36 Kommentare

  1. Pepe

    Flassbeck schreibt: “Nicht nur, dass es den längst wegen offenkundiger Absurdität gescheiterten Gedanken wieder aufgreift, man könne so etwas wie ein Herkunftslandprinzip schaffen, also die Entlohnung eingewanderter Arbeiter in einem reichen Land nach dem Lohn, den sie in ihrem Heimatland bekommen würden, ausrichten.”
    Was Flassbeck schreibt, ist absurd. Er bringt die Dinge völlig durcheinander. Es geht Lucke doch nicht um eine *Entlohnung* nach Herkunftslandprinzip, sondern darum, *Sozialleistungen* nach dem Herkunftslandsprinzip zu zahlen – denn dann entfällt ein reiner Sozialstaatstourismus. Ich teile diese AfD-Forderung.

  2. hans richter

    Wer im Glaushaus sitzt sollte nicht mit Steinen schmeißen.

    “Er hätte ja mal kurz über Angebot und Nachfrage sprechen und seinen Zuhörern erklären können, dass in einer Marktwirtschaft die Preise sinken, wenn es ein Überangebot gibt, und dass man aus niedrigen Zinsen auf der ganzen Welt nur ablesen kann, dass es in den USA, in Japan und in Europa ein Überangebot an Sparkapital und/oder einen Mangel an Nachfrage nach Kapital, also einen Mangel an Schuldnern gibt.”

    Banken verleihen nicht das Geld der Sparer. Angebot und Nachfrage bestimmen nicht den Zins. Der niedrige Zins ist ein Folge des niedrigen Leitzinses.

    “Und zur Krönung sagt er allen Ernstes: „Deutschland verdankt seinen Wohlstand seiner nationalen Währung.”

    Die DM hat regelmäßig aufgewertet und hierdurch Importe preiswerter gemacht. Eine Aufwertung ist eine soziale Dividende.

    “Zu seiner Europosition passt, was er an anderer Stelle über die deutsche Exportorientierung gesagt hat. Dass Die Linke „die Exportorientierung der deutschen Wirtschaft umstrukturieren (will) zugunsten von mehr Binnenproduktion … ist nun wirklich Schwachsinn”

    Deutschland weist einen hohen Leistungsbilanzüberschuss auf und die Krisenländer zwangläufig ein Leistungsbilanzdefizit. Die Überschüsse bedeuten zusätzliche Nachfrage und damit mehr Arbeitplätze in Deutschland. Die Krisenländer verlieren durch das Defizit Arbeitplätze. Deutschland entlastet den eigen Arbeitmark auf Kosten der anderen Länder. Mit einer Anpassung der Wechselkurse wäre dies nicht möglich. Der Euro macht eine nationalistische Poitik erst möglich.
    Wenn die Leistungsbilanz ausgeglichen werden soll, dann muss Deutschland weniger exportieren oder mehr importieren. Wenn weniger exportiert wird dann muss die Binnennachfrage steigen.

    “Doch dann stellt er fest, die deutschen Sozialleistungen seien attraktiv und deswegen müsse man die Verantwortung auch für Eingewanderte bei dem Staat belassen, von dem die Menschen herkommen. Konkret sagt er, Rumänien könne sich der Verantwortung nicht entziehen, es müsse Unterstützung für die aus Rumänien eingewanderten Menschen bezahlen, aber nur in Höhe der rumänischen Sozialhilfesätze.”

    Wenn die rumänischen Sozialhilfesätze in Deutschland nicht reichen, dann müssen die Armutflüchlinge in ihr Heimatland zurüchkehren.

  3. Josef Piovarcy

    Da wir über die schwäbischen Hausfrauen ja längst alle so gut Bescheid wissen, würde mich interessieren, wie sich das Wissen von Bernd Lücke zum Beispiel von dem einer Hamburger Hausfrau unterscheidet. Das würde möglicherweise ganz neue Perspektiven eröffnen.

  4. Harald

    Ein Artikel, mit dem sich Herr Flassbeck als Wissenschaftler einen Bärendienst erwiesen hat. Er stellt politische Statements über fachliche Seriösität. Ich will hier nicht den ganzen Artikel zerpflücken, sondern nur drei wichtige Dinge nennen.

    – Herrn Lucke hat immer betont, dass aufgrund der unterschiedlichen wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit und ohne staatliche Einheit eine gemeinsame Währung nicht funktionieren kann (was ja jeder jetzt auch sieht). Im Artikel fehlt eine Analyse der von Deutschland eingegangenen hohen Transfers und Haftungen (allein 83 Milliarden bisher für Griechenland- zum Vergleich 0,5 Milliarden kostete die letzte Rentenerhöhung; insgesamt über 500 Milliarden). Wo soll das hinführen (bis zu welcher Summe, bis zu den 9 Billionen deutschen Volksvermögens?) und wie soll sich das jemals lösen? Die Schuldenscnitte, die kommen werden (müssen), bedeuten riesige Verluste für den deutschen Steuerzahler. Was sagt Herr Flasbeck, wenn wegen dieser riesigen Zahlungen bei uns Rentenkürzungen kommen und Strassen verfallen? Ein Ökonom sollte wissen, dass das Geld für die Rettungswohltaten nicht von der Bank kommt, sondern ERARBEITET werden muss.

    – Die AfD ist für ein Zuwanderungsgesetz nach kanadischem Vorbild (das inzwischen viele Länder haben, auch die USA), das Zuwanderung an berufliche Qualifikation und die Fähigkeit, sich und seine Familie durch die eigene Arbeit zu ernähren, bindet. Reine Zuwanderung in soldidarische Sozialsysteme ist dabei ausgeschlossen. Andere Menschen können da eben nicht zuwandern. Die Aussage im Artikel, wie das geschehen soll, ist an Naivität kaum zu überbieten: wie in Kanada.
    Von all dem unbetroffen ist natürlich das Asylrecht.

    – Die Austeritätspolitik kann man Herrn Lucke nicht vorwerfen. Er will keine Übernahme von Schulden fremder Länder (in den USA übernehmen Bundesländer auch nicht die Schulden anderer Bundesländer)- dann gibt es auch keine Austeritätsforderungen. Die Nichtübernahme von Schulden anderer Länder war ein Kernversprechen bei Euroeinführung (stand sogar auf CDU-Wahlplakaten), das inzwischen natürlich gebrochen wurde.

  5. Leserin

    Oh Gott ist das jämmerlich. Jeder, der eine Suchmaschine bedienen kann, kann herausfinden, was 1992 von Starbatty und anderen vorausgesagt wurde, und dass das nicht nur eine Inflationsgemeinschaft war.

    https://www.uni-goettingen.de/de/document/download/13ed6bc990f7c9be5650a97f27a00ed6.pdf/Maastricht%20Manifeste%20deutsch-englisch.pdf

    Aber den Lesern von Flassbeck Economics kann man es ja versuchen zu erzählen.

    Herr Flassbeck gehörte wie Herr Bofinger, und übrigens auch Herr Lucke und Herr Sinn, die die ersten beiden immer so gerne in Grund und Boden verdammen, damals zu dem unter Ökonomen überschaubaren Häufchen Befürworter der Währungsunion. Nur dass die beiden letztgenannten heute den Anstand und Charakter haben zuzugeben, sie haben sich geirrt, während die bei erstgenannten immer noch so tun, als sei der Euro etwas ganz tolles und nur die pöhse neoliberale Bundesregierung an dem Desaster schuld.

    Im Übrigen ist es unter Fachkollegen normalerweise üblich, Debatten anhand von schriftlichen Publikationen oder im persönlichen Diskurs zu führen, und nicht indem man Wahlkampfreden zugrunde legt.

  6. geheim

    Um Zahlen in die Debatte einzubringen:

    >>Eine rumänische Familie erhält pro Kind derzeit monatlich 8,50 Euro Familienbeihilfe, die Sozialhilfe beträgt rund 26 Euro im Monat für eine Person und 95 Euro für eine fünfköpfige Familie. (http://smmp.de/weltweit/rumaenien/)

    Wer ernsthaft rumänische Sozialhilfesätze für in DE lebende Personen fordert, ist ein Menschenfeind.

  7. XYZ

    Als Wissenschaftler hat der Autor sich selbst einen Bärendienst mit diesen Artikel erwiesen. Eine Wahlkampfrede als eine seriöse Analyse zu behandeln ist Schattenboxerei erster Güte. Wahlkampfreden sollen in erster Linie eine politische Position zuspitzen und vereinfachen, für jedermann verständlich machen. Ziel ist es nicht einen Fachvortrag zu halten, als Wissenschaftler hätte man das Wissen können. Wenn überhaupt wäre es sinnvoll gewesen die letzten Veröffentlichungen und Konferenzbeiträge von Professor Lucke einer Analyse zu unterziehen; aber so ist der ganze Artikel schlicht sinnfrei.

    Einmal abgesehen davon: Weite Teile des Artikels sind mehr politisches Kommentar als Analyse. Die AfD wirbt für ein Einwanderungsmodell nach kanadischem Vorbild, Lucke versucht diesen Gedanken über Übertreibungen und Zuspitzungen anzudeuten – also im Grunde eine Wahlkampfrede zu halten so wie jeder andere Parteivertreter es auch tut. Das kann man gut finden oder nicht, es ist und bleibt aber keine wissenschaftliche Aussage ob ein solches wünschenswert ist sondern die Aussage ist genuin politisch. Allenfalls ließe sich überprüfen, ob die Maßnahme zweckdienlich ist, dies wird im Artikel aber nur am Rande überprüft.

  8. Wiener Jung

    @pepe: Sie hätten den nächsten Satz auch noch lesen sollen. Dann wäre uns Ihr Kommentar erspart geblieben.

    Ruft die AfD eigentlich gerade Ihre Anhänger_innen zur finalen Entscheidungsschlacht um die Internet-Kommentarspalten auf oder was ist hier los?

  9. Nazienkel

    …die afd-fanboys nun wieder.
    Ich spamme doch auch nicht die JF oder altermedia zu…

    Wie auch immer man zb
    zu Flassbeck stehen mag – Aussagen, wie die zu Sinti und Roma, sind nur aus einer gewissen Geisteshaltung heraus zu verteidigen. Das Gerede von Wirtschaftsflüchtlingen”” ist neben den hier aufgezählten ökonomischen Lücken für Philanthropen nicht ertragbar.

    Aber mit euch zu diskutieren heißt dem Affen Zucker zu geben…jaja-der Schoß ist fruchtbar noch…

  10. Umm Kolthum

    Falls “schwäbische Hausfrau” hier als Chiffre für mangelnde wirtschaftswissenschaftliche Bildung verwendet wird, die mit Herkunft und Geschlecht verknüpft wird, muss man dem Autor wohl eine gehörige Portion von Alltagsrassismus und -Sexismus attestieren.

  11. TaiFei

    hans richter said: „Banken verleihen nicht das Geld der Sparer. Angebot und Nachfrage bestimmen nicht den Zins. Der niedrige Zins ist ein Folge des niedrigen Leitzinses…
    Das scheint sich bis zu den Banken nicht rumgesprochen zu haben. Trotz niedrigen Leitzins von <1% bekomme ich keinen Kredit unter 5%. Die niedrigen Zinsen der Banken basierend auf den Leitzins, scheinen komischerweise immer nur für Guthaben zu gelten.
    hans richter said:“Wenn die rumänischen Sozialhilfesätze in Deutschland nicht reichen, dann müssen die Armutflüchlinge in ihr Heimatland zurüchkehren.“
    Es geht nicht ums reichen, sondern darum, dass das GG-widrig wäre. Komisch den Linken wird immer Verfassungsfeindlichkeit unterstellt. Kommen Verfassungsfeindliche Forderung aus dem konservativen Lager ist das aber i.O.

    Harald said: „Die Schuldenscnitte, die kommen werden (müssen), bedeuten riesige Verluste für den deutschen Steuerzahler. Was sagt Herr Flasbeck, wenn wegen dieser riesigen Zahlungen bei uns Rentenkürzungen kommen…“
    Und noch jemand, der das gesetzliche Rentensystem nicht kapiert hat. Die Rente wird nicht aus Steuern bezahlt und aus der Rentenversicherung. Steuerliche Zuschüsse erhält sie allenfalls für versicherungsfremde Leistungen. Rentenkürzungen basieren also nicht auf Schuldenschnitten für Euro-Länder sondern eher auf den Zusammenbruch des sozialversicherungspflichtigen Arbeitsmarktes in DE.

  12. Don Geraldo

    Der Artikel sagt mehr aus über die wirtschaftliche Kompetenz des Herrn Flassbeck als über die von Prof. Lucke.

    Kein einziges wirkliches Argument, wirklich erbärmlich.

  13. Sachlich

    Immer dieser ganze Schwachsinn über wir zahlen für die ganzen bösen Länder, die sich selbst in die Pleite getrieben haben. Man kann ja von der Haftung halten, was man will, ob man dies mit der Armut des “deutschen Steuerzahlers” begründet, ist aber meiner Meinung nach falsch und führt an der eigentlichen Debatte vorbei. Hier wird Wohlstand über politsche Zusammenhänge gestellt.

    Einwanderung nach kanadischem Vorbild:
    Auch hier kann man unterschiedlicher Meinung sein, ich halte aber eine Einwanderungspolitik nach ökonomischen Gesichtspunkten für – Entschuldigung – bescheuert. Das fördert zum einen eine Haltung, die Menschen in “nützlich” und “unnütz” unterteilt, was ich für falsch halte, gleichzeitig impliziert es, dass unqualifizierte Menschen den “deutschen Wohlstand” gefährden. Was ich für Schwachsinn halte, da es Deutschland ja trotz diesem “Sozialstaatstourismus” wunderbar geht. Wirtschaftlich.

    Bezüglich “Doch dann stellt er fest, die deutschen Sozialleistungen seien attraktiv und deswegen müsse man die Verantwortung auch für Eingewanderte bei dem Staat belassen, von dem die Menschen herkommen.”:
    Aha. Und wie will er das durchsetzen? Darauf lässt sich doch kein Staat ein. Und wenn das nicht funktioniert, kriegen die Leute gar nichts mehr oder was? Außerdem halte ich das auch für verfassungswidrig, da somit effektiv die Freizügigkeit beschränkt wird, das führt einfach dazu, dass sich Leute hier nicht niederlassen können, schließlich sind auch die Preise je nach Land unterschiedlich. Dazu kommt, dass man wohl auch in Rumänien mit 8.50 € Kindergeld nicht sehr weit kommt. Wenn einem die Freizügigkeit egal ist und man sich gegen die “parasitären, nutzlosen Menschen” (so meine interpretation) schützen will, ist diese Forderung natürlich verständlich. Macht man das eigentlich dann bei Bundesländern genauso? Die ganzen “nutzlosen” Ostdeutschen brauchen wir hier im Westen doch gar nicht, uns gehts doch auch so gut…

    Zu Hans Richter:
    “Wenn die rumänischen Sozialhilfesätze in Deutschland nicht reichen, dann müssen die Armutflüchlinge in ihr Heimatland zurüchkehren.”
    Genau so eine Haltung halte ich für absolut falsch. Wir-Die-Denken at its best.

    “Der Euro macht eine nationalistische Poitik erst möglich.”
    Das würde mich doch mal interessieren, wie sich diese Aussage begründen lassen soll. Mit eigener Währung wäre also keine nationalistische (Wirtschafts)Politik möglich? Das verstehe ich nun wirklich gar nicht.

  14. Harald

    Passend zum thema:
    136 führende Ökonomieprofessoren, darunter Nobelpreisträger, kritisieren die EZB-Anleihenkäufe als Staatsfinanzierung, die RECHTSWIDRIG und damit VERBOTEN ist. Das ist eine Bestätigung des Standpunktes, der Prof. Lucke vertreten wird.
    Nebenbei verhandelt Slowenien, um als weiteres Land unter den Rettungsschirm zu schlüpfen.

  15. Impudicus

    “Er bedient alle gängigen Vorurteile, ohne wenigstens in einer der wichtigen Fragen einmal volkswirtschaftliches Wissen zu zeigen, das sich vom Wissen der schwäbischen Hausfrau unterscheidet und daher die Bezeichnung ‘Wissen’ verdient.” Zitat Ende.
    Ergo ist eine schwäbische Hausfrau unfähig, volkswirtschaftliche Zusammenhänge zu erkennen und anzuwenden? Oder ist gar beschränkt? Zu blöd geradeaus zu gehen und Gefahr läuft, sich ins rechte Eck zu verirren? Ein Vergleich der hinkt, wenn er nicht schon diskriminierend ist! Welcher geneigte Zuhörer möchte sich den ausschweifenden Theorien der Volkswirtschaftslehre aussetzen und sich an Begriffen wie Mikroökonomie,Makroökonomie, Ökonometrie, Quantitative Methoden etc. ergötzen, die von Rhetorikern der Parteien speziell im Wahlkampf erbrochen werden? Reicht es nicht aus, bestimmte Zusammenhänge allgemeinverständlich anzusprechen, so dass es auch ein Ottonormalverbraucher verstehen kann?

  16. horst

    Es ist interessant, dass sich die Formulierungen der AfD Fans teilweise bis aufs Wort gleichen. Werden von Lucke und Co. Textbausteine versendet, die man nach Bedarf zusammensetzen kann?

  17. Harald

    horst:
    Wenn man Leute fragt, ob die Erde eine Kugel oder eine Scheibe ist, dann werden sich Teile der richtigen Antworten fast gleichen. Lesen sie die Textbausteine- es erweitert den Horizont.
    Taifei:
    Ich empfehle mal einen Kurs in Ökonomie: Ein großer Teil unserer Renten kommt aus dem Staatshaushalt. Wenn das Land pleite ist (wie Griechenland), dann kann es auch keine Renten zahlen. Gr kann nur Renten zahlen, weil die EU das Geld dazu schickt.
    Sachlich:
    Jeder vernünftig Wirtschaftende, gleich ob Staat oder privat, kann nur eine begrenzte Menge an Personen aufnehmen, die nichts ins System einzahlen. Deshalb muss bei der Zuwanderung Qualifikation und berufliche Tätigkeit im Mittelpunkt stehen- das ist überall auf der Welt so. Wenn sie irgendwo hingehen (nach Thailand, USA, Australien, Japan etc), dann können sie dort nur bleiben, wenn sie eine Arbeit nachweisen-Sozialleistungen gibt nur nach Arbeit.

  18. Sachlich

    @ Harald:

    Eine Arbeit nachweisen zu müssen ist nicht das Gleiche, als die Qualifikation als bestimmendes Kriterium für Einwanderung zu deklarieren. Schließlich kann ich auch einer Arbeit nachgehen, wenn ich keine Qualifikation (wie Studium/Gymnasium etc.) habe. Hier wäre zum Beispiel ein Vorschlag interessant, was denn für die AfD als Qualifikation gilt.

    “Jeder vernünftig Wirtschaftende, gleich ob Staat oder privat, kann nur eine begrenzte Menge an Personen aufnehmen, die nichts ins System einzahlen.”
    – das mag sein, der Punkt ist meiner Meinung nach in Deutschland aber noch lang nicht erreicht.

    “Wenn sie irgendwo hingehen (nach Thailand, USA, Australien, Japan etc), dann können sie dort nur bleiben, wenn sie eine Arbeit nachweisen-Sozialleistungen gibt nur nach Arbeit.”
    – der Verweis, dass das überall so wäre, ist nicht unbedingt hilfreich. Nur weil ein System weit verbreitet ist, muss ich es noch nicht für gut/richtig halten. Zudem sind alle aufgezählten Länder schon allein wegen ihrer geografischen Lage nur bedingt mit Deutschland vergleichbar – gerade, was Einwanderung betrifft. Es mag auch sein, dass das System zum Beispiel in Kanada insofern gut funktioniert, dass sie ein wirtschaftlich solides Land sind, ich lehne aber für mich schon die “Nützlichkeit”, “Effizienz” usw. als Werte an sich ab, da sie meiner Meinung nach ungeeignet sind, Zufriedenheit/Glück/Selbstverwirklichung zu ermöglichen (was ich für erstrebenswert halte). Das muss nicht jeder so sehen, ist aber bei mir so, weshalb ich auch mit dem ökonomischen Ansatz an sich nicht einverstanden bin und eben auch nicht mit einer Einwanderungspolitik nach diesen Kriterien.

    Ich sage auch nicht unbedingt, dass das gutgehen würde, wenn Einwanderung komplett ohne Regelungen stattfinden würde (auch wenn ich das als das Beste wahrnehme – wenn es denn funktionieren könnte), aber die Einwanderung nach diesen Kriterien lehne ich ab. Da schwingt mir persönlich auch zu sehr nationalistische Gedanken mit, aber gut.

    Sozialleistungen bei dem Herkunftsland zu belassen ist aber meiner Meinung nach ganz einfach unmöglich, deshalb ist auch die Diskussion darüber überflüssig.

  19. anmerkung

    @Autor.

    Sorry aber ich bin kein studierter Volkswirt noch BergWerksLeiter. Jedoch sollten sie mal ein Buch zur Hand nehmen wenn sie Fakten widerlegen wollen und sich erst einmal Wissen anlesen ,welches über die eines Vorschüler hinausgeht.
    Es ist Allgemein bekannt, dass es nicht so etwas wie ein Überangebot an Sparguthaben geben kann. Guthaben und Schulden halten immer die Wage. Es gibt 100€ Vermögen also gibt es 100€ Schulden. Es gibt also immer Nachfrage da Leute, ja ihre Schulden bezahlen müssen. Bzw ihre alten Schulden durch neue decken müssen siehe BRD.
    Der Zins wird von der Zentral bestimmt. Das sollten sie auch wissen aber Naja die Hausfrau weis, dass wohl und hat somit mehr Ahnung als sie. TT-TT

  20. Zimba

    Hey Umm Kolthum, Glückwunsch zur formvollendeten Aufweichung und Aushölung des Rassismusbegriff! Der Schwabe als vom Hamburger Rassismus Betroffener, herrlich, bald ist auch das Anpöbeln des Nachbarn schon Rassismus, weil seine Herkunft eine andere ist, nämlich von der anderen Seite des Garagenhofes.

  21. TaiFei

    Harald said: “Taifei:
    Ich empfehle mal einen Kurs in Ökonomie: Ein großer Teil unserer Renten kommt aus dem Staatshaushalt. Wenn das Land pleite ist (wie Griechenland), dann kann es auch keine Renten zahlen. Gr kann nur Renten zahlen, weil die EU das Geld dazu schickt.”

    Sowohl politische als auch betriebliche Ökonomie waren Teil meiner Ausbildung. Die Rente in DE wird aus der Rentenversicherung bezahlt. Aus dem Staatshaushalt kommt “nur” ein Zuschuss der als Ausgleich für versicherungsfremde Leistungen gilt, die ebenfalls aus dem Topf der Rentenversicherung bezahlt werden. Die Rente halt also NICHTS mit Staatsschulden zu tun, da das zwei Töpfe sind.

    Das Rentensystem in Griechenland ist nicht identisch mit dem System in DE. Sie vergleichen hier Äpfel mit Birnen.

  22. Harald

    Taifei:
    2010 betrug der Zuschuss des Bundes zur Rente 80,3 Milliarden – das sind 4000 Euro pro Rentner!!!
    2013 werden es 83,6 Mia, 2014 85,5 Mia sein- Tendenz also klar steigend.
    Wenn Deutschland also durch die Transfer- und Haftungsunion im Euroraum in finanzielle Schieflage gerät und abgestuft wird (das ist nur eine Frage der Zeit), dann kann das Land diese enormen Zuschüsse nicht mehr stemmen bzw. Rentenerhöhungen sind nicht mehr möglich. Der deutsche Rentner zahlt dann den Preis für den Euro-Rettungswahn der Eliten, sogar im doppelten Sinne, einmal durch niedrigere Renten, zum anderen durch das spätere Eintrittsalter im Vergleich zu anderen europäischen Ländern. Ich bezweifle, dass betroffenenen Rentner bereit sind, die Rentenverluste unter Solidarität abzubuchen.
    Ich hoffe, ich konnte zur Klärung beitragen.

  23. rene

    Möchte der fairnißhalber noch anmerken, daß bei den 30-40€ Sozialhilfe in Rumänien es nicht so ist, daß das dort viel Geld wäre, beispielsweise kostet eine Monatskarte ca. 30€, die bräuchte man aber, um vom Land in
    eine größere Stadt zu fahren um eine Fortbildung oder einen Job zu machen.

    Wäre ich Roma, würde ich in diesem Moment meine Sachen packen und nach Deutschland kommen, man kann den Menschen keine Vorwürfe für ein besseres Leben machen. Habe mir einen Lichtbildvortrag im Rahmen einer kirchlichen Spendenaktion angeschaut und die Situation auf dem Land ist noch etwas besser als in den Slums der Städte.

    Was tut aber die AfD: Ganz einfach, sie benennt das Problem! Was die anderen Parteien scheuen wie kochendes Wasser. Integration findet nämlich gar nicht statt. Es gebietet aber die Verantwortung, sich menschlich und sozial für alle darum zu kümmern und Regeln festzulegen, um das Zusammenleben der Gesellschaft zu gewährleisten. Darüber kann und sollte man streiten.

    Integration sieht bisher so: Man konfisziert Hallen und alte Wohnblocks am Rande der Problemviertel, stattet diese unzureichend aus
    und quartiert die Betroffenen da ein. Gibt es Probleme, werden diese totgeschwiegen oder die Anwohner als rassistisch abqualifiziert.

    Die AfD will ein festes Regelwerk nach kanadischem Vorbild für Einwanderer.Das wirklich verfolgten Menschen geholfen wird, ist darüber hinaus doch selbstverständlich. Sprache lernen, Integrationskurs und dann sollten die Flüchtlinge, das fände ich wichtig, endlich in die gutbürgerlichen, gehobenen Wohnviertel der Städte integriert werden, familienweise. Dann treffen Mehmet und Cirkan nicht mehr auf vorurteilsbelastete Chantals und Kevins, sondern auf dem Spielplatz und in der Vorschule auf Louise und Ludwig, die sicherlich von Haus aus eine ganz andere Sozialisation und wie die Eltern ein toleranteres Verhältnis zu Flüchtlingen haben. Da können die dann mal mit den Eltern zum Essen kommen. Vielleicht auch Patenschaften übernehmen.

    Noch ein Wort zum Euro: Sollten die Südländer aus dem Verbund ausscheiden, würde der Euro in den stabilen Ländern aufwerten. Das ist aber eine Aufwertung, die tatsächlich auch dem Status der Währung entspricht. Dadurch würden vielleicht einige Verluste beim Export entstehen, aber die Importe würden sich verbilligen und die Binnennachfrage würde sich durch die wertgesteigerte Währung erhöhen.Es gäbe höhere Zinsen und damit Sicherung der Renten und Versicherungen.Das wäre gut für Deutschland und auch gut für Griechenland, die durch Abwertung ihrer Währung wieder wettbewerbsfähig wären, dann würden viele Deutsche dort gern wieder Urlaub machen.

  24. Gero Kohlhaas

    Es tut fast schon weh, die meisten Kommentare zu lesen…

    @rene:
    Schauen Sie einmal unter Klassismus nach, Sie sollten sich wiedererkennen…und dass in Ihren Aussagen eine gute Dosis Xenophobie mitschwingt, muss ich Ihnen gewiß nicht erläutern. Woher Sie wohl stammen? Bestimmt aus einer ganz “toleranten” gutbürgerlichen Familie, deren weltoffenenE Erziehung dann leider doch nicht fruchtete…?

    Bei dem Mist den ihr Lucke absondert, versuchen Sie hier immer noch in einer Werbemasche diese chauvinistische, nationalistische, reaktionär-rückständige unverhohlen rassistischen Verteidigungsreden zu schwingen?

    @harald:
    Lustig, wie gerade den Rentnern von Ihnen Angst gemacht werden soll. Ihr historisches Wissen haben Sie ja schon an mehreren anderen Stellen glänzend unter Beweis gestellt. Auch deswegen sind Ihre purzigrn Aufforderungen, “ökonomie-bücher” zu lesen einfach putzig.
    Sie müssen auch keine Zeit mehr verwenden mit Erläuterungen warum diese Partei nicht rechts sei oder nationalkonservativ-der Zug ist doch lange abgefahren.

    Der “Euro-Rettungswahn der Eliten” soll verhindert, reine Zuwanderung in solidarische sozialsysteme” also unterbunden werden, indem nur noch “echte Notleidende” und keine “wirtschaftsflüchtlinge” aufgenommen werden sollen.
    Kein Fischen am rechten Rand unter dem Versuch der Rekrutierung von Rentnern…

  25. Llichtenstein

    Wie viel bekommt dieser Vogel für seine abwertende Berichterstattung? Einfach nur peinlich!

  26. rene

    @Gero Kohlhaas: Glaube weder fremdenfeindlich noch diskriminierend zu sein, sondern mache mir wie viele andere Menschen zur Zeit Gedanken um
    die wirtschaftliche Zukunft unseres Landes. Als einer von denen, die
    mit ihrem Geld sorgsam umgehen müssen, wünsche ich mir Stabilität in der
    Währung und auch im Gefüge der Gesellschaft. Habe das Gefühl, Politik wird derzeit von Kapitalmachtinteressen auf der einen und Ideologien auf der anderen Seite betrieben. Als reine Aufzählung ideologischer Plattitüden empfinde ich auch Ihren Beitrag.

  27. Hades

    @rene: Glauben heißt, nicht wissen.
    D.H. Sie wissen nicht, ob Sie fremdenfeindlich oder diskrimnierend sind, also dürften Sie anfällig sein für solche Parolen. Wer Menschen oder einen Staat nur durch die ökonmische Brille sieht, handelt bereits diskrimierend. Ideologische Plattidüte, ich glaube nicht. Um die wirtschaftliche Zukunft unseres Landes sollten Sie sich dann sorgen, falls unsere Nachbarn und andere Länder sich entscheiden, keine “deutschen” Produkte mehr zu kaufen oder kaufen können, um es ganz einfach auszudrücken. Aber dann wird sich unser Großbürgertum wieder entscheiden, irgend einem hinter her zu laufen, der “einen Platz an der Sonne”(Bernhard von Bülow (1849 – 1929)) verspricht oder noch schlimmer.
    Und nur ganz nebenbei, Sie sind nicht der einzige, der sorgsam mit seinem Geld umgehen muss. Die jetzige Währung ist stabil, damit sollte dieser Wunsch zumindest in Erfüllung gehen.

  28. uli e

    Wie schafft es Merkel eine Rote Linie in den Sand zu ziehen, die dann von allen Parteien überschritten wird. Ab Video-Minute ~56:15

    Die Rhetorik wirkt einlullend bis verdummend.

    Ansonsten denke ich ist folgende Beschreibung recht treffend:

    “Die betroffene Person hält sich für eine wichtige politische oder religiöse Persönlichkeit, die Reinkarnation großer Persönlichkeiten, für einen Gott, Propheten oder Ähnliches, wie zum Beispiel einen Superhelden. Ähnlich ist z. B. der sogenannte Sendungswahn („ich muss die Menschheit erlösen“).” http://de.wikipedia.org/wiki/Wahn#Megalomanie

    Lucke der Superheld…

  29. Zu diesem Artikel (der m.E. in vielem ungerecht und bewusst irreführend ist) passt das folgende Zitat aus dem jüngst auf WordPress eingestellten Essay: “Das Gesetz vom Tanz der Marionetten auf der Fassade der Demokratie” (http://wp.me/p29pVB-Q)

    Zitat:
    “Sind populistische Clowns oder vielleicht sogar Professoren eine Alternative?”
    Aufgrund dieser Tatsachen zieht gelegentlich die eine oder andere Partei populistischer Clowns des rechten oder linken Spektrums die Sympathie enttäuschter Wähler auf sich. Bald haben sie sich jedoch in ihren kurzen Intermezzi in den Parlamenten als hilflose Amateure und/oder Witzfiguren entlarvt und verschwinden wieder in der Versenkung. Dann bleibt wohl nur noch eine Partei von Fachleuten als Alternative? Man würde doch mit Herzproblemen auch wohl eher zum Kardiologen als zum Klempner oder Elektriker gehen! Warum sollten also nicht die Professoren, welche die Geheimnisse der Wirtschaft und Finanzen lebenslang erforscht haben, die besten Politiker sein? Weil kaum einer von ihnen die tödlichen Gefahren erkannt hat, die durch ungehemmte Finanzspekulationen der Banken und maßlose Verschuldung der Südstaaten der Eurozone entstanden sind? Vielleicht ist auch dies ein Grund, skeptisch zu sein. Allerdings gibt es noch einen anderen: Wissenschaft bewegt sich immer an der Grenze zum Unbekannten. Also gibt es auch alternative, oft gleichwertig erscheinende Lösungen für ein Problem. Der Streit von Experten ist deshalb nicht ein Ausdruck von Ratlosigkeit, sondern liegt in der Natur ihrer Arbeit. Mit vielen konkurrierenden Konzepten kann aber das Geschäft des politischen Kompromisses im Netzwerk der oben beschriebenen Zwänge kaum betrieben werden. Zudem haben Professoren (auch wegen ihrer Intelligenz und ihres Wissens) gelegentlich ein hohes Maß an Unabhängigkeit und persönlicher Eitelkeit, was schnell zu kleinlichen Grabenkämpfen führen kann, die häufig auf dem psychologischen Niveau einer Kindergartengruppe ausgetragen werden. Wer sich lange genug im akademischen Milieu bewegt hat, weiß, wovon die Rede ist. Dass sich ganze Horden professoraler Seiteneinsteiger auf ihren Wegen hinter der Fassade der Demokratie verlaufen und wenig bewegen werden, ist also durchaus möglich.”

  30. Vinceno

    Es ist erschreckend wie wenig Ihr Linken in der Realität angekommen seid. Ich bin Italiener, arbeite in einer Bank und habe mehr wie einmal gesehen was viele Rumänen hier abziehen. Einwandern, falsche Kinder angeben, Kindergeld für mehrere Jahre nachgezahlt bekommen und mit 15.000 bis 25.000 EUR wieder nach Rumänien verschwinden. Polizei ermittelt aber die sind längst weg. Immer.

    Ja dann bin ich gerne ein Menschenfeind. Das darf nicht sein.
    So Menschen wie Ihr, die vor solchen Fakten die hundertfach in der Woche passieren die Augen schließen, seid für den Untergang meiner neuen Heimat verantwortlich. Wir kamen aus Italien und sind jetzt Deutsche. Und jeder der nicht das Ziel hat hier normal zu leben soll verschwinden oder niemals einreisen.

  31. TaiFei

    Schon interessant, dass mein erstes Statement auf den Kommentar von
    Harald said: 14 September 2013 at 11:34
    komplett verschwunden ist und mein zweites immer noch auf Freischaltung wartet, obwohl spätere Postings bereits freigeschaltet sind. Wenn hier politscher Unsinn wie Rentenkürzung wegen Staatsverschuldung verbreitet werden darf, warum wird dann die Richtigstellung verweigert?

  32. TaiFei

    Und noch immer fehlt meine Antwort auf Harald. Der Beitrag
    TaiFei said: # 19 September 2013 at 08:17 ist bis heute nicht freigeschaltet. Wie will Publikative eine sinnvolle Diskussion fördern, wenn Argumente vorenthalten werden?

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