22 Kommentare

  1. Wer daran zweifelt, dass Alkoholkonsum am Lagerfeuer links sein kann, war noch nie auf einem Linken Sommercamp.

    Ansonsten halte ich die Idee, dass Jusos, Grüne Jugend, ['solid], JungdemokratInnen, Falken, Antifa etc. ihre Sommercamps einstellen sollten, damit die Nazis ein Monopol darauf haben, für ein Produkt des Kopfes von Dieter Dehm, damit er einen Popanz zum Draufschlagen hat. Oder hat irgendwer das jemals ernsthaft gefordert?

  2. Doris Dano

    Es ist richtig, die Elemente der Montagsdemos anzugreifen, die eine offene antisemitische und völkische Flanke haben. Es ist jedoch unlauter und redundant Kritik am Freihandelsabkommen TTIP, am NSA-Skandal und am Gebaren der Verischerungs- und Bankenwirtschaft mit reflexartigen Unterstellungen abzutun, ja, berechtigte und notwendige Kritik an den Verhältnissen mit Begriffen wie antisemitisch oder völkisch zu denunzieren. Durch eine derartige Vorgehensweise, die weder argumentatorisch noch emanziparotisch ist (von materialistisch ganz zu schweigen), macht man jede Kritik, die nicht gerade das große Ganze in Augenschein nimmt zum Teufelswerk und verleumdet somit hunderte von sozialen und politischen Kämpfen als unmöglich. Letztlich macht man soch dadurch zum Agenten der herrschenden Verhältnisse. Statt mit komischen szenetypischen oder wirtschaftsliberalen Dogmen und Reflexen daherzukommen, wäre es sinnstiftender sich mit den Argumenten der Montagsdemos auseinanderzusetzen, mal zuzuhören, was Dehm und andere Redner zu sagen haben und dann mal konkret inhaltlich darauf einzugehen, Schade, dass das hier wohl nicht möglich ist.

    • Liebe Doris Dano,

      der gesamte Artikel befasst sich damit, was Dehm so tut und sagt. Abgesehen davon wird dieses Argument auch gerne von AfD- oder Sarrazin-Anhängern vorgetragen: Statt Kritik zu üben, solle man sich doch erst einmal mit den Inhalten beschäftigen. Das ist natürlich ein hübscher Kniff, um Kritik abzuwehren und auch als unredlich zu stigmatisieren, da man sich angeblich nicht um die eigentlichen Inhalte (“Haben wir keine anderen Probleme?!”) kümmern würde. Das Ganze gipfelt dann in solchen Sätzen:

      “Letztlich macht man soch dadurch zum Agenten der herrschenden Verhältnisse.”

      Also, schreiben Sie doch mal was zum Inhalt des Artikels. Finden Sie, dass Dehms Kapitalismuskritik weiterführt? Sollte die Linke mehr auf die Heimat setzen? Fängt Antisemitismus da an, wo der Ofen ausgeht?

      Gruß
      Patrick Gensing

      • Dagmar Rausch

        Lieber Patrick,

        danke für diese klaren Worte an Doris Dano und die Argumentationshilfe für mich. Auch ich habe leider schon erleben müssen, wie anfällig manche “Linken” für dieses “Gedankengut” sind bzw. sich durch die Montags-Wahn-Machen trauen ihren Rassismus, Antisemitismus und Nationalismus auszusprechen.

        Solidarische Grüße

        Dagmar Rausch

  3. Stephan

    Die Kritik an Dehms Auftritt bei der Berliner Montagsdemo teile ich und seinen “Antizionismus” finde ich widerlich.

    Den Bots-Song als Beleg für Dehms Trennung von raffendem und schaffendem Kapital zu nehmen, halte ich aber für gewagt. Der Song stand m.E. im Kontext einer Alternativbewegung, in der andere Formen gemeinsamen Arbeitens diskutiert und ausprobiert wurden. Dass die meisten Kollektivbetriebe zur Selbstausbeutung wurden und/oder sich nach wenigen Jahren eine hierarchische Struktur gaben ist im nachinein offensichtlich. Der Sieben-Tage-Song scheint mir ein besonders kitschiger und naiver Ausdruck dieser kollektiv-arbeiten-Bewegung zu sein, die meinte, es gebe ein gutes Arbeiten im schlechten Kapitalismus.

    • Lieber Stephan,

      danke für den Kommentar und deine Anmerkung. Ich möchte den Song auch nicht so verstanden wissen, dass Dehm hier bewusst was von schaffendem vs raffendem Kapital textete, sondern es geht exakt um das “naive-kitschige” Weltbild, wonach man – wie Du selbst beschreibst – eben die gute Arbeit im schlechten Kapitalismus leisten könne. Und genau das ist ein Grundgedanke des raffenden-schaffenden-Kapital Widerspruchs. Die ehrlichen Arbeiter, die hinterlisten Banker.

      Und damit bedient er und die Linke doch zielgerichtet einige Milieus, wie globalisierungskritische Gewerkschafter, nationale Protektionisten, autoritäre LInke usw. Das sind die Leute, die in Frankreich teilweise zur FN und in England zur UKIP überlaufen, weil diese Parteien diese Bedürfnisse und Ängste schüren und ausnutzen. Auch die AfD gewinnt so bei Linken und SPD, wie die Analysen zur Wählerwanderung zeigen. Ich habe sogar in meinem erweiterten Bekanntenkreis Leute, die mir berichteten, sie überlegten die AfD zu wählen, weil sie es gut finden, dass die deutsche Arbeiter vor den Konzernen schützen würden. Das ist natürlich ein Treppenwitz der Geschichte, dass Leute wie der BDI-Henkel zum Anwalt des kleinen Arbeiters mutiert, aber das ist dann wieder ein Beleg für die Richtigkeit der These von der irrationalen Subkultur.

      Viele Grüße
      Patrick

      • Stephan

        Lieber Patrick,

        es ging in der Alternativbewegung der 80er Jahre darum, in autonomen Projekten und selbstverwalteten Betrieben eine befreite, nichtkapitalistische Gesellschaft (zumindest in Teilen) vorwegzunehmen. Viele Linke wollten nicht mehr auf die Revolution warten (oder besser gesagt: darauf hin arbeiten). sondern direkt damit anfangen, etwas “anderes” aufzubauen. Vieles davon war vage und naiv, vieles innerhalb des kapitalistischen Gesellschaftssystems nicht machbar. Machtfragen wurden damit scheinbar umgangen bzw. ausgewichen. Es ist richtig, diese Vorgehensweise zu kritisieren, die entweder in eine voluntaristische Sekte oder in den Reformismus führte. Nur querfrontlastig war diese Bewegung nicht. Sowohl die Ökofaschisten als auch die Nazis, die versuchten sich hier einzuklinken, wurde weitgehend eine Absage erteilt. (Ein paar Eso-Spinner mit germanischen Symbolen wurden möglicherweise mancherorts geduldet, was zwar schlecht ist, aber die Gesamttendenz nicht umkehrt).
        Manches Kneipenkollektiv war in dieser Zeit übrigens bei aller Kritik ein angenehmer Ort, um Freunde zu treffen, ein Bier zu trinken und über Politik und anderes zu diskutieren.

        Wie kommst du denn vom “schlechten Kapitalismus” auf den Gegenatz ” Die ehrlichen Arbeiter, die hinterlisten Banker.” Die selbstverwalteten Läden wollten doch auch anders arbeiten als bei Opel oder Höchst und sie wollten auch anders arbeiten als in einer “normalen” Buchhandlung oder in einer “normalen” Autowerkstatt etc. Die Grundlage war nicht der Hass auf die Banker sondern auf die Chefs. Die Hoffnung war, ohne Chef solidarisch miteinander arbeiten zu können und damit auch anderen zu zeigen, dass dies möglich ist, dass wir weder Chefs noch Staat brauchen. Im Grunde genommen war es ein anarchistisch inspirierter Verusch ein Gegengesellschaft aufzubauen, aber ohne vorherige Revolution und ohne vorher die Machtfrage zu stellen oder gar erfolgreich beantwortet zu haben.

        Standen die Bots und auch Dieter Dehm Ende der 70er/Anfang der 80er nicht eher für “Rock gegen Rechts” als für die Querfront?

        Grüße

        Stephan

  4. JLZ

    In Anlehnung an ein erst kürzlich in der Jungle World veröffentlichten Essay über den Faschismus von Uli Krug scheint mir folgende Einschätzung auf die “Montagsdemo” einleuchtend: Sie ist eine Subkultur des Antirationalismus, kann also mehrere offensichtliche Widersprüche in sich vereinen.

  5. Max

    Der Lagerfeuer-Teil war wieder das “über-das-Ziel-Hinausschießen!, was Dir, Patrick, wirklich regelmäßig im Schreib-Furor passiert. Mach den Leuten doch auch noch die Lagerfeuerromantik madig …
    Es war ja wohl so, dass die Hitler-Jugend sich diese romantischen Gemeinschaftserlebnisse der Wandervögel und anderer Jugendgruppen zu Eigen gemacht hat, um den eigenen Leuten gerade ein solches schönes Gemeinschaftserlebnis bieten zu können. Aber erfunden haben sie es nicht und ob Singen am Lagerfeuer links oder rechts ist, hängt von den Menschen vor Ort ab und von den Liedern, die sie singen und von sonst nichts.

    Im Übrigen hat Dehm wahrscheinlich Recht damit, dass es sich bei der Mehrzahl der Menschen auf diesen Demos nicht um Rechte handelt. Aber ob gerade er es schaffen wird, denen differenziertes und refektiertes Denken beizubringen, darf mit Fug und Recht bezweifelt werden.

  6. Fred

    Zum Salzborn Zitat habe ich mich schon unter seinem Artikel geaeussert, also lass ich es…
    Aber ich hoere hier immer etwas von rechter “Kapitalismuskritik”, wo aber hat jemals rechte “Kapitalismuskritik” die Eigentumsverhaeltnisse kritisiert?
    Wer ueber die Eigentumsverhaeltnisse schweigt, brauch den Begriff Kapitalismus nicht in den Mund nehmen, od. so aehnlich :-)
    Ich wollte damit nur sagen, dass Rechte eben nicht den Kapitalismus kritisieren (alleine die Geschichte hat uns gelehrt, dass sich Rechte und Kapitalismus immer ganz gut verstanden haben).

    PS: Die alternative Szene der 1980er war eben nicht ausschl. “Links”, ganz im Gegenteil, die hat schon damals einen ausgesprochenen Unternehmergeist an den Tag gelegt.

  7. Es ist überraschend und ermutigend für mich, dass in den letzten Wochen zahlreiche gute Fernsehdokumentationen über die verschwörungspathologischen “Montagsdemonstrationen” erschienen sind. Ich habe mal rasch drei Sendungen herausgesucht:

    https://www.youtube.com/watch?v=VeslqPDJI2M

    https://www.youtube.com/watch?v=9ji5ahPBhh4

    https://www.youtube.com/watch?v=9nq-AcYyRoM

    Ein besonderes Lob gebührt Jutta Ditfurth. Sie benötigt übrigens Geldunterstützung für ihren Prozess gegen den Verschwörungspathologen und bemühten Antisemiten Elsässer. Deshalb sei auf ihre Facebook-Website verwiesen: https://www.facebook.com/Jutta.Ditfurth/posts/504631482999808

    • Mr Mindcontrol

      Diese “Berichte” sind nicht “gut”, sondern der letzte Propaganda-Dreck, wo selbst ein Karl Eduart von Schnitzler aus dem Grabe vor Neid aufstehen müsste.
      Allein die subketive Aussage bei Spiegel.tv, dass die Teilnehmer einen “Hau” hätten und der Beitrag sonst ganz objektiv wäre ist schon schräg. Dann Redewendungen, dass Ken Jebsen der “Rudelführer” der “Montagsmeute” wäre, sehr ausgewogen, klar! Ich hätte als Veranstalter eindeutig Strafanzeige gestellt. Dann Reden massiv aus dem Zusammenhang reissen, ein Rollstuhlfahrer mit einer schrägen Reichsbürgermeinung wurde von ca. 5000 Menschen dann als representativ dargestellt wurde etc.
      Wenn ihr doch so gegen Faschismus und Antisemitismus seit:
      Wo bleibt euer Aufschrei, dass der Westen auch Deutschland echte Neonazis in der Ukraine, moralisch, finanziell und sogar Ausbildungsmässig unterstützt. Leute die auch aufgerufen haben “Judenschweine” mit Gewehren zu bekämpfen ( der Chef der Swoboda ) oder Orgas wie dem “Rechten Sektor” die in Odessa und auch woanders regelrechte Progrome veranstaltet haben? Wo bleibt euer Aufschrei? Aber ja doch: Wenn 5 NPD-Leute am Rande bei so eine Montagsmahnwache ( wie soll der Veranstalter eigentlich gewusst haben,was das für Leute waren)? zuschauen dann ist das ja das eigentliche Problem unserer Zeit!
      Da gibt es endlich mal die Chance Zivilcourge gegen echte Faschistische Mörderbanden die brandschatzen zu zeigen, ihr haut aber auf genau die Leute ein die gegen diese Leute demonstrieren und nennt Sie selbst “Faschisten”.
      Gehts euch eigentlich noch gut? In welchen verrückückten Irrenhaus bin ich hier eigentlich gelandet?

  8. Der Schlagersänger und -schreiber Dieter Dehm, der auf Geheiß von Oben (Stasi) so lange in der SPD blieb, bis er seinen Auftrag erfüllt und die Geschichte sich geändert hatte – http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-8917100.html – lässt nichts aus, um seinen “Ruf” zu perfektionieren. Dass er bei den “Montagsdemos” enden würde hat mich wirklich nicht überrascht. Überrascht hätte es mich, wenn er dies nicht gemacht hätte. Aber nun, so vermeldet die Berliner Zeitung, legt er im Alter noch einen Gang zu – und steht im Wettbewerb zum erfolgreichen Politikfreund Rainer Brüderle (erinnert sich noch wer?…): “DIETER DEHM ALS LUSTGREIS: „Unterschied zwischen Onanieren und Geschlechtsverkehr?“” ritelt diese in ihrer heutigen Ausgabe. Ein Auszug hieraus: ” Im vergangenen Jahr machte sich Rainer Brüderle mit seiner Dirndl-Bemerkung über die Oberweite einer Journalistin lächerlich, nun ereilt Linke-Politiker Dieter Dehm offenbar ein ähnliches Schicksal. Bei einem Treffen konfrontiert er eine Zeit-Reporterin mit dem anzüglichsten aller Herrenwitze. (…) Offensichtlich ist Diether Dehm entschlossen, die Nachfolge Brüderles anzutreten, nicht als liberale Spitzenkraft naturgemäß, denn Dehm ist prominentes Mitglied der Linken, sondern – er ist 63 Jahre alt – als Lustgreis.
    In der neue Ausgabe der Zeit berichtet die Reporterin von einer Begegnung mit Dehm am Rande des letzten Linken-Parteitags in Hamburg. Sie habe sich zu ihm an einen Kaffeetisch gestellt, und er habe gefragt: „Kennen Sie den Unterschied zwischen Onanieren und Geschlechtsverkehr?“ Ihr, Elisabeth Niejahr, sei dazu spontan nichts eingefallen. Darauf habe Dehm das Rätsel gelöst: „Beim Geschlechtsverkehr lernt man mehr Leute kennen.“ Offenbar ist er nicht totzukriegen – der dümmste aller Herrenwitze.”

    Ich muss “bekennen”: Auch diese Nachricht überrascht mich nicht…

    http://www.berliner-zeitung.de/politik/dieter-dehm-als-lustgreis–unterschied-zwischen-onanieren-und-geschlechtsverkehr–,10808018,26297004.html

  9. horst

    “Der Schlagersänger und -schreiber Dieter Dehm, der auf Geheiß von Oben (Stasi) so lange in der SPD blieb, bis er seinen Auftrag erfüllt und die Geschichte sich geändert hatte”
    Die Stasi gabs bis 1998?

  10. jule

    Inhaltlich hätte ich da doch mal diese Frage hier:

    “Warum soll­ten die Neo­na­zis ein Vor­recht auf den Be­griff „Hei­mat“ haben? Und wel­chen Grund gebe es, ihnen Zelt­frei­zei­ten mit La­ger­feu­er­a­ben­den zu über­las­sen?”

    Warum sollte linksdenkender, linksliberaler, unpolitischer, überpolitischer, moderner Technikfreak, Fußballer, sonstiger Bewohner der Staates Deutschland
    keine Heimat sein eigen nennen, und sich nicht positiv darauf beziehen?

    Denke mal hier an dem Punkt ist der Knack. Hier trennt sich Soziopath vom Humanisten.

  11. urideg

    @horst: “Die Stasi gabs bis 1998? Ne, nicht offiziell – aber ihre seelisch-geistigen Fortwirkungen durchaus. Nur weil Sie Fragen ein paar Quellen zu Dehm und seine enge Zusammenarbeit mit der Stasi – diese lagen meinen Bemerkungen zugrunde:
    :
    Spiegel 1996: Ein ehrenwerter Mann. Wolf Biermann über den Musikmanager, Politiker und Stasi-IM Diether Dehm
    http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-8917131.html
    Biermann bemerkt hierin über Dieter Dehm – der sich seiner bereits unmittelbar nach seiner Zwangsausbürgerung aus der DDR angenommen hatte; seit 1971 hatte dieser für die Stasi gearbeitet: „Er beichtete dann, daß er mir seine Dienste als Konzertmanager im Auftrage der Staatssicherheit angetragen hatte.“ Und:
    „Erst Jahre nach dem Zusammenbruch der DDR fanden mein Freund Jürgen Fuchs und andere Betroffene in ihren “OV”-Akten Dokumente, die erst vage und dann deutlicher zeigten, daß mein lieber Diether Dehm tatsächlich als Spitzel gegen mich im Westen eingesetzt worden war. Heute nun spuckte mein Fax-Apparat mir ein Kleinod der Schande in die Hände, ein dickes Stasi-Lob für Dehms “Zuverlässigkeit” – im Jahr 1977!“ Fein säuberlich notierte die Stasi die Zahlungen an Dehm – der seinerzeit bereits sehr wohlhabend gewesen sein dürfte: Jeweils einige Hundert Mark. Im November 1977 erreichte seinen Spitzeltätigkeit gegen Biermann einen Höhepunkr: Dehm erhielt 500 DM (s.u.).
    Ein weiterer diesbezüglicher Spiegel-Beitrag: Nun verteidigt Dehm die grässlichste antisemitisch-verschwörungstheoretische Band hierzulande: Die sog. „Bandbreite“ – über die auf Publikative verschiedentlich informiert worden ist. Der Spiegel titelt:
    „Ihre Songtexte sind amerikafeindlich, sexistisch und frauenverachtend – Diether Dehm, Spitzenkandidat der Linken in Niedersachsen, verteidigt die Band Die Bandbreite trotzdem.“:
    http://www.spiegel.de/politik/deutschland/linken-spitzenkandidat-verteidigt-frauenverachtende-band-a-907808.html
    Und Hubertus Knabe schreibt in seinem Beitrag „Der Fall Diether Dehm“ gleichfalls über dessen taktischen Eintritt in die SPD im Jahr 1967 – gegen seinen eigenen Impuls: “Diether Dehm gehörte seit 1967 der SPD an, wollte aber gern der DKP beitreten, was ihm jedoch von der Stasi ausgeredet wurde. Regelmäßig erhielt er von der Stasi entsprechende Aufträge. Da er als linker Liedermacher im Wahlkampf der SPD eine wichtige Rolle spielte, konnte er auch über seine Gespräche mit sozialdemokratischen Parteigrößen berichten. Auf Geheiss der Stasi sollte er insbesondere die Verbindung zum damaligen SPD-Finanzminister Matthöfer intensivieren und sich um den Posten des Wahlkreissprechers bemühen. [2] Mengenweise übermittelte er der Stasi aus seinem Umfeld nachrichtendienstlich relevante „Personenhinweise“, zum Teil mit „Bildmaterial“.
    Wie zufrieden die Stasi mit ihrem Agentenpaar war, geht aus einem von Generalmajor Kienberg bestätigten „Vorschlag“ vom November 1977 hervor, den IM „Willy“ mit einer Geldprämie in Höhe von 500 DM auszuzeichnen. In der Begründung hieß es: „Der IM arbeitet zuverlässig, auf der Basis der politischen Überzeugung mit dem MfS zusammen. Durch eine hohe Einsatzbereitschaft des IM ist es gelungen, Biermann nach dessen Ausbürgerung im Operationsgebiet zeitweilig gut unter Kontrolle zu bekommen. Der IM erarbeitete wertvolle Informationen zur Person des Biermann, dessen Pläne und Absichten sowie der politischen Wirksamkeit. Durch den Einsatz des IM konnten einige geplante Veranstaltungen feindlicher Kräfte und damit die Ausnutzung Biermanns für deren Zwecke verhindert werden. (…)
    Quelle: http://www.kas.de/wf/doc/kas_1193-1442-1-30.pdf?100702105854

    Und noch ein diesbezüglicher Bericht: Wenn Diether Dehm jedoch „ein paar Gläser zuviel getrunken hatte, prahlte er mitunter gefährlich über seine ,guten Beziehungen`.” Da ging es dann auch schon mal um einen gemeinsamen Saunabesuch mit Markus Wolf. In einem selbstgewählten Slogan bezeichnete sich Dehm als “Hecht im Karpfenteich” unter den deutschen Liedermachern.“ “In der SPD war bekannt, daß man vorsichtig sein mußte”, sagt Fichter. Die Stasi selbst schätzte Diether Dehms Motive als “Mischung aus Abenteuerlust, Wichtigtuerei und Selbstbestätigung” ein, so FU-Forscher Jochen Staadt. Diether Dehm wird in den Akten der Gauck-Behörde als Inoffizieller Mitarbeiter (IM) der Stasi-Hauptabteilung XX/5 geführt. Demnach sammelte er von 1971 bis 1978 unter den Decknamen “Dieter” und “Willy” Informationen und bespitzelte Freunde und Genossen – bei den “Falken”, den Jusos, in der Frankfurter SPD und in der Universität,
    http://www.berliner-zeitung.de/archiv/wolf-biermann-wirft-dem-spd-politiker-und-musikmanager-diether-dehm-stasi-spitzeldienste-vor-die-verstrickung-des–cleveren-doktors-,10810590,9117632.html

  12. Mats

    Der zweite Abschnitt des Artikels von Patrick Gensing behauptet: “Dehm wähnt Teile der deutschen Medien in der Hand von US-Geheimdiensten”. Damit zitiert er die Überschrift eines Spiegel-Artikels vom 14.4.2014.

    Der Spiegel beruft sich auf die englischsprachigen Website des Senders “The Voice of Russia”. Dort sei ein Interview mit Dehm erschienen und angeblich so übertitelt gewesen: “Teile der deutschen Medien komplett in der Hand von US-Geheimdiensten – deutscher Bundestagsabgeordneter”.

    Tatsächlich lautet die Überschrift inzwischen aber so:
    “Some German media influenced by US secret services – German MP”

    Merkwürdig ist allerdings der Name des links: http://voiceofrussia.com/2014_04_14/Some-German-media-are-fully-in-the-hands-of-US-secret-services-Germanys-MP-9723/

    Das bedeutet: dIe Überschrift ist nachträglich (offensichtlich noch am 14.4.2014) geändert worden – und zwar auf Initiative von Dehm selber, denn er hat in Wirklichkeit etwas anderes gesagt hat! Dies geht aus einem Interview mit ihm vom 19.4.2014 hervor (s.u.).

    Der Wortlaut der Äußerung von Dehm, wie er jetzt auf der Webseite zu lesen ist, widerspricht jedenfalls der Behauptung des Spiegel-Autors. Ein Kommentar zum Spiegel erübrigt sich. Aber Patrick Gensing, der als seriöser Journalist gilt, hätte seinen vermeintlichen Beleg überprüfen müssen und sich nicht einfach der Meute der Skandalisierer anschließen sollen.

    Hier also Diether Dehm im O-Ton bei “The Voice of Russia”:

    “Some media are influenced by secret services of the US and of other secret services. They are working very nearly together with them. And at the moment some of them want to deepen the conflict and so the media are driving the government. I think that Mrs. Merkel herself is cool enough to be able to calculate the consequences of the damage of disturbing of economical basis.”

    Und das Interview vom 19.4.2014, in dem Dehm zu dem Vorfall Stellung nimmt, ist hier zu hören:
    https://soundcloud.com/diether-dehm/swr2-geheimdienste-dehm

  13. urideg

    Die Querfront zwischen esoterisch angehauchten Antisemiten und MdBs. der Linken scheint weiter zu gehen.
    Otmar Steinbicker, ehem. Vorsitzender des “Aachener Friedenspreis”, weist auf facebook auf ein treffen zwischen Duhms engem Mitstreiter, dem Linken MdB Hunko (Aachen) (s.o.) und dem Ralf Schurig (Aachen) hin, der sich mehrfach in Berlin als Hauptredner und Mitveranstalter der “Montagsdemonstrationen” präsentierte (zu Schurig: http://montagsquerfrontwatch.blogsport.de/2014/04/17/ralf-schurig-schamane-lebensberater-und-holocaustverharmloser/)

    O. Steinbicker: “Querfront Aachen!
    Nach glaubwürdigen Informationen aus verschiedenen Quellen gab es am gestrigen Freitag Abend ein Treffen im privaten Kreis, an dem Herr Hunko, Aachener MdB der Partei “Die Linke”, und Herr Schurig von der Berliner Zentrale der Montagsmahnwachen teilnahmen. Dieses Treffen fand in Aachens Nachbarstadt Würselen statt. Nach übereinstimmenden Informationen von Teilnehmern dieses Treffens wurden dabei keinerlei Differenzen thematisiert, sondern nach gemeinsamen Aktionsmöglichkeiten gesucht.
    Ich kann nur allen Demokratinnen und Demokraten in diesem Lande raten, äußerst wachsam zu sein!”

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