  7. @svehei: Die Personen sind lediglich Staffage, um die Protagonisten in den Vordergrund rücken zu können, nämlich wie sie schön vor sich hin heulen. Das ZDF selbst sagt ja, dass es dem Sender lediglich um die Perspektive der Showteilnehmer gehe. Sie verpacken das nur hübsch im Begriff “Perspektivwechsel”.

    Dass die ZDF-Fuzzis nicht in das Haus durften, hätte mit einem Nebensatz abgetan werden können. Stattdessen nutzen sie diese Szene, um irgendwas von “aus der Diktatur in die Diktatur” zu faseln und zu jammern, dass sie nun doch draußen schlafen müssen, was wir dieser Sarrazin-Fan gesagt hat, noch nicht mal (durchgängig) stimmen soll.

  8. münchhausen

    OFFTOPIC

    @gerderic

    “Ja, er steht zum Grundgesetz, aber nur soweit seine Toleranz reicht, und das ist nicht weit.”

    die Menschenrechte werden auf facebook ebensowenig verteidigt wie am Hindukusch. Und wenn jemand auf seinem Blog, seinem FB-Profil oder seiner Homepage Kommentare löscht ist das noch lange keine Bedrohung der Meinungsfreiheit oder eine Absage an die gesellschaftliche Toleranz.

    Woher kommt denn dieser in der digitalen GEsellschaft weit verbreitete Irrglaube, dass Meinungs- und Meinungsveröffentlichungsfreiheit gleichbedeutend ist mit einem Veröffentlichungszwang überall und jederzeit? Warum bedeutet für Sie Toleranz, dass ein Mensch nicht nur andere Meinungen zulassen, sondern auch noch den eigenen shitstorm hosten muss? Darf ich jetzt auch keine Wahlwerbung mehr wegschmeißen, weil das Zensur ist?

    Wenn Sie das Verhalten des Bundeswehrsoldaten stört, halten Sie auf der Straße eine Rede darüber, schreiben Sie einen Blogartikel, eröffnen Sie ne Homepage, schreiben Sie Kommentare und Leserbriefe. Darin besteht Ihre verbriefte Meinungsfreiheit. Aber verwechseln Sie nicht das Löschen von digitalen, unredigierten Kommentaren mit dem Untergang der Demokratie.

    Ich bin übrigens gar nicht auf facebook. Bin ich jetzt ein intoleranter Verfassungsfeind? Schließlich verweiger ich mich ja damit grundsätzlich der Möglichkeit, dass auf meiner persönlichen Seite Menschenrechte zur Anwendung kommen.

  9. Chewie

    “Woher kommt denn dieser in der digitalen GEsellschaft weit verbreitete Irrglaube, dass Meinungs- und Meinungsveröffentlichungsfreiheit gleichbedeutend ist mit einem Veröffentlichungszwang überall und jederzeit? Warum bedeutet für Sie Toleranz, dass ein Mensch nicht nur andere Meinungen zulassen, sondern auch noch den eigenen shitstorm hosten muss? Darf ich jetzt auch keine Wahlwerbung mehr wegschmeißen, weil das Zensur ist?”

    Danke. Das spiegelt exakt meine Meinung. Aus irgendeinem Grunde scheinen gewisse Leute zu glauben, Meinungsfreiheit umfasse die Inpflichtnahme beliebiger Dritter, jedem noch so hirnverbrannten Mist eine Plattform zu bieten. Jede Verweigerung der Veröffentlichung von x-beliebigen Thesen wird dann empört als “Zensur” beschimpft, was eigentlich nur zeigt, dass diese Leute keine Ahnung haben, was Zensur überhaupt ist.

  10. Fred

    “… und die korrupten Systeme unter Druck setzen, am besten durch Geldentzug.”
    Das sind ja genau die Eliten, die waerend der Kolonialzeit von den Kolonialisten zu einer etablierten Mittelschicht aufgebaut wurden und spaeter nach der Entkolonialisierung dann die Oligarchie wurde mit denen die ehemaligen Kolonialherren noch heute sehr gute Geschaefte machen, natuerlich im Sinne der Ex-Kolonialherren.

    Zu ihrem letzten Satz brauch ich ja wohl nix mehr schreiben, das eruebrigt sich von selbst.

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