50 Kommentare

  1. Anonymous

    Welche wären denn die nicht antiamerikanistischen bedenkenswerten Gründe gegen ein Einschreiten?

  2. Gut, wie genau sollen Bombenangriffe der Zivilbevölkerung helfen? Gibt es danach mehr Sicherheit? Nope. Endet der Staatsterrorismus? Nope. Ist Assad weg? Nope. Haben sich alle Oppositionsgruppen plötzlich lieb? Nope. Was ist also der eigentlich Effekt von Raketenangriffen?

    Obama kann sein Gerede von der roten Linie verteidigen. Und so ganz nebenbei wird der wichtigste iranische Verbündete noch stärker beschädigt.

    Klingt für mich doch so, als wäre in dem Fall Geostrategie wichtiger als die Zivilbevölkerung (wobei das aber natürlich für alle gilt: Wenn Russland die Bevölkerung mögen würde, hätte es Druck auf Assad ausgeübt; wenn Iran Frieden wollen würde, hätte es Lieferungen gestoppt – der einzige in der Region, der wirklich nichts getan hat, ist ja wohl Israel.)

    • Redaktion publikative.org

      @Skalg:
      Zum Beispiel könnte man Assads Luftwaffe ausschalten und somit wenigstens Angriffe wie den im eingebauten BBC-Video gezeigten möglicherweise verhindern? Nur so eine Idee …

  3. Martin

    Hier wird so getan, als ob die USA/GB/Frankreich in den “laufenden Spielbetrieb” in Syrien einsteigen würden. Wie wär’s mal mit der Überlegung, dass das, was gerade in Syrien passiert, von Anfang an gewollt war? Wenn man Ex-NATO-Oberbefehlshaber Wesley Clark Glauben schenken darf, war Syrien schon 2001 ein ausgemachtes Ziel in militärstrategischen Überlegungen des Pentagons:
    http://www.youtube.com/watch?v=5-TZxI8m8ss

    Auch der ehemalige französische Außenminister Roland Dumas wusste zu Syrien Interessantes zu berichten:

    ”Ich werde Ihnen etwas sagen. Ich war zwei Jahre vor dem Beginn der Gewaltausbrüche in Syrien wegen anderer Unterredungen in England. Während meines Aufenthaltes dort traf ich mich mit britischen Spitzenbeamten, die mir gegenüber äusserten, dass man sich darauf vorbereite, etwas in Syrien zu unternehmen.

    Dies war in Großbritannien und nicht in den USA. Großbritannien bereitete die Organisation einer Invasion von Rebellen in Syrien vor. Sie fragten mich sogar, obwohl ich nicht mehr Außenminister war, ob ich mich an den Vorbereitungen beteiligen wolle. Natürlich weigerte ich mich, ich sagte ihnen, ich bin aus Frankreich, das interessiert mich nicht.

    Dieser Vorgang geht weit zurück. Alles war vorbereitet, vorausberechnet und geplant … in dieser Region ist es wichtig zu wissen, dass das syrische Regime eine sehr anti-israelische Haltung hat.

    Nach diesem Schema bewegt sich alles, was in der Region geschieht, und ich habe dies vom ehemaligen israelischen Ministerpräsidenten, der mir sagte: “Wir werden versuchen, wieder mit unseren Nachbarn auszukommen, aber diejenigen, die nicht mit uns einverstanden sind, werden vernichtet.”

    Dies ist eine Art von Politik, ein Blick auf die Geschichte, warum auch nicht. Aber man sollte es wissen.”
    http://www.youtube.com/watch?v=JrzZ3mXd8BI#t=27

    Dass der Westen die “Rebellen” mit Waffen versorgt und damit nicht unerheblich zur Lage beigetragen hat? Geschenkt. Dass im Mai dieses Jahres die türkische Polizei bei Anhängern der Al-Nusra-Front 2kg Sarin, mutmaßlich aus libyschen Beständen sichergestellt hat? Geschenkt. Dass es berechtigte Zweifel an der Darstellung gibt, Assads Truppen hätten Granaten auf türkisches Gebiet abgefeuert, woraufhin der NATO-Bündnisfall ausgerufen und deutsche Patriot-Raketen an der türkisch-syrischen Grenze stationiert wurden? Geschenkt. Sich mal fragen, wie diese Djihadisten überhaupt nach Syrien gekommen sind, wer das alles bezahlt (z.B. Saudi-Arabien, Katar), welche Rolle der Konflikt zwischen Schiiten und Sunniten spielt? Who cares…

    Aber mehr als berechtigte Kritik am Vorgehen von USA und Co. in die Antisemitismus-Ecke stellen und damit abqualifizieren, das kommt locker aus der Feder. Wenn ich mit mir einem Antisemiten einig bin, das 2+2=4 ist, bin ich dann Antisemit? Oder darf 2+2 dann nicht mehr =4 sein? Oder soll mir dieses Schmierenstück weismachen, der ganze Konflikt diene dem Schutz Israels?

    Und dann noch der bräsige Einwand, die USA würden sich energietechnisch unabhängig machen, weil sie weniger Angst vor Fracking hätten als der deutsche Michel? Was soll das sein, ein Plädoyer pro Fracking?

    Wie US-Außenpolitik in den letzten Jahrzehnten funktioniert hat und immer noch funktioniert ist nun hinlänglich dokumentiert. Wer das komplett ausblendet wie Gensing/Rejsin macht sich zum Büttel ebendieser menschenverachtenden Politik.

  4. egal

    im Irak terrorisieren schiitische Fanatiker die sunnitische Bevölkerung

    Es ist genau umgekehrt. Sunnitische Fanatiker terrorisieren die schiitische Bevölkerung. Fast alle Autobombenserien, von denen es in den letzten Wochen sehr viele mit insgesamt Tausenden von Toten gab, trafen schiitische Zivilisten.
    Daneben gibt es aber auch täglich diverse Angriffe auf Polizei, Armee und Nachbarschaftswachen (in Form lokaler Selbstschutzmilizen).

    Vollkommen richtig, ist korrigiert. Danke!

  5. egal

    wollten mehrere westliche Staaten nicht mehr tatenlos zusehen

    Die westlichen Staaten waren bisher tatenlos?

    Wer finanziert denn die Syrische Auslands”opposition” oder den Syrischen Nationalrat oder auch die FSA? Wer rüstet sie aus? Wer unterstützt sie mit Technik und Geheimdienstinformationen über die Syrische Armee?

    “In February 2012, British foreign secretary William Hague said that Britain was prepared to send advanced communications equipment to the FSA to help them coordinate their forces, but did not mention supplying weapons”
    http://syrianfreedomls.tumblr.com/post/17225970100/well-help-rebels-overthrow-syrian-murderers-hagues

    Wer hat dafür gesorgt, dass 4000 Tonnen Waffen aus Kroatien an die Syrischen Rebellen geliefert werden? Das waren u.a. westliche Staaten.

    “Krieg in Syrien: Saudis finanzieren kroatische Waffen für Rebellen”

    “Arms Airlift to Syria Rebels Expands, With Aid From C.I.A.”

    http://www.nytimes.com/2013/03/25/world/middleeast/arms-airlift-to-syrian-rebels-expands-with-cia-aid.html?pagewanted=all&_r=0

    Wer hat sich schon ziemlich früh als “Freunde Syriens” zusammengeschlossen, um die bewaffnete und unbewaffnete Opposition (aber auch nur ausgwählte Gruppen) zu unterstützen? Waren das nicht hauptsächlich Golfstaaten und westliche Staaten?

    “Die Freunde Syriens haben den Nationalrat als Dachorganisation der Opposition anerkannt.”
    http://www.zeit.de/politik/ausland/2012-04/syrien-freunde-abschluss

    (Niemand (und schon gar nicht die Rebellen) in Syrien nimmt den SNC übrigens ernst. Wie kann er die Dachorganisation für die Opposition sein?)

    Weiterhin erwähnt seien die massiven Sanktionen gegen Syrien. Der Versuch die Versorgung des Militärs, aber auch der Bevölkerung, mit Kraftstoff zu verhindern.

    Und hat nicht besonders die Türkei (als NATO-Mitglied) den Rebellen von Anfang an ein sicheres Rückzugsgebiet, Ausbildungslager und Hauptquartiere gegeben?
    Lest mal auf kurdischen Seiten (nicht nur PYD-nah) nach, woher die sie angreifenden Rebellen kommen und wohin sie sich oft wieder zurückziehen und ihre Verwundeten bringen. Es ist die Türkei.

    Das ist nur eine unvollständige Liste von den Taten des Westens zur Einmischung in Syrien in den letzten beiden Jahren. Hinzu kommen u.a. direkte Lieferungen von “nichttötlichem” Kriegsgerät wie Funkgeräte, Kameras, Satellitenkommunikation für PR und Koordination usw.

  6. Im Bezug auf die Kriege im Nahen Osten fährt Deutschland etwa seit 2003 eine interessante Doppelstrategie. Einerseits profitiert das Land als einer der wichtigsten Waffenlieferanten in die Region mächtig von den blutigen Auseindersetzungen dort, andererseits ist hierzulande trotzdem (oder gerade deswegen?) seit dem Irakkrieg ein ineffektiver Bekenntnis-Pazifismus stark in Mode gekommen.

    Damit erklärt sich auch, dass aus den Reihen deutscher Politiker und Journalisten mächtig gegen den militärischen Kurs USA geschimpft und gewarnt wird, ohne dass, wie Sie kritiseren, irgendwelche guten oder inhaltlichen Argumente vorgebracht werden. Man will in Deutschland halt nur den Eindruck erwecken, zu den “Guten” zu gehören und gegen Militäreinsätze zu sein, ohne sie aber wirklich zu verhindern und damit auf die lukrativen Rüstungdeinnahmen zu verzeichten.

  7. Jan

    Der Artikel kann nur als Scherz gemeint sein.

    Den Vorwurf:
    “Beweise für sämtliche Unterstellungen finden sich in dem Artikel ebenso wenig wie auch nur ein Gedanke dazu, was nach Meinung von Herrn Professor in Syrien zu tun wäre.”
    kann man direkt zurückgeben.

    Bei soviel vorbehaltloser Unterstützung gegenüber US-amerikanischer Politik, über die man nur den Kopf schütteln kann, weiß an ja kaum, wo man anfangen soll.

    Vielleicht Top-Down bei der Frage, was die UNO bedeutet?
    Wird diese Frage im Text beantwortet? Nein! Aber aus der eher lächlich machenden Ausführung: “Die Vereinten Nationen gehören im deutschen Weltbild zu den Guten; die weise Mutter der Völker hat ein ähnlich positives Image wie sämtliche Verbraucher-, Daten- und Umweltschützer.” läßt sich erahnen, daß die Autoren die UNO für ein nerviges Nebenprodukt der internationalen Diplomatie halten.
    Nun ist die UNO sicherlich nicht das basisdemokrtische Abbild der Weltbevölkerung, sondern eher eine Ansammlung von Staatsvertretern jeglicher Couleur, aber damit immerhin die Basis auf der sich Völker verständigen können und auch schon haben. Die UNO bzw. die UN-Charta ist ein wichtiger Grundpfeiler des Völkerrechts geworden.
    Und in der Tat darf, nein muß man das friedliche Zusammenleben der Völker höher bewerten als ein paar Hundert Tote bei einem verbrecherischen Giftgasangriff. Denn die Regelung des friedlichen Zusammenlebens der Völker setzt man mit dem Aushebeln der Charta auf`s Spiel. Sollte dies dauerhaft der Fall sein, wenn man die entsprechenden Präsedenzfälle schafft, befinden wir uns wieder in der Vorkriegszeit und dürfen mal wieder vom Faustrecht träumen.
    Wer sich der UNO unterwirft, indem es Mitglied des Vereins wird, der muß sich auch an die niedergelegten Regeln halten.

    Nun noch zur Rolle Russlands und Chinas im Sicherheitsrat:
    Die Autoren beschreiben ein sehr seltsames Bild. Russland und China verhindern wirkungsvolle Resolutionen? Dem ist mitnichten so! Es sind Amerikaner, Briten und Franzosen, die mit ihrer Einseitig- und Kompromisslosigkeit ernsthafte Schritte verhindern. Bisher wurden alle Gesprächsangebote durch die Opposition mit voller Rückendeckung der westlichen Vetomächte ausgeschlagen.
    Markantestes Beispiel hierfür ist das Scheitern von Genf I. Die Vereinbarung war gerade Unterschrieben, da kündigte Frau Clinton die Vereinbarung durch unannehmbare Zusatzforderungen (Assad muß weg) auf. Danach hat Annan (unter diplomisch verpackter Anklage) hingeschmissen.
    Insofern sind es genau die westlichen Vetomächte, die eine mächtige UNO verhindern.

    Werner Pirkers Artikel schießt auch keine Vogel ab. Weder ist “Verschwörung” deplatziert, denn die westl. Vetomächte tuen so, als wenn sie eine friedliche Lösung wollen, torpedieren die Ansätze aber immer wieder, noch ist “Selbstermächtigung” das falsche Wort oder historisch vorbelastet. Das Wort wäre Ermächtigung – vgl. Deutschland ’33. Das dt. Ermächtigungsgesetz war noch fast demokratisch legitimiert. Selbstermächtigung ist aber Selbstbeauftragung ohne Legitimation von anderer Seite.

    Irak: Hier explodieren in schiitischen Vierel Autobomben die mutmaßlch von Sunniten gelegt werden.
    http://www.zeit.de/politik/ausland/2013-08/anschlaege-irak-ramadan
    http://www.sueddeutsche.de/politik/anschlaege-gegen-schiiten-mehr-als-tote-durch-autobomben-im-irak-1.1733208

    Wirklich zur Propaganda verkommt der Artikel jedoch, da er die jahrelange Unterstützung sowohl durch westliche Staaten wie auch durch die golfmonarchien komplett ausblendet. So ist der Artikel an Einseitigkeit und Auslassungen gekennzeichnet.

  8. Martin

    Wenigstens Assads Luftwaffe ausschalten also, mit “chirurgischer Präzision”, nehm’ ich mal an. Und dann? Fahren alle wieder nach Hause und gucken aus der Ferne dabei zu, wie die Al-Nusra-Mörder die verhassten Alewiten, Schiiten und Christen abschlachten? Was ist eigentlich mit dem Teil der syrischen Bevölkerung, der hinter Assad steht, und wenn nur aus Angst vor den sunnitischen “Rebellen”? Der passt nicht ins Konzept, weil Assad ja der Böse ist, wie? Gut gegen böse, das funktioniert in Syrien doch schon lange nicht mehr!

    Ach ja, nochwas: Wie billig ist es eigentlich, nachträglich drastische Videos in den Artikel einzubauen, ohne dies kenntlich zu machen? Entsprechendes Videomaterial findet sich bei youtube zuhauf, und zwar aus allen Phasen des Krieges. Soll ich hier mal ein paar Videos posten, in denen “Rebellen” Assad-Anhänger foltern?

    Mit diesem Artikel habt Ihr Euch ein gutes Stück weit Eurer Reputation beraubt, das ist so ziemlich das Schlechteste, was je auf Publikative veröffentlicht wurde. Kampagnenjournalismus at its worst sozusagen.

    • Redaktion publikative.org

      @Martin:
      Bei dem Video handelt es sich um ein BBC-Bericht, ein “bisschen” was anderes als irgendein YouTube-Video n’est-ce pas? Gut jedenfalls, dass Sie wissen, was alles nicht funktioniert, der Status Quo funktioniert allerdings auch ziemlich schlecht, könnte man meinen. Am deutschen Klugscheißerwesen wird die Welt jedenfalls nicht genesen. Reputationslose Grüße.

  9. egal

    “Zum Beispiel könnte man Assads Luftwaffe ausschalten und somit wenigstens Angriffe wie den im eingebauten BBC-Video gezeigten möglicherweise verhindern? Nur so eine Idee …”

    Und ein Nebeneffekt ist dann, dass die Rebellen, die im Moment klar von Islamisten (bis hin zu bekennenden Al-Kaida-Anhängern) dominiert werden, leichteres Spiel haben.

    Es sind übrigens die gleichen Rebellen, die vor einigen Tagen die “Eye for eye”-Kampagne gestartet haben. Sie ist eine Reaktion auf C-Waffen-Einsatz in Damaskus, für den sie die Syrische Armee verantwortlich machen. Die Kampagne hat im Kern den Angriff auf Zivilisten in Rebellen-feindlichen Gebieten zum Inhalt. D.h. ganz konkret wahlloser Beschuss von alawitischen Dörfern in Latakia oder der Innenstadt von Damaskus mit GRAD-Raketen, Mörsern oder der “Höllenkanone” (so nennen die Rebellen eine selbstentwickelte Kanone).

    Was dann mit den Anti-Rebellen-Einwohnern geschieht, nachdem die Rebellen sie “befreit” haben, konnte man in den letzten Jahren mehrfach sehen. Erst kürzlich wieder in der Umgebung von Salma (in Latakia-Provinz), nachdem die Rebellen dort mehrere alawitische Dörfer temporär “befreit” haben. Über 100 entführte Bewohner (besonders Frauen und Kinder. Das haben die Rebellen selbst per Video dokumentiert!) sind seitdem verschwunden. Viele Männer hat man in Massengräbern nach der Rückeroberung der Dörfer gefunden.

    Man kann diese Frage auch an die Kurden stellen, die seit Wochen gegen Islamisten und FSA kämpfen bzw. sich gegen deren Angriffe wehren. Hunderte kurdische Zivilisten wurden entführt (alleine ca. 200 in den letzten beiden Tagen bei Raqqah). In der Vergangenheit haben wieder Freigelassene häufig von schwerer Folter durch die Rebellen berichtet. Viele (besonders angebliche “PKK”-Kämpfer) wurden einfach ermordet.

    Lange Rede kurzer Sinn: Man kann natürlich die Luftwaffe zerstören und einige Zivilisten dadurch retten. Aber gleichzeitig ebnet man Islamisten (inkl. Al-Kaida-Gruppen) den Weg und würde. Daran würde ein gleichzeitiger Versuch die FSA zu stärken, nichts ändern. Die FSA ist militärisch sehr schwach, selbst von Islamisten durchsetzt und arbeitet offen mit Islamisten (inkl. den Al-Kaida-Gruppen wie der Nusra-Front oder ISIS) zusammen. Aktuell z.B. im Kampf gegen die Kurden, davor bei der schon erwähnten Latakia-Offensive bei Salma. Davor bei der Eroberung des Meng-Flughafens. Dort hat die FSA sogar unter der Führung von ISIS agiert.

    Wer die Syrische Armee angreifen will, wird es nicht vermeiden können, diese Rebellen damit zu stärken. Was Gruppen wie ISIS für die Bevölkerung bedeuten, kann man übrigens aktuell in Irak sehen. Dort agiert ISIS auch und viele Anschläge auf Schiiten, Polizei und Armee gehen auf deren Konto.

  10. egal

    @Redaktion publikative.org

    Im letzten Kommentar hatte ich mich auf den militärischen Aspekt begrenzt.

    Man kann aber auch ganz klassisch argumentieren.

    1. Völkerrechtlich ist ein solcher Angriff ohne UN-Mandat schlicht illegal. Ein UN-Mandat wird es aber mit Sicherheit nicht geben.

    2. Den westlichen imperialistischen Staaten geht es nicht und ging es noch nie um Menschenrechte oder eine Kriegsführung nach Kriegsrecht.

    Man sollte meinen, dass die Propaganda des “humanitär” motivierten Krieges spätestens mit den Nachwehen des Kosovo-Krieges verschwinden hätte müssen.

    Nicht nur auf die diversen Lügen zur Rechtfertigung des damaligen Angriffs bezogen (ein Lesetipp aus einer Quelle, die wohl kaum in Verdacht steht, “pro-serbisch” zu sein: Siegt die Wahrheit? http://www.bmlv.gv.at/omz/ausgaben/artikel.php?id=316 ), sondern auch auf die Kriegsführung selbst. Schon die bombardierten Brücken vergessen? Die Helfer, die nach der Bombardierung einer Brücke selbst bombardiert wurden (Varvarin)? Die angegriffenen zivilen Chemiefabriken und die folgende Umweltkatastrophe? Die bombardierte zivile Infrastruktur, weil man das jugoslawische Militär nicht wirksam traf (Kraftwerke, Medien usw.)?

    Das ist keine 15 Jahre her.

    3. …

    • Redaktion publikative.org

      @egal:
      “Den westlichen imperialistischen Staaten geht es nicht und ging es noch nie um Menschenrechte oder eine Kriegsführung nach Kriegsrecht.”

      Genau gegen diese Argumentation wendet sich doch aber der ganze Artikel. Das ist ehrlich gesagt die klassische deutsche Rhetorik, in der immer nur die anderen Interessen haben, man selbst aber nichts als Ideale. Das ist wirklich reine Realsatire, wir haben bei Michael Lüders ja die entsprechende Rhetorik, die Jörn Schulz in der Jungle World auf den punkt gebracht hat, aufgespießt, vielleicht lesen Sie da nochmal nach.

      Ein bürgerlicher Rechtsstaat ist despotischem Terror vorzuziehen, aus vielerlei Gründen, von denen derjenige, dass noch nie zwei Demokratien gegeneinander Krieg geführt haben, nicht der Geringste ist. Dass “die westlichen imperialistischen Staaten”, wie Sie sich auszudrücken belieben, seinerzeit gegen Nazi-Deutschland Krieg geführt haben, hat als Ergebnis zum jetzigen Zeitpunkt knapp 70 Jahre Frieden in (West-)Europa zur Folge gehabt, den es in den 70, 700 oder 7000 Jahren davor über einen so langen Zeitraum nicht gab.

      Folgt man ihrer Argumentation, bestünde die historische Lektion darin, auf keinen Fall niemals irgendwo militärisch zu intervenieren. Da werden wir uns schlechterdings nicht einig werden.

  11. Smersch

    “Am deutschen Klugscheißerwesen wird die Welt jedenfalls nicht genesen. Reputationslose Grüße.”

    und das aus dem Munde von deutschen Journalisten^^

    hihi.

  12. egal

    “Redaktion publikative.org said:
    @egal: Eine andere Meinung zum Thema alle Rebellen sind islamistische Mörder:”

    Ich habe sehr wohl differenziert und beobachte die Lage in Syrien aus sehr vielen Quellen seit einer langen Zeit sehr genau.

    Der Kommentar in der TAZ ist übrigens einfach nur dumm. Da wird gefordert, dass der Westen eingreift um ein Massaker des Diktators an der Bevölkerung zu verhindern (Bemerkung am Rande: Laut Zählung von SOHR ist fast die Hälfte aller Toten ein Soldat (in der Syrischen Armee oder einer Miliz wie der NDF)), um anschließend die sehr sehr schwache FSA (oder Teile von ihr) aufzurüsten, um einen weiteren Bürgerkrieg gegen die Islamisten zu führen. Das nenne ich mal eine linke und humanistische Zukunftsvision /zynismusoff

    Ein Konzept dessen komplette Untauglichkeit übrigens seit Jahren in Irak oder Afghanistan zu sehen ist. Dort hat nicht nur eine vom Westen aufgerüstete und ausgebildete Fraktion den Kampf gegen “die Radikalen” verloren (oder zumindest bisher nicht gewonnen), sondern sogar der Westen in Form massiver Bodentruppen selbst. Wenn die Syrische Armee, die immerhin mal mehrere HUnderttausend Soldatenm, über 5000 Kampfpanzer und eine Luftwaffe hat, die Islamisten nicht stoppen kann (bisher jedenfalls) wie soll es dann eine FSA das schaffen, die weder diese Waffen hat (und der Westen ist nicht in der Lage auch nur annähernd so viel zu liefern), die nicht die Größe hat (wie schon gesagt, ist die FSA im Moment an keiner Front eine relevante Größe) und die nach einem Sturz des Regimes auch keine Motivation haben wird, sich in einen neuen Bürgerkrieg zu stürzen?

  13. Martin

    Oh, die BBC! Der Bericht da oben soll also Ihrer Meinung nach ein miltiärisches Eingreifen des Westens rechtfertigen? Ist nicht Ihr Ernst, oder? Was ist eigentlich, wenn sich die von westlichen Qualitätsmedien gelieferten Bilder der Giftgasopfer als Nachweis für einen Rebellen-Angriff entpuppen? Rudern Sie hier dann zurück?

    Ich bin kein Anhänger Assads, der Mann ist ein Verbrecher, keine Frage. (Nur hat das bis zu Beginn dieses Krieges keinen interessiert, im Gegenteil, syrische Folterknäste wurden auch gern mal von der CIA in Anspruch genommen.) Eine Menge der in Syrien geschehenen Gräueltaten gehen auf seine Kappe, auch keine Frage. Auch dass nicht alle Rebellen irgendwelchen radikalislamischen Gruppen angehören sind ist mir bekannt. Ändert aber alles nichts an den oben von mir geäußerten “Verdachtsmomenten”, um es vorsichtig auszudrücken, dass in diesem Konflikt eine ganz andere Agenda gefahren wird als offiziell kolportiert. Und an meinem Einwand, dass es in diesem Konflikt keine klare gut/böse-Trennung mehr gibt, schon gar nicht.

    Und das deutsche Klugscheisserwesen geht mir da vorbei, wo besagte Sch.. rauskommt! Das us-amerikanische Wesen, das wird’s schon richten, gelle?

    Ausserdem bleibt es schlechter Stil, einen Artikel nachträglich zu verändern, ohne dies kenntlich zu machen.

    Da fällt mir gerade noch was ein, ist aber off-topic:
    Sie hatten hier vor einiger Zeit einen Artikel einer jungen Autorin, die von einem Kongress in den Niederlanden berichtete, bei dem Thilo Sarrazin zu Gast war und einige ungeheuerliche Dinge von sich gegeben haben soll. Diesen Artikel finde ich nicht mehr, auch nicht über die Suchfunktion. Haben Sie einen Tip, woran das liegen könnte?

    Zu dem Artikel: Der ist leider nicht bei uns entschieden, sondern bei Carta. http://www.carta.info/52511/eine-frau-ihres-aussehens-eine-begegnung-mit-thilo-sarrazin/

  14. egal

    “Folgt man ihrer Argumentation, bestünde die historische Lektion darin, auf keinen Fall niemals irgendwo militärisch zu intervenieren.”

    Intervenieren.. wie toll.

    Aber ich sehe schon, dass auf meine Argumente schlicht nicht eingegangen wird.
    Meine Hauptargumentation lag übrigens gar nicht auf historischen Lektionen oder einem linken Pazifismus, sondern, dass man mit ein paar Luftangriffen in Syrien nur die Islamisten stärken würde. Wie erfolgreich eine Bodeninvasion ist, haben Afghanistan und Irak eindrucksvoll gezeigt.

    Überhaupt auf die Idee zu kommen, dass man mit ein paar Luftangriffen und der Aufrüstung der FSA irgendetwas in Richtung “bürgerlicher Rechtsstaat” erhalten würde, zeigt einfach nur, dass Sie von Syrien nicht die geringste Ahnung haben. Der ganze Artikel und alle folgenden Kommentare von Ihnen sind von dieser Ahnungslosigkeit durchzogen. Am deutlichsten zu erkennen an der These, dass der Westen ja bisher tatenlos zugeschaut hat.

    Ihr Hinweis auf den Kampf gegen den deutschen Faschismus ist dabei nicht nur ein Totschlagargument, sondern historisch auch offensichtlich falsch. Die Allierten haben nicht deswegen gegen D gekämpft, weil sie etwas gegen die KZs oder den innenpolitischen Terror hatten, sondern weil sie angegriffen wurden. Schon vergessen? Und ganz zum Schluss ging es dann um die Aufteilung Europas. Nicht weil man um das Wohl der Europäer bessorgt war, sondern weil man Europa nicht den “Kommunisten” überlassen wollte.

    Wer mit dem Kampf gegen den deutschen Faschismus einen militärischen Eingriff in einen Bürgerkrieg, von dem er zudem noch offenkundig nichts versteht und nicht viel weiß, außer dass Kinder bei Luftangriffen sterben, rechtfertigen will, bei dem scheint der Antifaschismus nur ein nützliches Vehikel zur Sicherung seines Platzes im westlichen Herrschaftssystem zu sein. Oder anders ausgedrückt: Herzlichen Glückwunsch. Sie sind oben angekommen.

    Fast alle Argumente und die kriegerische Rhetorik und Polemik sind aus der Zeit vor dem Kosovo-Krieg bestens bekannt. Und ebenso bekannt ist, was daraus geworden ist. Wenn man schon nicht bereit ist, sich mit den damaligen Lügen zur Rechtfertigung des Krieges oder den humanen Kriegsmethoden auseinanderzusetzen, dann reicht es auch einen Blick in das heutige Kosovo zu werfen. Sie werden dort keine Demokratie, keine bürgerliche Rechtsstaatlichkeit und auch fast keine Serben mehr finden. Die wurden nach der “Befreiung” von den Serben nämlich unter NATO-Aufsicht kollektiv vertrieben (bis auf ein paar Enklaven). Wenn man sich die Rebellen-Rhetorik gegen die “Pro-Assad”-Minderheiten anguckt, dann kann man sich ausmalen, wohin die Reise nach einem evtl. Sieg dieser geht bzw. wohin die Minderheiten (Christen, Alawiten, Schiiten, Kurden, Drusen) dann reisen dürfen.

    • @egal:
      Nomen est Omen. Nur noch eine Nachfrage: Warum nochmal sind Afghanistan und der Irak Ihrer Auffassung nach eigentlich so gute Beispiele für Ihre Sicht der Dinge?

  15. egal

    Eine arabische Journalistin (immer anti-Assad) per Twitter:

    I feel so sad. I was one of first journos to enter/ report in rebel held territories in Syria. Now I am scared to go in.

    I remember when I would sleep for weeks in rebel controlled Aleppo. Faced no problems. Now all activists advice not to go there.

    I know very few foreign journos getting to rebel Syria. They either stay at border area or hire brigade to drive couple of kms inside

    Syria rebels loosing media war. 10s Western journos in turkey not daring to go in 4 kidnappings fear. While Assad allowing journos

    https://twitter.com/jenanmoussa (Reporter for Arabic Al Aan TV from Dubai)

    Sie war auch eine, der ganz wenigen Journalisten, die in kurdischen Gebieten zusammen mit PYD/YPG-Leuten unterwegs war.

    Die obigen Zitate nur mal so als Denkanstoß

  16. FrankR.

    boah ,ich kann es nicht glauben.Warum sind allen in Deutschland auf einmal so kriegsgeil?Über das “böse” giftgas sich aufregen,aber als Dritter Wletmeisterlich bei den Rüstungsexporten stehen.Glaubt der Autor das diese Waffen keine Frauen und Kinder töten?

  17. Martin

    Red.: Vielen Dank für die Info, da war ich völlig auf dem Holzweg. Auf Carta wär ich nicht gekommen…

  18. Uri Degania

    Nur ein Detailaspekt: Es wird die trotzkistische („Linksruck“) Linken-Bundestagsabgeordnete Christine Buchholz zitiert.
    Am Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus 2010 sprach der israelische Präsident Schimon Peres im Bundestag – für ihn gewiss ein schwieriger emotionaler Akt, an diesem Tag ausgerechnet in Deutschland eine Rede zu halten. Die „antisemitische Traditionalistin“ Buchholz gehörte zu den vier linken MdBs, die sich darin gefielen, nach dieser den Opfern der deutschen Shoah gewidmeten Rede von Schimon Peres demonstrativ nicht aufzustehen. Die taz kommentiert seinerzeit fassungslos: “Solche Verweigerungsgesten sind im parlamentarischen Raum am Auschwitz-Gedenktag bislang nur von der NPD bekannt.”

    So dürfte es – ganz im Sinne der vorhergehenden Analyse auf Publikative – nicht überraschen, dass Buchholz et. al. ausdrücklich vom sächsischen NPD-Landtagsabgeordneten Unterstützung für ihren antisemitischen „Tabubruch“ erhielten. In einer Presseerklärung kommentierte Gansel, NPD: “Für die Einübung des aufrechten Ganges – in diesem Fall durch demonstrative Beifallsverweigerung – gehört ausnahmsweise einmal einer Kommunistin und einer Trotzkistin Dank ausgesprochen.“

    Es ist fürchterlich. Es ist unerträglich. Man möchte es einfach nicht glauben. Und doch existiert diese geistige und emotionale Kohärenz, Zusammenarbeit zwischen „Links“ und „Rechts“.

  19. egal

    “egal:
    Nomen est Omen. ”

    Keine Argumente, aber das. Ok. Zur Kenntnis genommen.

    “Nur noch eine Nachfrage”

    Kommen Sie sich nicht selbst blöd vor, mich erst zu beleidigen und meine langen recht sachlichen Äußerungen zu ignorieren und dann etwas von mir wissen zu wollen?

    • @Egal: “Wer mit dem Kampf gegen den deutschen Faschismus einen militärischen Eingriff in einen Bürgerkrieg, von dem er zudem noch offenkundig nichts versteht und nicht viel weiß, außer dass Kinder bei Luftangriffen sterben, rechtfertigen will, bei dem scheint der Antifaschismus nur ein nützliches Vehikel zur Sicherung seines Platzes im westlichen Herrschaftssystem zu sein. Oder anders ausgedrückt: Herzlichen Glückwunsch. Sie sind oben angekommen.

      Finden Sie ernsthaft, dieser Tonfall sei “recht sachlich”? Entschuldigen Sie, aber woher nehmen Sie eigentlich die Frechheit zu meinen, darauf müsste man nun auch noch “inhaltlich” antworten? Sie ignorieren die komplette Argumentation des Artikels und schreiben einfach nochmal dieselben Argumente auf, die der Artikel bereits kritisiert, total ahnungs- und geistreich selbstredend. Persönlich finde ich, Afghanistan und der Irak (und auch Libyien) sind genau KEINE guten Beispiele für ihre “der imperiale Westen soll sich raushalten” Doktrin. Da gibt es einfach eine unüberbrückbare inhaltliche Differenz. Und wozu wollen Sie denn mit Pseudo-Antifaschisten, die oben angekommen sind noch diskutieren? In diesem Sinne: Have a nice day!

  20. Martin

    @Andrej Reisin:
    Die Positionen, die bei adopt a revolution vertreten werden, stützen die Aussagen Ihres Artikels aber nicht, eher das Gegenteil ist der Fall! Militärischen Interventionen steht man kritisch gegenüber, Zitat:

    „Eine Militarisierung der Revolution würde die Unterstützung und Beteiligung an der Revolution durch das Volk minimieren. … Militarisierung würde die Revolution in eine Arena tragen, wo das Regime einen deutlichen Vorteil hat, und die moralische Überlegenheit erodieren, die die Revolution seit ihren Anfängen charakterisiert hat.“
    (https://www.adoptrevolution.org/wp-content/uploads/2012/04/dossier5.pdf S.8/9)

    Aus einer Stellungnahme des Beirats und des Projektes:

    “Eine militärisch-humanitäre Option von außen zum Schutz der betroffenen Bevölkerung, wie sie jetzt verstärkt in den Medien und von manchen PolitikerInnen von arabischer, türkischer oder westlicher Seite ins öffentliche Spiel gebracht wird, lehnen wir dennoch aus guten Gründen ab: Aus prinzipiellen, weil wir konsequent den zivilen, gewaltlosen Widerstand gegen das syrische Regime stärken und gerade nicht der eskalierenden Gewalt Vorschub leisten wollen. Aber auch aus pragmatischen Gründen, denn eine militärische Intervention würde das syrische Regime stärken, weil es seit Beginn der Proteste im eigenen Land eine solche externe „Verschwörung“ herbeiphantasiert hat. Damit würde auch endgültig die Spaltung innerhalb der syrischen Gesellschaft vertieft werden in den Teil der „schweigenden Mehrheit“, der sich (noch) nicht an den Protesten beteiligt und die Gruppe der Rebellierenden, die schon jetzt mit dem Regime gebrochen haben – mit allen blutigen Konsequenzen für ein zukünftiges demokratisches und multikonfessionelles Syrien.

    Die aktuellen Erfahrungen aus Libyen, aber auch die jahrelangen Binnenkriege im Irak und in Afghanistan nach den „erfolgreichen“ Militärinterventionen belegen das politische Scheitern einer solchen Interventionspolitik nur allzu klar.”
    (https://www.adoptrevolution.org/hintergrund/zur-frage-sog-humanitarer-intervention/)

    Auch auf die Problematik einer zunehmenden Spaltung von Zivilgesellschaft und FSA wird dort hingewiesen:

    “Aufgrund der starken Militarisierung der letzten Monate gibt es bereits jetzt eine gefährliche Entfremdung zwischen Zivilgesellschaft und bewaffneten Kämpfern. Trotz Flächenbombardements und katastrophaler humanitärer Lage werden von AktivistInnen vor Ort das Verhalten der FSA und ihre fehlende Anbindung an die politische Revolution offen kritisiert – die Legitimität des bewaffneten Kampfes gegen Assad an sich stellen sie aber nicht in Frage. Einen nicht unwesentlichen Beitrag zu dieser Entfremdung leistet die ständige Intervention einiger Golfstaaten in Form von Militärhilfe für bestimmte bewaffnete Gruppen. Wenn sich erst einmal eine ausländische Armee auf Seiten der Opposition einmischen sollte, würde das endgültig zu einer Trennung zwischen politischem und militärischem Widerstand führen. Mit der Folge, dass politische AktivstInnen, die vor Ort seit mehr als 19 Monaten den Aufstand tragen, marginalisiert und auch in der Phase nach dem Sturz des Regimes wohl keine Rolle mehr spielen würden.”
    (https://www.adoptrevolution.org/taz1910/)

    Danke für den Denkanstoß!

    • @Maritn:
      Das ist jetzt nicht Ihr Ernst, oder? Sie suchen sich aus einer Vielzahl unterschiedlicher Positionen diejenigen raus, die Ihnen in den Kram passen und ignorieren den Rest? Super, ich nehme zur Kenntnis, dass sie copy&paste beherrschen. Soll ich jetzt da die ganzen Beiträge raussuchen, die anderer Meinung sind? Nebenbei: Wir haben gar keinen westlichen Angriff auf Assad gefordert, sondern Teile des deutschen Diskurses kritisiert. Von “unserer Position” diesbzgl. kann also gar keine Rede sein, aber da Sie das offenbar nicht unterscheiden können, bauen Sie ruhig weiter Pappkameraden auf, die Sie bestätigen.

      Im Liveblog dort (https://www.adoptrevolution.org/liveblog-damaskus/) finden Sie jedenfalls zahlreiche Stimmen aus Syrien, die für eine Militärintervention des Westens sind, hier nur ein Beispiel:
      https://www.adoptrevolution.org/wp-content/uploads/2013/08/kafranbel_angriff.jpg

      Und jetzt lassen wir die “Kopier ich Dir was, kopierst Du mir was”-Sandkastenspiele wieder, ja? Es gibt wahrlich Sinnvolleres zu tun.

  21. Wiener Jung

    Wisst ihr, ich würde den USA, Großbritannien und allen anderen ihren ganzen “Verteidigung der Menschenrechte”-Quark ja abkaufen, wenn sie in irgendeiner Weise konsistent danach handeln würden. Aber komischerweise ist die Verteidigung der Menschenrechte immer dann besonders wichtig, wenn ein Regime der falschen Ideologie und/oder den falschen Verbündeten anhängt. Mit brutalen Diktaturen in Lateinamerika, Afrika, Asien und auch Europa (Spanien und Griechenland, mehr sag ich nicht) hatten die selbsternannten Fackelträger der Freiheit jedenfalls keinerlei Berührungsängste, solange die Geschäfte mit ihnen liefen.

    Nun mag man sagen – und das tun Sie hier im Kommentarstrang ja auch – na und? Die USA und GB haben eben geostrategische Interessen, kein Land der Welt richtet seine Außenpolitik nach Idealen aus, das anzunehmen sei naiv. Völlig richtig; aber dann brauche ich auch weiß Gott nicht die Krokodilstränen eines David Cameron im Fernsehen ertragen. Und erst recht nicht die verquere Logik eines “durch Bomben werfen und Zivilisten töten beenden wir das Bomben werfen und Zivilisten töten.”

    Konsequenterweise hätte man Assad bereits vor zweieinhalb oder spätestens zwei Jahren angreifen und à la Milosevic an den Verhandlungstisch bomben sollen, also bevor Zehntausende getötet wurden und jede_r halbwegs Vernünftige aus dem Land fliehen musste. Jetzt ist es zu spät, jeder weitere bewaffnete Akteur in Syrien macht die Lage nur noch schlimmer. Auch das ist eine Realität, die man ganz ohne falsche Sentimentalität anerkennen muss.

  22. mjb4

    @Publikative

    “Dass seit vielen Jahren versucht wird, über die Vereinten Nationen Druck auf Assad auszuüben, ist offenbar nebensächlich – oder schlicht nicht bekannt. Auch Grünen-Spitzenkandidat Jürgen Trittin wiederholt gebetsmühlenartig, ohne UN-Resolution dürfe es keine Konsequenzen geben, räumt aber in der Frankfurter Rundschau gleichzeitig ein: Die Sanktionen gegenüber Syrien kamen sehr spät und waren in ihrer Wirkung lange Zeit zahnlos. Ein Widerspruch, der offenbar nicht weiter auffällt.”

    Ich muss sagen der Widerspruch ist mir auch nicht aufgefallen. Vorausgesetzt ich verstehe die Anspielung, bedeutet diese doch, dass die Vereinten Nationen gezeigt haben das sie diesen Konflikt nicht lösen können, und aus diesem Grund ein Weg ohne UN gesucht werden muss folglich keine UN-Resolution notwendig ist, folglich ein Widerspruch zu Trittins Aussage darstellt.

    Aber dies wirft doch eine Frage auf wenn sich die UN nicht einig ist und eben keine Resolution zum Krieg erlässt aber mit allen anderen Maßnahmen kein Erfolg hat, dann soll man einfach auf die UN scheißen und sagen man selbst hat die Einzig richtige Meinung und alle anderen liegen falsch oder was?

    Und das zweite was mich doch ein wenig wunderte war dies:
    ““Angriff der US-Armee mit Marschflugkörpern droht einen Flächenbrand auszulösen”. Nur zur Erinnerung: In Syrien tobt der Krieg, im Irak terrorisieren sunnitische Fanatiker die schiitische Bevölkerung, in Ägypten wurden jüngst Hunderte Muslimbrüder getötet, im Libanon bringt die Hisbollah ihre Raketen gegen Israel in Stellung, usw. usf. Alles kein Thema für Buchholz, denn ihr geht es vor allem um den Teufel USA: Mit dem Angriff helfe “die US-Regierung nicht den Menschen in Syrien”, sondern wolle “einzig ihre militärische Vormachtstellung in der Region demonstrieren”. Aha.”

    Natürlich kann man im zweiten Teil von Antiamerikanismus sprechen, aber zu sagen vor einem Flächenbrand zu warnen ist falsch weil schon ein Konflikt herscht ist ja nun ein wenig absurd, klar es gibt schon ein Flächenbrand aber das heißt nicht, dass man da nicht noch mehr Öl reingießen kann.

  23. der wahre egal

    assad ist ein massenmörder,das sind seine gegner in dem bürgerkrieg auch.
    auf welche seite soll man sich da stellen?assad,ägyptens militär,russland
    iran und diverse terrorgruppen auf der einen seite-die”demokratische” opposition,nato,israel,türkei,saudiarabien,katar,vae,kuweit,alcaida und taliban auf der anderen seite.
    eine un-kommision die nur feststellen darf ob aber nicht von wem chemische waffen eingesetzt wurden.
    russland hat beweise für den einsat durch die rebellen.
    usa haben beweise für den einsatz durch die syrische regierung.
    wer hat recht,wessen beweise sind glaubwürdiger.
    beim ersten usa/irak krieg gab die tochter einen kuweitischen botschaftangehörigen vor der uno eine galavorstellung,beim zweiten waren nicht gefundene chemische waffen der grund 1 million menschen zu töten.
    zu russland brauch man nur tschechenien und georgien erwähnen.
    ein waffenembargo welches einseitig zu gunsten der rebellen aufgehoben wurde-russlans waffenlieferungen für das regieme.

    was kann den bürgerkrieg beenden,ein komplettes waffen-,wirtschafts und geldembargo oder ein begrenzter militärschlag bei dem noch mehr zivilisten sterben werden?
    warum also diskutieren wir noch über mögliche luftangriffen und gaseinsätze anstatt sich für den frieden stark zu machen.

    KRIEG IST NICHT GEIL

  24. zapzarap

    hey,
    in all eurem angeprangere über die “deutschen linken” merkt ihr gar nicht, wie deutsch ihr eigentlich seid. genau wie die anti-imps pickt ihr euch feingenau jene argumente heraus, die allein eure postion stärken. eine differenzierte auseinandersetzung findet nicht statt. pro und kontra wird nicht beleuchtet. gut und böse klar verteilt. dem opponierten argumentationslager selektivität vorwerfen und selbst selektiv ohne ende argumentieren. mit einer arroganz und überheblichkeit, die schon fast wieder traurig ist. aber vor allem ist eines: Deutsch.

  25. Harald

    Ein sehr einseitiger Artikel, der wichtige Fakten und politische Zuammenhänge komplett ausblendet und gegen alle und jeden dafür überzogen polemisch wird.
    Nur drei wichtige Dinge, die fehlen:
    1. Der Syrienkrieg ist ein Baustein in der großen Auseinandersetzung in Nahost zwischen Gruppen um Iran (dazu gehören Syrien, Hizbollah, schiitischer Teil des Irak) und Saudi-Arabien (dazu gehören Katar, Türkei und andere sunnitische geprägte Lander). Die USA (und damit der Westen inkl. Deutschland) haben sich dabei auf die zweite Seite gestellt, zum großen Teil bedingt durch Israel. Deshalb Panzer an das üble Feudalregime des Saudis und Sanktionen für den deutlich toleranteren Iran. Syrien muss deshalb als Kraftfaktor fallen, weil das das Tor für den Iran frei macht.
    2. Die Un-charta erlaubt nur zwei Gründe für Gewalt gegen fremde Länder:
    - Selbstverteidigung (entfällt, denn Syrien hat kein Land angegriffen)
    - mit UN-Mandat (entfällt, denn das gibt es nicht).
    Ein Angriff ist und bleibt damit VÖLKRECHTSWIDRIG. Alles Schönreden (rote Linie, Verweigern von Ru, Ch) ändern nichts daran.
    3. Es gibt bisher keinerlei Beweise über die Urheber des Giftgaseinsatzes. Gerade die USA haben keinerlei moralisches Recht für ihre Empörung: Sie haben Hussein als Verbündeten bei seinem Giftgaseinsatz unterstützt und sie haben mit Agent Orange im Vietnamkrieg Millionen Menschen bis in die 3. Generation geschädigt.
    Kerry war als Vietnamveteran an diesem schmutzigen Krieg selbst beteiligt.

  26. Gallendieter

    Bei eurer Kritik an der jungen welt macht ihr es euch zu einfach finde ich. Kommt hier immer wieder gerne vor das jw-bashing.

    Die junge welt hat mit Katrin Leukefeld eine Journalistin, die mit Reportagen vor Ort sehr objektiv ueber die Lage berichtet und im Gegensatz zu den verlinkten und zitierten Kommentatoren und den Verfassern vor Ort war.
    http://www.leukefeld.net/aktuelles/jw-2013-07-09-23.pdf

    Inwiefern die Position ueberhaupt von einer Mehrzahl der deutschen Linken getragen wird stellt ihr so in dem Raum. Wer den nun der “antiimperialistischen Front” gehoert fehlt in dem Artikel.

    Ich habe da keinen Ubersicht ueber den aktuellen Stand und auch nicht nach dem Artikel. Mein Eindruck ist, dass das Meinungsbild der deutschen Linken genauso unubersichtlich ist wie die Lage in Syrien.

    Die Zeiten in denen die Taz noch fuer die Bewaffnung der FSLN gesammelt hat sind vorbei. Dafuer gibt es jetzt adopt a revolution. Das scheint zumindest bei Herrn Reijsin auf Ressonanz zu stossen.

    Sie beschuldigen andere ihr Schwarz-Weiss Denken behalten zu haben und dabei machen Sie selbst doch nichts anderes. Sie unterstellen es gebe eine Vielzahl an deutschen Linken die aehnlich wie die JF und NPD argumentieren wuerde. Sie beziehen sich positiv auf adopt a revolution und werfen alles in einen Topf JW und JF, NPD und Christine Buchholz und Augstein. Sie wuerzen ein wenig mit Zitaten und ruehren noch ein paar eigene Argumente dazu und fertig ist der Kuchen.

    Lieber Herr Reijsin und Herr Gensing,
    als ich ihren Kuchen angesehen habe sah der ganz nett aus. Eine berichtigte Kritik an einigen inhaltlichen Auesserungen zu dem Thema. Aber als ich ihn dann probiert habe hat das mir nicht geschmeckt.
    Denn er ist leider zum Teil beinahe so einseitig die Erzeugnisse und Auesserungen die sie kritisieren.

    Wenn wir schon beim Thema Giftwaffen sind. Alle Kritisierten haben noch nicht berichtet: Am 23 08 2013 gab es ein DPA-Interview das nirgendwo in D aber dafuer in Chile fuer maechtig Wirbel sorgt.
    http://amerika21.de/2013/08/85837/pinochet-nervengas
    Dabei waere das doch wieder eine tolle Steilvorlage gewesen??
    Fuer mich ist das ein Beweis, dass ihre These vom aufgewaermten Schwarz-Weiss Denken ins Leere zum Grossteil ins Leere fuehrt …

    Ihrem Schluss schliesse ich mich dennoch an habe aber noch eine Frage.

    “Keine Konzepte und kaum Interesse an einem Krieg mit Zehntausenden Toten, solange nicht die USA oder Israel mit von der Partie sind, dafür jede Menge gute Ratschläge – so lässt sich der Beitrag vieler Deutscher zur Syrien-Debatte überspitzt zusammenfassen. Dem Töten in diesem Bürgerkrieg entgegnet man mit formalistischen Einwänden oder dem Hinweis, eine Intervention könne auch nichts ändern, so als habe es den Fall Libyen nicht gegeben.

    Noch einmal: Es liegen bedenkenswerte Argumente gegen einen Militärschlag in Syrien vor, doch Antiamerikanismus und folgenlose Besserwisserei gehören sicherlich nicht dazu.

    Nun die Frage wessen Aufgabe es ist Konzepte zu liefern? Ist es aus Ihrer Sicht wirklich die Aufgabe von Augstein, Scholl Latour oder von Ihnen Konzepte zu liefern? Wie sollen denn die Konzepte liefern wenn nach vergangener Zeit die Situation so verfahren ist?

  27. Jonas

    Leider fällt euch nicht auf, dass die Nato-Staaten 4-5 Millionen flüchtlinge lieber in Jordanien, im Libanon und der Türkei dahinwegitieren lassen, als auch nur einen Finger zu rühren. Warum Zitiert ihr nicht Linke, die genau das seit langem anprangern. Klar: Weil es nicht in euer Konzept passt bei dem der Behauptung, dass die Nato-Staaten toll sind und das beste für die Menschen in Syrien wollen gar nicht erst analysiert und nachgewiesen werden muss.
    Stattdessen reicht es die Lächerlichen argumente einiger Anti-Imps zu zitieren – frei nach dem Motto: Der Feind meines Feindes…

    Die Wahrheit, eine fundierte Analyse der Situation, eine Bewertung von Interessenlagen und realität um eben grade aus eine Fundierten mit dem Aufstand solidarischen Position heraus zu sagen: Deutschland soll wieder Kriege führen: Nein Danke. Kriege für Humanität, das ist propaganda und keine Realität. Da ist hier leider Lehrstelle.

    Warum schreibt ihr nichts dazu, dass der Nato-Staat Türkei seit Monaten mit Wissen des Westens Dschihadisten aus aller Welt (z.T. mit internationalen Haftbefehlen gesucht) übers eigene Land nach Syrien lässt, damit sie dort nicht nur jedes emanzipative Element zerstören, sondern auch den Kurden die Party versauen. Warum seid ihr Stumm dazu, dass mit Saudi-Arabien einer der Ängsten verbündeten der USA zu den Haupt-Finanziers eben dieser Islamisten gehört. Das die Waffenlieferungen aus Libyen unter Duldung der Nato-Staaten an sie geliefert werden.
    Die Welt ist zu komplex für euer dämliches Freund, Feind schema zu Gunsten der Nato. Damit seit ihr nur die verrückte Kerhseite der Anti-Imps. Die Leute in Syrien sind euch herzlich egal. Die linken in Deutschland die Solidarität für sie organisiert haben interessieren ohnehin nicht, weil sie nicht in diese Binäre Logik passen. Und das auch noch auf dem Rücken so eines Giftgasmasakkers von Assads Armee. Ich könnte kotzen.

  28. Max

    A. Reisin sagt:
    “Von “unserer Position” diesbzgl. kann also gar keine Rede sein, (..)”

    Das ist ein wirklich wahres Wort. Ich habe Ihre Position auch – mal wieder – nicht erkennen können. Wie so oft geht es Ihnen beiden darum, durch gezielt herausgegriffene Zitate und vollkommen ohne inhaltlichem Bezug zur Sache vorgenommene Verweise darauf, wie diese Personen, die solche Positionen vertreten einzuordnen sind, auf eine ohnehin als Gegner/Feind definierte “Gruppe” bzw. Meinung einzudreschen. Eine großangelegte Polemik, die so tut, als ginge es um Syrien.

    “Michael Lüders, der in seinen Büchern unter anderem vom Einfluss “der reichen New Yorker Juden” berichtet.”
    “Und während in Syrien die Bomben fallen, engagieren sich europäische Linke lieber weiter für Boykott
    aktionen gegen Israel;”
    “Während der Wechsel eines BILD-Journalisten zum Spiegel in der linksliberalen Presse mit Weimarer Verhältnissen in Verbindung gebracht wird, kann Augstein Woche für Woche seine ressentimentgeladenen Kolumnen über das Sturmgeschütz rausjagen – und dies noch als kritischen Journalismus verkaufen.”

    Zum Beweis für die Borniertheit der von Ihnen Zitierten wird dann noch ein wirrer Professor aufgetan, der ähnliches mit fragwürdigen historischen Verweisen sagt und also quasi Zeugnis dafür liefert, wie bekloppt auch alle anderen sein müssen, die in die selbe Richtung denken. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt, dass es von Ihnen unter dem Vergleich mit Rechtsradikalen mal wieder nicht gemacht wird.

    Die Publikative schreibt oft kluge und interessante Artikel. Wenn Reisin und Gensing einen Artikel schreiben, weiß man schon vorher, dass es nicht um Nachrichten geht, sondern nur um eine Selbstvergewisserung, mit den eigenen (Vor-)Urteilen weiterhin richtig zu liegen: Die deutsche Linke ist doof, Israel ist toll und wir wissen es mal wieder besser als alle anderen, selbst wenn wir uns weniger Gedanken machen.

    Am Ende des “Artikels” heißt es dann:
    “Die Vorhersehbarkeit, mit der diese Argumente der antiimperialistischen Front aufgefahren werden, ist fast schon erschreckender als die ideologische Verblendung, mit der man hier konfrontiert wird.”
    Und das Schöne daran ist: So Recht wie Sie haben, so gut ist genau dieser Satz auf Sie beide anwendbar. Bei Ihnen fehlen Argumente leider meist völlig, da es um die Sache über die Sie vorgeblich schreiben eigentlich gar nicht geht, sondern um das Bashen all jener, die als Feindbild schon vor langer Zeit auserkoren wurden. Vorhersehbar.

  29. c.

    nachdem mir bei den meisten kommentaren erwartungsgemäß schlecht geworden ist, hier mal ein herzliche “vielen dank” an die herren gensing und reisin!
    neben dem oben verlinkten taz-artikel mal einer der wenigen texte zu syrien, denen nicht der reflexhafte antiamerikanismus und antiimperialismus der “linken” zwischen den zeilen hervortropft, oder besser gesagt hervorströmt.
    2 jahre interessiert es nicht, aber wenn “der ami” das thema entdeckt, sind die “deutschen friedensfreunde” zur stelle…

  30. Fred

    Da hat das “toetliche Duo” innerhalb von weniger als 2 Wochen, wieder so einen ominoesen Artikel geschrieben, dass man sich fragt: “Was soll das?”
    Wollt ihr euch vielleicht bei der “Bahamas” bewerben, ein Artikel in schlechter “ideologiekritischer” Manier geschrieben, bestehend aus angeblichen Kausalitaetsketten und szene-typischen schnodder Talk (“deutscher Michel”, “deutschen Klugscheisserwesen” usw. usf.)
    Ach wie orginell und anschl. auf Kritik mit poebellei reagieren.
    Tja, die “Anti”Ds konnten schon immer ueber andere gehaessig lachen aber selber spassfreie-Zone…
    Weil ihr beiden im voraus schon wisst wie der euer gegenueber wahrscheinlich argumentiert, kann man schon getrost Unterstellungen im Artikel betreiben. Kennt man schon, hat so nen Bart.
    Da der andere “boese” ist, ist der gegenueber automatisch “gut”. Sie scheinen ja auch nicht ganz frei von dem “der Feind- meines Feindes- ist mein Freund”-Denken zu seien.
    Das faellt schon oefters auf, dass was sie ihren politischen Gegner vorwerfen, oftmals mit ausgetauschten Vokabeln, wie ein Bummerang auf sie beiden zurueck kommt.
    PS: In Zeiten von Blogs im Internet, meint auch jeder Blogger oder Kommentator, mit ein Paar verweise auf “Wikipedia” (sehr wissenschaftlich)und ein paar YouTube postings gleich die “Wahrheit” fuer sich gepachtet zu haben.

  31. Ich finde die meisten Kommentare hier unter dem Artikel komisch.
    Sie machen den Eindruck, als hätten sie einen anderen Artikel gelesen als ich.
    Die meisten, die hier gegen ihn argumentieren und sich aufregen, tun das so, als würden sie gegen einen Text schreiben, der den Militäreinsatz in Syrien befürwortet. Das habe ich selbst aber da nicht rausgelesen, obwohl ich selbst gegen eine Kriegsbeteiligung des Westens bin. Der Autor sagt allerdings selbst, es gäbe viele gute Gründe dagegen.

    Was der Artikel tut, ist die Art und Weise zu kritiseren, wie (gerade) in Deutschland gegen den Militärschlag gewettert wird. Und das halte ich für vollkommen angemessen.

    Eine Kritik an einer Kritik ist keine Befürwortung des ursprünglich Kritisierten. Ich habe den Eindruck, das haben hier viele nicht verstanden. Oder vielleicht hat die Publikative wirklich zwei Versionen des Textes geschrieben, die unterschiedlichen Besuchern anders angezeigt werden, ich weiß nicht.

  32. Hermann Stöhr

    Bei Lybien wurde gelogen, den Irak hat man sogar zweimal mit vorgelogenen Argumenten (Brutkasten-Hoax; WoMassDestruction) mit Bomben belegt, der Völkermord in Jugoslawien war keiner, die Begründung für Vietnam (Golf von Tonkin)ebenso komplett erfunden wie die Begründung für den Afghanistan-Einsatz. Die Lüge ist also klar die Regel.
    Ich sehe nicht das es diesmal anders sein sollte, außerdem sind UN-Charte, Völkerrecht, usw, doch sowieso nur “gelten sollendes Recht” (Scheit) :), welches – wenn sich daran gehalten würde – dann die Konsequenz hätte, das Giftgas-Gebrauch mit Uranmunition bestraft würde.

  33. TaiFei

    “P.M. said: Ich finde die meisten Kommentare hier unter dem Artikel komisch.
    Sie machen den Eindruck, als hätten sie einen anderen Artikel gelesen als ich.
    Die meisten, die hier gegen ihn argumentieren und sich aufregen, tun das so, als würden sie gegen einen Text schreiben, der den Militäreinsatz in Syrien befürwortet. Das habe ich selbst aber da nicht rausgelesen, obwohl ich selbst gegen eine Kriegsbeteiligung des Westens bin. Der Autor sagt allerdings selbst, es gäbe viele gute Gründe dagegen.”
    Der Autor selbst nennt jedoch nicht EINEN, sondern versteift sich hier allein darauf, dass JEGLICHE Kritik (vor allem seitens linker Gruppierungen) von Antiamerikanismus getrieben sei. Vielleicht mag das in der öffentlichen Diskussion durchaus so erscheinen, mit welchem Recht jedoch stellt der Autor hier ALLE Linken in die gleiche Ecke.

    PS: Noch ein kleiner Einwurf
    Sollte es zu westl. Militäreinsätzen kommen, wird dabei garantiert DU-Munition Verwendung finden. Hier stellt sich die Frage, wieso Giftgas-Einsatz ein rote Linie darstellt, die von anderen, wie selbstverständlich überschritten wird.

  34. TOLLkin

    Ich liebe diesen Artikel, nicht weil er besonders toll ist, sondern für die Kommentare die der ausgelöst hat. Artikel ist nicht mehr als gut, aber die Präzision mir der die Kritik trifft, gleicht einem Stich in ein Wespennest.
    Was mir bei denen Kommentaren gegen „die USA und für den Frieden“ noch fehlt, ist eine gute Kampfparole. So wie damals:

    „Nord-Korea ist ein Arbeiterstaat – der das Recht auf Atomwaffen hat“

  35. egal

    Ein offenbar aus dem Bürgerkriegsland Syrien herausgeschmuggeltes Video zeigt, wie Rebellen sieben Gefangene hinrichten. Kurz davor rezitieren sie hasserfüllte Sprüche und schwören Rache. Das verdeutlicht einmal mehr, wie brutal beide Kriegsparteien vorgehen.

    http://www.focus.de/politik/ausland/krise-in-der-arabischen-welt/syrien/material-aus-syrien-geschmuggelt-schockierendes-video-rebellen-richten-soldaten-hin_aid_1093615.html

    wer sich auf eine seite stellt macht sich mitschuldig.
    stopt geld und waffen für allen kriegspartein in syrien.
    ein komplettembargo-nicht zu verwechseln mit einem boykott

  36. @TaiFei:

    >Der Autor selbst nennt jedoch nicht EINEN, sondern versteift sich hier allein darauf, dass JEGLICHE Kritik (vor allem seitens linker Gruppierungen) von Antiamerikanismus getrieben sei.

    Unsinn. Das wird im Text nicht behauptet. Wäre auch völlig absurd, denn das würde ja der Bemerkung am Schluss widersprechen, es gäbe gute Gründe gegen den Einsatz (nennen tut er in der Tat keine, aber das brauch er ja auch nicht. Darum geht es in dem Text ja nicht).

    >mit welchem Recht jedoch stellt der Autor hier ALLE Linken in die gleiche Ecke

    Wo bitte tut er das? Vielleicht haben wir wirklich unterschiedliche Texte gelesen …

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