10 Comments

  1. Ich habe mich auch gefragt, wieso die Sozialdemokraten in Norwegen abgewählt wurden. Dieser Artikel gibt meiner Meinung nach interessante Einblicke und eine gute Erklärung.

  2. neuer Leser

    “In Deutschland fordert die SPD derweil gebetsmühlenartig höhere Steuern und einen flächendeckenden Mindestlohn. Aber warum diese Maßnahmen wichtig seien, welches gesellschaftliche Ziel man damit verfolgt, das bleibt zumeist unausgesprochen.”

    Sorry, lieber Herr Gensing, aber das können Sie jetzt unmöglich ernst meinen? Ehrlich gesagt, bin ich über diesen faktenresistenten Absatz tief erschüttert.

    Ansonsten stimme ich der These zu, dass Konservative, Rechtspopulisten und Neoliberale mit Freiheit vor allem die Freiheit der Stärkeren meinen, ungehindert egoistische Ziele zuverfolgen.

  3. XYZ

    Naja, der Freiheitsbegriff der anderen (“Konservative, Rechtspopulisten und Neoliberale”) wird hier ausschließlich aus einem linkem, ziemlich oberflächlichen, Blickwinkel referiert. Mal abgesehen das Neoliberal ein reichlich schwaches Schlagwort ist (in Deutschland werden damit meistens Ordoliberale gemeint, in den USA wahlweise Anarchokapitalisten, Libertäre oder Vertreter der Chicagoer Schule) ist die Behauptung, dass “mit Freiheit vor allem die Freiheit der Stärkeren” gemeint ist nicht korrekt.

    Aus liberaler Perspektive ist der Freiheitsbegriff eher ein Abwehrbegriff gegenüber staatlichen Zugriffen (“negativer Freiheitsbegriff”). Aus linker Perspektive meint Freiheit eher frei für etwas zu sein (beispielsweise durch Transferzahlungen ein soziales, kulturelles und ökonomisches Minimum zu gewährleisten) und nicht frei von etwas (das nennt sich “positiver Freiheitsbegriff”).

    Und ob diese “egoistisch” ihre Ziele verfolgen ist auch fraglich, in den USA / UK ist es durchaus üblich erhebliche Summen für wohltätige Zwecke zu spenden. Schlicht wel man dies as Pflicht erachtet, der man freiwillig nachzukommen hat. Ein Eingriff oder Zwang des Staates zu einer Zahlung wird nicht als solidarisch sondern als repressiv empfunden. Die Perspektive ist schlicht eine andere, man hätte sich auch bei der Darstellung ein wenig mehr Mühe geben können als permanent irgendwelche Klischees zu bedienen (und zu zeigen das man von der Gegenseite im Grunde keine Ahnung hat)…

  4. HenningM

    SPD: “Übrig bleibt die Botschaft: mehr Staat, höhere Abgaben, mehr Regeln und Vorschriften.”

    Die SPD ist – schon historisch belegbar, seit Lassalle und Bebel – etatistisch, staatsfixiert, staatsanbetend.

    Grüne: “Hier sind Politiker unterwegs, die meinen, genau zu wissen, was für alle andere das Beste sei.”

    Apostel eines ‘vormundschaftlichen’ Staates. Müssten sich eigentlich ganz gut mit denen von der PdL verstehen.

    Und wenn hier im (übrigens sehr guten, weil provokanten!) Artikel davon geredet wird, eine solidarische und gerechte Gesellschaft sei ein Wert an sich, dann ist das völlig richtig, ABER wir haben in der BRD inzwischen viele “Besserverdienende”, die dermaßén viel Geld haben/einstreichen, dass sie gefühlt autonom leben können, ohne irgendwelche Rücksichten, ohne sich bewusst werden zu müssen, dass es tatsächlich die Gesellschaft ist, die ihnen überhaupt erst ihr Fettleben ermöglicht.

  5. Smersch

    Nichts gegen Hartz4-Bashing, aber was hat das mit Norwegen zu tun? Haben die das auch (was mich eher wundern würde)? Automatisiere Mauterfassung mit Hartz4-Schikane gleichzusetzen ist auch ziemlich kühn. Wenn ich schon ne Maut habe, dann lieber sowasm, als Grenzkontrollen ähnlich Bezahlschranken wie z.B. in Frankreich.

    Ich finde den Teaster eher fehlgeleitet. Der Artikel geht letzendlich weder um Norwegen, noch ist eine Analyse. Nicht gegen die Kritik am Ordnungswahn von (nicht nur) rot-grün. Aber, dass die Grünen jetzt an “Stimmen” velieren, daran festzumachen, ist eine Vermutung und keine Tatsache. Oder haben sie dafür irgendwelche Belege? Wünschenswrt wäre es.

    Nebenbei, dürfte auch kaum einer hier norwegisch können, daher wäre zumindest eine Übersetzung des Zitates nett. Sonst hat es so einen rein bildungsbürgelichen Touch, Zitate in Sprachen zu bringen die (hier) quasi niemand kann. Und ein “Es geht um den Begriff der Freiheit”, ist ja wohl der Hohn einer Übersetzung.

    Inzwischen nimmt die Qualität von Publikative wirklich rapide ab. Es werden hier zunehmend Meinung publiziert, die sich als Analysen ausgeben, wobei sich die Autor_innen (und in letzter Zeit besonders Patrick Gensing) kaum noch die Mühe machen, die mit mehr zu begründen als Flosklen, Wunschvorstellungen und Pauschalisierungen.

    Und warum die Sozialdemokrat_innen in Norwegen verloren haben, weiß ich immer nocht nicht. Genau genommen, weiß ich jetzt sogar noch weniger, weil ich mich jetzt fragen darf, was in diesem Behauptungsdschungel überhaupt Relevanz hat…

  6. Smersch

    PS: Ihr sollten euch am besten wieder auf eure Stärke, die Berichterstattung über Nazi-Aktivitäten konzentrieren. Anscheinend wurde heute das gesamte NPD-Wahlkampfteam inkl. Holger Apfel in Aschaffenburg festgenommen und es wird jetzt gegen sie wegen schweret Körperverletzung ermittelt. Deswegen bin ich hier eigentlich drauf gegangen um mehr darüber zu erfahren^^ Aber über sowas steht auf Publikative zunehmend weniger und weniger…

  7. Anonymous

    es wird wohl um die Zuwanderung gegangen sein, die man in Norwegen gerne den Konservativen anvertrauen möchte.

  8. Norweger

    Stimme “Anonymous” zu, dass die Gründe für das gute Abschneiden der Høyre und Fremskrittspartiet wohl eher in der Zuwanderungspolitik liegen… Hier wäre eine Abhandlung über Rechtspopulismus in Norwegen und natürlich auch der Brückenschlag zu Breivik, der ehemaliges Mitglied der Fremskrittspartiet ist, interessant gewesen!!!

    Stattdessen kann auch ich bei diesem Artikel den Bezug zu Norwegen nicht erkennen. Wie “Smersch” bin ich zunehmend enttäuscht von den Publikative-Artikeln außerhalb des Rechtsextremismus-Themenfeldes.

    Die These, dass Freiheit bei den rechten Parteien das Recht des Stärkeren bedeutet, stammt übrigens aus dem norwegischen Artikel von Per Fugelli, nicht von Publikative, wie von einigen hier verwechselt wurde.

  9. Moin,

    ich glaube, auf das Einwanderungsthema bei der FrP zu verweisen, ist zwar nicht falsch, erklärt aber nicht alles.

    Die FrP ist ja schon seit vielen Jahren erfolgreich. Sie hat bei den aktuellen Wahlen deutlich verloren. Der Grund, warum sie dennoch in die Regierung kommen wird, liegt an der Stärke der Höyre, die fast zehn Prozentpunkte dazugewonnen hat.

    Das werden Sie nicht mit Breivik erklären können. Und daher bin ich weiterhin der Meinung, dass die oben aufgeführten Punkte wichtiger sind – eher trotz Breivik.

    Was die generelle Kritik an der angeblich mangelnden Qualität der Artikel angeht: Bei Nazis sind sich halt alle einig, das ist bequem. Bei anderen Themen kann man auch unterschiedlicher Meinung sein – und sich einfach mal streiten. Wir wollen das, ob wir mit unseren Meinungen nun die Erwartungshaltung einiger Leser befriedigen können oder nicht, ist dabei ehrlich gesagt zweitrangig.

    Auch worüber wir berichten, sollten Sie uns schon uns überlassen. Uns gefällt die Seite durch die thematische Mischung auf jeden Fall deutlich besser.

    Grüße
    Patrick Gensing

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